25. März 2018 – 18:41
Airberlin-Kredit wurde offenbar ohne fertiges Gutachten genehmigt
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Foto: Airberlin/Fotografiewiese

Die Bundesregierung hat nach Informationen des "Spiegel"  dem Überbrückungskredit an die insolvente Airberlin zugestimmt, bevor ein eigens von ihr kurzfristig dazu angefordertes Gutachten fertig war. Das gehe aus einer Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP hervor, berichtet das Magazin. Demnach übermittelte das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers am 17. August eine "finale gutachterliche Vorlage zur Übernahme einer Bundesgarantie". Bereits drei Tage vorher sei aber aber die "politische Entscheidung der Bundesregierung" für den Kredit getroffen worden. Das Darlehen der staatlichen Förderbank KfW über 150 Millionen Euro hätte eigentlich spätestens Mitte Januar mit Erlösen aus dem Verkauf von Unternehmensteilen zurückgezahlt werden sollen. Weil die Übernahme der Airberlin-Tochter Niki durch Lufthansa an einem Veto der EU-Kommission scheiterte, sieht es nach aktuellem Stand so aus, dass maximal die Hälfte des Kredites wieder zurückfließt. Genau davor hatten Experten bereits im Vorfeld gewarnt. Auch die Wirtschaftsprüfer hatten sich hinsichtlich der Chancen dafür, dass die Bürgschaft letztlich nicht zu Lasten der Staatskasse gehen würde, skeptisch gezeigt.