26. Mai 2017 – 16:29
britishairwaysiberia

British Airways und Iberia kassieren für GDS-Buchungen vom 1. November an acht Pfund, also umgerechnet 9,20 Euro, Gebühr. Damit folgen sie dem Beispiel von Lufthansa, die seit September 2015 für Buchungen über Amadeus, Sabre oder Travelport 16 Euro Gebühr pro Ticket berechnet.

Man werde auch weiterhin mit den GDS zusammenarbeiten, so British Airways und Iberia in einem Schreiben an den Vertrieb. Doch diese Systeme und ihre "traditionellen technologischen Lösungen" brächten deutlich höhere Kosten mit sich als Buchungen über die Airline-eigenen Websites, Verkaufsbüros oder Callcenter. Man wisse, dass dieser Schritt für die Vertriebspartner erhebliche Veränderungen mit sich bringe, heißt es weiter. Im Gegenzug biete man den Vertriebspartnern aber umfangreiche Direktbuchungsmöglichkeiten über das IAG-Buchungsportal an.

Christian Schmicke

26. Mai 2017 – 13:26

Nach einem Spitzentreffen zwischen amerikanischen und europäischen Vertretern in Brüssel in der vergangenen Woche scheint das Laptop-Verbot für transatlantische Flüge aufgeschoben – nicht aber aufgehoben, so die Einschätzung des Branchenverbandes. Der Vorsitzende des DRV-Ausschusses Flug, Otto Schweisgut, erklärt, es gelte nun, "Risiken abzuwägen und praktikable Lösungen zu finden". "Es ist niemandem geholfen, wenn der Flugverkehr durch neue Verbote beeinträchtigt wird und umständliche Kontrollen zu langen Wartezeiten führen. Es sollte zudem vermieden werden, dass es in Europa zu Wettbewerbsnachteilen kommt, weil ein etwaiges Verbot nur für bestimmte Flughäfen gilt“, fordert der Reisebüroinhaber.

Vor allem die Geschäftsreisedienstleister warnen vor negativen Konsequenzen eines möglichen Laptop-Verbots für Verbindungen aus Europa. "Es ist notwendig, dass angesichts veränderter terroristischer Bedrohungslagen Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden. Es sollte aber bedacht werden, dass insbesondere Geschäftsreisende die Leidtragenden eines Laptop-Verbots auf Transatlantik-Flügen wären – ihnen geht produktive Arbeitszeit verloren", erklärt der Vorsitzende des DRV-Ausschusses Business Travel Stefan Vorndran. Nach ersten Schätzungen des Geschäftsreiseverbandes VDR beliefe sich der potenzielle finanzielle Schaden eines Laptop-Verbots für die deutsche Wirtschaft auf über 160 Millionen Euro.

Nach Einschätzung US-amerikanischer Behörden stellen größere elektronische Geräte ein besonderes Sicherheitsrisiko dar. Inwiefern ein im Frachtraum transportierter Laptop noch größere Gefahren birgt, als ein in der Kabine mitgeführter, sei aber noch unklar, so der DRV in einer Mitteilung. Zudem sei nicht bekannt, bis zu welcher maximalen Größe oder welchem maximalen Gewicht ein elektronisches Gerät künftig unter verschärften Sicherheitsbestimmungen mitgeführt werden dürfe. Unklar sei nicht zuletzt, auf welchen Flughäfen ein Laptop-Verbot künftig gelten würde und inwieweit zu Beispiel Passagiere aus Asien mit Transit-Verbindungen über Europa davon betroffen wären.

Auf bestimmten Direktflügen in die USA gilt das Laptop-Verbot bereits jetzt. Betroffen sind insgesamt zehn Flughäfen im Nahen Osten und Nordafrika (Marokko, Ägypten, Türkei, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabischen Emirate). Passagiere dürfen elektronische Geräte, die größer als ein Mobiltelefon sind, nicht im Handgepäck mitnehmen. Der neuen Regelung, die seit März gilt, unterliegen Laptops und Tablets, aber auch größere Kameras.

26. Mai 2017 – 13:10
airberlina330fotowwwfotografiewiesede

Die kurzfristige Streichung von Strecken geht bei Airberlin munter weiter. Vom 1. Juni an fliegt die Airline nicht mehr von Düsseldorf und Stockholm sowie von Berlin-Tegel nach Graz. Die Strecke Düsseldorf – Dresden wird zum 6. Juni eingestellt. Die Passagiere würden informiert und, wenn möglich, auf andere Flüge umgebucht, heißt es. Laut Airberlin wurden solche Strecken gestrichen, die den "hohen Renditeanforderungen" des Unternehmens nicht entsprechen.

Gekappt wird auch ein Teil der Verbindungen von Berlin-Tegel nach New York. Ebenfalls ab 1. Juni setzt Airberlin den abendlichen Flug in die amerikanische Metropole aus, die zweite tägliche Verbindung wird dagegen beibehalten. Der am 16. Mai gestartete Service nach Los Angeles mit drei wöchentlichen Flügen wird ebenfalls fortgeführt. Und auch die neue Strecke nach San Francisco soll wie geplant am 29. Mai an den Start gehen.

Bei den Langstreckenverbindungen will sich Airberlin laut CEO Thomas Winkelmann in nächster Zeit auf den Ausbau des Drehkreuzes in Düsseldorf konzentrieren und Berlin-Tegel in den Hintergrund rücken. Seit kurzem startet die Fluggesellschaft von Düsseldorf nach Orlando, New York wird zweimal pro Tag angeflogen. In Berlin-Tegel kommt es seit dem Wechsel zum neuen Bodendienstleister Aeroground Ende März immer wieder zu Verzögerungen bei der Gepäck-Abfertigung.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres flog Air Berlin 293,3 Millionen Euro Verlust ein. Das sind über 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 3,3 Millionen Euro Miese pro Tag.

24. Mai 2017 – 17:00

Dass Veränderungen bei Buchungsfunktionen ein haariges Thema sind, muss Tui gerade feststellen. Der Marktführer hatte am Dienstag mitgeteilt, er habe das Buchungssystem Iris Plus im Bereich Reiseschutz überarbeitet, um die Buchung zu erleichtern. Nun erfolge die Dateneingabe in das Tui-Vergleichssystem Schritt für Schritt; vom Beratungseinstieg über die Versicherungsart bis hin zu den konkreten Reisedaten des Kunden. Dabei prüfe ein Navigationsassistent alle Eingaben, um Fehler auszuschließen. Auch während des Beratungsverlaufs könnten Expedienten die Übersicht jederzeit einsehen und Änderungen vornehmen. Zudem sei nun die Angebotsliste noch übersichtlicher und enthält ab sofort auch die Logos der jeweiligen Versicherer.

Aus den Kommentaren von Reisebüros auf den einschlägigen Social-Media-Plattformen ergibt sich ein anderes Bild. Die Dateneingabe sei mühsamer, unübersichtlicher und langwieriger geworden, lautet der Tenor. "Schrecklich, ich habe mich heute beim Männchen antippen vertan und musste dann die Teilnehmer manuell selektieren“, schreibt eine Expedientin. "Hat die programmierende Hipsterbrigade wieder den Betatest auf uns verlagert?" fragt ein anderer. Bei allen Versicherungsarten würden nun mehr unpassende Angebote aufgelistet als passende - einzelne Gepäckversicherungen bei Jahres Reiserücktrittskostenversicherungen oder Kreuzfahrtschutz bei Flugreisen. Wieder andere kritisieren, der Buchungsprozess sei umständlich und dauere länger als bisher: "Da muss man ja gefühlte 100 Mal weiterklicken, bis man ans Ziel gelangt!“

Christian Schmicke

24. Mai 2017 – 15:52
sinka-petra

Die erste waschechte Kreuzfahrtmesse in München wird von einem Reisebüro organisiert. Für die Veranstaltung, die am 22. Oktober in der Wappenhalle in München-Riem stattfindet, hat Petra Sinka, Geschäftsführerin des Reisebüros Follow Me bereits rund 30 Partner akquiriert. Darunter seien 20 Reedereien von Hochsee-  und Flusskreuzfahrtschiffen, Veranstalter und eine Jobbörse für den Kreuzfahrtbereich, berichtet die Reisebürochefin. Neben der Produktpräsentation der Aussteller sei ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen über die schönsten Schiffsreisen der Welt, einer Schiffsmodell-Ausstellung, einer Tombola und "dekorativen Fruit-Carving-Vorführungen" geplant, berichtet Sinka.

Der Münchener Markt biete für den Kreuzfahrtsektor noch großes Potenzial, ist die rührige Unternehmerin überzeugt. Schließlich gebe es dort überdurchschnittlich viele Menschen mit vergleichsweise hohen Haushaltseinkommen. Grund genug also, intensiver die Werbetrommel zu rühren, denn in dieser Hinsicht habe die Region in Sachen Kreuzfahrt noch Nachholbedarf. Und weil sie sowohl von Kunden als auch von Reedereien immer wieder nach einer Messe für Schiffsreisen gefragt worden sei, habe sie die Sache schließlich selbst in die Hand genommen.

Mit 4.000 bis 5.000 Besuchern rechnet Sinka am Messetag. Um so viel Nachfrage wie möglich zu generieren, hält sie sich bei den Eintrittsgeldern sehr zurück. Zwei Euro kostet ein Ticket im Vorverkauf und vier an der Tageskasse. Der Löwenanteil der Kosten werde über die Aussteller wieder hereingespült, sagt die Reisebüroinhaberin.

Ihr Reisebüro Follow Me gibt es seit 1984. Ein 20-köpfige Team ist auf Kreuzfahrten spezialisiert und bietet darüber hinaus das klassische Spektrum vom Badeurlaub über Studienreisen bis hin zu Individualreisen in alle Winkel der Welt an.

Christian Schmicke

 

 

23. Mai 2017 – 16:00
air-europa-a330-200

Bereits jetzt sollen Flüge zu 20 Zielen der spanischen Fluggesellschaft über die Website des irischen Billigcarriers buchbar sein. Am Dienstagnachmittag war davon auf der deutschsprachigen Website allerdings noch nichts zu sehen. Die eigentliche Arbeit steht den frisch gebackenen Partnern ohnehin noch bevor. Sie soll es Fluggästen ermöglichen, die Air-Europa-Langstreckenflüge von Madrid mit Ryanair-Zubringern zu kombinieren. Wenn es so weit ist, wächst das Streckennetz von Air Europa ab Madrid damit um 53 europäische Städte. Die Spanier fliegen auf der Langstrecke von Madrid aus 20 Ziele in Nord-, Mittel- und Südamerika an.

Ryanair ist bereits seit einiger Zeit mit weiteren Fluggesellschaften, die Langstrecken bedienen, in Sachen Zubringer- und Anschlussflüge im Gespräch. Außerdem testet die Airline seit vergangener Woche Anschlussflüge im eigenen System. Das Projekt beschränkt sich allerdings zunächst auf den Flughafen Rom-Fiumicino.

23. Mai 2017 – 14:47
faakerseewikipedia

Das bestätigt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EUA und der Europäischen Kommission. Nach Analysen von über 21.000 an Küsten- und Binnenbadeorten entnommenen Wasserproben kann die überwiegende Mehrheit der europäischen Badeplätze eine gute Wasserqualität vorweisen. Im Jahr 2016 erfüllten demnach 96,3 Prozent der Badeorte die Mindestanforderungen der Badegewässerrichtlinie der EU für eine "ausreichende" Qualität. Dies bedeutet eine geringe Steigerung im Vergleich zu den 96,1 % im Jahr 2015. Mehr als 85 Prozent der Badegebiete erfüllten die strengsten Anforderungen der Richtlinie und erhielten die Beurteilung "ausgezeichnet", was ebenfalls einer minimalen Verbesserung gegenüber 2015 entspricht.

Der Bericht bezieht sich auf die Badegewässer in der gesamten EU, Albanien und der Schweiz. Die wichtigsten Ergebnisse: Alle erfassten Badegebiete in Österreich, Kroatien, Zypern, Estland, Griechenland, Litauen, Luxemburg, Lettland, Malta, Rumänien und Slowenien wiesen 2016 mindestens eine "ausreichende" Qualität auf. In fünf Ländern wurden 95 Prozent der Badegewässer oder mehr mit "ausgezeichnet" bewertet. Das sind Luxemburg (alle 11 Badegebiete), Zypern (99  Prozent aller Badegebiete), Malta (99  Prozent aller Badegebiete), Griechenland (97  Prozent aller Badegebiete) und Österreich (95 Prozent aller Badegebiete). 1,5  Prozent der Badegebiete erhielten die Bewertung "mangelhaft". Zwischen der Badesaison 2015 und 2016 sank die Gesamtzahl der als "mangelhaft" eingestuften Badegewässer von 383 auf 318. Die meisten Badegebiete mit schlechter Wasserqualität befanden sich in Italien (100 Badegebiete oder 1,8 Prozent), Frankreich (82 Badegebiete oder 2,4 Prozent) und Spanien (39 Badegebiete oder 1,8 Prozent).

In Deutschland ist die Wasserqualität an fast allen Badestellen in Ordnung. Von 2.300 untersuchten Badegewässern erfüllen 97,8 Prozent die EU-Mindeststandards. Gut neun von zehn Badegewässern haben eine "ausgezeichnete" Wasserqualität.

Den kompletten Bericht der EUA zum Download finden Sie hier.

Eine aktualisierte interaktive Karte finden Sie hier.

Detaillierte Berichte zu den einzelnen Ländern finden Sie hier.

23. Mai 2017 – 13:48
flughafenfrankfurtvorfeld

Die Konflikte zwischen Lufthansa und dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport über die künftige Zusammmenarbeit werden weiterhin als öffentlicher Clinch ausgetragen. Passend zur Hauptversammlung der Fraport AG am Dienstag gab Lufthansa-Chef Carsten Spohr der "Börsen-Zeitung“ ein Interview, in dem der größte Fraport-Kunde den "aktuellen offensichtlichen Strategieschwenk" des Flughafenbetreibers erneut kritisiert. Im Mittelpunkt der öffentlichen Schelte des Lufthansa-Managers steht nach wie vor die Strategie von Fraport, mit Rabatten neue Kunden aus dem Low-Cost-Segment, wie zum Beispiel Ryanair, nach Frankfurt zu locken. Spohr sieht die Drehkreuzfunktion von Frankfurt durch das "Hineinquetschen von Billig-Airlines", das die Pünktlichkeitsquote verschlechtere, gefährdet. Gemeint ist die geplante und von der hessischen Landesregierung bereits abgesegnete Steigerung der maximalen Zahl der Flugbewegungen von derzeit 100 auf 104 pro Stunde. Lufthansa müsse deshalb Wachstum zu anderen Drehkreuzen umsteuern. Auch ob die eigene Low-Cost-Ableger Eurowings tatsächlich, wie allgemein erwartet, im nächsten Jahr nach Frankfurt kommt, lässt der Airline-Chef ausdrücklich offen. Eurowings können ebenso wie Ryanair die Profitabilität von Zubringerstrecken für die Lufthansa Passage gefährden, mahnt er.

Fraport und Lufthansa hätten sich in den vergangenen Jahren "eher auseinandergelebt als zusammengefunden", erklärt Spohr nicht ganz ohne Theatralik: "Wir reden zwar viel miteinander, aber anscheinend nicht über die richtigen Themen."

Fraport-Chef Stefan Schulte konterte auf die Vorwürfe im Rahmen der Hauptversammlung mit der Bemerkung, sein Unternehmen müsse "die Veränderungen im Markt ernst nehmen und auf sie reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben". Frankfurt habe "zuletzt deutlich Kunden an umliegende Konkurrenzflughäfen mit Low-Cost-Angeboten verloren". Um nun, nach vollzogenem Stategieschwenk, dem "erwarteten, stärkeren Passagierwachstum gerecht zu werden", erwäge man, den Flugsteig G bereits früher als 2023, wie bisher geplant, zu eröffnen. Der Flugsteig mit einer Kapazität von vier bis sechs Millionen Passagieren solle „spezifisch auf die Anforderungen von Low-Cost-Verkehren zugeschnitten“ werden, aber auch Umsteigefunktionalitäten erhalten.

Christian Schmicke

22. Mai 2017 – 18:24

Die DER Touristik Group reaktiviert die Internet-Marke Avigo und baut daraus einen dynamischen Reiseveranstalter für neue Quellmärkte. "Die Länder und die Reihenfolge ihrer Erschließung möchten wir noch nicht mit unseren Wettbewerbern teilen", so Konzernsprecher Tobias Jüngert gegenüber Gloobi. "Es geht um Länder in und außerhalb Europas, mit verschiedenen Sprachen und zum Teil anderen Währungen, die erschlossen werden." In Deutschland soll Avigo nicht aktiv werden.

Auch beim Sortiment gibt sich DER Touristik noch zugeknöpft: "Das Portfolio wird aktuell aufgebaut und gezielt an den Präferenzen der Online-Kunde ausgerichtet. Die einzelnen Destinationen und konkreten Produkte kommuniziert Avigo nicht."

Avigo ist derzeit im Aufbau und soll im dritten Quartal die ersten Buchungen entgegennehmen.Geschäftsführer der Avigo GmbH in Köln ist Ingo Wieck. Der frühere Roland-Berger-Berater ist seit drei Jahren Director Corporate Development bei DER Touristik.

22. Mai 2017 – 14:31
paragraphwikipedia

Bei einer erheblichen Flugzeitenänderung besteht neben einem Preisminderungsanspruch aufgrund dieses Mangels kein weiterer Schadensersatzanspruch wegen entgangener Urlaubsfreude. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor, das die „Neue juristische Wochenzeitung“ thematisiert. In dem behandelten Fall hatte die Klägerin im Dezember 2016 über ein Internetportal bei einem Veranstalter eine Pauschalreise vom 18. bis zum 25.Dezember nach Antalya zum Gesamtpreis von 792 Euro gebucht. Der Abflug sollte am 18. Dezember um 1:30 Uhr vom Flughafen Hannover aus erfolgen, die Ankunft in Antalya um sieben Uhr morgens. Am Tag vor der Abreise teilte das Reisebüro der Klägerin per E-Mail mit, dass sich die Abflugzeit am selben Tag auf 12:50 Uhr und damit um mehr als zwölf Stunden verschoben habe. Neue Ankunftszeit war um 18:10 Uhr. Die Klägerin versuchte daraufhin eine kostenfreie Umbuchung auf einen zeitlich günstigeren Flug zu bekommen, da ihr sonst ein ganzer Urlaubstag verloren gehen würde. Dies wurde jedoch seitens des beklagten Reiseunternehmens abgelehnt.

Die Kundin klagte daraufhin auf eine Minderung des Reisepreises um 173,25 Euro. Die Flugverschiebung von elf Stunden stelle einen Reisemangel dar. Außerdem bestehe ein Schadensersatzanspruch wegen entgangener Urlaubsfreude beziehungsweise nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit.

"Keine hinzunehmende Unannehmlichkeit." Das Amtsgericht München gab der Klägerin teilweise Recht und verurteilte den Reiseveranstalter zu einer Zahlung von 34,65 Euro wegen der Flugverspätung. Nach Auffassung des Gerichts waren zwar die Abflugzeiten vertraglich nicht bindend vereinbart, dennoch liege aufgrund der um elf Stunden erheblich späteren Abflugzeit keine hinzunehmende Unannehmlichkeit, sondern ein Reisemangel vor. Das Gericht ging davon aus, dass bezüglich der über vier Stunden hinausgehenden Verspätung eine Minderung anzuerkennen sei, die sich pro Stunde auf fünf Prozent des Tagespreises beläuft. Der Tagespreis dieser Reise betrug 99 Euro.

Eine darüber hinausgehende Minderung sei nicht entstanden, urteilten die Richter. Die Klägerin übersehe bei ihrer Argumentation, dass der Preis wegen desselben Mangels nicht mehrfach gemindert werden könne und eine Schadensersatzforderung wegen entgangener Urlaubsfreude nur geltend gemacht werden könne, wenn diese nicht bereits mit der Minderung abgegolten sei. Bei einer Flugverspätung sei dies der Fall. Eine weitergehende erhebliche Beeinträchtigung des Urlaubs habe nicht vorgelegen, da die Klägerin noch am gleichen Tag, wenn auch erst abends, das Ziel erreichte. Aufgrund des nächtlichen Flugs sei dem ersten Urlaubstag ohnehin "kein erheblicher Erholungswert“ zuzumessen, so die Juristen.