08. Juni 2017 – 14:53
airberlinnikiheckbig

Aus dem ursprünglich vereinbarten gemeinsamen Ferienflieger von Tui und Etihad Airways wird nichts. Etihad wolle die österreichische Fluggesellschaft Niki nicht mehr wie vereinbart von Airberlin loslösen und mit der TUI-Tochter Tuifly verschmelzen, heißt es aus der Tui-Zentrale in Hannover. Der Airberlin-Gesellschafter strebt offenbar eine Gesamtlösung für Airberlin und deren Tochter Niki an, die das Ferienfluggeschäft der hoch verschuldeten Beteiligung übernommen hat.

Wie diese Lösung aussehen soll, dazu hüllen sich die Beteiligten in Schweigen. Airberlin-Chef Thomas Winkelmann hatte in den vergangenen Tagen erklärt, dass seine Airline weiterhin dringend einen Partner sucht und dabei erneut seinen früheren Arbeitgeber Lufthansa ins Spiel gebracht. Deren Chef Carsten Spohr wiederum hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt an Airberlin interessiert gezeigt - allerdings nur, wenn Etihad zunächst die Schulden von Airberlin begleiche und wenn die diesbezüglichen kartellrechtlichen Fragen geklärt seien.

Auch was die jüngste Wende im Partnerschaftsgeschacher für Tuifly bedeutet, ist noch nicht klar. Sebastian Ebel, Mitglied des Tui-Vorstandes für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Polen, erklärt dazu: "Strategisch macht eine starke europäische Touristik-Airline weiter sehr viel Sinn. Denn der Luftverkehr in Deutschland ist durch Überkapazitäten geprägt. Niki steht aber nicht mehr für ein Joint Venture zur Verfügung. Wir werden die Neupositionierung der deutschen TUI fly weiter vorantreiben, um für die Airline und ihre Mitarbeiter eine langfristige Perspektive zu entwickeln." Offenbar traf der Schritt von Etihad Tui nicht völlig unvorbereitet. Konzernchef Friedrich Joussen hatte gegenüber den Medien in letzter Zeit wiederholt offen gelassen, ob und wann unter den Vertrag tatsächlich die Unterschriften gesetzt werden könnten.

TUI sei "weiterhin bereit, zur Stabilisierung des deutschen Luftverkehrsmarktes beizutragen" und bleibe "offen für eine Partnerschaft oder die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen, wenn dies dem strategischen Ziel diene, diesen Markt neu zu gestalten", erklärt Ebel nun. Für die Flügpläne der beteiligten Airlines habe der geplatzte Deal keine unmittelbaren Konsequenzen, betonen sowohl Airberlin als auch Tui.

Christian Schmicke

07. Juni 2017 – 13:45
daldrupmarkusalltours

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Kernaussage jeder Katalogvorstellung der großen Reiseverantalter "Billiger als im Vorjahr" hieß. Floskeln wie "preisaggressiv" oder "Preisführerschaft" erfreuten sich inflationärer Beliebtheit. Zu denjenigen, die in dieser Hinsicht besonders zuverlässig waren, zählte Alltours-Chef Willi Verhuven. Sein Unternehmen wurde damit sozusagen groß. In den vergangenen Jahren setzte im Hinblick auf die Preisbotschaften allerdings eine Trendwende ein. In einer Art stiller Übereinkunft bemühten sich die Veranstalter, das Preisthema in den Hintergrund und die qualitativen Vorzüge des eigenen Portfolios in den Vordergrund zu rücken. Der Slogan "Billiger als im Vorjahr" hatte ausgedient. Er war zum Synonym für ruinöse Preiskämpfe geworden, mit denen sich die Branche sehenden Auges der eigenen Marge beraubte. Die Preiskämpfe gingen indes munter, durch neue technologische Möglichkeiten eher noch verstärkt, weiter, spielten aber  in der Außendarstellung der Veranstalter keine große Rolle mehr.

Nun feiert das Preis-Mantra seine Rückkehr. "Preisaggressiv wie selten zuvor" will Markus Daldrup, Verhuvens Nachfolger im Alltours-Veranstaltergeschäft, in die nächste Wintersaison gehen, um so einen Umsatz- und Gästezuwachs von fünf Prozent zu erreichen. Ein Drittel der Reisen sei im Winter 2017/18 um rund drei Prozent günstiger als im Vorjahr, so Daldrup, und: "Nahezu alle weiteren Angebote bleiben preisstabil".

Dass dabei Ägypten eine zentrale Rolle spielt, verwundert nicht. Nach übereinstimmenden Aussagen aus Veranstalterkreisen hat sich die Nachfrage für Urlaub am Roten Meer aktuell erholt. Und so will Daldrup mit 94  Hotels im Katalog 30 bis 50 Prozent mehr Ägypten-Gäste generieren als im Vorwinter, in dem die Nachfrage freilich extrem schwach war. Die Preise seien unterdessen niedrig geblieben und sogar noch leicht gesunken, versichert der Alltours-Chef.

Doch auch in den spanischen Zielgebieten, die im Zuge der Schwäche der Türkei, Ägyptens und Tunesiens einen bis dahin ungekannten Zulauf verzeichneten, werde man die Preise nicht über das Niveau des Vorwinters steigen lassen, beteuert Daldrup. In den Alltours-eigenen Allsun-Anlagen auf Mallorca, von denen im Winter immerhin 15 geöffnet bleiben, sollen sie sogar leicht darunter bleiben. Auf der Baleareninsel plant das Unternehmen selbstbewusst ein Wachstum von zehn Prozent ein. Auch im volumenstärksten Winterziel, auf den Kanaren, sollen die Preise stabil bleiben oder leicht sinken. Dort will der Veranstalter nach rund 200.000 Gästen im Vorjahr drei Prozent Wachstum erreichen.

Neben "Preisaggressivität" und dem "bislang umfassendsten Programm" überhaupt sollen auch einige neue Ziele für mehr Gäste und Umsatz sorgen. Neu dabei sind im Winter Malta, die Azoren, Bahrain, Myanmar, Singapur und Vietnam. "Damit unterstreichen wir unsere Entwicklung zu Vollsortimenter", sagt der Alltours-Chef.

Christian Schmicke

06. Juni 2017 – 14:42
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Nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre diplomatischen Beziehungen mit dem Emirat Katar abgebrochen und ihre Grenzen für Reisende aus dem Land geschlossen haben, ruht der Flugbetrieb zwischen den betroffenen Staaten. Die Fluggesellschaften dieser Länder, wie Emirates, Etihad, Egypt Air, Saudi Arabian Airlines, Gulf Air, Air Arabia, Saudia und Fly Dubai, stellten ihre Verbindungen zum Flughafen Doha ein. Am härtesten trifft der Konflikt freilich Qatar Airways. Der National Carrier des Emirats darf die Flughäfen der Nachbarstaaten ebenfalls nicht mehr anfliegen.

Alle Grenzen sind dicht. Damit muss Qatar Airways nun 52 tägliche Flüge in die Nachbarländer am Boden lassen. Allein in das nahe gelegene Emirat Dubai flog die Airline zuletzt 14 Mal am Tag, die überwiegende Mehrheit der Passagiere stieg in Dubai auf einen Anschlussflug um. Saudi-Arabien hat der Fluglinie die Lizenz entzogen und angekündigt, die Büros der Fluggesellschaft im Land innerhalb von 48 Stunden zu schließen. Um Kunden aus Saudi-Arabien zurück nach Katar zu bringen, charterte Qatar Airways am Dienstag drei Maschinen der omanischen Staatslinie Oman Air. Sie brachten Fluggäste von Dschidda in Omans Hauptstadt Muscat. Von dort aus konnten sie mit Achlussflügen von Qatar Airways nach Doha weiterfliegen. Zwar hat Saudi-Arabien, wie auch die übrigen beteiligten Länder, Katars Bürger aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen das Land zu verlassen. Doch sind sämtliche unmittelbaren Grenzen zwischen den Nachbarländern und Katar seit gestern geschlossen. Wer von einem der Länder, die die Sanktionen verhängt haben, nach Katar oder in umgekehrter Richtung reisen will, muss dies derzeit über ein Drittland tun. In Frage kommen dafür etwa Oman oder Iran.

Asien- und Australien-Verbindungen bleiben intakt. Nicht unmittelbar betroffen sind Reisen, die von deutschen Flughäfen über Doha zum Beispiel nach Australien, Asien oder Afrika führen. Aktuell bedient Qatar Airways fliegt derzeit Doha-Verbindungen ohne Zwischenstopp von Frankfurt, München und Berlin-Tegel. Kunden, die Qatar-Airway-Flüge gebiucht haben, um in die arabischen Nachbarländer zu gelangen, müssen dagegen nun auf andere Linien ausweichen. Sie können ihre gebuchten Flüge laut der Website der Airline kostenlos stornieren oder auf andere Flugziele umbuchen.

Offen ist noch, inwieweit Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten die Drohung umsetzen, ihren Luftraum für Qatar-Airways-Maschinen zu sperren. Dies würde auf vielen Strecken, insbesondere zu Zielen in Afrika und dem Indischen Ozean, deutlich längere Flugzeiten und höhere Kerosinkosten mit sich bringen. Allerdings halten es Experten für fraglich, ob die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain, die das ICAO International Air Services Transit Agreement unterzeichnet haben, der Fluggesellschaft überhaupt Einflüge in ihre Lufträume verwehren dürfen.

Christian Schmicke

06. Juni 2017 – 13:30
internetwikipedia

Nur jedes vierte Reisebüro arbeitet mit eigenen Beiträgen auf den Online-Plattformen von Veranstaltern und Reisebüroorganisationen mit, alle anderen lassen lieber die Finger davon. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Online-Umfrage für das Reise vor9 Magazin, an der rund 200 Vertriebsprofis teilnahmen. Von denjenigen, die ihr Wissen online zur Verfügung stellen, tun dies gut zwei Drittel auf der Website ihrer Reisebürokooperation oder -kette, 43 Prozent stellen auf der eigenen Website Tipps oder Reiseberichte ein. Dies auf einer Veranstalter-Website zu tun, ist besonders unbeliebt. Nur 18 Prozent derer, die in Expertenforen aktiv sind, stellen ihr Know-how auf der Website ihres Leitveranstalters zur Verfügung - also nicht einmal fünf Prozent aller befragten Büros. Gut ein Drittel der Foren-Mitarbeiter gibt regelmäßig Beiträge ein, die Mehrheit, 57 Prozent, dagegen nur gelegentlich.

"Nicht ohne Gegenleistung". Unter denjenigen, die sich dieser Form der Wissensweitergabe verweigern, tun dies 68 Prozent, weil sie ihr Wissen erklärtermaßen nicht ohne Gegenleistung einem Veranstalter zur Verfügung stellen wollen. 44 Prozent geben Zeitmangel als Grund an. 39 Prozent erklären, Aufwand und Ertrag stünden in keinem angemessenen Verhältnis. Stellvertretend für viele Kommentare steht dieser: „Warum soll ich mein langjähriges Wissen anonym online teilen?“, fragt ein Teilnehmer. „Dann lieber in einer persönlichen Beratung mit dem Kunden.“

Wenn, dann auf der Reisebüro-Website. Insgesamt werden die Möglichkeiten, sich an Online-Aktivitäten ihrer Reisebüroorganisationen zu beteiligen, von den Expedienten deutlich besser beurteilt als die entsprechenden Angebote der Veranstalter. Während nur 19 Prozent die Veranstalter-Offerten an den Vertrieb als gut oder sehr gut bewerten, ist dies bei Ketten oder Kooperationen immerhin ein Drittel. 46 Prozent halten die Veranstalteraktivitäten in dieser Hinsicht für schlecht oder sehr schlecht, nur ein knappes Viertel lässt dagegen an seiner Kette oder Kooperation kein gutes Haar.

Keine guten Noten für Veranstalter-Aktivitäten. Eine einzelne Veranstaltermarke, die die Vertriebspartner in diesem Punkt überzeugt, ist nicht zu erkennen. Zwar liegt Tui unter den abgefragten Marken vorn, besonders überzeugend ist ein Wert von acht Prozent der Umfrageteilnehmer, die den Marktführer dafür loben, aber nicht. Konkurrent Thomas Cook kommt auf sieben, DER Touristik und FTI auf fünf Prozent. 56 Prozent erklären, keines der Mitmach-Angebote der Veranstalter sei gut.

Christian Schmicke

Den vollständigen Artikel und mehr zum Thema Multichannel-Marketing lesen Sie in der neuen Ausgabe von "Reise vor9 Magazin"

02. Juni 2017 – 14:32
fabermichael

Der Social-Media-Experte und Reisebüroinhaber Michael Faber im Reise vor9 Magazin über die Nutzungsmöglichkeiten von Online- und Social-Media-Marketing im Reisebüro:

Welche Social-Media-Plattformen setzen Sie in Ihrem Reisebüro ein?

Faber: Am wichtigsten ist für uns Facebook. Dort haben wir eine Firmen-Website, aber noch wichtiger sind die persönlichen Profile, über die wir netzwerken und in denen wir auch Beiträge von der Firmenseite aufgreifen.

Und was treiben Sie dort?

Ein Schwerpunkt sind Berichte über persönliche Erlebnisse und Eindrücke, die wir bei unseren Reisen gewinnen und über Texte, Fotos und kurze Filme wiedergeben. Am besten funktionieren Multi-Foto-Posts, die werden sehr gerne geklickt. Außerdem platzieren wir auf Facebook auch Angebote; zum Beispiel zu Reisen die wir selbst auflegen und persönlich begleiten. Gewinnspiele sind ebenfalls ein gutes Mittel, um die Interaktion mit den Kunden zu steigern. Die Palette der Möglichkeiten ist groß, auch, weil sich Facebook selbst immer stärker für professionelle Nutzer öffnet.

Geben Sie Geld für Werbung auf Facebook aus?

Ja, klar. Dadurch lässt sich mit überschaubarem finanziellen Aufwand die Reichweite vervielfachen. Wenn man es mit dem Facebook-Marketing ernst meint, sollte man schon ein bisschen investieren.

Generieren Sie über Facebook-Marketing zusätzliche Buchungen?

Ja, da bin ich sicher. Allerdings lässt sich nicht zuverlässig messen, ob ein Kunde nun zu uns kommt, weil er einen Post von uns gelesen hat und dadurch an uns erinnert wurde, oder ob er das ohnehin vorhatte. Was wir aber sagen können, ist, dass wir auf diesem Wege viele Leute erreichen und auf uns aufmerksam machen, die wir sonst nicht erreichen würden. Und bei bestehenden Kunden gibt uns Facebook die Möglichkeit, viel häufiger mit ihnen in Kontakt zu treten als die zweieinhalb mal im Jahr, die ein Kunde üblicherweise ein Reisebüro besucht.

Konzentrieren Sie Ihre Facebook-Aktivitäten auf Ihr regionales Umfeld oder wollen Sie Ihr Einzugsgebiet damit auf das ganze Land ausweiten?
Wir konzentrieren uns in der Regel auf einen Radius von 30, maximal 40 Kilometern. Schließlich wollen wir erreichen, dass die Leute zu uns ins Reisebüro kommen.

Wie viel Zeit verbringen Sie mit Facebook-Aktivitäten?

Rund zweieinhalb Stunden in der Woche.

Das Gespräch führte Christian Schmicke

Das vollständige Interview und mehr zum Thema Multichannel-Marketing lesen Sie in der neuen Ausgabe von Reise vor9 Magazin

02. Juni 2017 – 14:03
atlantica-sensatori-hotel

Die mutmaßlichen Betrugsfälle, in denen britische Touristen Hoteliers wegen angeblicher Lebensmittelvergiftungen aufgrund verdorbenen Essens Schadenersatz abknöpfen wollen, sind in Spanien und Großbritannien seit Monaten ein Thema. Mittlerweile zieht die Betrugsmasche, an der britische Anwaltskanzleien kräftig mitverdienen, auch in anderen Ländern rund um das Mittelmeer ihre Kreise.

Doch nun reichte es offenbar einem Hotelier und er schlug zurück. Das Atlantica Sensatori Resort auf Kreta reagierte nach einem Bericht des Boulevard-Blattes "Daily Mail" mit einer Gegenklage auf ein britisches Ehepaar, das von dem Fünf-Stern-Haus 12.000 Euro Entschädigung haben wollte. Es fordert nun 210.000 Euro von den Klägern – wegen übler Nachrede. Auf der Basis mehrerer Facebook-Posts könne man nachweisen, dass die Eheleute ihren einwöchigen Aufenthalt, der im Oktober 2013 stattfand, in vollen Zügen genossen hätten. Zudem seien während des Urlaubs keinerlei Beschwerden des Paares eingegangen. Dieses hat mittlerweile einen Rückzieher gemacht und behauptet nun, einer betrügerischen Anwaltsfirma auf den Leim gegangen zu sein. Sie sei selbst schockiert, als sie die Gerichtsakte gesehen habe, wird die Ehefrau zitiert. Diese Beschuldigen habe sie nie vorgebracht. Das Paar habe Angst, sein Haus zu verlieren, schreibt die Zeitung. Es wolle seine Klage zurückziehen und hoffe, dass das Hotel dasselbe tue.

Christian Schmicke

02. Juni 2017 – 10:32
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"Beim Durcharbeiten sinken erwiesenermaßen sowohl Leistung als auch Konzentration", sagt Reisebüro-Trainerin Margit Heuser. Deshalb rät sie, am Counter "guten Gewissens Pausen zu machen". Nach 90 Minuten Arbeit seien zehn Minuten Pause fällig – am besten mit Bewegung und frischer Luft. Und in Stressphasen sollten es nicht weniger, sondern ruhig auch ein paar Minuten mehr sein. Richtige Pausen machten produktiver, förderten die Konzentration und minimierten Fehler am Arbeitsplatz, weiß Heuser. Auch die Denkleistung erhöhe sich durch Erholungsphasen – das hätten Forscher der University of Edinburgh herausgefunden: "Wer regelmäßig die Füße hochlegt, kann sich Dinge besser merken. Die Minipausen haben außerdem nachweislich einen motivierenden Effekt."

Sie selbst habe sich daher "fest vorgenommen, mehr und aktiviere Pausen während meiner anstrengenden Arbeitstage einzurichten". Sie stelle sich jetzt sogar den Wecker im Smartphone, der sie an die nächste Pause erinnere. "Es wirkt – ich bin abends nicht mehr so erledigt und kann auch noch etwas unternehmen", resümiert sie.

Natürlich sei es eine Herausforderung, dass Kunden im Büro seien und man nicht einfach wegspringen könne. Aber ein Beratungsgespräch solle ja möglichst nicht länger als 45 Minuten dauern, sonst werde es selbst dem Kunden zu lang beim Stillsitzen. Daher empfiehlt sie: "Führen Sie Termine mit den Kunden ein und Sie können den Stress mit den ständigen Laufkunden entzerren und immer wieder eine kleine Pause einlegen."

Für die Umsetzung der guten Vorsätze hält die Beraterin sieben Tipps parat:

– Mini-Entspannungsmomente schaffen: "Dreimal tief durchatmen geht bestimmt immer. Eine Atemübung hilft noch mehr. Ein großer Schluck Wasser auch. Dabei mal die Beine strecken und den Kopf in beide Richtungen sanft drehen. Das nennt man Stuhlgymnastik. Wenn kein Kunde in der Nähe ist können Sie auch mal die Arme strecken und die Hände ausschütteln.

– Unterbrechung: "Eine Tasse Kaffee – Tee darf es auch sein – oder noch besser Wasser trinken. Ein kleines Schwätzchen mit der Kollegin halten und dabei die Beine und Arme kräftig bewegen."

– Regelmäßige Überprüfung: "Wie lange sitzt Du schon in derselben unbequemen Haltung? Wie fühlt sich Dein Körper an? Wie geht es Deinem Nacken, dem Rücken, Deinem Kopf? Und wie fließt Deine Atmung?"

– Bewegung: "Schaffen Sie sich grundsätzlich einen Kontrast zu Ihrer normalen Sitzhaltung. Es gibt im Internet eine Menge Übungen, die für Entspannung am Arbeitsplatz sorgen."

– Einfach mal was anderes tun: "Wenn Sie eine anstrengende Beratung hatten oder ein aufwändiges Angebot geschrieben haben, gibt es manchmal fast so was wie eine Sehnsucht nach einer einfachen manuellen Tätigkeit. Da könnten Sie doch zwischendurch Getränke oder Kataloge auffüllen oder einfach nur Ihren Schreibtisch wieder in Ordnung bringen. Dabei möglichst im Stehen arbeiten."

– Frische Luft schnappen: "Es geht auch im Hinterhof, sofern es da frische Luft gibt. Atmen Sie kräftig durch und strecken Sie Ihre angespannten Glieder. Lassen Sie die Augen ohne bestimmte Ziele in die Ferne schweifen – das entspannt besonders dann, wenn Sie viel am PC arbeiten."

– Raus aus dem Haus: "Ein paar Minuten die Straße entlangschlendern, in andere Schaufenster schauen, die Leute beobachten oder (wenn es das gibt) auf einer Grünfläche spazieren gehen. Dabei kommen Sie schnell auf andere – oft sehr nützliche – Gedanken."

– Alle zusammen pausieren:  "Wenn ich als Counter-Trainerin unterwegs bin, besuche ich immer wieder Reisebüro-Teams, die zusammen Pause machen. Zum Beispiel bei einer täglichen gemeinsamen Imbiss. Hier wird Pause auch mit einem kleinen Gespräch verbunden."

01. Juni 2017 – 16:22
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Während British Airways und Iberia gerade die Einführung einer GDS-Gebühr angekündigt haben, treibt Lufthansa die Preisdifferenzierung zwischen den verschiedenen Vertriebskanälen weiter voran. Zukünftig wolle man "vermehrt Angebote lancieren, die ausschließlich, zeitlich begrenzt oder preislich günstiger über Direct Connect, austrian.com, brusselsairlines.com, lh.com, swiss.com und lhgroup-agent.com buchbar sind", erklärt die Airline. Dies könne zu "unterschiedlichen Verfügbarkeiten und zu unterschiedlichen Preisen in den verschiedenen Distributionskanälen führen". Reisebüros, die Direct Connect, lhgroup-agent.com, die Farelogix-eigenen Oberfläche SPRK oder andere direkte Kanäle nutzen, könnten "von dieser Angebotsdifferenzierung profitieren", wirbt Lufthansa.

Hinzu kommt eine Erhöhung der Kosten für die Buchung von Zusatzleistungen in den GDS. Vom 13. Juni an sind diese beim Light-Tarif auf Europa-Flügen fünf Euro teurer, wenn sie im GDS gebucht werden. Außerdem kostet das Hinzubuchen von Gepäck für internationale Flüge via GDS zehn Euro mehr. Auf innerdeutschen Flügen werden pro Koffer 20 Euro berechnet, im grenzüberschreitenden Verkehr sind 30 Euro fällig. Der Aufpreis für Sitzplatzreservierungen erhöht sich auf 15 Euro, Plätze mit mehr Beinfreiheit kosten via GDS 30 Euro Aufpreis.

Christian Schmicke

01. Juni 2017 – 15:48
amadeuszentrale

Der Europäische Verband der IT-Dienstleister und OTAs, ETTSA, fordert die EU auf, mit juristischen Mitteln gegen die GDS-Gebühr für Flugbuchungen bei British Airways und Iberia vorzugehen. In einem Beitrag für das britische Fachblatt Travel Weekly erklärt ETTSA-Generalsekretär Christoph Klenner: “Der Mechanismus einer Gebühr widerspricht den Prinzipien von Transparenz und Neutralität im Airline-Vertrieb, denen sich die EU verschrieben hat." Mit der Gebühr wollten die Airlines "Verbraucher von den Kanälen wegziehen, die sie in die Lage versetzen, Reiseangebote neutral zu vergleichen, und sie auf ihre eigenen Plattformen locken". Dagegen müsse die EU vorgehen, bevor es zu spät sei. Bei dieser Gelegenheit fordert Klenner auch gleich eine weitere Untersuchung ein, die klären soll, ob die Merger und Übernahmen im europäischen Airline-Geschäft "tatsächlich die versprochenen Verbesserungen für die Verbraucher bewirkt" hätten.

"Nicht im Interesse der Kunden." Auch der IT-Riese Amadeus, der zu den Mitgliedern des ETTSA zählt, macht keinen Hehl daraus, dass ihm die GDS-Charge nicht schmeckt. Diese sei "nicht im Interesse der Reisenden" insitiert das Unternehmen, und: "Amadeus ist der festen Überzeugung, dass weltweit gesehen der indirekte Vertrieb für alle Beteiligten die günstigste Lösung darstellt." Die Reisenden wollten "Konsistenz, Transparenz und Auswahl, und wir stellen das als Branche am besten zur Verfügung, indem wir alle Beteiligten mit allen Angeboten aus allen Kanälen verbinden und integrieren".

NDC-Lösung wird entwickelt. Gleichwohl bastelt Amadeus bereits an einer Lösung, um künftig NDC-basierte Angebote  über Schnittstellen in die Systeme zu integrieren und die Gebühr damit zu umgehen. Diese Möglichkeit hatten British Airways und Iberia explizit eingeräumt. "Wir sind zuversichtlich, eine Einigung zu erreichen, was die Integration NDC-basierter Angebote über die API angeht", heißt es aus der Amadeus-Zentrale in Madrid auf Nachfrage. Im Rahmen der New Distribution Capability wolle Amadeus "eine integrierte Lösung entwickeln, die auf breiter Front sowohl von Reisebüros als auch von Fluggesellschaften genutzt werden kann, um substanzielle und nachhaltige Ergebnisse zu generieren", erklärt der GDS-Betreiber weiter.

Zum Hintergrund: Der Flugdatenstandard NDC wurde vom Airline-Verband Iata und seinen Mitgliedern entwickelt. Er soll die eine verbesserte Darstellung und einfachere Buchung von Zusatzangeboten, wie beispielsweise Lounge-Zugang, In-flight-Entertainment, speziellen Menüs oder verschiedenen Gepäckarten ermöglichen. Außerdem wollen die Airlines Kunden damit individualisierte Angebote unterbreiten. Zudem gibt ihnen NDC die Möglichkeit, Angebote in den verschiedenen Vertriebskanälen unterschiedlich auszusteuern.

Christian Schmicke

01. Juni 2017 – 14:00
spanienmadridedificioespana

Die Hotelkette kauft das Edificio España an der Plaza España der spanischen Hauptstadt. Ursprünglich wollte Riu im Rahmen eines Joint Ventures mit der Grupo Baraka, die das Gebäude von dem chinesischen Konzern Wanda erwarb, nur 25 Prozent der Anteile übernehmen, nun geht es komplett an die Mallorquiner. 24 der insgesamt 27 Stockwerke des Gebäudes sollen zu einem Vier-Sterne-Hotel der Linie Riu Plaza mit 650 Zimmern umfunktioniert werden. Geplant sind zudem zwei Restaurants, ein Pool auf der Dachterrasse sowie 1.800 Meter Eventflächen. Um die Nutzung des übrigen Gebäudes mit 15.000 Quadratmetern Verkaufsfläche für Läden und Geschäfte will sich die spanische Grupo Baraka, kümmern.

Das Edificio España wurde von 1948 bis 1953 im Stil des Neobarocks gebaut und gehört zu den architektonischen Wahrzeichen Madrids. Mit einer Höhe von 117 Metern war es nach seiner Erbauung das höchste Gebäude Spanien. Der damals herrschende Diktator Francisco Franco wollte durch den imposanten Bau die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit seines Landes dokumentieren. Das Gebäude und speziell seine Fassade stehen unter Denkmalschutz.

Riu betreibt bislang sechs Stadthotels unter der Marke Riu Plaza. Das Haus in Madrid wird das erste Cityhotel der Kette in Spanien und das dritte in Europa, wo Riu bereits in Berlin und Dublin, vertreten ist.