21. Februar 2017 – 20:16
palmaflughafen

Nach Informationen der spanischen Zeitung "Diario de Mallorca" will die Flughafenbehörde Aena den Flughafen auf Mallorca ausbauen, um seine Kapazität bis 2021 stufenweise um 21 Prozent zu steigern. Dann soll die Zahl der Passagiere, die maximal befördert werden können, von heute 26,3 Millionen auf 32 Millionen im Jahr wachsen. Statt wie bisher 66 Flugbewegungen pro Stunden sollen bis zu 80 möglich sein.

Die Pläne riefen sogleich den balearischen Tourismusminister auf den Plan, der davon offenbar aus den Medien erfahren hatte. Die "Mallorca Zeitung" zitiert ihn mit den Worten, diese Vorgehensweise zeige die zentralistische Haltung, mit der die halbstaatliche Flughafenbehörde Aena ihre Politik betreibe, ohne die Regionen in die Planung mit einzubeziehen. Es sei "nicht hinnehmbar, dass über die Anzahl der Flüge und die Kapazität der Touristenbeförderung des Flughafens entschieden wird, ohne diejenigen einzubeziehen, die für die Tourismus-Politik, die öffentliche Infrastruktur und die Dienstleistungen für die Bevölkerung verantwortlich sind", sagte der Minister nach Angaben der Zeitung.

Dass der Streit um das Projekt eine Fortsetzung erfährt, ist absehbar. Denn zum einen klagt das Flughafenpersonal bereits heute darüber, dass es während der Hochsaison überlastet sei. Und zum anderen flammte in diesem Jahr erneut die Debatte darüber auf, wie viele Besucher Mallorca eigentlich verträgt. Die Insel hatte 2016 wegen der schwachen Nachfrage für andere Ziele wie die Türkei, Ägypten oder Tunesien einen Besucherrekord aufgestellt. 

21. Februar 2017 – 17:11
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Der Turrialba in Costa Rica hat seine Aktivitäten nach mehrmonatiger Pause wieder einmal verstärkt. Seit Mitte Februar stiegen über dem Hauptkrater des 3.340 Meter hohen Berges wiederholt Rauchsäulen auf, in der Region ging ein Ascheregen nieder. Der um den Vulkan herum gelegene gleichnamige Nationalpark ist bis auf Weiteres für Besucher gesperrt. Der Flugbetrieb am internationalen Flughafen Juan Santamaria in der Hauptstadt San José läuft aktuell planmäßig. Bei erneuten Eruptionen kann es aber zu Störungen kommen. Der Turrialba liegt rund 70 Kilometer östlich von San José. Er war zuletzt im September ausgebrochen. Damals musste der Flughafen wegen Rauch und Asche zeitweise geschlossen werden.

21. Februar 2017 – 14:51
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Premiere für umweltfreundlichen Antrieb auf dem Meer: Aida Cruises lässt auf der Meyer-Werft das erste Kreuzfahrtschiff der Welt bauen, dass nur mit Flüssiggas fährt – und noch größer wird.

Aida will mit dem Konzept „Green Cruising“ Vorreiter sein. Dazu gehört der Antrieb mit flüssigem Erdgas. „Wir sind davon überzeugt, dass LNG der Treibstoff der Zukunft ist“, sagt Aida-Chef Felix Eichhorn. Werftchef Bernard Meyer pflichtet ihm bei: „Diese Entscheidung von Aida ist visionär.“ Er hoffe, dass damit der Widerstand bei vielen Reedereien gebrochen werde. Bisher hätten viele die Investition in den umweltfreundlichen Antrieb gescheut.

Tatsächlich wird die neue Aida das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das rein mit flüssigem Erdgas fährt. Meyer hat zwar schon zwei Fähren mit diesem Antrieb gebaut. Dies sei aber eine andere Dimension. Fähren seien immer nur einen Tag zwischen denselben Häfen unterwegs und könnten immer wieder auftanken. Das Aida-Schiff muss weiter kommen.

Doch nicht nur hier liegt die Herausforderung. Heute gibt es kaum Häfen mit LNG-Tankstellen. Die müssten nun nachrüsten. Meyer fordert die Häfen auf, sich schnell auf einen Standard zu einigen. „Ich habe manchmal den Eindruck, jeder Hafen will etwas Neues erfinden.

Der Neubau wird 2.500 Kabinen haben, von der Einzelkabine bis zur Penthouse-Suite. Dazu 15 Restaurants und 23 Bars. „Jeder soll auf dem Schiff seinen individuellen Urlaub machen können“, sagt Felix Eichhorn, der trotz der mittlerweile zwei Millionen deutschen Kreuzfahrer noch „ein riesiges Wachstumspotenzial“ sieht.

Das erste Schiff der Helios-Klasse soll Ende nächsten Jahres fertig sein. Die noch namenlose Aida wird ab Dezember auf den Kanarischen Inseln eingesetzt und von dort auf siebentägigen Trips Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa und Madeira anlaufen. Reisebüros können ihre Kunden schon jetzt vormerken lassen. TH

20. Februar 2017 – 21:43
antalyahafenfotowikipedia

Als deutscher Journalist ist es in diesen Tagen nicht ganz leicht, einem türkischen Regierungsvertreter einigermaßen unbefangen zu begegnen. Zu präsent sind die Berichte über verhaftete türkische Kollegen, die zwangsweise Schließung vieler Publikationen, die Einschüchterung türkischstämmiger Medienvertreter in Deutschland. Menderes Türel, den Bürgermeister der wichtigsten touristischen Region des Landes, Antalya, hindert all dies nicht daran, in Deutschland auf Werbetour zu gehen. Und er kommt nicht allein. Unterstützt wird er etwa vom neuen Sun-Express-Chef Jens Bischof, dem Sprecher der Industrie- und Handelskammer von Antalya, Yusuf Hacisüleyman, Yasar Döngel, Mitglied im Vorstand des Airports Antalya, und Ahmet Barut, dem Besitzer der Barut Hotels.

Sie sind gekommen, um so viel wie möglich über Tourismus zu reden und so wenig wie möglich über Politik. Schließlich musste Antalya im vergangenen Jahr einen Besucherrückgang um 40 Prozent hinnehmen, die Umsätze sanken aufgrund niedriger Preise, vor allem im Kurzfristgeschäft noch stärker. Der deutsche Quellmarkt erlebte in Antalya einen Besucherrückgang um rund 30 Prozent. Das soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen, darüber sind sich die Vertreter der Abordnung einig.

Reichen gute Preise? Und so präsentiert die Abordnung aus Antalya in schöner Eintracht die Klassiker der Argumentationsketten für den Türkei-Tourismus – vom einmaligen Preis-Leistungs-Verhältnis, das dieses Jahr noch besser sei, über die lange deutsch-türkische Tourismus-Historie bis hin zu Erkenntnissen aus der Vergangenheit, die ihren Einfluss auf die Zukunft nicht verlieren sollen: Demnach erholte sich die Türkei-Nachfrage nach Rückschlägen immer wieder schnell, sobald eine Weile nichts passierte. Hauptsache, der Preis stimmt. Bis zum vergangenen Jahr, als die Türkei sich nicht nur einer Serie von Terror-Anschlägen ausgesetzt sah, sondern auch einem gescheiterten Putsch und einer innenpolitisch autoritären und außenpolitisch konfrontativen Politik ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Mit einem ziemlich pragmatischen Statement unterstreicht Antalyas Airport-Manager Döngel seine Hoffnung, dass sich das wieder ändert. Weder komme die Türkei langfristig gut ohne den deutschen Markt aus, noch die deutsche Touristik ohne die Türkei. Zudem seien viele Urlauber von den Erfahrungen in anderen Destinationen im vergangenen Jahr frustriert, sagt er. Da mag etwas dran sein. Aber reicht das, um die Bedenken auszuräumen?

Für die Touristiker ist die Antwort klar. Die Politik werde den Drang deutscher Urlauber, in die Sonne der preisgünstigen Türkei zu reisen, langfristig nicht bremsen, beteuern sie unisono. Andere Quellmärkte seien ohnehin schon entschieden auf dem Wege der Besserung. So wie Russland, das die Grenzen Richtung Türkei nach dem Abschuss einer russischen Militärmaschine kurzerhand dicht machte, im Zuge einer neuen Männerfreundschaft zwischen Vladimir Putin und Erdogan in diesem Jahr aber bereits wieder drei Millionen Urlauber schicken soll. Auch der Quellmarkt Ukraine floriere, sagt Döngel. Ebenso wie Israel; und die Nachfrage aus Indien und China wachse ebenfalls. Daraus ergebe sich gegenüber 2016 eine Wachstumsperspektive von 50 bis 60 Prozent. Das sei ermutigend, auch wenn man damit die Zahlen von 2015 noch nicht wieder erreichen werde.

Hoffnung auf das Kurzfrist-Geschäft. Im Hinblick auf den deutschen Markt sind die Prognosen der Türken durchaus bescheidener. Der angestrebte Wert liegt in etwa bei den rund zwei Millionen Besuchern des Vorjahres. Ein großer Teil der Kapazität werde im Kurzfristgeschäft verkauft werden – wenn nicht bis dahin die Airlines zu viele Kapazitäten gestrichen hätten. Sun-Express-Chef Bischof, dessen deutsch-türkisches Joint Venture in Antalya immerhin 2.500 Mitarbeiter beschäftigt, will die Gelegenheit nutzen, um sich Marktanteile zu sichern. Seine Airline habe die Kapazität sowohl für die Türkei insgesamt als auch für Antalya um rund ein Viertel aufgestockt, sagt er.

Wenn es dann doch mal um Politik geht, überlassen die Touristiker Antalyas Bürgermeister Türel kampflos das Feld. Der ist ein strammer Vertreter der Regierungspartei AKP, nach eigenem Bekunden Vertrauter des Präsidenten, und beklagt die "Missverständnisse" die es zwischen der Türkei und Deutschland gebe. Die sind natürlich mediengemacht, sagt er. So habe das deutsche Fernsehen kolportiert, der Putsch, bei dem er selbst um ein Haar umgekommen wäre, sei von Erdogan inszeniert gewesen, klagt er nicht ganz wahrheitsgemäß. Sein Rezept: Die anwesenden Journalisten sollten nach Antalya reisen und sich vergewissern, dass dort "alles normal" sei. Entspannung, Sonne und noch mehr Sicherheit als bisher. (CS)

20. Februar 2017 – 20:09
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Ein knappes Jahr nach dem Kauf durch den Versicherungsmakler MRH Trowe geht das Unternehmern in die Offensive. Ziel des Versicherungsspezialisten, der vor einigen Monaten vom Makler zum "Assekuradeur" wurde und so vor allem die Schadensregulierung für seine Kunden ohne rechtliche Grauzone und Zusatzkosten erledigen will, ist die Verdoppelung des vermittelten Prämienvolumens von derzeit 35 Millionen Euro bis 2020.

Ein ehrgeiziges Projekt – das ist MDT-Chefin Kristina Düring und MRH-Gesellschafter Maximilian Trowe klar. Schließlich ist der Markt der touristischen Versicherungen, wenn man von ein paar Zusatzeinnahmen durch die EU-Pauschalreiserichtlinie absieht, weitgehend gesättigt, wie Düring bestätigt. Also muss MDT der Konkurrenz Marktanteile abspenstig machen, um zu wachsen. Damit das klappt, will die MRH-Tochter auf drei Ebenen die Aktivitäten verstärken. Zum einen soll der international aufgestellte Gesellschafter MDT dabei helfen, Unternehmen aus der Reisebranche Versicherungen auch außerhalb des klassischen touristischen Spektrums anzubieten. Etwa, wenn es um Bauprojekte, die Alterssicherung von Mitarbeitern oder auch um Hotelprojekte im Ausland geht.

Fokus auf Vertrieb. Außerdem rüstet Düring die Abteilung Verkauf auf. Wie bereits gemeldet, übernimmt Stefan Winiarski die Rolle des Vertriebsgeschäftsführers. Der Touristik-Neuling und Versicherungsexpeerte soll mit touristischen Kunden neue Allianzen schmieden und die Vertriebsbasis von MDT erweitern.  Zudem erhält Gerhard Au, bereits seit 2012 in Diensten des Unternehmens, den Titel "Leiter Vertriebssteuerung“, und Prokura. MDT-Gründer Helmut Deininger konzentriert sich vom Sommer an als "Berater der Geschäftsführung" auf größere strategische Themen. Der Außendienst, gerade wie berichtet durch Heike Schatten verstärkt, soll von zwei auf sieben Mitarbeiter aufgestockt werden. Hinzukommen sollen unter anderem noch ein Großkundenbetreuer und ein Experte für das digitale Geschäft.

Last but not least stehen auch neue Produkte auf der Expansionsagenda. Neben maßgeschneiderten Lösungen für Reisebüros, die künftig stärker als Veranstalter agieren wollen oder müssen, ist dafür das Deutschland-Geschäft ein Beispiel. Zudem stehen etwa Ticketversicherungen, ein spezieller Schutz für Kreuzfahrten oder Fernreisen sowie Angebote zur "Liquiditätsüberbrückung" der in den Wintermonaten bisweilen klammen Veranstalter auf dem Plan.

Chancen sehen Düring und Trowe zudem beim Thema Insolvenzschutz. Der Ausstieg des von diversen Schäden gebeutelten Versicherers Generali führe kurzfristig zu einem deutlichen Anstieg der seit langem im Sinkflug befindlichen Prämien, sagt die MDT-Chefin. Das mache es zugleich für neue Versicherungen attraktiver, in dieses Segment einzusteigen. Zwei Versicherungen, die sich künftig in diesem Bereich engagieren wollten, habe MDT dabei bereits an der Angel. Mittelfristig könnten solche Neuzugänge in diesem Segment wieder zu einer Anpassung der Preise nach unten führen.

Dass die Konkurrenz den Bestrebungen des seit neun Jahren im Markt aktiven Unternehmens nicht tatenlos zusehen wird, ist Düring und Trowe klar. Dennoch glauben beide, dass sie durch die Übernahme des Touristik-Spezialisten durch den spezialisierungsfreudigen Generalisten gestärkt genug sind, um im Clinch zu bestehen. "Wir spielen touristisch gemeinsam in einer anderen Liga als zuvor", versichert Trowe.

17. Februar 2017 – 14:18
athenparthenonfotosteveswayne

Die griechische Hauptstadt, ihr Flughafen und die Fluggesellschaft Aegean machen gemeinsame Sache, um Athen europaweit als Städtedestination zu bewerben. Mit der Zusammenarbeit des öffentlichen und des privaten Sektors soll die Stadt als "modernes kulturelles Zentrum" in den Vordergrund gerückt werden, heißt es. Die Kampagne mit dem Titel "Eine Stadt, unendliche Geschichten" werde in den nächsten Monaten sowohl über digitale und Printmedien als auch über Videos und soziale Netzwerke für Aufmerksamkeit sorgen, kündigen die Organisatoren an.

Athen profitiert bereits vom aktuellen Nachfrageschub für Griechenland-Reisen insgesamt; allerdings besucht ein großer Teil der Touristen die Metropole in erster Linie als Durchgangsstation zu den griechischen Badezielen. Mit Hilfe verstärkter Werbeaktivitäten will die Stadt nun zu den Top-Zielen aufschließen, die auch als Einzeldestinationen viele Besucher anziehen.

www.thisisathens.org

17. Februar 2017 – 13:40
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Die langjährige Tui-Managerin wird CEO bei der Ferienhaus-Tochter Atraveo in Düsseldorf. Zum 1. März übernimmt Schulze zur Wiesch, derzeit noch Strategie-Chefin bei Tui-Deutschland, den Job von Geschäftsführer Dirk Froelje, der das Unternehmen verlässt - "auf eigenen Wunsch und in bestem Einvernehmen", wie es von Tui heißt. Schulze zur Wiesch soll die Geschäfte gemeinsam mit CFO Matthias Gieschen führen, der die kaufmännische Leitung seit Anfang Februar in einer Doppelrolle für Atraveo und Tui Wolters ausübt. Sie erhält nun die Gesamtverantwortung für das Ferienhaussegment und wird damit auch Vorgesetzte von Tui-Wolters-Chef Thies Rheinsberg.

Tui-Deutschland-Chef Sebastian Ebel will die Personalie als Ausdruck ambitionierter Pläne im Ferienhausgeschäft verstanden wissen. Er sehe dafür "nicht nur hierzulande, sondern auch in unseren anderen europäischen Quellmärkten große Wachstumspotenziale", sagt er. Nach dem Launch des Online-Portals Tuivillas.com, das sich "hervorragend für eine internationale Expansion" eigne, solle Schulze zur Wiesch die Ferienhaus-Offensiv "als strategischer und operativer Kopf führen". Die  gebürtige Aachenerin erledigte bei Tui schon ein breites Aufgabenspektrum, von der Referentin für Qualitätssicherung und Assistentin der Geschäftsführung über die Leitung des Produktmanagements von Robinson und Magic Life bis hin zur Verantwortung für den damals neu geschaffenen Bereich Konzepthotels. Sie sei im Konzern "exzellent vernetzt und habe "in den vergangenen Jahren in verschiedenen Rollen bewiesen, dass sie eine durchsetzungsstarke Persönlichkeit mit strategischem Weitblick" sei, lobt Ebel.

17. Februar 2017 – 13:10
billengerd

Ganz so schlimm wie befürchtet kommt es bei der Umsetzung der neuen Pauschalreiserichtlinie für Reisebüros nun offenbar doch nicht. Wie der DRV mitteilt, ist die Europäische Kommission damit einverstanden, dass Reisebüros auch künftig mehrere unterschiedliche Reisebausteine, die sie ihren Kunden vermitteln, am Ende zu einem Gesamtbetrag zusammenfassen und gemeinsam bezahlen lassen können. Damit sind die getrennten Bezahlvorgänge für Einzelleistungen, wie sie der Gesetzentwurf bisher vorsah, vom Tisch.

Der zuständige Staatssekretär Gerd Billen hatte sich bei der EU-Kommission für die Verringerung der bürokratischen Hürden für die Reisebüros beim Verkauf der so genannten "verbundenen Leistungen" erfolgreich eingesetzt. DRV-Präsident Norbert Fiebig lobt Billens Engagement und sagt, er sei nun zuversichtlich, "dass die Reisebüros ihr Geschäftsmodell im Großen und Ganzen so weiterführen können wie bisher". Als nächstes soll ein Formulierungsvorschlag des Justizministeriums eingebracht werden, der dann im Gesetzestext verankert werden kann. Die Verabschiedung des Gesetzes wird für April erwartet.

17. Februar 2017 – 12:10
spohrcarstenfotolufthansa

Die Strategie von Carsten Spohr ist in vielerlei Hinsicht eine Gratwanderung. Zum einen zwischen dem Anspruch, im Bereich der Kosten wettbewerbsfähig zu bleiben, beziehungsweise zu werden, und den Sorgen und streikbewehrten Forderungen des Personals. Zum anderen aber auch mehr denn je zwischen immer härterem Wettbewerb und der Notwendigkeit, Allianzen zu schließen. Besonders auffällig wird dieser Spagat im Umgang mit dem Golftstaaten-Carrier Etihad Airways, mit dem sich Lufthansa nach langjähriger erbitterter Fehde mittlerweile auf Codeshare-Abkommen und Zusammenarbeit bei Catering und Wartung verständigt hat.

Gegenüber dem "Manager Magazin" ließ der Lufthansa-Chef nun wieder die Abteilung Attacke voranpreschen. Er betonte, an seiner Kritik der Subventionspolitik ihrer Länder, von der die Fluggesellschaften aus den Emiraten profitierten, habe sich nichts geändert. Auch im Luftverkehr müssten die Maßstäbe der Welthandelsorganisation WTO angelegt werden. Gleichwohl preist Spohr den neuen Partner Etihad als Wettbewerber der "im Unterschied zu anderen Golf-Carriern nicht auf blindes Wachstum" setze, sondern "auf eine Partnerstrategie und adäquate Kapazitäten". Eine Beteiligung von Etihad oder dem Staatsfonds Abu Dhabis an Lufthansa oder umgekehrt sei in den aktuellen Gesprächen aber kein Thema, stellt er klar.

Für die Kranich-Airline war der Zeitpunkt, um eine Partnerschaft mit dem Herausforderer einzugehen, vor allem deshalb günstig, weil Etihad längst nicht mehr aus einer Position reiner Stärke heraus agiert. Kostspielige Beteiligungen wie die an Airberlin und Alitalia setzten dem Unternehmen so sehr zu, dass die Finanziers aus Abu Dhabi die Geduld mit CEO James Hogan verloren und ihn demnächst austauschen. Und in Europa setzt die Begrenzung von Start- und Landerechten dem Wachstum Grenzen, was wiederum zu dem verlustreichen Beteiligungs-Sammelsurium im Etihad-Portfolio führte. Der Lufthansa-Chef glaubt ohnehin, dass die besten Zeiten für die Konkurrenz aus den Emiraten vorbei sind. Laut "Manager Magazin" ist er skeptisch, dass die Golf-Carrier genügend Passagiere für die zahlreich bestellten Flugzeuge finden werden. "Nach dem, was ich an Verkehrsprognosen und Auslastungszahlen kenne", so der Airline-Manager, "kann ich mir das nicht vorstellen."

16. Februar 2017 – 17:34

Ein deutlicher Indikator ist dafür der so genannte RevPar – das ist der Erlös pro verfügbarer Zimmerkapazität. Nach Zahlen der weltweiten Hoteldatenbank des Dienstleisters STR ging der RevPar in Istanbul 2016 um 37 Prozent, in Brüssel um 18 Prozent und in Paris um 13 Prozent zurück. Zahlreiche andere europäische Metropolen legten hingegen zweistellig zu. So stieg der Wert in Dublin und Kopenhagen um 16 und in St. Petersburg um 15 Prozent. In Bukarest verbesserte er sich aus der Sicht der Hoteliers um zwölf, in Warschau um elf, in Barcelona und Belgrad um zehn Prozent. Eine deutliche Erholung verzeichnete der RevPar in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Dort legten die Einkünfte nach dem von Krisen und Konflikten geprägten Jahr 2015 wieder um 36 Prozent zu. London dagegen büßte auf hohem Niveau ein Prozent ein.