07. März 2017 – 10:17
thorntonjamesintrepid

James Thornton ist neuer Chief Executive Officer bei dem Abenteuer- und Erlebnisreiseanbieter. Der bisherige CEO Darrell Wade wechselt als Vorsitzender in den Vorstand der Unternehmensgruppe. Thornton ist der erste CEO, der nicht zum Gründungsteam des australischen Veranstalters gehört. Der 35-jährige Brite begann seine Laufbahn als Investment-Banker und kam vor zwölf Jahren als Sales-und-Marketing-Manager für Großbritannien zu Intrepid Travel. 2012 wurde er Managing Director, zuerst von Intrepid Travel und ein Jahr später auch der neu gebildeten Intrepid Group. Er lebt und arbeitet am Firmenhauptsitz in Melbourne. Wade werde sich im Vorstand neuen Aufgaben widmen, heißt es. Dazu gehöre etwa die Weiterentwicklung des chinesischen Marktes und der Ausbau der neuen Produktsparte Abenteuerkreuzfahrten.

Die Intrepid-Gruppe, hierzulande ausschließlich unter dieser Marke bekannt, umfasst insgesamt sechs Veranstaltermarken und ist mit 19 firmeneigenen Incoming-Agenturen in den Zielgebieten präsent. Nach eigener Aussage schickt das Unternehmen rund 300.000 Gäste pro Jahr auf die Reise. Nach der Beendigung einer vierjährigen strategischen Partnerschaft mit Tui im Juli 2015 befindet sich das unternehmen wieder komplett im Besitz seiner Gründer Darrell Wade und Geoff Manchester.

06. März 2017 – 18:04
linnhoffmarijavurs

Die Präsidentin des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisevermittler (VUSR) forderte vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags am Montag wie angekündigt, die Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht zu stoppen und sie an Brüssel zurückzuverweisen. "Ich verlange von Ihnen nur eins: Zeigen Sie einmal Mut", sagte die Reisebüroinhaberin. "Ich weiß, dass es schwierig ist, aber es ist nur schwierig, weil es so etwas bislang noch nie gab. Zeigen Sie dieses eine Mal Mut. Millionen von Verbrauchern werden es Ihnen danken", appellierte sie an die Ausschussmitglieder.

Linnhoff argumentierte, eine Flut zusätzlicher Dokumente und verschärfte Haftungsregeln würden die Beratung und den Verkauf im Reisebüro erschweren. Dies sei nicht im Sinne des Verbraucherschutzes und zerstöre die Existenz des Mittelstandes im Reisevertrieb.

Der anwesende Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Ulrich Kelber, dämpfte die Hoffnungen der anwesenden Touristiker, die Reiserichtlinie noch zu verhindern, mit dem Hinweis, eine Nichtumsetzung der Richtlinie in deutsches Recht könnte für Deutschland eine Strafe von rund elf Millionen Euro sowie weitere Strafzahlungen von bis zu 800.000 Euro pro Tag nach sich ziehen. Zudem wies er darauf hin, dass zwar nicht alle neuen Regelungen im Sinne des Verbraucherschutzes seien. Jedoch habe man im Rahmen der Nachverhandlungen bereits eine Reihe von Erleichterungen für die Branche erreicht. 

Nun muss der Petitionsausschuss entscheiden, ob er der Bundesregierung empfiehlt, die Initiative des VUSR zu unterstützen. Ein konkreter Zeitpunkt für die Entscheidung steht noch nicht fest. Allerdings sollte die Entscheidung bald fallen, denn die Bundesregierung plant, die Gesetzesnovelle bis Ende Juni im Bundestag zu verabschieden.

06. März 2017 – 16:38
jacobssandragenervte-reisetussis

Genervte Reisetussis (und -typen!) – aus einem eher privaten Chat einiger befreundeter Touristikerinnen hat sich seit 2011 die größte Facebook-Gruppe der Branche mit rund 8.200 Mitgliedern entwickelt. Wir haben mit Sandra Jacobs, einer der Gründerinnen, über ihre Erfahrungen gesprochen.

Frau Jacobs, kommt man als Administratorin der größten deutschen Touristiker-Plattform auf Facebook eigentlich noch zum Arbeiten?

Sandra Jacobs: (lacht) Ja, klar. Wir sind ja als Administratorinnen zu viert und können die Arbeit unter uns aufteilen. Außerdem laufen auch viele Diskussionen auf der Plattform, ohne dass wir uns darin irgendwie einmischen müssten.

Im Ernst: wie hoch ist denn der Zeitaufwand, den Sie mit den "Genervten Reisetussis" haben?

Durchschnittlich etwa zwei bis drei Stunden in der Woche. Wenn gerade irgendwelche größeren, heiklen Themen anstehen, kann es natürlich auch mal mehr sein, denn wir müssen die Dinge ja im Blick behalten.

Und womit verbringen Sie konkret die Zeit, in der Sie auf der Plattform aktiv sind?

Die meiste Arbeit machen die Anträge der Kollegen, die in die Gruppe aufgenommen werden möchten. Das sind jeden Tag bis zu 20. Oft sind darunter Facebook-Mitglieder, aus deren Profilen nicht zu erkennen ist, ob es sich tatsächlich um Touristiker handelt. Ganz am Anfang wurden solche Anfragen noch automatisch bestätigt. Inzwischen lehnen wir sie nach zwei Tagen ab, wenn wir keine weiteren Informationen von den Kandidaten erhalten.

Das Themenspektrum innerhalb der Gruppe ist extrem breit gefächert. Von Scherzen über Anfragen nach Tipps zu Zielgebieten und Hilferufen, wenn etwas schiefgelaufen ist, bis hin zu branchen- und weltpolitischen Debatten ist alles dabei. Haben sich die Schwerpunkte in den vergangenen fünfeinhalb Jahren geändert?

Das Gewicht politischer Themen ist in den letzten Jahren deutlich größer geworden, während die Zahl reiner Witz-Postings stark abgenommen hat. Daran kann man erkennen, dass die Rahmenbedingungen für unseren Job schwieriger geworden sind.

Gerade wenn politische Themen in der Gruppe diskutiert werden, geht es dabei bisweilen ganz schön zur Sache…

Ja, das ist leider richtig. Wir freuen uns ja über lebhafte Debatten. Aber manchmal kann eine eigentlich harmlose Frage, wie zum Beispiel: „Wie läuft denn bei Euch die Türkei?“ richtig eskalieren. Wenn einfach kontrovers darüber diskutiert wird, wie sich die politische Situation dort mit Urlaub verträgt, ist das natürlich völlig in Ordnung. Aber die Dialoge dürfen nicht in Beleidigungen ausarten.

Macht Ihnen die Arbeit mit den Reisetussis nach fast sechs Jahren eigentlich noch Spaß?

Ja, und wie! Ich bin auch immer noch stolz darauf, was sich aus unserer kleinen Chat-Gruppe von 15 Reisetussis, die gemeinsam an Inforeisen teilgenommen haben, entwickelt hat. Aus dieser Meckertruppe – wir waren am Anfang wirklich genervt – ist eine richtig große Plattform geworden, in der man sich gegenseitig hilft. Außerdem finde ich es immer noch faszinierend, dass sich mit Schwarmwissen nahezu jedes Problem lösen lässt.

Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe von „Reise vor9 Magazin“, die gerade erschienen ist.
Das Gespräch führte Christian Schmicke

06. März 2017 – 13:48

Nun hat auch die Lufthansa-Low-Cost-Tochter ihre eigene Veranstaltermarke. Seit Montag ist Eurowings Holidays buchbar. Für Unterkünfte und Abwicklung sorgt der Veranstalter Tropo, der zur Pro-Sieben-Sat1-Gruppe gehört. Der neue Anbieter wirbt mit 15.000 Hotels, die mit Eurowings-Flügen zu Paketen geschnürt werden können. Darunter seien ausschließlich Häuser mit einer Weiterempfehlungsrate von mehr als 70 Prozent bei Holidaycheck, verspricht Tropo-Geschäftsführer Julius Kirscheneder. Die angebotenen Pauschalreisen enthalten in der Standardversion keine Transfers, diese sind aber hinzubuchbar. Dasselbe gilt für andere Leistungen, wie zum Beispiel die Verpflegung im Flugzeug. Ein Stück Freigepäck bis zu 23 Kilo ist dagegen im Leistungsumfang enthalten.

Mit dem bereits im vergangenen Frühling angekündigten Angebot folgt Eurowings einem Trend. Neben Lufthansa und Airberlin, die schon länger eigene Veranstalter betreiben, ist seit kurzem auch Ryanair in diesem Segment aktiv. Die deutsch-türkische Airline Sun Express hat ebenfalls angekündigt, mit einem eigenen Veranstalterportal aktiv zu werden.

06. März 2017 – 10:06

Über die touristischen Interessenvertretungen und ihre Lobbyarbeit wird viel diskutiert. Wie bewerten Sie die Arbeit von DRV, BTW, ASR, VUSR und ihren jeweiligen Präsidenten? Und in welchem Verband sind die Interessen der Reisebüros am besten aufgehoben? Machen Sie mit bei unserer Blitzumfrage! Die Teilnahme dauert nicht länger als eine Minute. Counter vor9 Umfrage

03. März 2017 – 17:22
gerald-kassner

Vor genau einem Jahr gab Schauinsland-Chef Gerald Kassner eine Prognose ab: Um fünf Prozent sollte das Geschäft im Geschäftsjahr 2015/16 wachsen. Für den erfolgsverwöhnten Veranstalter, der zuvor über Jahre mit Zuwächsen im zweistelligen Prozentbereich geglänzt hatte, war das schon eine recht zurückhaltende Ansage. Doch auch dieses Ziel musste Kassner einige Monate später kassieren. Am Ende reichte es nur für stabile Umsätze in Höhe von 1,1 Milliarden Euro und knapp 1,4 Milionen Gäste. Damit schnitt Schauinsland zwar besser ab als der Veranstaltermarkt insgesamt, aber die Tage rasanten Wachstums schienen zunächst gezählt.

Nun wagt der Schauinsland-Chef erneut einen Blick in die Kristallkugel. "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir Ende Oktober ein Teilnehmerplus von sechs Prozent verkünden können", erklärt er. Das Sommergeschäft sei "sehr gut angelaufen", so Kassner. Auf der Gewinnerseite stehen, wie bei anderen Veranstaltern auch, Griechenland, Italien, das spanische Festland, die Fernstrecke und Ägypten. Zur Türkei sagt der Unternehmensinhaber nur, dass sich die Buchungen seit Jahresbeginn über dem Vorjahresniveau bewegten.

Einen Wachstumsschub kann Schauinsland in diesem Jahr gut gebrauchen. Schließlich investierte Kassner gerade in das Airline-Startup Sundair, an dem er mit 50 Prozent beteiligt ist und mit dem er seine Gäste ab Juli von Frankfurt, Berlin und Kassel in die klassischen Badeziele fliegen will. Entsprechend gestiegen ist auch sein unternehmerisches Risiko; wenngleich er die Plätze in seinen Fliegern nicht alleine vermarktet, sondern sie auch an Drittveranstalter verkauft. Zudem hat Schauinsland Reisen die Präsenz in den Werbekanälen für Endkunden deutlich gesteigert. Auch das produziert gegenüber der früheren, auf den B2B-Bereich konzentrierten Strategie deutliche Zusatzkosten. Ungeachtet der B2C-Offensive erneuert Kassner sein Bekenntnis zum Reisebürovertrieb: "Der Erfolg gibt unserem Geschäftsmodell, mit dem wir seit Jahren konsequent auf die Reisebüros setzen, recht", sagt er. (CS)

03. März 2017 – 14:18
hiekeralf

 "Insgesamt wird sich durch die neuen Rechtsvorschriften die Komplexität im Reisevertrieb in allen Vertriebskanälen leider ohne Not weiter erhöhen, doch wir werden damit leben können und – was viel wichtiger ist – auch als Reisebüros weiter bestehen bleiben“, fasst Reisebüroinhaber Ralf Hieke, DRV-Vizepräsident für die mittelständischen Reisemittler, den aktuellen Stand zusammen.

Um dafür zu sorgen, dass die neuen Vorgaben so gut wie möglich in die Verkaufsprozesse und in die Systeme integriert werden, hat eine Arbeitsgruppe innerhalb des Verbandes Kriterien für praktische Umsetzung definiert und sie an die IT-Dienstleister weitergereicht. Die Technikanbieter arbeiten nun an einem Konzept für die Umsetzung.  Dabei sei es "besonders wichtig, dass der entwickelte Prozess sowohl durch den Reisebüro-Mitarbeiter als auch durch Online-Portale sowie mögliche Neuentwicklungen im IT-Bereich praktisch umgesetzt werden kann", sagt der DRV-Vize.

Im Zuge der Beratungen innerhalb des Verbandes habe man zudem festgestellt, dass die Änderungen durch die neue Gesetzgebung nicht nur den Vertrieb betreffen, sondern auch Reiseveranstalter und Leistungsträger, berichtet Hieke. Dies gelte sowohl für deren Eigenvertrieb als auch für die technische und prozessuale Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Vertriebspartnern und die Informationspflichten gegenüber Endkunden.

03. März 2017 – 13:42
michaeljost

Der Online-Dienstleister der Lufthansa City Center, der derzeit noch in Form einer AG als eigenständige Gesellschaft operiert, wird abgewickelt und in der die Lufthansa City Center integriert. Formal erfolgt die Abwicklung zum Jahresende,  alle Aktivitäten und Mitarbeiter werden aber schon zum 1. April in die Lufthansa City Center Reisebüropartner GmbH (LCR) übernommen.

Nicht mehr mit dabei sein wird der bisherige Vorstand der LCC24 Aktiengesellschaft, Michael Jost. Der 49-Jährige werde die LCC-Unternehmensgruppe auf eigenen Wunsch verlassen, heißt es. Er stehe LCC aber weiterhin "in strategischen Fragen beratend zur Verfügung". Jost hatte seit Oktober 2015 die Umstrukturierung der LCC24 AG und den Relaunch des neuen Internet-Auftritts für die Franchise-Partner konzipiert und umgesetzt. Seine Aufgaben sollen nun auf mehrere Abteilungen bei LCR verteilt werden, teilt die Reisebüroorgansiation auf Nachfrage mit. Einen Nachfolger gebe es daher nicht. Der bisherige Co-Vorstand bleibt Frank Jäger bleibt als kaufmännischer Bereichsleiter bei LCR.

03. März 2017 – 13:01
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Jomique de Vries, bis Ende Mai noch Geschäftsführer der DER Touristik Online GmbH in Frankfurt, wird von August an Geschäftsführer des Pep-Veranstalters. Unternehmensgründer Martin Fuchs will sich nach eigener Aussage "mittelfristig aus dem operativen Geschäft zurückziehen", um sich anderen Geschäftsfeldern im Bereich Immobilien & Logistik, seinen Boardinghäusern rund um Koblenz und häufigeren privaten Reisen zu widmen.

Neben der Geschäftsführung bei Pepxpress wird de Vries auch Chef der Schwestergesellschaften Pep-IT Software und Expi Bonusclub - letzteres ist ein Portal, das Buchungen bei Partnerunternehmen ankurbeln soll, indem es Reisebüromitarbeiter dafür mit Prämien belohnt.

De Vries war 2012 von Tui zur DER Touristik gestoßen und leitete dort zunächst die Unternehmensentwicklung der Gruppe, bevor er 2013 als Geschäftsführer den Aufbau der neu gegründeten DER Touristik Online GmbH übernahm. In sein Ressort fiel außerdem die Direktvertriebstochter Clevertours.com, die unter anderem für die Online-Portale der Rewe- und Penny-Märkte Reisen produziert.

02. März 2017 – 16:11
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Die Deutschen haben 2016 mehr Geld für ihren Urlaub ausgegeben, doch davon konnten Reiseveranstalter und Reisebüros nicht profitieren. Nach Zahlen des DRV, die in diesem Jahr erstmals auf dem "Mobility"-Panel der Marktforschungsgesellschaft GfK basieren, gaben die Bundesbürger mit rund 86 Milliarden Euro zwei  Prozent mehr für Privatreisen und Urlaub aus als im Vorjahr. Zugleich sank der Umsatz der Veranstalter um zwei Prozent auf gut 30 Milliarden Euro. Die Reisebüroumsätze gingen um 1,3 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro zurück. In den Reisebürozahlen sind auch die Geschäftsreisen enthalten, deren Volumen stabil blieb.

"Die Bundesbürger sind mehr verreist als im Vorjahr, aber sie haben anders Urlaub gemacht“, fasst DRV-Präsident Norbert Fiebig zusammen. Der Rückgang im Veranstalter- und Pauschalreisegeschäft hat mehrere Gründe. Zum einen konnten die Zuwächse in Ländern wie Spanien, Italien, Portugal und Bulgarien den Rückgang in Tunesien, Ägypten und der Türkei im vergangenen Jahr nicht ausgleichen. In den drei Problemländern ist der Anteil klassischer Pauschalreisen extrem hoch, während Reisen nach Italien, aber auch Spanien von den Kunden häufiger individuell organisiert werden. Auch ein kräftiger Nachfrageschub für Urlaub in Deutschland und den Nachbarländern konnte den Umsatzrückgang nicht verhindern. In diesem Segment, das traditionell von individuell gebuchten Urlaubsreisen dominiert wird, konnten die Veranstalter ihren Marktanteil nicht verbessern, obwohl sie versuchten, mit Angebotsausweitungen auf den absehbaren Trend zum Urlaub im Nahbereich zu reagieren.