11. November 2016 – 13:11
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Im Rennen um Hotelbetten auf den Kanaren investiert Schauinsland-Chef Gerald Kassner auf der Bade- und Surferinsel Fuerteventura. Schauinsland übernimmt das Vier-Sterne-plus-Hotel R2 Rio Calma mit 416 Zimmern komplett, bei der ebenfalls an der Costa Calma geglegenen Vier-Sterne-Apartmentanlage mit 45 Wohnungen ist das Unternehmen Hauptanteilseigner. Beide Anlagen befinden sich in erster Strandreihe. Mit der Hotelgruppe R2 arbeitet Kastner bereits länger zusammen So vertreibt Schauinsland Reisen das Fünf-Sterne-R2 Romantic Fantasia Suites Design by Bahia Playa, das Vier-Sterne-R2 Design Hotel Bahia Playa und das Vier-Sterne-R2 Romantic Fantasia Dream im deutschen Markt exklusiv.

Der Schauinsland-Deal ist ein weiterer Hinweis auf das wachsende Engagement deutscher Reiseveranstalter auf den Inseln westlich von Afrika. Erst vor kurzem hatte FTI, ebenfalls auf Fuertevenntura, die Übernahme des Großkomplexes Stella Canaris angekündigt, aus dem bis Juli mit Hilfe eines Investitionsvolumens von 60 Millionen Euro sieben Hotels der FTI-Eigenmarke Labranda werden sollen.

11. November 2016 – 09:00

Immer mehr Erwachsene wollen ihren Urlaub ohne Kindergeschrei genießen. Dieser Trend ist für Rolf-Dieter Maltzahn, Geschäftsführer der DER Touristik Köln, klar zu erkennen. Deshalb baut er Adults-only-Häuser im nächsten Sommer massiv aus. Mit mehr als 250 Hotels in 19 Zielgebieten, die entweder komplett oder in abgetrennten Bereichen erst ab 16 Jahren buchbar sind, nennt sich Maltzahn Marktführer unter den deutschen Veranstaltern.

In größeren Anlagen, die renoviert werden, entstehen oft separate Bereiche, die für Kinder tabu sind. Zum Beispiel im LTI Amada Colossos Resort auf Rhodos mit seinen 700 Zimmern. Dort gibt es Erwachsenen-Pools und auch kinderfreie Restaurants. "Immer mehr Hotels erkennen, dass sie ihr Angebot auf spezielle Zielgruppen zuschneiden müssen." 100 davon packt Maltzahn noch in einen separaten Katalog von Jahn Reisen, der im Januar erscheint. Die Adults-only-Hotels sind aber schon jetzt in Bistro über einen Filter zu finden.

10. November 2016 – 16:56
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Tui Ventures hat einen Anteil von 15,4 Prozent an der Peakwork AG gekauft. Ziel der Partner sei es , "einen globalen Marktstandard für den Vertrieb von touristischen Leistungen zu etablieren" heißt es. Paekwork-Chef Ralf Usbeck will insgesamt bis zu 40 Prozent des Unternehmens an "strategische Partner" abgeben, sagt er. Frank Rosenberger, Strategie-Chef bei der Tui Group, erklärt dazu, sein Unternehmen wolle durch die Beteiligung an dem Technik-Dienstleister, der die Player-Hub-Technologie entwickelte, "das Angebot an differenzierten Produkten und Services weiter auszubauen". Dafür  benötige man "Technologien, die unseren Kunden diese schnell, transparent und maßgeschneidert über alle Distributionskanäle anbieten".

10. November 2016 – 11:25
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Bei der Suche nach Nebeneinkünften ist Lufthansa im Assekuranz-Bereich fündig geworden. Die Airline bietet ihren Kunden nun in Zusammenarbeit mit Ergo Direkt Geräteschutzversicherungen an, mit denen sie beispielsweise Tablets und mobile Telefone gegen Glasbruch- oder Flüssigkeitsschäden versichern können. Auch bei Schäden durch Sand oder Sonnenmilch sowie bei Feuer-, Kurzschluss- und Überhitzungs­schäden greife die Geräteschutzversicherung, verspricht Lufthansa.

Die Police kostet 40 Euro für Einzelpersonen und 50 für Familien. Sie gewährleistet einen Schutz an maximal 42 Urlaubstagen pro Reise für beliebig viele Reisen pro Jahr. Der Vertrag endet nach einem Jahr automatisch, ohne Kündigung. Kunden können die Versicherung bis zum Tag des Abflugs abschließen. Der Schutz beginnt mit dem Betreten des Flugzeugs am Heimatflughafen und endet mit dem Ausstieg nach der Rückreise. Versichert sind nach Lufthansa-Angaben alle mitgeführten elektronischen Geräte. Diese müssten nicht einzeln registriert werden, erklärt die Fluggesellschaft. Im Schadensfall deckt die Versicherung im ersten Gerätejahr 100 Prozent des Kaufpreises bis zu einer Höhe von 3.000 Euro ab. Im zweiten Gerätejahr werden 80 Prozent, im dritten und vierten 60 Prozent sowie im fünften Gerätejahr noch 40 Prozent des Kaufpreises erstattet.

09. November 2016 – 14:35
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„Mildred“ trägt eine Nerd-Brille und hat pinkfarbenes Haar, zum Dutt gebunden. Nein, sie ist keine Vertreterin eines Berliner Reiseveranstalters, sondern der neue Chatbot Marke Lufthansa. Wer will, kann sich mit ihr auf Facebook unterhalten. Mildred verspricht, den günstigsten Preis für einen LH-Flug innerhalb der kommenden neun Monate zu finden. Bei der Suche, die in der Facebook Messenger-App erfolgt, können Nutzer ihren Abflug- und Zielflughafen wahlweise ausschreiben oder den internationalen Buchstabencode verwenden. Man kann auch seinen Wohnort als Startpunkt wählen. Der Chatbot kenne den nächstgelegenen Flughafen mit Abflügen der Lufthansa-Gruppe und ermittele den günstigsten Preis für einen Hin- und sieben Tage später für einen Rückflug, verspricht die Airline. Wer will, kann den Zeitpunkt auch individuell eingrenzen. Möchte der Nutzer ein Ticket kaufen, gelangt er auf die mobile Version von LH.com und kann den Flug direkt auf dem Smartphone buchen.

Bei einem kurzen Test reagierte Mildred schnell, wusste allerdings mit dem eingegebenen Zielort zunächst nichts anzufangen. Erst nach einer konkreten Benennung des Airports erfolgte die wahrheitsgemäße Rückmeldung, dass Lufthansa, dieses Ziel nicht bediene. Mit normalen Sätzen kommt Mildred im Gegensatz zu Apples Siri oder Amazons Alexa allerdings noch nicht so recht klar. Jedenfalls lautete die Antwort auf die Rückfrage "Auch nicht mit Eurowings?" nur: "Immer stets zu Diensten. Du kannst jetzt nach einem neuen Flug suchen ..." Kein Problem: Eine Beta-Version, in der Mildred derzeit noch läuft, ist schließlich zum Lernen da.

09. November 2016 – 13:59
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Die Reaktion der Veranstalter auf diese Frage ist wenig überraschend. Reflexartig versichern sie, dass Trumps Wahl zum Präsidenten keine negativen Auswirkungen auf die USA-Buchungen haben werde. Stellvertretend für viele steht das Statement, das Tilo Krause-Dünow, Chef des Nordamerika-Spezialisten Canusa, heute früh zu dem Thema ablieferte. "Der neue US-Präsident wird das Reiseland der unbegrenzten Möglichkeiten sicher verändern, aber die Menschen, das Land und die Natur werden weiterhin ein großer Magnet für die Touristen sein, die von diesem Kontinent fasziniert sind oder ihn kennenlernen wollen, auch oder vielleicht gerade nach einer solchen Wahl", erklärt  er, und: "Ein Buchungseinbruch ist daher nicht zu erwarten. Der Wahlsieg von Donald Trump ist zunächst einmal eine Sache der Amerikaner und so werden es auch die deutschen Touristen sehen."

Für die Veranstalter käme ein Rückschlag im USA-Geschäft zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn während ihnen wichtige Ziele wie die Türkei, Ägypten oder Tunesien derzeit erhebliche Probleme bereiten, läuft das Geschäft mit Fernreisen in die USA gut. Und so haben etwa FTI und Thomas Cook ihre Nordamerika-Programme zum nächsten Sommer deutlich ausgebaut. Daher mag die demonstrative Gelassenheit auch damit zusammenhängen, dass man eine weitere "Baustelle" derzeit nicht gebrauchen kann.

Unsicherheit im Vertrieb

Im touristischen Vertrieb wird das Thema nicht durchgängig so entspannt gesehen. In einschlägigen Facebook-Foren wird darüber diskutiert, ob man die neuen USA-Kataloge gleich im Müll entsorgen sollte. Einige Reisebüromitarbeiter befürchten, dass Trump im Zuge seiner angekündigten Abschottungspolitik die Einreise erschweren könnte. Andere bringen ihre Ratlosigkeit und Betroffenheit zum Ausdruck, während die Pragmatiker zur Gelassenheit raten und empfehlen, zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten. Als möglicher touristischer Gewinner der US-Wahlen wird vielfach das Nachbarland Kanada gehandelt.

Ein positiver Nebeneffekt für die US-Touristik könnte aus dem Wahlergebnis allerdings resultieren, wenn der Kurs des US-Dollars, wie von vielen Finanzexperten erwartet, in den nächsten Wochen und Monaten deutlich nachgibt. Dann würden Reisen in die Vereinigten Staaten günstiger. Zögernde Kunden könnten auf diese Weise doch noch davon überzeugt werden, ihre Amerika-Reise bald anzutreten. Vielleicht behält die Faustregel, mit der der frühere Chef der Frankfurter DER Touristik, Michael Frese, die Frage nach den Auswirkungen politischer Enrtwicklungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf die touristische Nachfrage stets kommentierte, ja ihre Gültigkeit: "Der einzige Faktor, der die USA-Buchungen wirklich beeinflusst, ist der Dollarkurs."

09. November 2016 – 11:34

Die Hotelplattform Booking.com will ihre Vertriebsbasis erweitern und nun auch über Reisebüros verkaufen. Eine Pilot-Version von "Booking.com for Travel Agents" läuft bereits. Die neue Plattform sei "speziell auf die Anforderungen von Reisebüros und Reisevermittlern ausgerichtet", heißt es. Sie ist eine Erweiterung des bereits bestehenden Affiliate-Partner-Programms und nutzt dieselbe Technologie und Infrastruktur.

Neben der Buchungsfunktion selbst umfasst das Tool auch einige Funktionen zur Verwaltung von Buchungen. So gibt ein Dashboard auf der Startseite einen Überblick über die jüngsten Reservierungen. Zudem werden Buchungen und Einnahmen für die vergangene Woche und den vergangenen Monat sowie eine aktuelle Umsatzübersicht dargestellt. Die Hotelpreise entsprechen denen der Endkundenplattform, die Provision liegt je nach Umsatz zwischen fünf und sieben Prozent. Gezahlt wird erst nach der Reise, für stornierte Buchungen erhält der Vertriebspartner nichts.

Zur Plattform für Reisebüros geht es hier: http://www.booking.com/travel-advisors/index.html

08. November 2016 – 12:12
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Das Statistik-Portal Statista hat zusammen mit der Computerzeitschrift "Chip" die Hotlines von Unternehmen in einem Dutzend ausgewählter Branchen getestet. Das Ergebnis ist aus der Sicht der Touristik geradezu niederschmetternd. Am längsten hingen die Tester, die rund 150 Unternehmen mit jeweils 50 bis 100 Anrufen überprüften, mit durchschnittlich 3:35 Minuten bei Reiseportalen in der Warteschleife. Die zweitlängste Leitung wiesen Fluggesellschaften mit durchschnittlich 3:19 Minuten auf. Das ist sogar schlecher als in der berüchtigten Mobilfunksparte, die die Kunden im Schnitt 3:03 Minuten ausharren lässt, bis sie jemanden an die Strippe bekommen. Am schnellsten reagieren übrigens PC-Hilfe-Dienstleister mit 40 Sekunden, gefolgt von Direktbanken, die im Schnitt nach 1:14 Minuten einen Ansprechpartner zur Verfügung stellen.

08. November 2016 – 10:00
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In diesem Jahr ist das Gerangel um Hotelbetten auf den kanarischen Inseln besonders groß. Für den Winter sollen die Flugkapazitäten deutlich größer sein als das Unterkunftsangebot. Wie kommt man als mittelständischer Veranstalter damit zurecht?

Markus Zahn: Olimar ist auf den Kanarischen Inseln ja kein Neuling. Wir haben  zu zahlreichen Hotels gute Kontakte und die Hoteliers wissen uns als zuverlässige Partner zu schätzen. Das zahlt sich aus. Aber natürlich haben wir nicht jedes Kanaren-Hotel im Programm. Häuser, in denen die Großveranstalter dominieren, müssen wir nicht unbedingt auch noch verkaufen. Unser Hotelangebot zeichnet sich durch Individualität aus.

Was tun Sie konkret, um sich ausreichende Kapazitäten zu sichern?

Ein großer Teil unseres Angebotes setzt sich aus Boutique Hotels, charmanten Apartmenthäusern und Landunterkünften zusammen, von denen viele abseits der großen touristischen Zentren liegen. Diese Unterkünfte stehen nicht im Fokus der Großveranstalter. Aber unsere Gäste suchen genau solche Häuser mit besonderem Flair.

Auch für Portugal ist die Nachfrage in diesem Jahr stark. Wie erleben Sie die Situation dort?

In unserem Stammland, in dem wir seit fast 45 Jahren aktiv sind, basiert unser Erfolg auf vielen langfristig gewachsenen Verbindungen. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir dort 25 Prozent Zuwachs erreicht. Portugal ist kein klassisches Massenziel und hat längst nicht so große Hotelkapazitäten wie etwa Spanien. Das begrenzt natürlich die Wachstumsmöglichkeiten, vor allem an der Algarve. Dem tragen wir mit einer immer größeren Angebotsvielfalt Rechnung. Vor allem in Nord- und Mittelportugal  sowie im Alentejo haben wir das Angebot kräftig ausgebaut.

Wie wollen Sie verhindern, dass die Großanbieter auch in Portugal die Oberhand  gewinnen?

Wie gesagt, man kennt uns in Portugal. In wichtigen Destinationen gehen wir auch durchaus ins wirtschaftliche Risiko. So verkaufen wir 18 Hotels im deutschen Markt exklusiv und bieten zum Beispiel Nonstop-Charter von Frankfurt und Düsseldorf auf die Badeferieninsel Porto Santo.

Seit einigen Tagen liegen die Olimar-Kataloge für 2017 in den Reisebüros. In Portugal hat der Veranstalter 60 neue Hotels im Programm. Auf die kleine Nachbarinsel Madeiras, Porto Santo, bietet das Unternehmen zweimal pro Woche zusätzlich zum bestehenden Charter ab Düsseldorf einen Charter ab Frankfurt. In Spanien sind im nächsten Jahr 40 Hotels neu im Programm, davon zehn auf Mallorca und acht auf den Kanaren. In Italien tauchen 108  Hotels erstmals bei Olimar auf, in Kroatien sind es 30.

07. November 2016 – 16:40
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Im Gespräch am Rande der Vertriebsveranstaltung "Thomas Cook Travel Connexion" in Frankfurt stellte Kontinentaleuropa-Chefin Stefanie Berk klar, dass die veranstalterübergreifende Regelung zur Weitergabe von Handynummern der Kunden für Notfälle, an der beim DRV gearbeitet wrd, dringend erforderlich sei. Sie werde eingeführt – notfalls auch ohne Tui, die die freiwillige Selbstverpflichtungserklärung im Zusammenhang mit der Initiative nicht unterzeichnet hat. Das Projekt SMS-Assist sieht vor, dass Reisebüros den Veranstaltern die Handynummern ihrer Kunden weiterleiten, damit sie diese in Notfällen kontaktieren können. Mit der Selbstverpflichtung erklären die Veranstalter, dass sie die Daten nicht für andere Zwecke nutzen. Berk erklärte, dass den Veranstaltern die Handynummern der Kunden im Notfall zur Verfügung stehen müssten, um sie so schnell wie möglich zu informieren. Dies sei vor allem bei Städtereisen wichtig, bei denen meist keine Reiseleitung vor Ort sei. Doch daran hapere es noch. So habe man nach dem Anschlag auf Touristen in Istanbul nur 30 Prozent der Gäste auf diesem Weg erreichen können. "Dass Reisebüros für diese Notwendigkeit kein offenes Ohr haben, entzieht sich meinem Verständnis," sagt die Cook-Chefin.

Die Befürchtung, die Veranstalter könnten die Handynummern zu Marketingzwecken nutzen, sei in diesem Zusammenhang kein Argument. Denn: „Wir dürfen die Daten schon aus rechtlichen Gründen nicht benutzen und wir tun es auch nicht“. Als zusätzliche vertrauensbildende Maßnahme habe man die Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet, die Sorgen der Reisebüros seien völlig unbegründet. Berk plädiert zudem dafür, die aktuelle Regelung, nach der ein Häkchen gesetzt werden muss, um die Notfallnummer einzugeben, umzukehren. Dann müsste der Kunde darüber aufgeklärt werden, dass er im Notfall nicht informiert werden kann, wenn seine Nummer nicht an den Veranstalter weitergeleitet wird. Immerhin: Laut Vertriebschef Carsten Seeliger steigt die Zahl der in den Systemen hinterlegten Nummern. Das beweise, dass Kunden und Reisebüros die Notwendigkeit erkennen. Dass Krisen zum Dauerthema geworden seien, trage wohl zu dieser Erkenntnis bei, vermutet Seeliger.