04. Oktober 2017 – 16:27
knappmichaeltui

Der Marktführer will sich intensiver um den Austausch mit seinen Agenturen über Social Media kümmern und hat dafür eine eigene geschlossene Facebook-Gruppe ins Leben gerufen. In der Gruppe mit dem Namen "Smile2gether by Tui" posten Mitarbeiter aus dem Bereich Vertriebskommunikation aktuelle Infos zu Produktneuheiten, Buchungstechnik oder Updates in Krisensituationen. Hinzu kommen Posts zu Gewinnspielen und Pep-Angebote. Im Mittelpunkt solle neben der reinen Information vor allem der persönliche Austausch stehen, kündigt Tui-Vertriebsdirektor Michael Knapp an. Er sieht die neue Facebook-Gruppe als Teil einer vor gut einem Jahr gestarteten Vertriebsoffensive, die die Vertriebsaktivitäten der Tui unter einem gemeinsamen Dach bündeln soll.

Expedienten können sich unter www.facebook.com/groups/TUIsmile2gether registrieren, zugelassen sind alle Vertreter von Tui-Agenturen. Für die Registrierung benötigen sie ihre Agentur- und ihre Expedientennummer. Eine Alternative für das Support-Center stelle die Facebook-Gruppe nicht dar, betont das Unternehmen, Fragen zu einzelnen Vorgängen sollen weiterhin an das Support-Center gestellt werden.

 

03. Oktober 2017 – 16:33

Die Tripadvisor-Tochter Viator, über die Reisende Touren und Ausflüge buchen können, legt ein Programm für Reisebüros auf. Agenturen, die sich für das Programm registrieren, können für ihre Kunden direkt über die Website buchen und erhalten acht Prozent Provision. Nach eigener Darstellung hat Viator derzeit rund 70.000 Events und Ausflüge im Angebot. Außerdem werden über das Portal Tickets zu Sehenswürdigkeiten und Transfers vertrieben. Informieren und registrieren können sich interessierte Reisebüros hier.

 

03. Oktober 2017 – 14:07

Die Hotelkette, die unter anderem Marken wie Sofitel, Pulman, Novotel, Mercure und Ibis betreibt, hat angekündigt, für 100 Millionen Euro die Hotelreservierungsplattform Gekko zu übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung hätten beide Seiten unterschrieben, teilt Accor mit. Das auf Geschäftsreisekunden spezialisierte französische Unternehmen schafft derzeit für rund eine halbe Million Hotels eine Such- und Buchungsfunktion bei etwa 300 Firmenkunden und 14.000 Reisebüros. Bislang ist Gekko vor allem für Kunden in Frankreich, Belgien, Spanien und Portugal aktiv. Die aktuellen Chefs Stephane de Laforcade und Olivier Delouis sollen weiterhin an der Spitze des IT-Spezialisten bleiben und ihn „unabhängig“ betreiben, kündigt Accor-Strategiechef Thiebault Viort an. Gemeinsam wolle man am Aufbau eines "globalen Marktführers im B2b-Hotelvertrieb“ arbeiten. Der Deal muss noch von den Wettbewerbsbehörden abgesegnet werden.

 

03. Oktober 2017 – 12:51

Nach der Insolvenz des Berliner Reiseveranstalters JT Touristik hat die Kostenübernahmeerklärung der Insolvenzversicherung Generali gegenüber Hotels, Airlines und anderen Leistungsträgern die Lage in den Urlaubszielen leicht entspannt. Allerdings gilt diese Zusage zunächst nur für Abreisen bis zum 14. Oktober. In den vergangenen Tagen mussten viele Kunden von JT Touristik Hotels und Transfers vor Ort noch einmal bezahlen. Dies kommt nun offenbar nur noch vereinzelt vor.

„Gerade eben mit Ryanair in Málaga gelandet. Transfer läuft auch, denn ich sitze gerade im Bus und die Auskunft vom Hotel gestern war auch positiv“, schreibt etwa TommyWy im Holidaycheck-Forum. Nossii meldet aus Mallorca: „Vor Ort überraschenderweise keine Probleme. Transfer wurde zwar mit einer anderen Firma durchgeführt als angekündigt, aber kostenfrei und problemlos. Auch im Hotel soweit alles im grünen Bereich, keine Kosten...“

Unsicherheit bei Kunden weiter groß

Dennoch ist die Unsicherheit bei den Kunden weiter groß, vor allem unter denen, die ihren gebuchten Urlaub noch vor sich haben. JT Touristik hatte am Freitag erklärt, dass „alle JT Touristik-Reisen bis zum 31. Oktober 2017 (letzter Anreisetag) durch unseren Versicherungsschutz bei der Generali Versicherung gedeckt sind“.

Doch Reisegarant als „Abschlussagent und Abwicklungsstelle für die Kundengeldabsicherung der Generali Versicherung AG“ bestätigt etwas anderes: „Diese befristete Kostenübernahmeerklärung gilt zunächst lediglich für alle Reisen der JT Touristik GmbH mit Abreisedatum bis zum 14.10.2017“, heißt es in einem Schreiben, das JT auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat. Erst im Laufe dieser Woche werde entschieden, „ob diese befristete Kostenübernahmeerklärung auf Reisen, die bis zum 31.10.2017 angetreten werden sollen, ausgedehnt wird“.

Auch wie es mit der beantragten Insolvenz in Eigenverwaltung weitergeht, ist offen. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg hat eine Anfrage von Gloobi noch nicht beantwortet. Offenbar gibt es dort noch keine Entscheidung. Ob das Gericht schon einen Sachwalter bestellt hat, der die geplante Sanierung überwacht, ist nicht bekannt.

Betroffene Reisende müssen ihre Forderungen an die Europäische Reiseversicherung richten, die die Schadenfälle im Auftrag von Reisegarant und Generali bearbeitet.

01. Oktober 2017 – 18:15
taylor-jasmininhaberin-jt-touristikfoto-jt-touristik

 

Der Reiseveranstalter JT Touristik ist zahlungsunfähig und hat am Freitag in Berlin Insolvenz unter Eigenverwaltung angemeldet. Obwohl die Kundengelder bis Ende Oktober durch die verpflichtende Insolvenzversicherung  abgesichert sind, verlangen Urlaubshotels von ihren Gästen Bares. Zahlreichen Kunden berichten in sozialen Medien, dass Hotels sie vor die Wahl stellten, den Hotelpreis noch einmal zu bezahlen oder auszuziehen.

„Wir hatten die Wahl: Entweder den Hotelpreis noch einmal zahlen oder gar nicht erst Einchecken oder auf der Straße sitzen, Rückflug selbst organisieren“, berichtet ein Urlauber im Forum von Holidaycheck, der direkt nach seiner Landung in Dubai von der Insolvenznachricht überrascht wurde. Schon am Flughafen wunderte er sich, dass der gebuchte Transfer ausgeblieben war.

„Unsere Zimmerkarten waren schon gesperrt“

„Wir mussten den kompletten Preis nochmal zahlen, sonst müssten wir das Hotel verlassen“, schreibt ein anderer aus Belek. Ähnliche Berichte aus Teneriffa, Mallorca oder Ägypten, überall machen schockierte Urlauber offenbar die gleiche Erfahrung. „Wir sind in Ägypten seit 7 Tagen mit JT Touristik und haben noch 8 Tage hier. Uns ist dasselbe heute passiert. Unsere Zimmerkarten waren schon gesperrt. Wir haben etwas unter der Hälfte des Gesamtpreises bezahlt.“

Manch einer lässt es drauf ankommen: „Heute die Nachricht von Jtt an der Rezeption erfahren, es ist einer von Jtt gekommen, Jtt ist Insolvenz ich solle 1.150€ bezahlen.... Habe mich geweigert, 30 min. später kam die Frau die Zimmertüre öffnet nicht mehr. Ok es ist ernst, wir sind rausgeschmissen! Bin wieder zur Rezeption und habe 3 Tage selber bezahlt…“

Mehrkosten werden von Insolvenzversicherung erstattet

JT Touristik betont auf seiner Website, dass Reisen mit Abflug bis 31. Oktober durch den Versicherungsschutz bei der Generali Versicherung gedeckt seien. „Alle reisenden Kunden, die vor Ort mit Mehrkosten bei den bei JT Touristik vorab gebuchten Leistungen (z.B. Hotel, Flug oder Flughafentransfer) konfrontiert werden, bekommen diese Mehrkosten durch die Generali Versicherung nach Vorlage der Zahlungsbelege rückwirkend erstattet“, versichert JT Touristik auf seiner Webseite. Zu gebuchten Reisen ab 1. November äußert sich JT Touristik nicht.

Mit 350.000 Kunden und 180 Millionen Euro Umsatz pro Jahr zählt JT Touristik zu den größeren Reiseveranstaltern in Deutschland. Dabei handelt es sich um einen sogenannten X-Veranstalter, die ohne Katalog arbeiten und die Reisen erst bei der Buchung zusammenstellen. JT Touristik wurde 2009 von Selfmade-Frau Jasmin Taylor gegründet und ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

In den Reisebüros hatte JT Touristik bisher einen guten Stand. Rund 10.000 Reisebüros verkauften die Trips. Das könnte sich nun ändern, wenn die Agenturen ihre Provision für gebuchte Kunden verlieren sollten. Auch die Geldforderungen von Hotels gegenüber den Kunden bescheren Reisebüros erfahrungsgemäß viel Arbeit und Ärger.

Kein neuer Insolvenzversicherer gefunden

Auslöser für die beantragte Insolvenz in Eigenverwaltung ist die fehlende Insolvenzversicherung von JT Touristik an 1. November 2017. Der bisherige Kundengeldabsicherer Generali hatte schon im April vergangenen Jahres angekündigt, dieses Geschäftsfeld aufzugeben und alle Verträge zum 31. Oktober 2017 gekündigt. Seitdem sucht JT Touristik einen neuen Versicherer.

Die Generali-Wettbewerber hätten allerdings „Sicherheitsleistungen mit einem Volumen angesetzt, das von der JT Touristik GmbH in der geforderten Höhe nicht zu erbringen war“, heißt es in einer JT-Mitteilung. Doch ohne die damit verbundenen Sicherungsscheine darf kein Reiseveranstalter Kundengelder einfordern. Daher blieb nun offenbar nur der Weg in die Insolvenz.

Wie viele Kunden derzeit mit JT unterwegs und wie viele Buchungen insgesamt betroffen sind, ist nicht bekannt. JT Touristik will den Geschäftsbetrieb in Eigenregie und unter Aufsicht eines Sachverwalters fortführen. Dies schaffe Spielraum, um die „laufenden Verhandlungen mit größeren internationalen Investoren weiter zu führen“, so JT Touristik.

Thomas Hartung

 

28. September 2017 – 21:33

Singapur, London, Johannesburg, Melbourne, Washington – rund um den Globus sorgte eine Software-Panne von Amadeus heute für lange Warteschlangen am Check-in und verspätete Abflüge. Fluggäste von Lufthansa, Air France oder Qantas beschwerten sich im Social Media über stundenlange Verzögerungen, die sich bis in den Nachmittag hinzogen. Auch die Check-in-Automaten von Southwest in Washington funktionierten nicht:

Auslöser war der Zusammenbruch der Amadeus-Plattform Altea. Mit diesem System verarbeiten Airlines intern Reservierungen und wickeln das Check-in ab. Altea ist weltweit bei 125 Fluggesellschaften im Einsatz, darunter auch Lufthansa. Dort sei das System 45 Minuten offline gewesen, so der Kranich. Andere Airlines beklagen einen längeren Ausfall.

Wie viele Airlines und Passagiere von dem Ausfall betroffen waren, ließ sich gestern nicht klären. Fragen der Redaktion nach der Ursache und dem Ausmaß beantwortete Amadeus nicht. Von dem IT-Riesen gibt es nur ein dünnes Statement: "Am Morgen des 28. September 2017 war ein Netzwerk-Problem aufgetreten, das in einigen unserer Systeme zu einer Störung geführt hat. Als Folge davon gab es Störungen für unsere Kunden in bestimmten Services", heißt es darin. Mittlerweile liefen die Systeme "wieder im Normalbetrieb".

 

28. September 2017 – 16:15
ryanair3-b737-auf-dem-vorfeldfoto-ryanair

Ryanair-Chef Michael O’Leary ist das Scherzen über die Konkurrenz vergangen: Weil dem irischen Billigflieger das Personal fehlt, streicht Ryanair von November bis März weitere 18.000 Flüge. Ein Engpass bei den Piloten hatte bereits 2.100 Annullierungen bis Ende Oktober verursacht.

Für viele Verbindungen gebe es heute „zero Bookings“, spielt Ryanair die neuerliche Ausdünnung des Flugplans herunter. Dennoch sind von den Flugstreichungen rund 400.000 gebuchte Passagiere betroffen. Sie bekommen ihr Geld zurück oder können auf einen anderen Flug umbuchen, so Ryanair. Zusätzlich hätten sie eine Flug-Voucher erhalten.

Dem Streichkonzert im Winterflugplan fallen 34 Ryanair-Strecken zum Opfer. Darunter sind auch acht Verbindungen von Deutschland ins Ausland und die einzige innerdeutsche Strecke von Ryanair. Im Einzelnen sind dies:

Baden-Baden – Trapani
Berlin – Köln
Frankfurt – Trapani
Hamburg – Edinburgh
Hamburg – Kattowitz
Hamburg – Oslo
Hamburg – Thessaloniki
Hamburg  – Venedig
Memmingen – Sofia

Grund für das Dilemma sind offenbar erhebliche Personalprobleme. Ryanair dementiert zwar einen Aderlass an Piloten und auch, dass die Airline generell zu wenige Flugzeugführer habe. Doch das erscheint wenig glaubwürdig. Immerhin bleiben im Winter 25 Flugzeuge am Boden, weil es niemanden gibt, der sie steuern könnte. Laut Ryanair hätten in diesem Jahr 250 Piloten die Airline verlassen. In der Branche wird jedoch über deutlich mehr Abgänge spekuliert.

Anfangs schob Ryanair-Boss Michael O’Leary wie gewohnt die Schuld auf die anderen. Überfüllter Luftraum oder volle Flughäfen seien der Grund. Zudem versuchte er, die Annullierungen als Pünktlichkeitsoffensive zu verkaufen. Doch beides entpuppt sich beim Blick auf die Liste der gestrichenen Flüge als schwer vorstellbar.

Thomas Hartung

27. September 2017 – 16:57
kluske-huberttui-deutschlandchief-commercial-officerfoto-tui-deutschland

Noch eine Verstärkung aus dem Telefon-Business: Hubert Kluske wird am 1. Februar Chief Commercial Officer (CCO) von Tui Deutschland und damit für Vertrieb und Marketing im Heimatmarkt verantwortlich. Der 47-Jährige tritt gleichzeitig in die Geschäftsführung von Tui Deutschland ein.

Bislang leitet Marek Andryszak Marketing und Vertrieb von Tui Deutschland. Er will sich jedoch „voll und ganz“ auf seine Rolle als CEO konzentrieren. „Ich freue mich, mit Hubert Kluske einen Experten an meiner Seite zu haben, der ein ausgewiesener Vertriebsprofi ist und über langjährige Erfahrungen in vielschichtigen Vertriebsorganisationen verfügt.“

Kluske ist seit 2009 Geschäftsführer der Mobilcom-Debitel Shops und verantwortet auch den gesamten Flächenvertrieb mit eigenen Läden, Franchisepartnern und hunderten von Vertriebspartnern aus dem Fachhandel. „Insbesondere mit Multichannel-Strategien hat Hubert Kluske umfassende Erfahrungen gesammelt“, betont Tui.

Einen Wechsel gibt es auch im Finanzressort von Tui Deutschland. Der 42-jährige Mathies Kiep kommt von der AG und wird am 1. November neuer CFO. Der bisherige Finanzchef Arnd Duse verlässt das Unternehmen.

27. September 2017 – 14:47
aida-lunaluftaufnahme-karibikfoto-aida-cruises

Weil die beiden Hurrikans „Irma“ und „Maria“ in der östlichen Karibik große Schäden angerichtet haben, ändert Deutschlands größter Kreuzfahrtanbieter, Aida Cruises, seinen Kurs. Alle drei Aida-Schiffe, die im Winter in der Karibik im Einsatz sind, werden für die gesamte Wintersaison umgeroutet. Zusammen mehr als 60 Kreuzfahrten bis Ende März.

Die „Aida Luna“, die von La Romana in der Dominikanischen Republik und Montego Bay auf Jamaika startet, ersetzt St. Maarten durch Antigua, Guadeloupe, die Turks- und Caicoinseln oder St. Kitts. Auf einigen Fahrten gehen die Passagiere, statt auf See zu bleiben, zusätzlich auf Catalina Island und  Samaná in der Dominikanischen Republik an Land.

Die „Aida Mar“, die neben der Karibik Mittelamerika erkundet, streicht die Britischen Jungferninseln und St. Maarten. Dafür gibt es Stopps auf St. Kitts, Guadeloupe und Martinique.

Die „Aida Diva“ lässt auf ihren Kreuzfahrten durch die Kleinen Antillen die heftig gebeutelte Insel Dominica und Grenada aus. Stattdessen nimmt das Schiff Kurs auf Barbados, St. Lucia, St. Kitts und Martinique.

Betroffene Reisebüros und Kunden werden von Aida Cruises informiert. Kreuzfahrer mit bereits gebuchten Landausflügen auf den gestrichenen Inseln, erhalten ihr Geld zurück. Die neuen Routen der Aida-Schiffe stehen auf der Website von Aida Cruises.

 

26. September 2017 – 22:10
turner-grahamceo-und-gruender-flight-centrefoto-flight-centre

Beinahe monatlich schluckt die Flight Centre Travel Group aus Down Under Reisebüros rund um den Globus. Doch wer steckt eigentlich dahinter? Graham Turner ist einer der reichsten Männer Australiens. Das Business-Magazin „Forbes“ taxierte sein Vermögen auf umgerechnet rund eine halbe Milliarde Euro. So viel kann man offenbar im Reisevertrieb verdienen.

Turners Aufstieg begann vor über 40 Jahren. In London kam ihm die Idee, günstige Europa-Touren mit Doppeldeckerbussen anzubieten. Die Marke „Topdeck Travel“ für junge Leute gibt es heute noch. Doch Anfang der 80er Jahre zog es Turner zurück nach Australien. Er gründete in Brisbane einen Shop für Billigtickets. Das war die Geburtsstunde von Flight Centre.

Globales Reisebüro mit Milliarden-Umsätzen

Heute ist aus den Flight Shops ein riesiger Reisekonzern geworden, der in allen Nischen Reisen verkauft und dessen Aktien an der australischen Börse gehandelt werden. Die Flight Centre Travel Group (FCTG) weist einen Umsatz von rund 13 Milliarden Euro aus.

Und die Gruppe expandiert weiter. „Die Flight Centre Travel Group baut ihr weltweites Netzwerk weiter aus“, kündigt Turner im Geschäftsbericht weitere Zukäufe an. Die Zahl der Standorte rund um den Globus nähert sich der Zahl 3.000 und schon jetzt arbeiten mehr als 20.000 Beschäftigte für Flight Centre.

Ein Blumenstrauß an Marken

In Deutschland kennt man Flight Centre unter diesem Namen noch nicht, obwohl die Gruppe seit elf Jahren durch ihre Geschäftsreisesparte FCM Travel Solution präsent ist. Noch ist DER Touristik exklusiver Franchisenehmer und Statthalter der Australier in Deutschland. Doch diese Partnerschaft endet zum Jahreswechsel und FCM wird selbst aktiv.

Keimzelle für das Firmengeschäft wird Opodo Corporate, das die Flight-Centre-Gruppe von Edreams Odigeo übernommen hat. Das Berliner Büro firmiert künftig unter FCM Germany. „Wir sehen großes Potenzial für FCM im deutschen Reisemarkt“, sagt Marcus Eklund, Global General Manager von FCM Travel Solutions. Das Berliner Team soll umziehen und zunächst auf 50 Mitarbeiter anwachsen. Eklund will außerdem Standorte in Frankfurt und München eröffnen.

Sechs Zukäufe in sechs Wochen

Die Flight-Centre-Gruppe ist weltweit auf Einkaufstour. Zuletzt verkündeten die Australier die Übernahme von einem halben Dutzend Firmen. In Kanada kaufte FCTG das auf Luxusreisen, Business Travel und Veranstaltungen spezialisierte Reisebüro Les Voyage du Vallon mit Sitz in Quebec-City.

In Neuseeland schlug die Gruppe gleich zweimal zu, beim größten unabhängigen Geschäftsreisebüro, Executive Travel Group, und dem touristischen Netzwerk, der Travel Managers Group, die aus rund 180 mobilen Reiseverkäufern und 22 stationären Büros besteht. In Sydney schnappte sich Flight Centre die Organisation Travel Partners, ein Netzwerk von Reiseverkäufern, die von zu Hause aus arbeiten und knapp 50 Millionen Euro umsetzen.

Vom stationären Reisebüro überzeugt

Der Flight-Centre-Gründer glaubt nicht, dass das Internet die Reiseverkäufer ersetzen wird. Die Leute wollten mit einem Profi über ihre Pläne reden und sich beraten lassen. Sie erwarten eine persönliche Empfehlung, und die könne es online nicht geben. Deshalb werde er weitere Shops eröffnen. Darunter sogenannte Hyperstores in New York, Los Angeles, London oder Abu Dhabi.

In Deutschland steckt die Flight Centre Travel Group zwar noch in den Kinderschuhen. Doch Deutschland ist als einer der Schlüsselmärkte identifiziert. Mit FCM in Berlin entwickelt sich ein erstes Standbein. Doch dabei dürfte es nicht bleiben.

Die ganze Flight-Centre-Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins.