11. Oktober 2017 – 11:45

Die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung bilanzieren für die Sommersaison 2017 per Ende September ein Umsatzplus von gerade mal einem Prozent. Der September selbst schlägt dabei mit minus acht Prozent zu Buche. Dabei werde der letzte verbleibende Buchungsmonat Oktober, der zum Abschluss der Sommersaison 2017 und des Touristikjahres 2016/17 noch fehlt, das Endergebnis nicht mehr maßgeblich verändern, so die GfK: Die Sommersaison werde auch insgesamt mit einem etwa einprozentigen Umsatzzuwachs enden, das Touristikjahr mit Umsätzen auf Vorjahresniveau.

Die Buchungen für die Wintersaison lagen im September um sechs Prozent unter dem Vorjahresmonat. Kumuliert liegen die Winterbuchungen damit noch um zwei Prozent im Plus. Bei den Rückgängen im September hätten die schweren Hurrikane über der Karibik ihre Spuren hinterlassen, so die Marktforscher. Denn ohne das Zielgebiet Karibik wären die Buchungsumsätze positiv gewesen.

 

10. Oktober 2017 – 18:03
britishairwaysiberia

American Express Global Business Travel (GBT) hat mit British Airways und Iberia eine Vereinbarung getroffen, die es Unternehmen und Reisenden erlauben soll, bei Buchungen über Amadeus Zuschläge auf die Flugtarife zu vermeiden. Die beiden Fluggesellschaften hatten im Mai, ähnlich wie zuvor Lufthansa, angekündigt, vom 1. November an einen Zuschlag von acht britischen Pfund, umgerechnet 9,50 Euro, für Tarifkomponenten zu erheben, die über indirekte Kanäle gebucht werden. Kunden von GBT sollen nun ohne diesen Zuschlag Zugang zu den Flugangeboten der Airlines erhalten. Dazu sei eine „mehrjährige Vereinbarung über künftige GDS-Distribution getroffen“ worden, heißt es. Die Vereinbarung könne im Prinzip auf alle GDS-Buchungen ausgeweitet werden, allerdings müssten die betroffenen GDS dem neuen Arrangement mit den Airlines zustimmen. Bisher hat lediglich Amadeus diese Zustimmung erteilt. British Airways, Iberia und GBT stünden aber „im aktiven Dialog mit den anderen GDS“. Über den Inhalt der Vereinbarung schweigt sich GBT aus. daher bleibt unklar, ob es sich bei dem Deal um einen Verzicht von Amadeus auf einen Teil seiner Einnahmen oder eher um ein Entgegenkommen der Airline handelt. Auch die Frage, ob eine ähnliche Vereinbarung mit Lufthansa getroffen werden könnte, bleibt vorerst unbeantwortet.

10. Oktober 2017 – 17:19
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Drei der fünf größten Fluggesellschaften kommen, gemessen an der Passagierzahl, aus den USA. Ganz vorne liegt nach aktuellen Zahlen des Luftfahrtverbandes Iata Southwest Airlines mit 151.8 Millionen Fluggästen im Jahr 2016. An zweiter Stelle rangiert American Airlines mit 144.2 Millionen Kunden, auf Platz drei folgt Delta Air Lines mit 143.3 Millionen. Größter außeramerikanischer Carrier ist China Southern Airlines, die Fluggesellschaft beförderte 2016 114.5 Millionen Passagiere. In Europa liegt Ryanair mit 112 Millionen ganz vorne; weltweit landet der Billigflieger damit auf Platz fünf.

Die Strecken, die von den meisten Kunden gebucht wurden, liegen dagegen durchgehend im asiatischen Raum. Die stärkste Nachfrage verbuchte die Strecke Hongkong – Taipeh mit 5,2 Millionen Flugreisenden vor der Verbindung von Jakarta nach Singapur, die 3,4 Millionen Menschen in Anspruch nahmen. Zwischen Bangkok und Hongkong waren 2016 drei Millionen Reisende unterwegs, zwischen Kuala Lumpur und Singapur 2,8 Millionen. Auf Platz fünf folgt die Route Hongkong – Seoul mit 2,8 Millionen Passagieren. Weltweit am häufigsten überhaupt wurde übrigens eine innerkoreanische Strecke geflogen. Zwischen Jeju und Seoul waren 2016 ganze 11,6 Millionen Flugreisende unterwegs.

 

10. Oktober 2017 – 14:18
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Das macht was her: Ein Reisekatalog nur mit den vom Kunden ausgesuchten Zielen und seinem Namen vorne auf der Titelseite. Aufwändig zwar, doch der persönliche Katalog von Studiosus lohnt sich. Die Abschlussquote steigt dramatisch in die Höhe, berichtet Chef Peter-Mario Kubsch von den Erfahrungen in der Pilotphase, die seit Juni läuft. Mit Erscheinen der neuen Kataloge können nun alle Studiosus-Agenturen diesen kostenlosen Service nutzen.

Und so funktioniert’s: Die Kunden kommen oft mit zwei, drei Ideen im Kopf ins Reisebüro. Meist sind es Frauen. Was folgt ist ein Beratungsgespräch. „Bedarfsermittlung muss sein“, so Kubsch. Ist das Reiseziel eingekreist, geht der Expedient auf eine spezielle Website und wählt die Wunschregion per Mausklick aus. Die Software zieht nun alle Studiosus-Reisen, die passen und noch buchbar sind, und produziert daraus einen persönlichen Katalog. Der liegt dann nach drei bis vier Werktagen beim Kunden im Briefkasten.

Die Qualität der „Print on Demand“-Technik steht der von normalen Katalog in nichts nach. Darin finden sich Fotos, detaillierte Reisebeschreibungen, aktuelle Reisepreise und AGBs genauso wie die persönliche Ansprache durch das Reisebüro, das vorab sein Profil mit Foto hinterlegt hat. Sind mehrere Regionen gefragt, kann der Katalog bis zu 300 Seiten dick werden.

In der Pilotphase haben die Reisebüros knapp tausend persönliche Kataloge für ihre Kunden bestellt. Das dürften demnächst deutlich mehr werden. An der Software wird derweil weiter getüftelt. Geplant ist, dass im nächsten Schritt auch einzelne Länder oder Produktlinien ausgewählt werden können. Kubsch ist sicher, dass der persönlich Katalog ein Erfolg wird: „Unsere Kunden lesen gerne.“

 

09. Oktober 2017 – 18:22
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Was der Betriebsrat bereits Ende vergangener Woche wusste, bestätigte nun die Geschäftsführung der Fluggesellschaft. "Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr im eröffneten Insolvenzverfahren ist nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich", teilt das Unternehmen seinen Mitarbeitern am Montag in einem Schreiben mit. Im Klartext. Mit allen Flügen unter AB-Flugnummer ist Ende des Monats Schluss. Spätestens, wie Airberlin-Chef Thomas Winkelmann und der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus ausdrücklich betonen. Insider rechnen damit, dass der Flugbetrieb schon deutlich früher eingestellt wird. Aus Branchenkreisen heißt es, Lufthansa habe sich mit den Leasinggebern bereits auf den Kauf eines großen Teils der Flotte abzüglich der Langstreckenmaschinen geeinigt. 14 Flugzeuge, die Tui im Wetlease für Airberlin betrieb, werden dem Konzern wohl wieder auf den Hof gestellt.

Niki soll weiter fliegen. Nicht betroffen seien davon bis zu einer kartellrechtlichen Genehmigung der Übernahme von Unternehmensteilen Verbindungen, die mit Airberlin-Maschinen im Wetlease für Lufthansa-Fluggesellschaften durchgeführt werden, schreibt Airberlin den Mitarbeitern. Auch die Flüge von Niki und LGW seien nicht vom Aus für die Airberlin-Linienverbindungen betroffen.

Jobbörsen für Mitarbeiter. Über die Perspektiven der rund 8.000 Beschäftigten herrscht Unklarheit. Vom endgültigen Aus dürften deutlich mehr als die bislang ins Spiel gebrachten 1.400 Mitarbeiter betroffen sein. Airberlin veranstaltet für sie  am 10. und 13. Oktober am Firmensitz „Jobmessen“, bei denen sich Eurowings, BASF, Deutsche Bahn, Stadler Pankow GmbH, Toll Collect, Zalando, die Bundesagentur für Arbeit und weitere Unternehmen  als mögliche neue Arbeitgeber präsentieren sollen. Außerdem verweist die Airberlin-Führung auf „4.000 offene Stellen beim Land Berlin“.

Hohe Kosten für Kunden und Veranstalter. Für Kunden bedeutet die Entwicklung: Vor dem 15. August ausgestellte Tickets verfallen, ohne dass Kunden eine nennenswerte Chance auf Rückerstattung haben. Für danach ausgestellte Tickets verspricht Airberlin eine Erstattung der Kosten; allerdings ohne Aussagen darüber, wie lange sich dieser Prozess hinziehen könnte. Für Veranstalter bringt die endgültige Entscheidung nun Klarheit darüber, für wie viele Passagiere sie eine ersatzweise Beförderung einkaufen müssen.

Christian Schmicke

 

07. Oktober 2017 – 17:47
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Trotz weltweiter Naturkatastrophen und Terroranschlägen weist der Marktführer für Studienreisen ein solides Wachstum aus. Studiosus-Chef Peter Mario Kusch konnte den Umsatz um 5,3 Prozent auf 276 Millionen Euro steigern. Die Zahl der Reiseteilnehmer kletterte um vier Prozent auf 103.500. Zum Gewinn äußert sich Studiosus nicht. Kubsch spricht aber von einem „guten Jahr“ und einem „guten Ertrag“.

Kunden weichen einfach auf andere Ziele aus

Für Kubsch sind die Studiosus-Zahlen ein Indiz, dass Reisen bei den Bundesbürgern auch in weltpolitisch schwierigen Zeiten hoch im Kurs stehen. Allerdings verschieben sich die Reiseströme deutlich und bilden die turbulente  Zeit ab.

So leidet die islamische Welt weiter und bleibt auf niedrigem Niveau. Zum Beispiel in Ägypten: Anders als der Badetourismus, der sich nach Angaben der großen Reiseveranstalter erholt, brachte Studiosus gerade mal zehn Gruppen mit 240 Gästen zusammen. Vor dem arabischen Frühling waren es jedes Jahr über 4.500.

Null Buchungen für die Türkei

Noch schlimmer trifft es die Türkei, wo selbst die letzte verbliebene Reise im Programm mangels Nachfrage abgesagt wurde. „Unsere Gäste sind sehr politisch“, weiß Kubsch, „und solange sich die Politik von Erdogan nicht ändert, sehe ich das keine Besserung“. Das ist bitter, denn die Türkei war einmal das zweitgrößte Ziel von Studiosus.

Wie Studiosus-Kunden auf politische Entwicklungen reagieren, zeigt Myanmar, Kubsch’s persönliches Lieblingsziel. Die Meldungen über die massenhafte Vertreibung der Rohingyas führten unmittelbar zum Einbruch der Nachfrage. Der Hype um die Präsidentin und Friedensnobelpreisträgerin sei vorbei, der Lack ab. Kubsch erwartet, dass Myanmar im neuen Jahr zu den Verlierern zählen wird.

Südliches Afrika geht durch die Decke

Die Kunden reagieren pragmatisch und fahren woanders hin. Zum Beispiel vermehrt nach Griechenland, Russland, Kanada, Asien, Australien und vor allem ins südliche Afrika. Vor allem Südafrika und Namibia legten über 40 Prozent zu und kamen auf 7.400 Gäste. Für Kubsch ein deutlicher Beweis für die Wanderbewegung der Studiosus-Gäste.

Interessante Ziele für Studienreisen gibt es genug. 123 Länder hat Studiosus im nächsten Jahr im Programm, zusammen 6.000 Reisetermine. Erstmals wieder dabei ist der Sudan. In Westafrika führt eine Tour nach Benin, Togo und Ghana. In Uganda geht es auf Gorilla-Pirsch.

Wanderstudienreisen im Fokus

In allen Regionen der Welt hat Studiosus mehr Wanderreisen im Angebot. Zum Beispiel in Nordspanien durch das Unesco-Biosphärenreservat Picos de Europa. Übernachtet wird in Paradores, einem Kloster und der ehemaligen Sommerresidenz von König Alfonso XII. Andere Wanderungen führen zu Tabakbauern auf Kuba und Zitronenzüchtern in Italien. Die 74 Touren sind in einem eigenen Katalog zusammengefasst.

Kleine Gruppen sind ein weiterer Trend bei Studiosus. Die Angebote dazu finden Reisebüros und Kunden im Katalog „Smart & Small“. Mit höchstens 15 Teilnehmern, kleinen, authentischen  Unterkünften und einem entspannten Programm stehen 15 neue Reisen im Programm, etwa Israel, China und Südafrika. Neue Städteziele sind Porto, Malaga, Marrakesch, Tel Aviv und Krakau. Für Alleinreisende erschließen sich etwa Jersey und Bali. Für Silvester können sie eine Polarnacht  am Inarisee in Finnland buchen.

Thomas Hartung

05. Oktober 2017 – 17:49
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Der am Mittwoch vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg berufene Insolvenzverwalter Stephan Thiemann teilte mit, dass die Reisen des insolventen Veranstalters bis Ende Oktober wie geplant stattfinden können. Bislang hatte die Generali Versicherung gegenüber den Leistungsträgern lediglich bestätigt, dass die Versicherung die Kosten gebuchter JT-Touristik-Reisen für den Zeitraum ab dem 29. September bis zum Abreisedatum 14. Oktober 2017 übernimmt.

Ziele des eingeleiteten insolvenzverfahrens seien "die Fortführung des Unternehmens, die reibungslose Organisation und Durchführung aller bestehenden und geplanten Reisen und der Erhalt der Arbeitsplätze“, erklärt Thiemann. Dazu werde sein Team zusammen mit den Verantwortlichen der Generali Versicherung sowie dem Insolvenzrechtsspezialisten Tourate ein umfassendes Sanierungskonzept ausarbeiten. Zudem solle eine Insolvenzgeldvorfinanzierung für die Mitarbeiter von JT Touristik in die Wege geleitet werden. Das Insolvenzgeld wird von der Bundesagentur für Arbeit für die Dauer von drei Monaten gezahlt und sichert die Gehälter der Beschäftigten. Der Geschäftsbetrieb beim Berliner Veranstalter Geschäftsbetrieb soll laut Thiemann "vollumfänglich fortgeführt“ werden. Auf Anfrage von Gloobi.de hatte ein Sprecher erklärt, dass eine Lösung für die Durchführung von Reisen in der Zeit ab dem 1. November in der kommenden Woche präsentiert werde.

Christian Schmicke

 

05. Oktober 2017 – 17:17
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Der Hagener Spezialist für Wanderreisen hat im auslaufenden Geschäftsjahr erstmals mehr als 100 Millionen Euro umgesetzt. Das entspricht einem Umsatzplus von neun Prozent bei einem Anstieg der Gästezahl um sechs Prozent auf 62.000. Besonders stark entwickelte sich nach Aussage des geschäftsführenden Gesellschafters Daniel Kraus das Geschäft mit Wanderstudienreisen, die 18 Prozent mehr Kunden anzogen. Auch die Einsteigerangebote mit leichteren Wanderungen lagen laut Kraus mit 20 Prozent mehr Buchungen im Trend. Individuelle Wanderreisen ohne Reiseleitung erreichten ein Plus von zwölf und individuelle Radreisen Zuwächse von zwölf Prozent. Unter den Zielgebieten liefert Griechenland mit 26 Prozent das stärkste Gästeplus vor Skandinavien mit 22 Prozent und Frankreich mit 15 Prozent. Auf der Fernstrecke liegt Asien mit 22 Prozent mehr Buchungen vorn. Wenig Nachfrage bestehe bei der Wikinger-Klientel hingegen für Reisen in die Türkei, berichtet Kraus.

 

05. Oktober 2017 – 16:52
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Nachdem bei den großen Veranstaltern vor ein paar Jahren der Trend grassierte, das Hotelportfolio zu Gunsten einer besseren Qualitätskontrolle zu reduzieren, läuft die Entwicklung seit kurzem offenbar wieder in die andere Richtung. So verkündete Tui zum kommenden Winter den Ausbau des Angebots an buchbaren Häusern auf sagenhafte 150.000, von denen die meisten über Bettenbanken generiert werden. Auch bei Thomas Cook ist die Bettenkapazität im Zuge der Zusammenarbeit mit der Bettenbank Webjet und dem Portal Expedia auf Wachstumskurs. Dieser Entwicklung folgt nun auch Alltours. Um immerhin 40 Prozent baut der Veranstalter mit Sitz in Düsseldorf das Hotelangebot für den Sommer 2018 im Vergleich zu diesem Jahr aus. 10.800 Hotels sind dann über Alltours und die Zweitmarke Bye bye, die künftig ohne Kataloge auskommt, verfügbar. Über die Alltours-Kataloge, die erstmals ohne separaten Preisteil erscheinen, werden 3.300 Häuser vertrieben.

Mit dem breiteren Angebot will Alltours-Chef Markus Daldrup im nächsten Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von fünf Prozent bei drei Prozent mehr Gästen erreichen. Im auslaufenden Geschäftsjahr rechnet Daldrup mit einem Umsatzplus von 4,6 Prozent bei 2,2 Prozent mehr Gästen. Schwachen Zahlen für die Türkei stehen Zuwächse in Griechenland um rund 30 Prozent und in der wichtigsten Destination des Veranstalters, Spanien, um 4,2 Prozent gegenüber. Dort will Daldrup nach 960.000 Spanien-Kunden in diesem Jahr 2017/18 die Marke von einer Million Gästen erreichen.

 

04. Oktober 2017 – 18:00
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Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat den Rechtsanwalt Stephan Thiemann zum vorläufigen Insolvenzverwalter des insolventen Reiseveranstalters ernannt. Damit verliert die JT-Geschäftsführung die Befugnis, ohne dessen Zustimmung Entscheidungen zu treffen. Dem Insolvenzverwalter fällt nun die Aufgabe zu, sich ein Bild zur finanziellen Lage sowie den Perspektiven und die Rettungschancen zu machen. Auf der Basis seiner Einschätzung wird dann gerichtlich entschieden, ob JT Touristik wie von Unternehmensgründerin Jasmin Taylor beabsichtit saniert werden kann oder direkt abgewickelt werden muss.

Zur Übernahme der Kosten für die Durchführung von Reisen zwischen dem 15. und 31. Oktober durch den bis zu diesem Zeitpunkt noch dafür zuständigen Versicherer Generali ist nach Aussage von JT Touristik eine Lösung gefunden worden. Diese solle bis zum Ende der Woche kommuniziert werden, heißt es aus Berlin. Eine Übernahme der Kosten für Reisen zwischen dem 29. September und dem 14. Oktober war zuvor bereits zugesagt worden.

Leistungsträger bitten weiter zur Kasse. Unterdessen berichten Reisebüros und Kunden in sozialen Medien nach wie vor von Fällen, in denen die Hoteliers in den Zielgebieten verlangten, den Übernachtungspreis für ihre bei JT Touristik bereits bezahlten Reisen erneut zu zahlen, da der Veranstalter dies nicht getan habe. Offenbar erkennen nicht alle Hotelpartner eine Kostenübernahmeerklärung durch den Generali-Agenten Reisegarant, die allen Leistungsträgern vor Ort als Sicherheit zugegangen sein soll, als Sicherheit an.

Werden Kunden tatsächlich vor Ort erneut zur Kasse gebeten, sollten sie sich unbedingt eine schriftliche Bestätigung geben lassen, rät JT Touristik. Diese Nachweise seien dann an die Europäische Reiseversicherung (ERV) per Post zu schicken, da die ERV ist mit der Abwicklung der Schadenfälle beauftragt ist. Die Adresse lautet: Europäische Reiseversicherung AG, Leistungsabteilung, Postfach 800620, 81606 München.

Ungewisse Zukunft. Was mit Reisen geschieht, die nach dem 1. November stattfinden sollten, werde in der nächsten Woche geklärt werden, kündigt JT Touristik an. Der Veranstalter beteuert weiterhin, man werde versuchen, diese Reisen ebenfalls umzusetzen, und rät Kunden davon ab, sie zu stornieren.

Um die Provisionsansprüche der Reisebüros steht es, wie in solchen Fällen üblich, nicht gut. Allerdings haben einige Reisebüroorganisationen, wie unter anderem die Kooperationsallianz QTA, nach vorangegangenen Pleiten für ihre Mitglieder Versicherungen abgeschlossen, die sie gegen Provisionsausfälle absichern.

Christian Schmicke