19. September 2016 – 12:17
Airbnb steigt ins Geschäft mit Ausflügen ein
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Trip4real-Gründerin Gloria Molins – Foto: Trip4real

Der Riese aus der Sharing Economy hat das spanische Start-up Trip4real übernommen. Das 2013 gegründete Unternehmen aus Barcelona betreibt eine Plattform, über die Einheimische Besuchern ihre Dienste als Guides anbieten. Die Angebote sind online buchbar, Trip4real kassiert für die Vermittlung 25 Prozent Provision.

Das Angebotsspektrum des jungen Vermittlers ist beachtlich; es erstreckt sich von Stadtführungen über Erkundungstouren mit dem Rad, Weinproben und Fotografiekursen bis hin zu Segeltörns. Unternehmensgründerin Gloria Molins beschreibt Trip4real als "soziale Plattform, auf der jeder Aktivitäten und Touren anbieten kann, damit die Reisenden das wahre Wesen eines Ortes kennen lernen". Der geografische Schwerpunkt liegt bislang auf spanischen Städten, doch auch für andere europäische Metropolen wie Berlin, Lissabon, Rom, Paris oder London sind mittlerweile Angebote verfügbar. Auf der Website wirbt Trip4real mit 20.000 registrierten Nutzern und rund 3.000 Touren- und Ausflugsangeboten.
Die Geschäftsbedingungen des Start-ups tragen deutlich die Züge eines  Anbieters aus der Sharing Economy. So wird der Rechnungsbetrag beim Kunden zwar vor dem Beginn der gebuchten Tour abgebucht. Die Auszahlung an den Guide erfolgt aber erst 24 bis 30 Stunden danach. Das Unternehmen begründet diese Praxis damit, dass auf diese Weise sicher gestellt werden könne, dass der Kunde seine gebuchte Leistung in vollem Umfang erhalten hat. Beschwert sich ein Gast, behält sich der Vermittler vor, den Betrag nicht auszuzahlen. Ähnlich geht auch Airbnb bei der Vermittlung von Unterkünften vor.

Für den schnell wachsenden Sharing-Economy-Marktführer bedeutet der Zukauf den Sprung in ein benachbartes Marktsegment, das die Kernkompetenz im Bereich Unterkunftsvermittlung sinnvoll ergänzen soll. Dazu passt, dass beide Unternehmen in ihrem Marketing den direkten Kontakt zwischen Einheimischen und Besuchern in den Mittelpunkt stellen. Und so dürfte es nicht lange dauern, bis die Angebote von Trip4real direkt in den Buchungsprozess von Airbnb eingebunden werden. Zudem wird sich die Ausweitung des Angebots auf weitere Städte und Länder stark beschleunigen.

Über die Summe, die Airbnb für Trip4real hingeblättert hat, hüllt sich das Unternehmen in Schweigen. Laut spanischen Medien gehen Experten von fünf bis zehn Millionen Euro aus.