02. August 2017 – 14:15
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Der Anbieter von Flusskreuzfahrten hat seine Absicht zur künftigen Vermarktung von Hochsee-Expeditionen, über die Gloobi.de berichtete, bekräftigt. Nicko-Cruises-Geschäftsführer Guido Laukamp erklärt dazu, sein Team arbeite derzeit zusammen mit der Schwestergesellschaft Mystic Cruises an einer Strategie zur Vermarktung der "World Explorer". Ab 2019 soll das Schiff in der Sommersaison Kreuzfahrten für den deutschen und europäischen Quellmarkt unternehmen. Mögliche Fahrtgebiete seien die nordischen Länder, die Arktis, die Ostsee, Westeuropa und das Mittelmeer, kündigt Laukamp an.

Mit nur 200 Betten könne man Gästen an Bord "einen exklusiven Komfort in familiärer Atmosphäre bieten, wie er sonst nur von Luxusanbietern bekannt ist“, wirbt Laukamp für das neue Produkt und verspricht zugleich ein "gewohnt gutes Preis-Leistungs-Verhältnis". Die Besonderheit der "World Explorer" sei ihre geringe Größe; das Schiff könne in Häfen anlegen und Orte anfahren, die größeren Schiffen schon heute unzugänglich sind oder es durch zunehmende Restriktionen künftig werden. 

Christian Schmicke

02. August 2017 – 13:50
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Elf neue Kreuzfahrtschiffe gehen im nächsten Jahr an den Start. Die Mehrheit von ihnen wird für US-Reedereien unterwegs sein. Auch ein Segelschiff ist unter den Neuzugängen.

"Carnival Horizon" (Jungfernfahrt voraussichtlich am 2. April 2018)
Der  US-amerikanische  Marktführer  bestellt seine  Schiffe  in  der  Regel  bei  der italienischen  Fincantieri-Werft  und  lässt  sie  zuerst im  Mittelmeer  einfahren.  Erst dann geht es in heimische Gefilde, im Mai zunächst  nach New York und dann weiter nach  Miami. Die "Horizon" wird ein echtes "Fun Ship" für 4.000 Passagiere und bietet viel Platz für Sport, Spiel und Unterhaltung.

"Symphony of the Seas" (21. April 2018)
Die "Symphony of the Seas" von Royal Caribbean ist  362 Meter lang, verfügt über 18 Decks und fasst 5.400 Kreuzfahrer. Nach der Fertigstellung bleibt sie zunächst die gesamte Sommersaison über in Europa und unternimmt einwöchige  Kreuzfahrten  ab/bis  Barcelona. Ende Oktober folgt die Atlantik-Überquerung nach Miami. Von dort aus geht es im  wöchentlichen Wechsel entweder in die östliche oder westliche Karibik.

"Norwegian Bliss" (21. April 2018)
Mit Platz für etwa 4.200 Gäste gehört auch die "Bliss" zu den größten Kreuzfahrtschiffen der Weltmeere. Rund 20 Restaurants und ebenso viele  Bars und Lounges sind an Bord vorgesehen. Ein mehrstöckiger Sportkomplex mit Wasserrutschen, ein Hochseilgarten und eine Planke, die etwa drei Meter über das Schiff hinausragt, sollen für   Unterhaltung sorgen. Nach  der Transatlantikkreuzfahrt mit Ziel New York reist die "Bliss"über Miami und Los Angeles nach  Seattle weiter. Von Juni  bis September wird sie in  Alaska  eingesetzt, im Oktober an der kalifornischen Küste und von Mitte November an starten die Routen ab Miami.

"Seabourn Ovation" (16. Mai 2017)
Klein und wendig, will die "Ovation" mit gutem Service, Essen und Trinken vom Feinsten punkten. 302 Suiten bieten Platz für 604 Gäste. Die Yacht ist vornehmlich zu kleineren  europäischen Häfen und Inseln unterwegs. Ihre Jungfernfahrt führt von Barcelona nach Lissabon. Danach geht es  weiter nach Nordeuropa, wo die "Ovation" ab Kopenhagen und Stockholm Fahrten in die Nordsee und Ostsee unternimmt. Im Oktober kehrt sie zurück ins Mittelmeer.

"Flying Clipper" (voraussichtlich Mai 2018)
Der größte Rahsegler der Welt wird 162 Meter lang und 18,50 Meter breit. Zudem besitzt er fünf Masten mit 35 Segeln und einer Segelfläche  von  rund  6.350  Quadratmetern.  Wohin  die "Flying Clipper"  ihre  rund  300 Passagiere mitnimmt, steht noch nicht fest.

Neue "Mein Schiff 1" (19. Mai 2018)
Am 19. Mai startet der Neubau mit 2.900 Gästen und dem bei Tui Cruises üblichen All-inclusive-Konzept zu seiner Jungfernfahrt in die Ostsee. Nach einem Sommer in Nordeuropa geht es Ende August zum Überwintern auf die Kanaren.

"MSC Seaview" (10. Juni 2018)
Die  Seaview mit Platz für 4.100 Passagiere ist zunächst im Mittelmeer unterwegs und wird im November 2018 nach Südamerika überführt.

"Roald Amundsen" (22. Oktober 2018)
Das  neue  Expeditionsschiff der norwegischen Reederei  Hurtigruten ist mit einer neuen, umweltschonenden Hybridtechnologie ausgestattet, die den Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert. Mit rund 530 Gästen ist das neue Flaggschiff der Reederei ab Oktober 2018 vor allem in polaren Gewässern unterwegs.

"Nieuw Statendam" (5. Dezember 2018)
Das Schwesterschiff der "Koningsdam" wird direkt nach seiner Fertigstellung in der Fincantieri-Werft  von Italien nach Florida überführt, um anschließend den Winter in der Karibik zu verbringen. Das Schiff für rund 2.660 Passagiere folgt der Tradition  der  großen  Luxusliner - gediegene Eleganz statt Partyatmosphäre.

"Aida Nova" (12. Dezember 2018)
Die  "Nova" ist in der Meyer-Werft im Bau und wird als erstes Schiff einer neuen Generation mit einem Flüssiggasantrieb ausgestattet. Das Konzept bleibt gleich: locker-lässige Atmosphäre, umfangreiches Sport- und Unterhaltungsangebot, kreative Speisenauswahl und ein umfangreiches Wellness-Programm. Ab Ende 2018 gehen etwa 5.000 Kreuzfahrer mit der "Nova" auf einwöchige Kreuzfahrten rund um die Kanaren.

"Celebrity Edge" (16. Dezember 2018).
Die  amerikanische Reederei Celebrity Cruises will mit der "Edge"  neue  Maßstäbe setzen. Zu den spektakulärsten bisher bekannten Neuerungen gehört der "Magic Carpet": Die mobile Plattform, die an der Seite des Schiffs befestigt ist, soll tagsüber das Tendern erleichtern. Zudem kann sie bei Bedarf als Erweiterung des Poolbereichs und der Restaurants genutzt werden. Die Edge mit 918 Kabinen fährt von Fort Lauderdale aus im wöchentlichen Wechsel in die östliche und westliche Karibik.

Die Informationen, die diesem Artikel zu Grunde liegen, wurden vom Kreuzfahrtportal "Kreuzfahrten.de" zur Verfügung gestellt.

01. August 2017 – 17:05
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Das Markenzeichen des Flaggschiffs des Golfstaatencarriers erhält einen neuen Look. Das Design der Lounge gruppiert sich weiterhin um eine hufeisenförmige Bar, ist aber nun laut Emirates Luxusyachtkabinen nachempfunden und bietet mit seiner neuen Anordnung zusätzliche Sitzmöglichkeiten auf beiden Seiten der Bar. In der Bord-Lounge, die den Passagieren aus der First und Business Class vorbehalten ist, finden bis zu 26 Passagiere Platz und es gibt acht Sitzplätze. An der Bar wird eine Auswahl von sechs  je nach Destination wechselnden Weinen ausgeschenkt, denen die Fluggesellschaft Weltklasse zuschreibt. Außerdem fließen Champagner, hochwertiger Cognac und Whisky sowie Cocktails. Für deren Zubereitung hat Emirates nach eigenem Bekunden mehr als 6.000 Flugbegleiter als Barkeeper ausgebildet, die den Passagieren auf Wunsch 14 verschiedene Variationen mixen können.

01. August 2017 – 15:35
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Wenn sich in Reiseplänen Änderungen ergeben, müssen außer dem Flugticket selbst auch diese Leistungen angepasst werden. Dafür lanciert der IT-Dienstleister nun nach fast dreijähriger Pilotierungsphase den "Service Changer". Er arbeitet parallel zum bestehenden "Ticket Changer" und automatisiert die Umschreibung von Electronic Miscellaneous Documents (EMDs) für Zusatzleistungen wie Gepäck, Sitzplatzreservierungen oder Bordmahlzeiten.

Die Lösung für die Änderung kostenpflichtiger Services reduziere die Komplexität bei der Umschreibung von Zusatzleistungen und unterstütze Reisebüromitarbeiter dabei, die Ausstellung der neuen EMDs vorzubereiten, wirbt Uta Martens, Geschäftsführerin von Amadeus Germany, für das neue Tool. Mit einfachen Eingabeformaten und ohne großen Schulungsaufwand sollen sich die geänderten Services und die dadurch entstehende Preisdifferenz unter Berücksichtigung der Airline-Vorgaben vollautomatisch und schnell berechnen lassen.

01. August 2017 – 14:43
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Das Mutterunternehmen Mystic Invest, zu dem Nicko Cruises seit der Insolvenz im Jahr 2015 gehört, will das neue Expeditions-Kreuzfahrtschiff "World Explorer" über seine deutsche Tochter weltweit vermarkten. Das sagte CEO Mário Ferreira dem Fachmagazin "Cruise Industry News".

Die 126 Meter lange "World Explorer" soll Platz für 200 Passagiere und 111 Crewmitglieder bieten. Sie wird derzeit in der portugiesischen Werft West Sea Viana Shipyard in Viana do Castelo gebaut und soll von November 2018 an in See stechen. Die Premierenreise führt von Lissabon nach Rio de Janeiro. Insgesamt will der Investor bis zu zehn Schiffe dieses Typs bauen.

Für zehn Antarktis-Reisen des Neubaus in den Jahren 2018 und 2019 hat sich die Reederei Quark Expeditions das Schiff im Vollcharter gemietet. Für sämtliche Reisen, bei denen das Schiff und die nachfolgenden Neubauten nicht verchartert sind, soll Nicko Cruises die weltweite Vermarktung übernehmen. Im Mittelpunkt steht dabei der deutsche Kreuzfahrtmarkt. Unter anderem sind Reisen ab Hamburg und Kiel geplant. Fahrtgebiete sind laut "Cruise Industry News" unter anderem die Arktis, die norwegischen Fjorde und das Mittelmeer. Als voraussichtlichen Tagessatz pro Kabine nennt Ferreira 450 bis 500 Euro.

Nicko Cruises vertreibt bislang ausschließlich Flusskreuzfahrten. Im nächsten Jahr gehen 25 Schiffe für das Unternehmen an den Start. Im Juli 2018 kommt die "Nicko Vision" hinzu. Sie ist 135 Meter lang und bietet 220 Passagieren Platz. Das Schiff, das von der Reederei Scylla gebaut wird, kommt auf der Donau zum Einsatz.

Nicko Cruises selbst will sich am Donnerstag zu den Plänen äußern.

Christian Schmicke

01. August 2017 – 13:20
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Die Rewe Group hat die im März angekündigte gesellschaftsrechtliche Neuorganisation ihrer Touristiksparte abgeschlossen. Ab sofort werden alle touristischen Aktivitäten in der DER Touristik Group GmbH als Holding gebündelt. Zudem fasst der Konzern zusammengehörige Aufgaben und Themenfelder in den einzelnen Gesellschaften zusammen.

Unter dem Dach der Holding sind nun vier Einheiten aufgehängt: "Central Europe" mit den Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz, Nord- und Osteuropa sowie Zielgebietsagenturen und Hotels. Unterhalb dieser Ebene bündelt die DER Touristik Deutschland GmbH die Aktivitäten der Kölner und Frankfurter Veranstalter- und Vertriebsmarken. Das Geschäft in der Schweiz, das DER Touristik von Kuoni erworben hat, firmiert unter DER Touristik Suisse. Durch die Neuordnung der derzeit 131 Unternehmen in 14 Ländern in einer eigenen Teilkonzernstruktur solle die "Schnelligkeit und Transparenz" der Gruppe verbessert werden, sagt René Herzog, CEO von DER Touristik Central Europe.

Neuzugang von Lufthansa. Außerdem bekommt die Touristiksparte eine gemeinsame Personalchefin. Zum 1. April übernimmt Stephanie Wulf diesen Job und leitet die gruppenübergreifenden Personalthemen. Außerdem wird sie Mitglied des Boards der DER Touristik Group und zieht in die Geschäftsführung von DER Touristik Deutschland ein. Sie übernimmt damit auch die Verantwortung für sämtliche Personalthemen der deutschen DER-Touristik-Gesellschaften inklusive der Vertriebstöchter. In dieser Funktion folgt sie auf Manuela Dittmann, die in die Passivphase der Altersteilzeit geht. Unternehmensspezifische Personalthemen sollen auch künftig in der Verantwortung der bestehenden Personalabteilungen in den 14 Ländern bleiben, teilt der Konzern mit.
 
Wulf ist Juristin und seit 1999 im Lufthansa-Konzern tätig, wo sie unter anderem bei der Deutschen Lufthansa AG, bei Lufthansa Service Gesellschaft und der Lufthansa Technik AG Führungspositionen im Personalbereich inne hatte. Seit September 2014 trägt sie die Personalverantwortung bei Lufthansa Cargo.

31. Juli 2017 – 17:37
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Bei Kurz- und Mittelstreckenflügen müssen von Airberlin Reisende künftig früher am Schalter sein. Von Dienstag, dem 1. August an, also ab sofort, sind die Counter nur noch bis 45 Minuten vor dem geplanten Start geöffnet. Bislang waren nach Aussage  der Airline 30 Minuten. Mehr Zeit haben dagegen Fernreisende: Die Schalter für Langstreckenflüge sowie Verbindungen nach Nordafrika und Tel Aviv schließen jetzt spätestens 60 Minuten vor dem Start, statt wie bisher 90 Minuten vor dem planmäßigen Abflug. Die Check-in-Zeiten gelten auch für Fluggäste, die schon online eingecheckt haben, aber noch Gepäck aufgeben wollen.

Zum Vergleich: Lufthansa passt die Check-in-Zeiten an den jeweiligen Abflughafen an. So schließt der Check-in für Kurz- und Mittelstrecken etwa in Düsseldorf und Köln/Bonn 30 Minuten vor dem Abflug, in Frankfurt sind es 40 Minuten.

31. Juli 2017 – 17:03
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Wer gedacht hatte, angesichts steigender Preise müsste die Nachfrage nach Spanien-Reisen endlich stagnieren oder zurückgehen, sieht sich getäuscht. Um 11,6 Prozent ist die Zahl der Ankünfte aus dem Ausland im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. Insgesamt kamen 36,3 Millionen Besucher. Der Quellmarkt Deutschland ist mit einem Gästeplus von 9,6 Prozent und 5,5 Millionen Reisenden dabei. Der größte Markt, Großbritannien, generierte mit 8,6 Millionen 9,1 Prozent mehr Besucher als 2016. Wachstumsstärkster Markt sind die USA mit 40  Prozent Zuwachs und 1,2 Millionen Reisenden. Außerdem zog es rund 25 Prozent mehr Schweizer auf die Iberische Halbinsel, die Balearen und die Kanaren als im Vorjahr.

Großer Gewinner unter den Zielgebieten ist die Hauptstadt Madrid mit 21 Prozent mehr Besuchern im Jahresvergleich vor der Region Valencia mit einem Plus von 18 Prozent. Aber auch auf den Inseln ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. So empfingen die Balearen 8,5 und die Kanaren 9,7 Prozent mehr Gäste.

Für die Hotellerie des Landes fällt das Wachstum ein bisschen bescheidener aus als es die Zahl der Einreisen vermuten lässt. Sie bleibt zwar gemessen an der Zahl der Touristen mit Abstand der wichtigste Gastgeber. Doch stieg die Zahl der Ankünfte lediglich um 7,7 Prozent, während Ferienwohnungen und -häuser um 34 Prozent zulegten.

31. Juli 2017 – 15:49
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Angehörige der  linksgerichteten autonomen Gruppierung Arran, einer Jugendorganisation der pro-katalanischen Partei CUP, haben am vergangenen Donnerstag in der Nähe der Fußballarena Camp  Nou einen vollbesetzten Touristenbus gestoppt und auf seine Frontscheibe in katalanischer Sprache "Tourismus tötet die Stadtteile" gesprüht. Außerdem zerstachen sie einen Reifen. Menschen wurden nicht verletzt. Von der Aktion, die sich gegen massenhaften Tourismus richten sollte, drehten sie ein Video, das sie anschließend über soziale Netzwerke verbreiteten. Neben dem Angriff auf den Bus sind darin Szenen enthalten, die Barcelona von Touristen überfüllt zeigen.

Kommunialpolitiker  der katalanischen Metropole verurteilten die Aktion. Bürgermeisterin Ada Colau twittterte: "Gegen den Tourismus zu protestieren, kann niemals bedeuten, Personen zu bedrohen oder Gegenstände zu beschädigen." Agustí Colom, im Stadtrat zuständig für Tourismus, sprach von einer "isolierten Tat", die nicht die Stimmung in der Bevölkerung Barcelonas wiedergebe und sich nicht wiederholen dürfe.

Zu Protestaktionen gegen zu viele Touristen kommt es in der katalanischen Hauptstadt, aber auch auf Mallorca in letzter Zeit immer häufiger. So organisierte am vergangenen Samstag die Bürgerplattform "Ciutat per qui l'habita" (Die Stadt für die Bewohner) in Palma de Mallorca eine symbolische Sperrung des balearischen Tourismusministeriums. Nach Angaben des "Mallorca Magazins" klebten sie ein Schild mit dem Wort "geschlossen" an die Tür der Behörde und verlasen eine Stellungnahme, in der vor allem die Ferienvermietung in Mehrfamilienhäusern kritisiert wurde. Die Plattform war im vergangenen Oktober gegründet worden und will Bewohner, Politiker und Besucher auf die Probleme in der Inselhauptstadt, die durch die hohen Besucherzahlen entstehen, aufmerksam machen.

Christian Schmicke

31. Juli 2017 – 14:49
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Das sagt jedenfalls der aktuelle Tourismusindex, den die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) ermittelt haben. Das generell positive Konsumklima in Deutschland verhelfe nicht nur der Reiselaune zu einem stabil hohen Niveau, sondern führe auch dazu, dass die Menschen sich insgesamt mehr gönnten, interpretiert BTW-Präsident Michael Frenzel den Anstieg des index-Wertes von 0,1 im Vorjahr auf 1,3. Der Rückblick auf die ersten sieben Monate des Jahres zeige zudem, dass die Deutschen immer häufiger mehr als einen Tag unterwegs seien. Acht Prozent weniger Tagesausflügen stehen laut BTW sieben  Prozent mehr Reisetage auf Freizeittrips mit mindestens einer Übernachtung gegenüber. Mittlerweile gehe damit nur noch ein gutes Drittel aller Reisetage der Deutschen auf das Konto von Tagesreisen und Ausflügen. Die Bundesbürger investierten ihre freien Tage "häufiger in längere Reisen und weniger in einfache Ausflüge“, so Frenzel.

Freizeitpark statt Radtour. Auch bei Tagesreisen sei ein Trend zu höherwertigen Angeboten festzustellen. So habe sich der Anteil von Besuchen in Erlebnisparks seit 2012 um 16 Prozent erhöht, Wellnessangebote erfreuten sich bei Tagesausflüglern mit plus 13 Prozent ebenfalls wachsender Beliebtheit. Dagegen seien Volksfeste (-7%) und Radausflüge (-9%)  auf dem absteigenden Ast. Die gute Arbeitsmarktlage und die dauerhaft niedrige Sparneigung aufgrund geringer Zinsen führten offensichtlich auch dazu, dass die Menschen mehr Geld in ihren Ausflug investierten, glaubt der BTW.

Online-Shopping statt Einkaufstour. Dafür, dass die Zahl der Tagesreisen insgesamt abnehme, seien auch generelle gesellschaftliche Entwicklungen, allen voran die Digitalisierung, verantwortlich. Shopping-Trips seien in Zeiten von Amazon, Zalando und Co. weniger gefragt. Und auch politische und soziale Aktivitäten benötigten weniger Vorort-Präsenz, da sie sich in Teilen auch in die Sozialen Netzwerke verlagerten. Insgesamt zeige die Auswertung "eine Tendenz weg von Aktivitäten in Gruppen und Vereinen hin zu individuelleren Erlebnissen", erklärt der touristische Dachverband.

Der BTW-Tourismusindex misst auf Basis des GfK-Konsumklimaindex und des GfK Mobilitätsmonitors die Bereitschaft der Deutschen, das verfügbare Einkommen in Aufenthaltstage im Rahmen touristischer Aktivitäten zu investieren. Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus denselben monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen, die auch die Grundlage des GfK-Konsumklimaindex darstellen.