24. August 2017 – 17:32
Airberlin-Meilenprogramm ist wahrscheinlich bald pleite
airberlin-herzen
Foto. Airberlin

 

Nach der Insolvenz von Airberlin war Programm bereits eingefroren worden. Kunden können seither keine Bonusmeilen mehr einlösen und  auch keine mehr sammeln. Da Topbonus zu 70 Prozent Etihad Airways gehört und überdies in eine Gesellschaft namens Topbonus Limited in London ausgegliedert wurde, fühlt sich Airberlin für das Programm nicht mehr zuständig. "Um die Bonusmeilen kümmert sich eine separate Gesellschaft", sagte Insolvenzverwalter Frank Kebekus der „Wirtschaftswoche“. Eine Zukunft gibt er dem Kundenbindungsprogramm ohnehin nicht mehr: "Auch dort hat der Gesellschafter die Finanzierung beendet und es zeichnet sich eine Insolvenz ab", sagt er.

Neben den rund 4,3 Millionen Teilnehmern an dem Programm, deren Punkte damit vermutlich wertlos geworden sind, trifft dies auch Inhaber von Airberlin-Kreditkarten, die einige Kreditinstitute ausgegeben haben. So kostet etwa die Karte der Landesbank Berlinknapp 90 Euro pro Jahr. Für jeden Umsatz darüber konnten Kunden Prämien- und Statuspunkte sammeln. Kunden erhielten darüber am Dienstag folgendes Schreiben:  “Informationen zu Ihrer airberlin Visa Card. Sehr geehrter Herr XYZ, leider hat sich die Situation seit unserer E-Mail vom 16. August 2017 verändert. Topbonus hat am Wochenende neben dem Einlösen nun auch das Sammeln von Meilen bis auf Weiteres ausgesetzt. Damit werden also auch keine Meilen mehr gutgeschrieben. Wir stehen zur Klärung der Sachlage in engem Austausch mit Topbonus. Angesichts der weiterhin unklaren Verhältnisse bitten wir Sie noch um Geduld. Ihre Karte ist natürlich weiterhin – innerhalb Ihres Verfügungsrahmens – einsetzbar. Bei Fragen stehen wir ihnen rund um die Uhr telefonisch unter der Telefonnummer 030/2455 2494 zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Airberlin Kreditkarten-Service Landesbank Berlin AG“

Airberlin verweist gegenüber Gloobi.de hinsichtlich der Spekulationen über eine bevorstehende Topbonus-Insolvenz auf Etihad als Mehrheitsgesellschafter. Die arabische Airline hatte die Anteile Ende 2012 für mehr als 180 Millionen Euro von Airberlin übernommen. Etihad äußerte sich zu einer Anfrage zur Zukunft von Topbonus Unlimited bislang nicht.

Christian Schmicke