11. April 2017 – 18:00

Nach übereinstimmenden Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg und der russischen Nachrichtenagentur Tass erhielten russische Fluggesellschaften eine entsprechende Warnung von der nationalen Luftfahrtaufsichtsbehörde Rosaviatsia. Demnach könnte die Regierung ein erneutes Verbot von Charterflügen aussprechen. Die Fluggesellschaften sollten die erforderlichen Vorkehrungen dafür treffen, heißt es in dem von der russischen Nachrichtenagentur zitierten Schreiben. Als Grund für die mögliche Suspendierung nennt sie die "herausfordernde politische Situation in der Türkei“. Dabei dürften vor allem die unterschiedlichen Positionen im Syrien-Konflikt eine wichtige Rolle spielen.

Dem politischen Säbelrasseln könnten durchaus Taten folgen. Bereits Ende 2015 hatte Russland Charterflüge in die Türkei gestoppt, nachdem ein russischer Kampfjet von der türkischen Armee in der Nähe der syrischen Grenze abgeschossen worden war. Anschließend sank die Zahl russischer Touristen am Bosporus von 3,6 Millionen auf 870.000 im Jahr 2016. Nach einer Entschuldigung des türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdogan hoben die Russen das Verbot von Charterflügen Ende August 2016 wieder auf.

In diesem Jahr könnte ein Charterflugverbot aus Russland die Türkei noch härter treffen als zuvor. Denn angesichts weiterhin schwacher Nachfrage aus anderen wichtigen Märkten wie Deutschland zählt Russland zu den Hoffnungsträgern für die leidgeplagte türkische Tourismusindustrie.

Christian Schmicke

11. April 2017 – 15:16
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Das attestiert der Iberischen Halbinsel und ihren Inseln jedenfalls der "Wettbewerbs-Report 2017" des Weltwirtschaftsforums. Der Index zur Wettbewerbsfähigkeit touristischer Ziele basiert auf 90 Faktoren, von der Sicherheit über die touristische und öffentliche Infrastruktur bis hin zu natürlichen und kulturellen Ressourcen. Spanien liegt in der elfjährigen Historie des Index zum zweiten Mal in Folge an der Spitze. Dahinter folgt - angesichts der Ereignisse des vergangenen Jahres etwas überraschend – Frankreich, Deutschland rangiert wie im Vorjahr auf Platz drei. Um fünf Plätze verbessert zeigt sich Japan auf Rang vier, während die USA an sechster Stelle um zwei Plätze zurückgefallen sind. Großbritannien rangiert weiterhin auf dem fünften Platz, handelt sich aber wegen des bevorstehenden Brexits eine skeptische Prognose ein. Um vier Plätze zurückgefallen ist die Schweiz, die hinter Australien, Italien und Kanada am Schluss der Top Ten landet.

Den kompletten "Travel & Tourism Competitiveness Report 2017" können Reiseprofis hier herunterladen.

11. April 2017 – 12:43
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Viel schlimmer kann es eigentlich nicht laufen: Sicherheitskräfte befördern einen Passagier am Flughafen von Chicago äußerst gewaltsam aus einer überbuchten Maschine. Das Ganze wird per Smartphone gefilmt, millionenfach geteilt und bestimmt weltweit die Schlagzeilen in den Social Media, aber auch in sämtlichen anderen Medien. Bei dem Mann handelte es sich weder um einen Terrorverdächtigen noch um einen Randalierer, sondern um einen ganz normalen Passagier, der seinen gebuchten Flug in Anspruch nehmen wollte und ihn verlassen sollte, damit eine United-Crew seinen und die Plätze einiger anderer Passagiere einnehmen konnte.

Während sich im Gefolge der Affäre ein wahrer Shitstorm über der Airline entlädt, versucht United-Vorstandschef Oscar Munoz mit einer E-Mail an seine Belegschaft auf der Basis von Berichten der Beschäftigten die Wogen zu glätten. Ob er damit Erfolg hat, ist fraglich. Denn in seiner Mail bedauert Munoz zwar, dass diese Situation entstanden sei. Er gibt aber die Schuld daran weitgehend dem betroffenen Passagier und ruft seine Mitarbeiter dazu auf, "weiterhin über sich hinaus zu gehen und sicherzustellen, dass wir korrekt fliegen".

1.000 Dollar Entschädigung waren im Angebot. Seine Version der Ereignisse lässt sich etwa so zusammenfassen: Am Sonntag seien die Mitarbeiter am Gate nach abgeschlossenem Boarding für den voll besetzten Flug von einer United-Crew angesprochen worden, die "dringend an Bord" gemusst habe. Daraufhin habe die Suche nach Freiwilligen begonnen, die bereit gewesen seien, das Flugzeug zu verlassen. In diesem Zusammenhang seien den Passagieren zu 1.000 US-Dollar Entschädigung angeboten worden. Da sich nicht genug Aussteigewillige gefunden hätten, habe die Crew den "involuntary denial of boarding process" eingeleitet – im Klartext also Passagiere herausgepickt und diese zum Aussteigen aufgefordert. Die Entschädigung in Höhe von 1.000 Dollar sei ihnen dabei erneut zugesichert worden, so Munoz.

Ein Passagier, der höflich darauf hingewiesen worden sei, dass ihm der Mitflug untersagt werde, habe lautstark reagiert und sich den Anweisungen der Crew widersetzt. Danach sei er mehrfach erneut angesprochen worden und habe sich dabei zunehmend streitlustig verhalten. Deshalb, so Munoz weiter, hätten die Mitarbeiter hätten keine andere Wahl gehabt, als die Sicherheitsbeamten des Flugzeugs zu verständigen, um den Passagier von Bord zu holen. Nachdem er sich erneut mehrfach geweigert habe, hätten die Sicherheitsbeamten ihn dann gewaltsam aus dem Flugzeug bewegt. Anschließend sei der Passagier erneut an Bord gerannt – entgegen der Anweisung der Crew und des Sicherheitspersonals.

Der gewaltsam hinausgezogene Passagier, der anschließend aus Mund und Nase blutete, hatte mit der mit der Begründung den Ausstieg verweigert, er sei Arzt und müsse am nächsten Tag Termine mit Patienten in Louisville einhalten.

Christian Schmicke

10. April 2017 – 18:00
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"Wir haben in drei Monaten einen sechsstelligen Umsatz erreicht, und das ohne große Werbung", zieht Geschäftsführer Andreas Heimann Bilanz nach der Testphase seiner DER-Reisebüros mit Booking. "Das ist für uns kommerziell sehr interessant." Deshalb werden demnächst alle Filialen, die Derpart-Büros und die Mitglieder der DTPS-Kooperationen Zugriff auf das Portfolio des Hotelportals Booking haben. "Booking ist nun für uns ein Leistungsträger wie andere auch."

Auslöser für den Pilotversuch in DER-Reisebüros im Süden der Republik waren die Kunden. "Manche kamen mit einem Ausdruck von Booking zu uns ins Reisebüro und fragten, ob wir das auch buchen könnten", erzählt Heimann. Statt die Leute wegzuschicken, verhandelte Heimann mit Booking und startete am 1. November den Test. Mit überraschendem Ergebnis: Immerhin 51 der 60 DER-Testbüros lieferten Umsätze. "In der Testphase war jeder Fünfte, der Booking gebucht hat, ein Neukunde."

Booking hat eine Million Unterkünfte im System. Dennoch sieht Heimann "nur eine geringe Überschneidung mit unserem bisherigen Sortiment". Die Booking-Nachfrage konzentriere sich hauptsächlich auf Hotels und Apartments in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier sei das buchbare Angebot für die DER-Reisebüros bisher überschaubar und teils zu unflexibel gewesen, Booking daher eine ideale Ergänzung.

10. April 2017 – 13:58
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Auf dem Reiseportal können sich Kunden nun von einer personalisierten Maschine beraten lassen. "Sina" begleite die Kunden via WhatsApp oder Facebook Messenger "Schritt für Schritt beim Buchen von Pauschalreisen“ und sei "der erste Chatbot, der das kann", sagt Geschäftsführer Thilo Gaul. Alle anderen beschränkten sich auf einfache Service-Anfragen oder die Vermittlung von Flügen oder Übernachtungen. Mit dem textbasierten Dialogsystem wolle HLX "nicht nur die Reiseberatung bereichern, sondern auch die Hemmschwelle für Erstkunden reduzieren", erklärt Gaul. "Sina" gehe auf Reisezeiten, Reisedauer, Ziele und Abflughäfen ein, könne aber auch auf Fragen zu den Kategorien und Eigenschaften von Hotels, wie etwa Strandnähe, Kinderbetreuung und Wellness, antworten.

10. April 2017 – 13:34

Seit Montag, 13 Uhr, ist in Ägypten der von Präsident Abdel Fattah al-Sisi angekündigte Ausnahmezustand in Kraft getreten. Das Parlament stimmte nach den Anschlägen auf zwei koptische Kirchen am Sonntag der Verhängung des Ausnahmezustands für einen Zeitraum von drei Monaten zu. Der Ausnahmezustand ermöglicht unter anderem Festnahmen ohne Haftbefehl und Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung. Bereits zuvor hatte Sisi das Militär angewiesen, die Polizei bei der Bewachung wichtiger Einrichtungen zu unterstützen.

10. April 2017 – 11:17
Bei dem Spezialisten für China-Reisen mit Sitz in Hamburg muss es ordentlich gekracht haben. Unternehmensgründer Guosheng Liu und der erste Geschäftsführer Torsten Dreyer hätten sich „mit sofortiger Wirkung getrennt“, heißt es in einer äußerst knapp gehaltenen Pressemitteilung. Dreyer hatte die Stelle seit Februar 2014 bekleidet, nun will Liu selbst die Unternehmensführung wieder übernehmen. Andreas Janz bleibt weiterhin stellvertretender Geschäftsführer. Zu den Hintergründen der Trennung äußert sich das Unternehmen auch auf Nachfrage nicht genauer. Außerdem bleibt unklar, ob Liu die Geschäftsführung nur vorübergehend wieder übernehmen will oder ob dies eine dauerhafte Lösung sein soll. Momentan sei der Geschäftsführerposten nicht ausgeschrieben, heißt es dazu nur.
10. April 2017 – 10:29

Nach zwei Anschlägen auf christlich-koptische Kirchen in den Städten Tanta und Alexandria mit zahlreichen Toten und Verletzten rät das Auswärtige Amt bei Reisen in das Land einschließlich der Touristengebiete zur Vorsicht. Eine Warnung vor Ägypten-Reisen sprach die Behörde aber nicht aus. Sie teilte lediglich mit, es bestehe "landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen". Diese könnten sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten. Unterdessen hat Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi einen dreimonatigen Ausnahmezustand angekündigt. Er soll in Kraft treten, sobald das Parlament seine Zustimmung dazu gegeben hat. In früheren Fällen führte der Ausnahmezustand dazu, dass Polizisten ohne Haftbefehl und richterliche Anordnung Ausgangssperren verhängen, Menschen verhaften und Wohnungen durchsuchen durften. Die erweiterten Befugnisse sollen den Sicherheitskräften das Vorgehen gegen Extremisten erleichtern. Zuvor hatte der Staatschef bereits den landesweiten Einsatz des Militärs angeordnet. Die Armee solle die Polizei beim Schutz von wichtigen Einrichtungen unterstützen.

07. April 2017 – 17:02

Die Europäische Kommission und die Verbraucherschutzbehörden haben 352 Preisvergleichs- und Reisebuchungsportale untersucht und festgestellt, dass auf 235 von ihnen die Preisangaben nicht zuverlässig waren. Das sind immerhin zwei Drittel der überprüften Portale. Beispielsweise seien in einer fortgeschrittenen Phase des Buchungsvorgangs ohne klare Hinweise für den Verbraucher zusätzliche Preiselemente hinzugefügt worden oder Sonderangebote seien gar nicht erhältlich, klagen die EU-Kommissare.

Unter anderem kritisiert die Kommission, dass in einem Drittel der Fälle der Preis, der zuerst angezeigt wird, nicht dem Endpreis entsprochen habe. In einem Fünftel der Fälle seien Sonderangebote nicht wirklich verfügbar gewesen. Bei fast einem Drittel sei der Gesamtpreis oder die Art und Weise seiner Berechnung nicht klar gewesen. Und in jedem vierten Fall sei nicht darauf hingewiesen worden, dass Aussagen über knappe Verfügbarkeit, zum Beispiel "nur noch 2 verfügbar", "nur heute verfügbar" sich strikt auf die eigene Website bezogen. Das „Netz für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz“ (CPC) will die Betreiber der 235 Websites, bei denen Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden, nun kontaktieren und sie zur Behebung der Unregelmäßigkeiten auffordern. Falls der Aufforderung nicht nachgekommen wird, können die nationalen Behörden je nach geltendem nationalem Recht direkt oder durch Einschaltung nationaler Gerichte Verwaltungs- oder Gerichtsverfahren einleiten.

07. April 2017 – 16:27
mallorcapalma

Als "unsinnig" bezeichnet der mallorquinische Hotelverband "Fehm" die Diskussion um ein Moratorium für den Bau weiterer Stadthotels in der Hauptstadt Palma. Zum Beleg präsentiert der Verband eine Umfrage, bei der Einzelhändler in Palma und Bewohner der Insel nach ihrer Einschätzung gefragt wurden. Auf die Frage, ob die in den vergangenen Jahren eröffneten Boutique Hotels in Palmas Altstadt der Wirtschaft und der wirtschaftlichen Situation der Bürger positive Impulse gegeben hätten, antworteten laut Fehm von 141 befragten Einzelhändlern 88,9 Prozent mit ja. Und von 779 Altstadtbewohnern stimmten dem 83,7 Prozent zu. Die Frage, ob sich dank der Boutique-Hotels die Qualität des Tourismus in der Stadt verbessert habe, beantworteten jeweils 92 Prozent der Einzelhändler und der Bewohner mit ja.

Verbandspräsidentin Immacula Benito unterstreicht zudem, dass die derzeit bestehenden 36 Boutique Hotels mit ihren 800 Betten nicht für die Wohnungsnot und steigende Mietpreise in Palma verantwortlich seien. "Bevor die ersten Unternehmer von 2007 an in Hotels in der Innenstadt investierten, war Palmas Zentrum eine Schlafstadt auf dem Weg des Verfalls. Die meisten Boutique-Hotels entstanden in Altstadtpalästen, die lange Zeit leer gestanden hatten", erklärt sie. Vielmehr seien die Zustände auf dem Wohnungsmarkt das Ergebnis der illegalen Ferienvermietung in Privatwohnungen, gegen die die Behörden zu lange nichts unternommen hätten. Falls alle bestehenden Pläne für neue Hotelprojekte in der Hauptstadt umgesetzt werden, verdoppelt sich deren Zahl auf etwa 70.