23. Februar 2017 – 17:42
sawiris

Die Familie Sawiris ist in Ägypten eine große Nummer. Während der in der Touristik bekannte Samih Sawiris sein Geld mit der Entwicklung großer Immobilien-, Städtebau- und Hotelprojekte verdient, ist Bruder Naguib Sawiris mit der Telekommunikation reich geworden. Ein weiterer Bruder, Nassef, sitzt im Vorstand des französischen Bauunternehmens Lafarge Holcim. Naguib und Samih haben gemeinsam, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und sich gerne auch zu Themen außerhalb ihres Geschäftsbereiches äußern. Und ebendies könnte die Online-Bildredaktion der staatlichen ägyptischen Zeitung Al Ahram in die Verwirrung getrieben haben. Sie berichtete, dass Naguib aus der von ihm selbst 2011 mitgegründeten "Partei freier Ägypter" nach internen Machtkämpfen ausgeschlossen worden sei. Ein darüber montiertes Foto zeigt allerdings Samih, was auch die Bildunterschrift nicht verschweigt. Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens die Partei den Richtigen über seinen Ausschluss in Kenntnis gesetzt hat.

23. Februar 2017 – 16:48
reisepass-uv

Dann erhalten Bundesbürger das Dokument in einer modernisierten Version. Die neue Reisepassgeneration arbeitet lauf Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit "modernsten Materialien und zeitgemäßen Sicherheitsmerkmalen". Die bisherige Hardcover-Passdecke wird durch eine kleinere, flexiblere Passdecke ersetzt. Vorder- und Rückseite zeigen verschiedene Prägungen. Neu ist eine Passkarte aus Polycarbonat mit eingebettetem Sicherheitsfaden, der mit der Dokumentennummer sowie dem Namen des Reisepassinhabers beschriftet ist und vor Fälschungen schützen soll. Neu sind auch ein integriertes Fenster mit Linsenstruktur und das Bild des Reisepassinhabers auf der Titelseite. Geplant ist, die neue Version in sieben Varianten auszugeben: mit 32 Seiten oder auf Wunsch für Vielreisende mit 48 Seiten, zudem als Diplomaten- oder Dienstpass sowie als Reiseausweis für Staatenlose, Flüchtlinge und Ausländer.

Die Gebühr für das Papier wird von 59 Euro auf 60 Euro aufgerundet. Menschen, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zahlen weiterhin 37,50 Euro. Aktuelle Reisepässe behalten ihre Gültigkeit bis zum Ablauf des jeweiligen, auf der Passkarte angegebenen Gültigkeitsdatums.

22. Februar 2017 – 17:50

Der Verband versucht zur Abwechslung mal, mit anderen Themen als internen Querelen Schlagzeilen zu machen. Dabei besinnt er sich auf seine Rolle als Unternehmerverband. Gemeinsam mit elf anderen Verbänden innerhalb des "Bundes der Selbststständigen Deutschland“ hat er ein Forderungspapier verfasst, in dem er sich gegen die geplante Einbeziehung Selbstständiger in die Rentenversicherungspflicht wendet. Zusammengefasst argumentiert das Papier, eine Pflichtversicherung für Selbstständige erhöhe nur die Hürden für den Einstieg ins Unternehmertum, ohne die bestehenden Probleme der Rentenversicherung zu lösen.

Zudem sei keineswegs belegt, dass bei Selbständigen im Alter eine erhöhte Armutsquote bestehe. Vielmehr lasse sich anhand von Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft "nachweisen, dass mehr als vier mal so viele Angestellte, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, im Alter vermögenslos sind, wie Selbstständige, die ihre Altersvorsorge selbst in die Hand genommen haben“. Für Selbstständige müsse es neben der Rentenversicherung ein Wahlrecht zur Einzahlung auch in andere, privatwirtschaftlich organisierte Altersvorsorgeangebote geben, fordern die Verbände. Dabei sei es wichtig, dass Unternehmer die Möglichkeit hätten, ihre Vorsorgebeiträge in Krisenzeiten zu senken um die daraus resultierenden Ausfälle bei guter Konjunktur wieder zu kompensieren. Da Selbstständige, anders als Arbeitnehmer, ihre Krankenversicherung und Altersvorsorge alleine finanzieren müssten, sollten sie von der verpflichtenden Altersvorsorge ausgenommen werden, wenn sie ausreichende Eigenvorsorge oder Vermögen nachweisen könnten, heißt es in dem Papier.

Es gebe nur einen Grund, um Selbständige zur Zahlung in die gesetzliche Rentenversicherung zu verpflichten, schreibt die Verbände-Allianz weiter: „Die Umstellung auf eine gesamtgesellschaftliche solidarische Rentenversicherung, unter Einbeziehung aller anderen bisher nicht verpflichteten Berufsgruppen, einschließlich der Beamten und Abgeordneten.“ Eine solche grundsätzliche Reform sei allerdings derzeit nicht in Sicht. Favorisieren würde der Unternehmerverbund ein dreistufiges Modell wie in der Schweiz, das neben einer Pflichtversicherung für die Grundversorgung betriebliche Vorsorge und private Maßnahmen für höhere Ansprüche umfasst.

22. Februar 2017 – 16:59
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31,1 Millionen Übernachtungen für 2016 bedeuten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,7 Prozent. Die Gesamtzahl der Gäste stieg um 2,9 Prozent auf 12,7 Millionen, die der ausländischen Besucher um 3,7 Prozent auf gut fünf Millionen. Damit nimmt die touristische Nachfrage für die Bundeshauptstadt zwar weiter zu. Doch das Wachstum vollzieht sich vor allem bei ausländischen Besuchern längst nicht mehr so rasant wie in den Vorjahren. Die internationalen Gäste sorgten 2015 noch für eine Zunahme der Übernachtungen um gut neun Prozent, während die Ankünfte um knapp acht Prozent zulegten.

Deutlich an Beliebtheit gewonnen hat Berlin 2016 bei Spaniern (+13,9%), Briten (+9,2%) und Franzosen (+7,9%). Dagegen stagnierten die Einreisen aus den USA; Quellmärkte wie Schweden (-3,7%) die Schweiz (-2,4%) und die Niederlande (-1,9%) verzeichneten sogar eine rückläufige Tendenz.

Besser als Berlin schlug sich im vergangenen Jahr Hamburg. Insgesamt 6,6 Millionen Gäste sorgten im Jahr 2016 für 13,3 Millionen Übernachtungen. Das entspricht einem Zuwachs von 5,5 Prozent.

22. Februar 2017 – 14:00
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Getrennte Bezahlvorgänge bei der Vermittlung verbundener Reiseleistungen bedeuten das Aus dieses Geschäfts, ist mehr als jedes zweites Reisebüro überzeugt. "Daran wird der Verkauf scheitern. Das Ganze ist kaum vermittelbar", antworteten 55 Prozent der Agenturen in einer Umfrage des Deutschen Reiseverbandes (DRV). 41 Prozent glauben zwar, dass dies nicht einfach wird, "wahrscheinlich werden die Kunden das aber meist hinnehmen". Schließlich gehe das Reisebüro damit auf den besonderen Kundenwunsch ein.

Die meisten individuell reisenden Kunden fragen drei bis fünf Bausteine an (56 Prozent), etwa für Flug, Hotel, Transfer oder Mietwagen. Damit das Reisebüro nicht in die Veranstalterhaftung kommt, müsste es jede einzelnen Leistung komplett separat abschließen und berechnen. "Das ist bürokratisch, praxisfern und droht die Kunden aus dem Reisebüro zu vertreiben", sagt DRV-Hauptgeschäftsführer Dirk Inger.

Sollte diese Vorschrift kommen, sagen 88 Prozent der Reisebüros, "der bürokratische Mehraufwand wird immens steigen". Zehn Prozent erwarten dann zwar auch deutlich mehr Arbeit, das bleibe aber "letztlich noch überschaubar".

An der DRV-Umfrage haben sich 1.774 Reisebüros beteiligt; sie ist also durchaus aussagekräftig. Dem Verband liefert die Umfrage Argumentationshilfe, um bei der Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht vorgeschriebene getrennte Bezahlvorgänge für verbundener Reiseleistungen doch noch zu kippen.

Am Montag, 23. Januar, gibt es im Bundestagsausschuss Recht und Verbraucherschutz eine Anhörung, zu der DRV-Präsident Norbert Fiebig als Sachverständiger geladen ist. Er hat nicht nur mit dem Umfrageergebnis Rückenwind aus den Reisebüros. Zudem hat der Aufruf des Verbandes an die Branche, mit Mustertexten Bundestagsabgeordnete und -ausschüsse auf die Probleme mit dem Gesetzestext hinzuweisen, mehr als 68.000 Briefe und E-Mails generiert.

 

 

21. Februar 2017 – 20:16
palmaflughafen

Nach Informationen der spanischen Zeitung "Diario de Mallorca" will die Flughafenbehörde Aena den Flughafen auf Mallorca ausbauen, um seine Kapazität bis 2021 stufenweise um 21 Prozent zu steigern. Dann soll die Zahl der Passagiere, die maximal befördert werden können, von heute 26,3 Millionen auf 32 Millionen im Jahr wachsen. Statt wie bisher 66 Flugbewegungen pro Stunden sollen bis zu 80 möglich sein.

Die Pläne riefen sogleich den balearischen Tourismusminister auf den Plan, der davon offenbar aus den Medien erfahren hatte. Die "Mallorca Zeitung" zitiert ihn mit den Worten, diese Vorgehensweise zeige die zentralistische Haltung, mit der die halbstaatliche Flughafenbehörde Aena ihre Politik betreibe, ohne die Regionen in die Planung mit einzubeziehen. Es sei "nicht hinnehmbar, dass über die Anzahl der Flüge und die Kapazität der Touristenbeförderung des Flughafens entschieden wird, ohne diejenigen einzubeziehen, die für die Tourismus-Politik, die öffentliche Infrastruktur und die Dienstleistungen für die Bevölkerung verantwortlich sind", sagte der Minister nach Angaben der Zeitung.

Dass der Streit um das Projekt eine Fortsetzung erfährt, ist absehbar. Denn zum einen klagt das Flughafenpersonal bereits heute darüber, dass es während der Hochsaison überlastet sei. Und zum anderen flammte in diesem Jahr erneut die Debatte darüber auf, wie viele Besucher Mallorca eigentlich verträgt. Die Insel hatte 2016 wegen der schwachen Nachfrage für andere Ziele wie die Türkei, Ägypten oder Tunesien einen Besucherrekord aufgestellt. 

21. Februar 2017 – 17:11
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Der Turrialba in Costa Rica hat seine Aktivitäten nach mehrmonatiger Pause wieder einmal verstärkt. Seit Mitte Februar stiegen über dem Hauptkrater des 3.340 Meter hohen Berges wiederholt Rauchsäulen auf, in der Region ging ein Ascheregen nieder. Der um den Vulkan herum gelegene gleichnamige Nationalpark ist bis auf Weiteres für Besucher gesperrt. Der Flugbetrieb am internationalen Flughafen Juan Santamaria in der Hauptstadt San José läuft aktuell planmäßig. Bei erneuten Eruptionen kann es aber zu Störungen kommen. Der Turrialba liegt rund 70 Kilometer östlich von San José. Er war zuletzt im September ausgebrochen. Damals musste der Flughafen wegen Rauch und Asche zeitweise geschlossen werden.

21. Februar 2017 – 14:51
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Premiere für umweltfreundlichen Antrieb auf dem Meer: Aida Cruises lässt auf der Meyer-Werft das erste Kreuzfahrtschiff der Welt bauen, dass nur mit Flüssiggas fährt – und noch größer wird.

Aida will mit dem Konzept „Green Cruising“ Vorreiter sein. Dazu gehört der Antrieb mit flüssigem Erdgas. „Wir sind davon überzeugt, dass LNG der Treibstoff der Zukunft ist“, sagt Aida-Chef Felix Eichhorn. Werftchef Bernard Meyer pflichtet ihm bei: „Diese Entscheidung von Aida ist visionär.“ Er hoffe, dass damit der Widerstand bei vielen Reedereien gebrochen werde. Bisher hätten viele die Investition in den umweltfreundlichen Antrieb gescheut.

Tatsächlich wird die neue Aida das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das rein mit flüssigem Erdgas fährt. Meyer hat zwar schon zwei Fähren mit diesem Antrieb gebaut. Dies sei aber eine andere Dimension. Fähren seien immer nur einen Tag zwischen denselben Häfen unterwegs und könnten immer wieder auftanken. Das Aida-Schiff muss weiter kommen.

Doch nicht nur hier liegt die Herausforderung. Heute gibt es kaum Häfen mit LNG-Tankstellen. Die müssten nun nachrüsten. Meyer fordert die Häfen auf, sich schnell auf einen Standard zu einigen. „Ich habe manchmal den Eindruck, jeder Hafen will etwas Neues erfinden.

Der Neubau wird 2.500 Kabinen haben, von der Einzelkabine bis zur Penthouse-Suite. Dazu 15 Restaurants und 23 Bars. „Jeder soll auf dem Schiff seinen individuellen Urlaub machen können“, sagt Felix Eichhorn, der trotz der mittlerweile zwei Millionen deutschen Kreuzfahrer noch „ein riesiges Wachstumspotenzial“ sieht.

Das erste Schiff der Helios-Klasse soll Ende nächsten Jahres fertig sein. Die noch namenlose Aida wird ab Dezember auf den Kanarischen Inseln eingesetzt und von dort auf siebentägigen Trips Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa und Madeira anlaufen. Reisebüros können ihre Kunden schon jetzt vormerken lassen. TH

20. Februar 2017 – 21:43
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Als deutscher Journalist ist es in diesen Tagen nicht ganz leicht, einem türkischen Regierungsvertreter einigermaßen unbefangen zu begegnen. Zu präsent sind die Berichte über verhaftete türkische Kollegen, die zwangsweise Schließung vieler Publikationen, die Einschüchterung türkischstämmiger Medienvertreter in Deutschland. Menderes Türel, den Bürgermeister der wichtigsten touristischen Region des Landes, Antalya, hindert all dies nicht daran, in Deutschland auf Werbetour zu gehen. Und er kommt nicht allein. Unterstützt wird er etwa vom neuen Sun-Express-Chef Jens Bischof, dem Sprecher der Industrie- und Handelskammer von Antalya, Yusuf Hacisüleyman, Yasar Döngel, Mitglied im Vorstand des Airports Antalya, und Ahmet Barut, dem Besitzer der Barut Hotels.

Sie sind gekommen, um so viel wie möglich über Tourismus zu reden und so wenig wie möglich über Politik. Schließlich musste Antalya im vergangenen Jahr einen Besucherrückgang um 40 Prozent hinnehmen, die Umsätze sanken aufgrund niedriger Preise, vor allem im Kurzfristgeschäft noch stärker. Der deutsche Quellmarkt erlebte in Antalya einen Besucherrückgang um rund 30 Prozent. Das soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen, darüber sind sich die Vertreter der Abordnung einig.

Reichen gute Preise? Und so präsentiert die Abordnung aus Antalya in schöner Eintracht die Klassiker der Argumentationsketten für den Türkei-Tourismus – vom einmaligen Preis-Leistungs-Verhältnis, das dieses Jahr noch besser sei, über die lange deutsch-türkische Tourismus-Historie bis hin zu Erkenntnissen aus der Vergangenheit, die ihren Einfluss auf die Zukunft nicht verlieren sollen: Demnach erholte sich die Türkei-Nachfrage nach Rückschlägen immer wieder schnell, sobald eine Weile nichts passierte. Hauptsache, der Preis stimmt. Bis zum vergangenen Jahr, als die Türkei sich nicht nur einer Serie von Terror-Anschlägen ausgesetzt sah, sondern auch einem gescheiterten Putsch und einer innenpolitisch autoritären und außenpolitisch konfrontativen Politik ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Mit einem ziemlich pragmatischen Statement unterstreicht Antalyas Airport-Manager Döngel seine Hoffnung, dass sich das wieder ändert. Weder komme die Türkei langfristig gut ohne den deutschen Markt aus, noch die deutsche Touristik ohne die Türkei. Zudem seien viele Urlauber von den Erfahrungen in anderen Destinationen im vergangenen Jahr frustriert, sagt er. Da mag etwas dran sein. Aber reicht das, um die Bedenken auszuräumen?

Für die Touristiker ist die Antwort klar. Die Politik werde den Drang deutscher Urlauber, in die Sonne der preisgünstigen Türkei zu reisen, langfristig nicht bremsen, beteuern sie unisono. Andere Quellmärkte seien ohnehin schon entschieden auf dem Wege der Besserung. So wie Russland, das die Grenzen Richtung Türkei nach dem Abschuss einer russischen Militärmaschine kurzerhand dicht machte, im Zuge einer neuen Männerfreundschaft zwischen Vladimir Putin und Erdogan in diesem Jahr aber bereits wieder drei Millionen Urlauber schicken soll. Auch der Quellmarkt Ukraine floriere, sagt Döngel. Ebenso wie Israel; und die Nachfrage aus Indien und China wachse ebenfalls. Daraus ergebe sich gegenüber 2016 eine Wachstumsperspektive von 50 bis 60 Prozent. Das sei ermutigend, auch wenn man damit die Zahlen von 2015 noch nicht wieder erreichen werde.

Hoffnung auf das Kurzfrist-Geschäft. Im Hinblick auf den deutschen Markt sind die Prognosen der Türken durchaus bescheidener. Der angestrebte Wert liegt in etwa bei den rund zwei Millionen Besuchern des Vorjahres. Ein großer Teil der Kapazität werde im Kurzfristgeschäft verkauft werden – wenn nicht bis dahin die Airlines zu viele Kapazitäten gestrichen hätten. Sun-Express-Chef Bischof, dessen deutsch-türkisches Joint Venture in Antalya immerhin 2.500 Mitarbeiter beschäftigt, will die Gelegenheit nutzen, um sich Marktanteile zu sichern. Seine Airline habe die Kapazität sowohl für die Türkei insgesamt als auch für Antalya um rund ein Viertel aufgestockt, sagt er.

Wenn es dann doch mal um Politik geht, überlassen die Touristiker Antalyas Bürgermeister Türel kampflos das Feld. Der ist ein strammer Vertreter der Regierungspartei AKP, nach eigenem Bekunden Vertrauter des Präsidenten, und beklagt die "Missverständnisse" die es zwischen der Türkei und Deutschland gebe. Die sind natürlich mediengemacht, sagt er. So habe das deutsche Fernsehen kolportiert, der Putsch, bei dem er selbst um ein Haar umgekommen wäre, sei von Erdogan inszeniert gewesen, klagt er nicht ganz wahrheitsgemäß. Sein Rezept: Die anwesenden Journalisten sollten nach Antalya reisen und sich vergewissern, dass dort "alles normal" sei. Entspannung, Sonne und noch mehr Sicherheit als bisher. (CS)

20. Februar 2017 – 20:09
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Ein knappes Jahr nach dem Kauf durch den Versicherungsmakler MRH Trowe geht das Unternehmern in die Offensive. Ziel des Versicherungsspezialisten, der vor einigen Monaten vom Makler zum "Assekuradeur" wurde und so vor allem die Schadensregulierung für seine Kunden ohne rechtliche Grauzone und Zusatzkosten erledigen will, ist die Verdoppelung des vermittelten Prämienvolumens von derzeit 35 Millionen Euro bis 2020.

Ein ehrgeiziges Projekt – das ist MDT-Chefin Kristina Düring und MRH-Gesellschafter Maximilian Trowe klar. Schließlich ist der Markt der touristischen Versicherungen, wenn man von ein paar Zusatzeinnahmen durch die EU-Pauschalreiserichtlinie absieht, weitgehend gesättigt, wie Düring bestätigt. Also muss MDT der Konkurrenz Marktanteile abspenstig machen, um zu wachsen. Damit das klappt, will die MRH-Tochter auf drei Ebenen die Aktivitäten verstärken. Zum einen soll der international aufgestellte Gesellschafter MDT dabei helfen, Unternehmen aus der Reisebranche Versicherungen auch außerhalb des klassischen touristischen Spektrums anzubieten. Etwa, wenn es um Bauprojekte, die Alterssicherung von Mitarbeitern oder auch um Hotelprojekte im Ausland geht.

Fokus auf Vertrieb. Außerdem rüstet Düring die Abteilung Verkauf auf. Wie bereits gemeldet, übernimmt Stefan Winiarski die Rolle des Vertriebsgeschäftsführers. Der Touristik-Neuling und Versicherungsexpeerte soll mit touristischen Kunden neue Allianzen schmieden und die Vertriebsbasis von MDT erweitern.  Zudem erhält Gerhard Au, bereits seit 2012 in Diensten des Unternehmens, den Titel "Leiter Vertriebssteuerung“, und Prokura. MDT-Gründer Helmut Deininger konzentriert sich vom Sommer an als "Berater der Geschäftsführung" auf größere strategische Themen. Der Außendienst, gerade wie berichtet durch Heike Schatten verstärkt, soll von zwei auf sieben Mitarbeiter aufgestockt werden. Hinzukommen sollen unter anderem noch ein Großkundenbetreuer und ein Experte für das digitale Geschäft.

Last but not least stehen auch neue Produkte auf der Expansionsagenda. Neben maßgeschneiderten Lösungen für Reisebüros, die künftig stärker als Veranstalter agieren wollen oder müssen, ist dafür das Deutschland-Geschäft ein Beispiel. Zudem stehen etwa Ticketversicherungen, ein spezieller Schutz für Kreuzfahrten oder Fernreisen sowie Angebote zur "Liquiditätsüberbrückung" der in den Wintermonaten bisweilen klammen Veranstalter auf dem Plan.

Chancen sehen Düring und Trowe zudem beim Thema Insolvenzschutz. Der Ausstieg des von diversen Schäden gebeutelten Versicherers Generali führe kurzfristig zu einem deutlichen Anstieg der seit langem im Sinkflug befindlichen Prämien, sagt die MDT-Chefin. Das mache es zugleich für neue Versicherungen attraktiver, in dieses Segment einzusteigen. Zwei Versicherungen, die sich künftig in diesem Bereich engagieren wollten, habe MDT dabei bereits an der Angel. Mittelfristig könnten solche Neuzugänge in diesem Segment wieder zu einer Anpassung der Preise nach unten führen.

Dass die Konkurrenz den Bestrebungen des seit neun Jahren im Markt aktiven Unternehmens nicht tatenlos zusehen wird, ist Düring und Trowe klar. Dennoch glauben beide, dass sie durch die Übernahme des Touristik-Spezialisten durch den spezialisierungsfreudigen Generalisten gestärkt genug sind, um im Clinch zu bestehen. "Wir spielen touristisch gemeinsam in einer anderen Liga als zuvor", versichert Trowe.