24. September 2017 – 22:00
Airberlin wird wahrscheinlich zwischen Lufthansa und Easyjet aufgeteilt
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Auf dem roten Airberlin-Leitwerk könnte bald der Kranich leuchten. Lufthansa soll die meisten Airberlin-Jets übernehmen. Foto: Lufthansa

Eigentlich wollte Airberlin heute nach seiner Sitzung des Board of Directors Einzelheiten zum Stand des Bieterverfahrens für die insolvente Fluggesellschaft vorstellen. Doch seit am Donnerstag die Gläubigerausschüsse getagt haben, sickern immer mehr Details über die Zukunft von Airberlin durch. Was davon wahr und was Spekulation ist, wird sich heute zeigen.

Überraschend berichteten Medien mit Verweis auf Insider übereinstimmend, dass nur noch zwei Bieter im Rennen sein sollen: Lufthansa und Easyjet. Mit beiden soll bis zum 12. Oktober weiter verhandelt werden.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am Mittwoch erklärt, dass er neben den bereits 38 übernommenen Airberlin-Maschinen an bis zu 40 weiteren Mittelstreckenjets Interesse habe und sich freue, bald 3.000 neue Mitarbeiter begrüßen zu können. Dazu passt, wenn die „Wirtschaftswoche“ meldet, dass Lufthansa den Ferienflieger Niki übernehmen soll. Für Langstreckengeschäft hat Lufthansa laut Spohr nicht geboten.

Lufthansa will angeblich 300 Millionen zahlen

Kommt Lufthansa entsprechend ihres Angebots für insgesamt 78 Maschinen der A320-Familie zum Zug, bleiben noch 15 weitere für Easyjet. Die 14 Boeing 737 der Airberlin-Flotte sind von Tuifly gemietet und dürften nun an den Touristikkonzern zurückfallen. Die 20 Propellerflugzeuge von Typ Bombardier Q400 sind für Lufthansa wie Easyjet uninteressant.

Bleiben die 17 Langstreckenjets vom Typ A330. Doch davon hat die Leasinggesellschaft Aer-Cap bereits zehn Maschinen so schnell wie möglich zurückbeordert, was auch eine Erklärung für die kurzfristig gestrichenen Langstreckenflüge in die Karibik wäre. Die sieben verbliebenen Maschinen dürften nun an die Leasinggesellschaft folgen.

Lufthansa will nach einer Meldung von „Bild am Sonntag“ 200 Millionen für die Airberlin-Maschinen bezahlen und den Betrieb in der Übergangszeit finanzieren, wofür weitere 100 Millionen veranschlagt seien. Der Notkredit der Bundesregierung über 150 Millionen Euro könnte somit auf jeden Fall zurückgezahlt werden.

Thomas Hartung