22. Dezember 2016 – 07:50
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Der Erfinder des Last-Minute-Urlaubs tritt ab: Karlheinz Kögel verkauft seine restlichen 20 Prozent L'tur-Anteile an TUI und legt sein Amt als Aufsichtsratschef mit sofortiger Wirkung nieder. TUI ist damit Alleingesellschafter des Marktführers im Kurzfristgeschäft.

Kögel hatte L'tur vor fast 30 Jahren gegründet. Zur Ruhe setzt sich der 70-Jährige jedoch nicht. Im Gegenteil, Kögel konzentriert sich auf seine vor fünf Jahren gegründete Unternehmensgruppe HLX Touristik. "Wir wollen im digitalen Reisevertrieb an die Spitze", sagt er.

Die von HLX betriebenen Portale wie Lufthansa Holidays, Airberlin Holidays und Swiss Holidays zählen laut Kögel in diesem Jahr 240.000 Gäste. Im kommenden Jahr will er 100.000 draufsatteln und weitere Airlines für das Modell gewinnen.

20. Dezember 2016 – 12:58
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Die Lust auf Schiff hält an: Der internationale Kreuzfahrtverband Clia erwartet im nächsten Jahr 25,3 Millionen Passagiere. Das wäre ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber 2016. Dies ist auch nötig, um die zusätzliche Kapazität zu füllen. Denn im kommenden Jahr laufen 26 Hochsee, Fluss- und Spezialschiffe vom Stapel. Dafür investieren die Reedereien rund 6,5 Milliarden Euro.

Clia ist zuversichtlich, ihre neuen Liner zu füllen. Eine Umfrage zeige, dass fast jeder zweite ohne Kreuzfahrterfahrung Interesse an Urlaub auf See habe. Besonders freut die Industrie, dass mit den Millennials und der Generation X auch jüngeres Publikum Gefallen an Kreuzfahrten fänden. Gefragt sind überdies Expeditionskreuzfahrten. Fahrten in die Antarktis seien regelmäßig ausgebucht. Beliegt sei daneben Nähe zum Abfahrthafen. Rund drei Viertel der Kreuzfahrer ziehen es vor, mit dem Auto anzureisen.

Die Kreuzfahrtindustrie sieht sich zunehmend als wichtigen Wirtschaftszweig mit rund 110 Milliarden Euro Umsatz. Die Branche beschäftigt weltweit rund eine Million Mitarbeiter.

19. Dezember 2016 – 12:02

Walter Krombach, seit über zehn Jahren Geschäftsführer der Willy-Scharnow-Stiftung, scheidet Ende März aus. Krombach übergibt die Leitung der Bildungseinrichtung für die Touristik an Hans-Gustav Koch. Der frühere DRV-Hauptgeschäftsführer und Bahn- wie Lufthansa-Manager kommt bereits am 1.Januar. Die Willy-Scharnow-Stiftung veranstaltet Studien- und Seminarreisen, um Reiseprofis Zielgebietskenntnisse zu vermitteln. Dieses Jahr waren 565 Expedienten mit der Stiftung unterwegs.

16. Dezember 2016 – 15:39
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Erstmals führt eine Frau den weltweiten Vertrieb der Lufthansa. Heike Birlenbach wird zum 1. Januar Nachfolgerin von Jens Bischof, der zu Sun Express wechselt. Ihr Titel: "Senior Vice President Sales Lufthansa Hub Airlines". Damit verantwortet die 50-Jährige der Vertrieb von Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines. Gleichzeitig soll Birlenbach den Verkauf von Brussels und Eurowings unterstützen. Neben dem Vertrieb leitet sie auch den Lufthansa-Hub Frankfurt.

Birlenbach hat in Kanada studiert und arbeitet seit 1990 für Lufthansa. Sie hat viele unterschiedliche Stationen hinter sich: Marketing, Produktentwicklung, Servicequalität und Kabinenpersonal. Außerdem leitete sie 2009 die damalige Neugründung Lufthansa Italia. Aktuell ist sie Chefin für Vertrieb und Marketing der Lufthansa-Gruppe in Europa mit Ausnahme der Heimatmärkte Deutschland, Österreich und Schweiz.

16. Dezember 2016 – 15:12

Lufthansa und Etihad Airways haben sich nicht nur auf die Übernahme von Airberlin-Flugzeugen geeinigt, sondern erstmals auch gegenseitiges Codesharing vereinbart. Lufthansa wird die täglichen Dienste des Golfcarriers von Frankfurt und München nach Abu Dhabi unter eigener Flugnummer vermarkten. Etihad verkauft dafür die Kranich-Strecken von Frankfurt nach Rio de Janeiro und Bogota mit EY-Code. Für LH-Chef Carsten Spohr ist das erst der Anfang: "Wir können uns vorstellen, unsere Zusammenarbeit in der Zukunft auf andere Bereiche auszuweiten."

Unterschrieben ist nun auch das Wet-Lease-Abkommen mit Airberlin, das bislang nur Absichtserklärung war. Demnach übernimmt der Lufthansa-Konzern ab Februar 38 Flugzeuge samt Crews des angeschlagenen Carriers, an dem Etihad 29 Prozent hält. Maschinen und Personal werden für sechs Jahr zu "marktüblichen Konditionen geleast". 33 Maschinen sollen für Eurowings fliegt, fünf für Austrian Airlines.

15. Dezember 2016 – 16:51
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Anders als die Tourismuswerber von Brand USA sieht Tilo Krause-Dünow keine Anzeichen dafür, dass Image-Schäden durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten die Nachfrage nach Reisen in die Vereinigten Staaten negativ beeinflussen. Er stelle nach der Wahl des umstrittenen Kandidaten "ein unverändert hohes Interesse an Reisen in die Vereinigten Staaten" fest, sagt er. Seit Bekanntgabe des Wahlausgangs Anfang November entwickelten sich die Vorausbuchungen für die USA für das Reisejahr 2017 "unverändert positiv". Zahlen nennt er allerdings nicht. Noch höher im Kurs stehe, wie bereits in diesem Jahr, das Nachbarland Kanada, so der Nordamerika-Experte. Dort betrage das Buchungsplus je nach Reiseart zwischen 13,5 und 19 Prozent. Gloobi

15. Dezember 2016 – 13:17
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Im Billigflug-Sektor steht offenbar ein Deal bevor, der die Spielregeln in diesem Segment neu definiert. Ryanair und Norwegian schicken sich an, gemeinsame Sache zu machen. Wie der "Sunday Telegraph" berichtet, steht die irische Billig-Airline kurz vor dem Abschluss von Verhandlungen mit Norwegian Air Shuttle. Dabei soll Ryanair als Passagierlieferant für die Langstreckenverbindungen der EU-Tochter der Skandinavier fungieren. Die Vorteile, die das beiden Partnern bringt, liegen auf der Hand. Ryanair kann die Auslastung auf Verbindungen zu den Langstrecken-Abflughäfen von Norwegian verbessern und, eine starke Nachfrage vorausgesetzt, die Preise anheben. Und Norwegian erhält dringend benötigte Passagiere für die Flüge über den Atlantik zu US-Zielen wie Las Vegas, Fort Lauderdale, Oakland, Los Angeles oder New York-Newark. Das ist umso wichtiger, als Norwegian nicht nur von Metropolen-Airports wie London-Gatwick, Paris-Orly und im nächsten Jahr auch Barcelona und Amsterdam startet, sondern auch von kleineren Flughäfen wie Cork, Dublin, Oslo oder Stockholm. Deren Einzugsgebiet würde alleine nicht ausreichen, um die Langstreckenmaschinen zu füllen.

Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit für beide Partner zum Balanceakt. Schließlich ist Ryanair gezwungen, die bislang auf reine Punkt-zu-Punkt-Verbindungen eingestellte Logistik zu verändern. So muss sich das Unternehmen darauf einstellen, Koffer umzuladen und auf verspätete Flüge des Partners zu warten. Außerdem sollten Faktoren wie die Gepäckbestimmungen beider Partner aneinander angepasst sein. Darüber hinaus sollten sie ihre Preise sorgfältig kalkulieren. Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss eine Umsteigeverbindung, an der beide verdienen wollen, deutlich günstiger sein als entsprechende Direktverbindungen der Netzcarrier.

14. Dezember 2016 – 17:14
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Der auf Wellness-, Spa-, Beauty- und Kurreisen spezialisierte Veranstalter mit Sitz im westfälischen Hamm will enger mit Reisebüros zusammenarbeiten. Das Unternehmen, das bislang hauptsächlich Reisen nach Polen vertreibt, plant zudem, seine Zielgebietspalette auf Tschechien, Ungarn und die Baltischen Staaten auszuweiten. Reisebüros können die Touren von Koziol Reisen nach einer Registrierung unter http://www.koziol-reisen.de/agenturanmeldung/ verkaufen. Der Veranstalter zahlt von der ersten Buchung an zehn Prozent Provision, umsatzbezogen kann sich die Vergütung auf bis zu 15 Prozent erhöhen.

14. Dezember 2016 – 14:39
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Der starke Dollar und Donald Trump könnten das Geschäft mit USA-Reisen aus Deutschland im nächsten Jahr schwächen, fürchtet die Vermarktungsorganisation Brand USA. 1,07 US-Dollar erhalten Reisende in den Vereinigten Staaten derzeit für ihren Euro. Das sind 32 US-Cent weniger als im Frühling 2014; dementsprechend beträgt der währungsbedingte Preisanstieg für USA-Urlauber in den vergangenen zweieinhalb Jahren rund 30 Prozent. Dass diese Entwicklung die Reiseströme aus Deutschland im nächsten Jahr beeinträchtigt, glaubt auch die Touristik-Marketing-Organisation der Vereinigten Staaten, Brand USA. "Wir werden 2017 kräftigen Gegenwind erhalten, und der wichtigste Faktor dabei ist die Währung", zitiert das US-Fachmagazin „Skift“ die Chef-Marktforscherin von Brand USA, Carroll Rheem. Aber auch einen Trump-Effekt sehen die US-Werber; allerdings ohne ihn explizit zu benennen. Zusammen mit Mexiko habe Deutschland auch am negativsten auf die „politischen Nachrichten aus den USA reagiert“, sagt Rheem, und meint damit wohl die Wahl des umstrittenen Milliardärs zum künftigen US-Präsidenten. Asiaten und Europäer insgesamt hätten im Hinblick auf ihre Reiseabsichten dagegen kaum darauf reagiert. In Deutschland sei es die negative Berichterstattung in den Medien, die das USA-Bild der Reisenden beeinflusst habe.

Ihre Marketing-Strategie will die Organisation ungeachtet des politischen Störfeuers fortsetzen. Allerdings werde man darauf achten, dass größere Aktionen zeitlich nicht mit Ereignissen wie der Amtseinführung des Präsidenten im Januar zusammenfallen, heißt es.

13. Dezember 2016 – 17:30
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Über diese Personalie war in der Branche schon länger spekuliert worden, nun ist es offiziell: Oliver Dörschuck, Touristikchef bei Tui Deutschland, verlässt das Unternehmen zum Jahreswechsel. Die Trennung zwischen dem 43-Jährigen Manager, der seit 14 Jahren bei Tui arbeitete und dort als Reiseleiter und Trainee begann, erfolge "im allerbesten gegenseitigen Einvernehmen", erklärt der Konzern. Dörschucks neues Ziel ist noch nicht bekannt, sein Nachfolger bei Tui steht allerdings schon fest: Marek Andryszak, erst im Juni als neuer Chef bei der Last-Minute-Beteiligung L’Tur angetreten, übernimmt den Posten. Tui-Deutschland-Chef Sebastian Ebel lobt Andryszak, der vor seinem L’Tur-Engagement Tui-Geschäftsführer in Polen war, über den grünen Klee. Der 43-Jährige sei "nicht nur ein touristischer Vollprofi", er habe auch "in Polen seine kommerziellen und strategischen Qualitäten bewiesen" und bei L‘Tur "in kürzester Zeit die erforderliche Neuausrichtung erfolgreich eingeleitet". Andryszak stehe für Kontinuität, werde aber auch "neue Akzente setzen", kündigt Ebel an. Den Chefposten bei L'Tur behält er weiterhin.