30. August 2016 – 15:12
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Dass die türkische Touristik unter den politischen Entwicklungen im Land leidet, ist mittlerweile allgemein bekannt. Wie dramatisch die Entwicklung für die Hotellerie des Landes ist, belegen indes aktuelle Zahlen des Hotelverbandes Türob. Demnach sank die Auslastung der Hotels in Istanbul im Juli gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent und bewegt sich nun um die 37-Prozent-Marke. Zudem hat ein starker Preisverfall eingesetzt. Die Tarife fielen um ein Drittel pro Zimmer und Nacht auf durchschnittlich 89 Euro. Damit kommmt für die Hoteliers ein um 60 Prozent geringerer Ertrag pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) zusammen.

In Antalya haben inländische Touristen den Absturz ein wenig gemildert. Immerhin 60 Prozent der Betten waren im Hochsaison-Monat Juli belegt; ein Fünftel weniger als 2015. Die durchschnittlichen Zimmerpreise sind um rund ein Viertel auf 140 Euro pro Nacht zurückgegangen.

30. August 2016 – 12:46
spanienmallorcapuigmajor-foto-wikipedia

Weil auf der Baleareninsel in diesem Jahr starke Trockenheit und eine Rekordbesucherzahl zusammenfallen, verschärfen sich die Probleme mit der Trinkwassergewinnung Die Grundwasserreserven seien so gering wie seit 2006 nicht mehr, berichtet die Tageszeitung "Ultima Hora". Insgesamt seien die Wasserspeicher nur zu 44 Prozent ihres Volumens gefüllt. Vor zehn Jahren habe der Füllstand noch 48 Prozent betragen. Noch dramatischer ist die Lage in den Stauseen des Tramuntana-Gebirges, die nur noch zu einem Drittel gefüllt sind. Vor Jahresfrist waren sie noch halb voll. Einige Orte im Gebirge, die nicht an das Leitungsnetz angeschlossen sind, müssen seit Wochen mit Tanklastwagen beliefert werden, weil die Brunnen kein Wasser mehr hergeben.

Zugleich sind so viele Besucher auf die Balearen gereist wie nie zuvor. 7,36 Millionen ausländische Gäste in den ersten sieben Monaten des Jahres markieren nach der amtlichen Statistik einen Zuwachs von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im Juli bevölkerten knapp 2,4 Millionen Auslandsgäste die Inselgruppe, und damit 11,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 29 Prozent der Touristen kommen aus Deutschland.

Mit der Gästezahl steigt auch der Wasserverbrauch. So seien in Palma de Mallorca im Juli 3,2 Prozent mehr Wasser verbraucht worden als im Vorjahr, und in der ersten August-Hälfte sogar 11,7 Prozent, berichten die örtlichen Versorgungswerke Emaya. Der vorhandene Bedarf ist nur noch mit Hilfe von Meerwasserentsalzungsanlagen zu decken, die derzeit unter Volllast laufen. Mehr als ein Drittel des verbrauchten Wassers stammte im Juli aus den drei Entsalzungsanlagen in Palma, Andratx und Alcúdia. Die Gewinnung des zusätzlichen Trinkwassers kostete Emaya von Januar bis Juli bereits 5,5 Millionen Euro - rund 8,6 Millionen dürften es bis zum Jahresende werden. Weitere Zusatzkosten gehen auf das Konto von Steuervergünstigungen und Zuschüssen für Futtermittelzukäufe in der stark betroffenen Landwirtschaft.

In den Touristenhochburgen der Insel ist von dem Wassermangel nichts zu spüren. Zudem ist er kein neues Phänomen. Schon in den 90er Jahren musste Mallorca bisweilen durch Tankschiffe mit Wasser versorgt werden. Doch natürlich lässt die aktuelle Situation Diskussionen darüber aufflammen, wie dem Problem beizukommen ist. Kurzfristige Maßnahmen beziehen sich auf Einsparungen bei der Straßenreinigung, der Bewässerung von Gärten, dem Befüllen von Pools oder öffentlichen Strandduschen, sowie auf die Sanierung des löchrigen Leitungsnetzes. Nach Informationen der "Mallorca Zeitung" soll der Anteil des Wassers, der im Leitungsnetz verloren geht, zuletzt 26 Prozent betragen haben. Zudem werde beispielsweise über den Ausbau des inselweiten Leitungsnetzes Richtung Nordküste, aber auch über den möglichen Bau lokaler Entsalzungsanlagen diskutiert.

Auf das Konto von Urlaubern geht ein erheblicher Anteil des Wasserverbrauchs. Laut Emaya verbraucht ein Einwohner Mallorcas pro Tag im Schnitt 119 Liter, ein Tourist dagegen 278 Liter. Der Hotellerieverband FEHM verweist allerdings darauf, dass die Hoteliers seit Jahren an Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs arbeiteten. Mit Erfolg: so sei der Wasserverbrauch pro Gast und Aufenthalt innerhalb eines Jahres auf den Balearen um 20 Prozent und auf Mallorca sogar um 26 Prozent zurückgegangen.

29. August 2016 – 12:14
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Paul Schwaiger leitet ab September als Commercial Director Continental das Kurz- und Mittelstreckengeschäft der Condor und ihrer Schwesterairline Thomas Cook Airlines Belgium. Tammo Gause, der Schwaigers neue Position bislang innehatte, wechselt nach zwölf Jahren bei Condor zurück in den Veranstalterbereich von Thomas Cook. Zum 1. November übernimmt er als Head of Flight Yield & Purchasing für Thomas Cook Central Europe den Flugeinkauf und das Yield-Management der Veranstaltermarken.

Der 62-jährige Schwaiger arbeitete zuletzt auf Projektbasis für Lufthansa. Zuvor hat er 15 Jahre lang als Geschäftsführer das deutsch-türkische Joint-Venture Sun Express aufgebaut. Auch Condor findet sich in der Liste seiner früheren Arbeitgeber. Von 1996 bis zur Einstellung der Marke im Jahr 2000 war der Luftverkehrskaufmann Geschäftsführer des Veranstalters Fischer Reisen, den die Ferienfluggesellschaft übernommen hatte.

27. August 2016 – 16:16
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Der Deutsche Reiseverband macht einen Rückzieher und streicht seinen Kongress in Kusadasi nur acht Wochen vor dem Termin. "Grund sind die Anmeldezahlen zur diesjährigen DRV-Jahrestagung, die seit einigen Wochen stark rückläufig sind", begründet die Branchenvertretung ihre Entscheidung. Wegen der anstehenden Vorstandswahlen und der "notwendigen demokratischen Legitimation" tagt der DRV stattdessen in Berlin. Am Termin vom 27. bis 29. Oktober soll sich nichts ändern. Die Tagungs-Location ist noch nicht bekannt.

"Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagt Verbandspräsident Norbert Fiebig nach der Diskussion im Vorstand. Tatsächlich waren auch die Mitglieder in dieser Frage gespalten. Prominente und weniger prominente Mitglieder forderten offen die Absage der Tagung, andere wollten unbedingt daran festhalten, aus Solidarität mit türkischen Partner und – hinter vorgehaltener Hand – auch aus Furcht, dass eine Absage das Last-Minute-Geschäft zusätzlich belaste. Jetzt ist die Hauptsaison gelaufen.

Offenbar waren es keine Sicherheitsbedenken, die die DRV-Mitglieder von Kusadasi fernhielten und für Stornos sorgten. Vielmehr schreckte die Politik von Staatspräsident Erdogan, seine "Säuberungen" nach dem gescheiterten Putschversuch und seine verbalen Angriffe gegen Deutschland und Europa ab. Dies thematisiert der DRV jedoch nicht, schließlich soll die Tagung nun 2018 in Kusadasi stattfinden.

27. August 2016 – 16:14
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Nach siebenjährigem Gastspiel im Bereich Mietwagen und Carsharing kehrt Roland Keppler zu Tuifly zurück. Dort ist der 52-Jährige als Mitglied der Geschäftsführung für den kommerziellen Bereich verantwortlich. Zudem zieht er in das Central Region Board ein, das von Tui-Deutschland-Chef Sebastian Ebel geführt wird. Co-Geschäftsführer Jochen Büntgen, der diesen Bereich nach dem Weggang von Dieter Nirschl im Mai kommissarisch leitete, soll sich wieder auf Operations konzentrieren.

Der Wirtschaftsingenieur Keppler war ab 2005 Chef von HLX. Nach der Zusammenlegung von HLX und Hapagfly zu Tuifly im Frühjahr 2007 übernahm er die Bereiche Airlines und Neue Medien und wurde Mitglied der Geschäftsführung von TUI Deutschland. 2009 wechselte Keppler als Deutschland-Chef zur Europcar Autovermietung, 2012 wurde er CEO der gesamten Europcar-Gruppe. Seit 2014 ist er Geschäftsführer der Daimler-Carsharing-Tochter Car2go.

25. August 2016 – 17:32
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Noch ein Branchenpromi, der sich von der DRV-Jahrestagung in Kusadasi verabschieden will: Walter Krombach, Chef der Willy-Scharnow-Stiftung und langjähriger Ameropa-Chef, plant, seine Teilnahme aus Angst vor Schikane wieder absagen. Seit Wochen kritisiert er öffentlich auf seiner Facebook-Seite Staatspräsident Erdogan und seine Politik. "Ich habe deshalb die Sorge, auf irgendeiner Verhaftungsliste zu stehen, die mir entweder die Einreise verwehrt oder mich an der Ausreise hindern könnte. Darauf habe ich keine Lust." Krombach war selbst Vorstandsmitglied des Deutschen Reiseverbandes.

Offenbar gibt es zunehmend Absagen für die Tagung Ende Oktober in Kusadasi. Zuletzt war die Rede von nur noch 300 Anmeldungen für die DRV-Jahrestagung, mit weiter rückläufiger Tendenz. Vergangenes Jahr flogen immerhin 800 Touristiker zu dem Event nach Lissabon. Der DRV will nächste Woche entscheiden, ob der Kongress in der Türkei stattfindet oder nicht. Alle Zeichen deuten aber darauf hin, dass die Tagung gekippt wird. Darauf warten auch einige angemeldete Teilnehmer, die nur deshalb noch nicht storniert haben, weil sie sonst Stornokosten zahlen müssten.

24. August 2016 – 16:55
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So viel Einigkeit herrscht selten: Gleich neun Verbände der Tourismusbranche haben gemeinsam einen Blauen Brief an Justizminister Heiko Maas geschrieben und darin den Referentenentwurf für die neue Pauschalreiserichtlinie zerrissen. "Der Entwurf ist geeignet Wirtschaftsgeschichte zu schreiben, weil er die Existenz unter anderem von Hotels und Pensionen, Ferienwohnungsvermietern, der Campingwirtschaft, Reisebüros und Reiseveranstaltern, Busunternehmen und regionalen und kommunalen Tourismusorganisationen gefährdet", formulieren die Organisationen.

Sollte das Gesetz in der jetzigen Fassung umgesetzt werden, führt es nach Ansicht der Tourismuswirtschaft "zu gehäuften Marktaustritten und so zu einer nachhaltigen Schädigung der in Europa einzigartigen und vielfältigen Angebotsstruktur". Die Verbände kritisieren zudem die "Fülle schwammiger und schlicht unverständlicher Vorschriften". Das Gesetz sei praxisuntauglich und werde zu wesentlichen Einschränkungen des touristischen Angebots in Deutschland führen.

Unter anderem fordern die Verbände "eine praxistaugliche Definition des Begriffes der Pauschalreise", die "Herausnahme von Einzelleistungen aus dem Referentenentwurf" und eine Definition der „verbundenen Reiseleistungen“, die sicherstellt, dass Vermittler verschiedener Reiseleistungen egal ob stationär oder online nicht selbst zum Reiseveranstalter werden.

Neben dem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) haben folgende Organisationen unterschrieben: Allianz Selbständiger Reiseunternehmen (ASR), Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Deutscher Reiseverband (DRV), Deutscher Tourismusverband (DTV), Hotelverband Deutschland (IHA) und Internationaler Bustouristik Verband (RDA). Ob Maas sich davon beeindrucken lässt, wird sich zeigen.

asr Allianz selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), der Deutsche ReiseVerband (DRV), der Deutscher Tourismusverband (DTV), der Hotelverband Deutschland (IHA), der Internationale Bustouristik Verband (RDA)
23. August 2016 – 17:34
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Mit gleich vier Tools will die IT-Schmiede Ziel Reisebüros Arbeit abnehmen und deren Kundenservice verbessern. Dazu haben Chef Gerd Laatz und seine Programmierer den "Checker" entwickelt, den alle Agenturen bis zum Jahresende kostenlos probieren können, nicht nur die Anwender der Ziel-Backoffice-Software Synccess.

Emergency: Hilft bei Krisen, den Überblick zu behalten, welcher Kunde gerade wo ist oder bald fliegt. Dies können Reisebüros zu jedem Zielgebiet und Datum einfach abfragen und ihre Kunden kontaktieren. Die Reisedaten zieht sich der Checker aus den unterschiedlichen Reservierungssystemen, nachdem die Reisebüros den Zugriff erlaubt haben. Der Emergency Checker hilft auch, Umsatz zu sichern. Bieten Veranstalter etwa kostenlose Umbuchungen an, wie zum Beispiel nach dem Putschversuch in der Türkei, werden diese Option ebenfalls in der Liste angezeigt und die nächsten Schritte dokumentiert.

Optionen: Vergessene Optionsbuchungen kosten mitunter viel Geld, wenn Reisebüros deshalb Stornokosten zahlen müssen. Das Tool warnt rechtzeitig, zeigt an, was noch am jeweiligen Tag gebucht oder storniert werden muss. Auch hier laufen die Daten übergreifend aus verschiedenen Buchungssystemen in einer Liste zusammen.

Flugzeiten: Das Tool fragt automatisiert Flugzeiten in den Veranstalter- und Airline-Systemen ab. Reisebüros können ihre Kunden proaktiv informieren und dies auch dokumentieren. Außerdem zeigt der Flugzeiten Checker Verspätungen an, für die Kunden im Nachhinein eine Entschädigung zusteht. Auf Kundenwunsch kümmert sich Partner Passengers Friend dann um den Fall.

Multimedia: Damit fügt Ziel die Kommunikation eines Reisebüros wie News, Mails, Messenger und Social-Media-Posts auf einer Seite zusammen. Statt vieler Fenster und Log-ins müssen sie nur eins öffnen.

Alle vier Anwendungen gibt es ab sofort einzeln oder im Paket. "Der Checker ist ein eigenständiges Produkt", sagt Ziel-Geschäftsführer Laatz. "Wir automatisieren damit Dinge, die Reisebüros sonst auch machen könnten." Allerdings mit deutlich höherem Aufwand. "Wir wollen nun testen, wie der Checker in den Reisebüros ankommt und sind gespannt auf das Feedback." Deshalb hält er sich mit dem endgültigen Preis nach der Gratisphase auch noch zurück.

22. August 2016 – 15:47
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Beim Last-Minute-Marktführer L'tur kündigt sich das Ende einer Ära an. "Ich bin Aufsichtsratsvorsitzender und ich überlege mir, ob ich das noch weitermache", sagt Gründer Karlheinz Kögel im Exklusiv-Interview mit dem "Reise vor9 Magazin", das in der September-Ausgabe erschienen ist. Den Gedanken ans Aufhören habe er schon länger. Kögel wird im Dezember 70. Aber: "Es geht auch darum, wie sehr man sich da noch einbringen kann. Es ist viel fremdbestimmt."

Kögel hatte L'tur 1987 gegründet und damit eine neue Urlaubsform erfunden. 1997 stieg die TUI zunächst mit 25 Prozent ein, mittlerweile hält sie 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent gehören noch Kögel. Doch auch hier denkt er an den Ausstieg: "Wie ich schon sagte, man überlegt sich im Alter, ob man das weitermacht."

Sie kennen das "Reise vor9 Magazin" noch nicht? Hier gibt's Ihr persönliches Exemplar: www.reisevor9magazin.de

22. August 2016 – 14:53
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Ursprünglich hatte Norwegian Cruise Line im nächsten Jahr 19 Abfahrten mit der "Jade" von der Hansestadt vorgesehen. Jetzt sind nur noch sechs Kreuzfahrten ab Hamburg geplant. Grund für das Umrouten ist offenbar, dass die Hamburg-Törns bei Amerikanern nicht so gut ankommen, die immerhin die Hälfte der Kreuzfahrer stellen.

Man habe die Routen der Nachfrage angepasst und konzentriere sich nun auf jeweils nur einen Zustiegshafen. Ursprünglich waren Hamburg und Southampton geplant. Jetzt heißt es entweder oder. So lichtet die Norwegian Jade nun im nächsten Sommer öfter in Southampton die Anker. Acht Törns werden auf der britischen Insel Richtung Norden starten.