23. Mai 2017 – 16:00
air-europa-a330-200

Bereits jetzt sollen Flüge zu 20 Zielen der spanischen Fluggesellschaft über die Website des irischen Billigcarriers buchbar sein. Am Dienstagnachmittag war davon auf der deutschsprachigen Website allerdings noch nichts zu sehen. Die eigentliche Arbeit steht den frisch gebackenen Partnern ohnehin noch bevor. Sie soll es Fluggästen ermöglichen, die Air-Europa-Langstreckenflüge von Madrid mit Ryanair-Zubringern zu kombinieren. Wenn es so weit ist, wächst das Streckennetz von Air Europa ab Madrid damit um 53 europäische Städte. Die Spanier fliegen auf der Langstrecke von Madrid aus 20 Ziele in Nord-, Mittel- und Südamerika an.

Ryanair ist bereits seit einiger Zeit mit weiteren Fluggesellschaften, die Langstrecken bedienen, in Sachen Zubringer- und Anschlussflüge im Gespräch. Außerdem testet die Airline seit vergangener Woche Anschlussflüge im eigenen System. Das Projekt beschränkt sich allerdings zunächst auf den Flughafen Rom-Fiumicino.

23. Mai 2017 – 14:47
faakerseewikipedia

Das bestätigt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EUA und der Europäischen Kommission. Nach Analysen von über 21.000 an Küsten- und Binnenbadeorten entnommenen Wasserproben kann die überwiegende Mehrheit der europäischen Badeplätze eine gute Wasserqualität vorweisen. Im Jahr 2016 erfüllten demnach 96,3 Prozent der Badeorte die Mindestanforderungen der Badegewässerrichtlinie der EU für eine "ausreichende" Qualität. Dies bedeutet eine geringe Steigerung im Vergleich zu den 96,1 % im Jahr 2015. Mehr als 85 Prozent der Badegebiete erfüllten die strengsten Anforderungen der Richtlinie und erhielten die Beurteilung "ausgezeichnet", was ebenfalls einer minimalen Verbesserung gegenüber 2015 entspricht.

Der Bericht bezieht sich auf die Badegewässer in der gesamten EU, Albanien und der Schweiz. Die wichtigsten Ergebnisse: Alle erfassten Badegebiete in Österreich, Kroatien, Zypern, Estland, Griechenland, Litauen, Luxemburg, Lettland, Malta, Rumänien und Slowenien wiesen 2016 mindestens eine "ausreichende" Qualität auf. In fünf Ländern wurden 95 Prozent der Badegewässer oder mehr mit "ausgezeichnet" bewertet. Das sind Luxemburg (alle 11 Badegebiete), Zypern (99  Prozent aller Badegebiete), Malta (99  Prozent aller Badegebiete), Griechenland (97  Prozent aller Badegebiete) und Österreich (95 Prozent aller Badegebiete). 1,5  Prozent der Badegebiete erhielten die Bewertung "mangelhaft". Zwischen der Badesaison 2015 und 2016 sank die Gesamtzahl der als "mangelhaft" eingestuften Badegewässer von 383 auf 318. Die meisten Badegebiete mit schlechter Wasserqualität befanden sich in Italien (100 Badegebiete oder 1,8 Prozent), Frankreich (82 Badegebiete oder 2,4 Prozent) und Spanien (39 Badegebiete oder 1,8 Prozent).

In Deutschland ist die Wasserqualität an fast allen Badestellen in Ordnung. Von 2.300 untersuchten Badegewässern erfüllen 97,8 Prozent die EU-Mindeststandards. Gut neun von zehn Badegewässern haben eine "ausgezeichnete" Wasserqualität.

Den kompletten Bericht der EUA zum Download finden Sie hier.

Eine aktualisierte interaktive Karte finden Sie hier.

Detaillierte Berichte zu den einzelnen Ländern finden Sie hier.

23. Mai 2017 – 13:48
flughafenfrankfurtvorfeld

Die Konflikte zwischen Lufthansa und dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport über die künftige Zusammmenarbeit werden weiterhin als öffentlicher Clinch ausgetragen. Passend zur Hauptversammlung der Fraport AG am Dienstag gab Lufthansa-Chef Carsten Spohr der "Börsen-Zeitung“ ein Interview, in dem der größte Fraport-Kunde den "aktuellen offensichtlichen Strategieschwenk" des Flughafenbetreibers erneut kritisiert. Im Mittelpunkt der öffentlichen Schelte des Lufthansa-Managers steht nach wie vor die Strategie von Fraport, mit Rabatten neue Kunden aus dem Low-Cost-Segment, wie zum Beispiel Ryanair, nach Frankfurt zu locken. Spohr sieht die Drehkreuzfunktion von Frankfurt durch das "Hineinquetschen von Billig-Airlines", das die Pünktlichkeitsquote verschlechtere, gefährdet. Gemeint ist die geplante und von der hessischen Landesregierung bereits abgesegnete Steigerung der maximalen Zahl der Flugbewegungen von derzeit 100 auf 104 pro Stunde. Lufthansa müsse deshalb Wachstum zu anderen Drehkreuzen umsteuern. Auch ob die eigene Low-Cost-Ableger Eurowings tatsächlich, wie allgemein erwartet, im nächsten Jahr nach Frankfurt kommt, lässt der Airline-Chef ausdrücklich offen. Eurowings können ebenso wie Ryanair die Profitabilität von Zubringerstrecken für die Lufthansa Passage gefährden, mahnt er.

Fraport und Lufthansa hätten sich in den vergangenen Jahren "eher auseinandergelebt als zusammengefunden", erklärt Spohr nicht ganz ohne Theatralik: "Wir reden zwar viel miteinander, aber anscheinend nicht über die richtigen Themen."

Fraport-Chef Stefan Schulte konterte auf die Vorwürfe im Rahmen der Hauptversammlung mit der Bemerkung, sein Unternehmen müsse "die Veränderungen im Markt ernst nehmen und auf sie reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben". Frankfurt habe "zuletzt deutlich Kunden an umliegende Konkurrenzflughäfen mit Low-Cost-Angeboten verloren". Um nun, nach vollzogenem Stategieschwenk, dem "erwarteten, stärkeren Passagierwachstum gerecht zu werden", erwäge man, den Flugsteig G bereits früher als 2023, wie bisher geplant, zu eröffnen. Der Flugsteig mit einer Kapazität von vier bis sechs Millionen Passagieren solle „spezifisch auf die Anforderungen von Low-Cost-Verkehren zugeschnitten“ werden, aber auch Umsteigefunktionalitäten erhalten.

Christian Schmicke

22. Mai 2017 – 18:24

Die DER Touristik Group reaktiviert die Internet-Marke Avigo und baut daraus einen dynamischen Reiseveranstalter für neue Quellmärkte. "Die Länder und die Reihenfolge ihrer Erschließung möchten wir noch nicht mit unseren Wettbewerbern teilen", so Konzernsprecher Tobias Jüngert gegenüber Gloobi. "Es geht um Länder in und außerhalb Europas, mit verschiedenen Sprachen und zum Teil anderen Währungen, die erschlossen werden." In Deutschland soll Avigo nicht aktiv werden.

Auch beim Sortiment gibt sich DER Touristik noch zugeknöpft: "Das Portfolio wird aktuell aufgebaut und gezielt an den Präferenzen der Online-Kunde ausgerichtet. Die einzelnen Destinationen und konkreten Produkte kommuniziert Avigo nicht."

Avigo ist derzeit im Aufbau und soll im dritten Quartal die ersten Buchungen entgegennehmen.Geschäftsführer der Avigo GmbH in Köln ist Ingo Wieck. Der frühere Roland-Berger-Berater ist seit drei Jahren Director Corporate Development bei DER Touristik.

22. Mai 2017 – 14:31
paragraphwikipedia

Bei einer erheblichen Flugzeitenänderung besteht neben einem Preisminderungsanspruch aufgrund dieses Mangels kein weiterer Schadensersatzanspruch wegen entgangener Urlaubsfreude. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor, das die „Neue juristische Wochenzeitung“ thematisiert. In dem behandelten Fall hatte die Klägerin im Dezember 2016 über ein Internetportal bei einem Veranstalter eine Pauschalreise vom 18. bis zum 25.Dezember nach Antalya zum Gesamtpreis von 792 Euro gebucht. Der Abflug sollte am 18. Dezember um 1:30 Uhr vom Flughafen Hannover aus erfolgen, die Ankunft in Antalya um sieben Uhr morgens. Am Tag vor der Abreise teilte das Reisebüro der Klägerin per E-Mail mit, dass sich die Abflugzeit am selben Tag auf 12:50 Uhr und damit um mehr als zwölf Stunden verschoben habe. Neue Ankunftszeit war um 18:10 Uhr. Die Klägerin versuchte daraufhin eine kostenfreie Umbuchung auf einen zeitlich günstigeren Flug zu bekommen, da ihr sonst ein ganzer Urlaubstag verloren gehen würde. Dies wurde jedoch seitens des beklagten Reiseunternehmens abgelehnt.

Die Kundin klagte daraufhin auf eine Minderung des Reisepreises um 173,25 Euro. Die Flugverschiebung von elf Stunden stelle einen Reisemangel dar. Außerdem bestehe ein Schadensersatzanspruch wegen entgangener Urlaubsfreude beziehungsweise nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit.

"Keine hinzunehmende Unannehmlichkeit." Das Amtsgericht München gab der Klägerin teilweise Recht und verurteilte den Reiseveranstalter zu einer Zahlung von 34,65 Euro wegen der Flugverspätung. Nach Auffassung des Gerichts waren zwar die Abflugzeiten vertraglich nicht bindend vereinbart, dennoch liege aufgrund der um elf Stunden erheblich späteren Abflugzeit keine hinzunehmende Unannehmlichkeit, sondern ein Reisemangel vor. Das Gericht ging davon aus, dass bezüglich der über vier Stunden hinausgehenden Verspätung eine Minderung anzuerkennen sei, die sich pro Stunde auf fünf Prozent des Tagespreises beläuft. Der Tagespreis dieser Reise betrug 99 Euro.

Eine darüber hinausgehende Minderung sei nicht entstanden, urteilten die Richter. Die Klägerin übersehe bei ihrer Argumentation, dass der Preis wegen desselben Mangels nicht mehrfach gemindert werden könne und eine Schadensersatzforderung wegen entgangener Urlaubsfreude nur geltend gemacht werden könne, wenn diese nicht bereits mit der Minderung abgegolten sei. Bei einer Flugverspätung sei dies der Fall. Eine weitergehende erhebliche Beeinträchtigung des Urlaubs habe nicht vorgelegen, da die Klägerin noch am gleichen Tag, wenn auch erst abends, das Ziel erreichte. Aufgrund des nächtlichen Flugs sei dem ersten Urlaubstag ohnehin "kein erheblicher Erholungswert“ zuzumessen, so die Juristen.

22. Mai 2017 – 14:05
business-travel-stress-lass-nach-infografik

Früher war doch alles schlechter: Laut der Studie "Chefsache Business Travel", die der DRV unter 110 Geschäftsführern, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 110 geschäftsreisenden Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern durchführte, sind Business Traveller unterwegs heute deutlich weniger gestresst als in den vergangenen Jahren. Nur noch knapp ein Viertel der reisenden Manager beklage einen hohen oder sehr hohen Stresslevel, heißt es. Gegenüber 2016 wie auch 2015 habe sich der Anteil der stark Gestressten damit fast halbiert, erklärt der DRV. Dennoch blieben gesundheitliche Beeinträchtigungen auf Reisen ein Problem.

Größter Stressfaktor sind nach Erkenntnissen der Befragung lange Fahrtzeiten zu Terminen aufgrund ungünstig gelegener Unterkünfte. 34 Prozent der befragten Manager empfinden derartige Planungsmängel als Belastung. Jeweils rund 30 Prozent stresst es, wenn Reiseverbindungen schlecht geplant sind oder Streiks den Terminplan durcheinander wirbeln. 27 Prozent geht es an die Nerven, wenn die Reiseplanung bei kurzfristigen Änderungen keine Flexibilität erlaubt. Rund ein Viertel leidet unter Ängsten und Befürchtungen, dass sie den Zug oder den Flug verpassen könnten.

Wer bereits unter Strom steht, den treiben bestimmte Ängste besonders um, lautet ein naheliegendes weiteres Ergebnis der Studie. Geschäftsreisende mit einem vergleichsweise hohen Stresslevel sähen sich besonders stark durch schlecht geplante Reiseverbindungen und Streiks belastet. Außerdem ist die Angst vor Terroranschlägen unter den Gestressten besonders groß: Gut ein Drittel treibt diese Sorge um. Unter den entspannteren Managern sind es gerade einmal fünf Prozent.

Zum Lieblingsergebnis der im DRV organisierten Travel Management Companies dürfte allerdings eine Erkenntnis der Untersuchung avancieren, wonach Reisende, die den Service eines professionellen Geschäftsreisebüros in Anspruch nehmen, entspannter reisen als Selbstorganisierer. Besonders bei Fragen der Reiseplanung und Buchung, der Orientierung am Reiseziel und der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vor Ort seien die Reisemanager "ganz offensichtlich“ hilfreich dabei, den Stresslevel geringer zu halten, heißt es. Die Studie zeige, dass diejenigen ohne professionelle Unterstützung mehr Stress empfinden. Ein Geschäftsreisebüro im Rücken zu wissen, wirke "häufig beruhigend“. Nur noch 23 Prozent der Geschäftsreisebürokunden hätten Angst davor, den Flug oder den Zug zu verpassen. Bei den Geschäftsreisenden ohne Unterstützung durch ein Geschäftsreisebüro seien es 30 Prozent. Nicht ganz uneigennützig folgert Christoph Führer, verantwortlich für die Geschäftsreiseaktivitäten des DER und Kampagnenpartner der DRV-Initiative "Chefsache Business Travel": "Geschäftsreisende, die wissen, dass sie sich auf ihr Reisebüro verlassen können, haben nicht nur mehr Zeit für ihre geschäftlichen Herausforderungen, sondern empfinden trotz Termindruck auch deutlich weniger Stress.

Allerdings: Auch wenn die reisenden Manager nervliche Belastungen besser wegsteckten als in den Vorjahren, zehrten die Business Trips doch an der Gesundheit, räumen die Verfasser der Studie ein. Neun von zehn Befragten haben unterwegs gesundheitliche Probleme. Gut ein Drittel beklagt schlechten Schlaf, ein Viertel keine oder zu wenig Pausen und fast ebenso viele zu kurze Nächte. Jetlag und schlechte Ernährung sind für jeweils 22 Prozent ein Problem. 20 Prozent sehen die eigene Gesundheit durch zu wenig Entspannung beeinträchtigt.

Christian Schmicke

22. Mai 2017 – 13:17
tui-umfrage

Urlaub sei die erste Wahl für Europäer, wenn es darum geht, das frei verfügbare Einkommen auszugeben, behauptet Tui auf der Basis einer Studie zum Kaufverhalten von Konsumenten in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden. Laut der Untersuchung, für die das Meinungsforschungsinstitut Yougov insgesamt 8.314 Europäer befragte, geben 37 Prozent der Deutschen, 43 Prozent der Briten, 39 Prozent der Franzosen und Belgier, 35 Prozent der Niederländer und jeder vierte Schwede ihr Geld am liebsten für Urlaub aus. Damit liege der Urlaub in der Prioritätenliste noch vor der Renovierung des eigenen Heims, frohlockt der Marktführer, der mit der Umfrage wohl den vielfach vorhergesagten und von der Reisebranche gefürchteten Trend zum "Homing" angesichts unsicherer Zeiten widerlegt sieht. So würden nur 22 Prozent der Deutschen und Franzosen, 20 Prozent der Belgier, 18 Prozent der Briten und 17 Prozent der Niederländer, ihr Geld zuerst in die Verschönerung der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses stecken. Bei den Schweden liegen Ausgaben für Kleidung mit 20 Prozent an zweiter Stelle, für eine Renovierung würden sich lediglich 13 Prozent entscheiden. An dritter Stelle stehen in den meisten Ländern Ausgaben für elektronische Geräte, in Schweden liegen diese nahezu gleichauf (12 Prozent) mit Ausgaben für eine Immobilienrenovierung.  

Allerdings ist nur gut ein Drittel der Befragten Konsumenten nach Erkenntnissen der Umfrage bereit, mindestens 1.000 Euro im Jahr für einen Urlaub auszugeben. Bei den Deutschen liegt der Anteil bei 39 Prozent, in Belgien sind es 37 Prozent, in den Niederlanden 36 Prozent, in Großbritannien 34 Prozent und in Frankreich 32 Prozent. Fast zwei Drittel der Bürger sind also keineswegs gewillt, einen vierstelligen Betrag pro Jahr für die Urlaubsreise zu opfern.

Christian Schmicke

21. Mai 2017 – 11:31
paragraphwikipedia

Am Freitag beschlossen die Fraktionen der großen Koalition die Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht. Dies solle zu "mehr Verbraucherschutz und fairen und europaweit einheitlichen Wettbewerbsbedingungen im Reisemarkt zwischen Online-Anbietern und Reisebüros" führen, heißt es aus der Regierung. Mit der Einführung der neuen Kategorie "verbundener Reiseleistungen", der Anpassung des Reiserechts an digitale Buchungswelten, der Verlängerung der Frist zur Mängelgewährleistung und vielen anderen Punkten habe man "entscheidende Verbesserungen für Verbraucherinnen und Verbraucher erreicht", wirbt der rechtspolitische Sprecher der SPD, Johannes Fechner, für das neue Gesetz.

Zuletzt hatten sich im Rahmen der jüngsten Landtagswahlkämpfe vor allem CDU-Abgeordnete aus der Deckung gewagt und sich in entsprechenden Erklärungen dafür eingesetzt, den Bedenken der Reisebüros gegenüber den neu hinzukommenden Formalitäten bei der Beratung und dem Verkauf "verbundener Reiseleistungen" stärker Rechnung zu tragen. Damit wollten sie den stationären Vertrieb für sich gewinnen. Nun schreibt sich auch Koalitionspartner SPD den Einsatz für eine Milderung der Vorschriften bei der Beratung und Zahlung dieser Leistungen auf die Fahnen. "Die berechtigten Bedenken kleiner Reisebüros, durch die gewohnten Abläufe bei der Buchung und Bezahlung von einzelnen Reiseleistungen zum Veranstalter einer Pauschalreise mit allen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen zu werden, konnten dank der SPD-Bundestagsfraktion ausgeräumt werden. Bei getrennten Leistungen auf getrennten Rechnungen reicht es auch, nur einmal die EC-Karte durchzuziehen, ohne dass das Reisebüro zum haftenden Reiseveranstalter wird", erklärt Fechner.

Der Beschluss der Regierungsfraktionen von CDU und SPD sieht zudem vor, dass teure Tagesreisen, die einen Wert von 500 Euro überschreiten, ebenfalls unter das Pauschalreiserecht fallen. Verbraucher haben dann bei Veranstaltungsausfall oder bei Insolvenz des Veranstalters entsprechende Erstattungsansprüche. In der bisher diskutierten Version des Gesetzes waren Tagesreisen von der Pauschalreiserichtlinie ausgenommen worden.

Christian Schmicke

21. Mai 2017 – 11:02
michael-stollarz

Seit Mitte Mai ist Michael Stollarz Geschäftsführer der SilverTours GmbH. Das Unternehmen betreibt die Portale billiger-mietwagen.de, Camperdays.de und Carigami.fr und gehört zur Reisesparte von der Pro Sieben Sat 1. Die beiden langjährigen Geschäftsführer Yvonne Kraus und Jochen Cholin verlassen das Unternehmen Ende August, wie es heißt, auf eigenen Wunsch, um sich neuen Herausforderungen zu widmen.

Stollarz war zuvor Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt sowie bei Burda International. Neben ihm bleibt weiterhin Daniel Puschmann Geschäftsführer der Fahrzeugportale.

18. Mai 2017 – 20:39
traumschiff-amadea

"Ohne das Wachstum des Kreuzfahrtmarktes sähen die aktuellen Zahlen für unsere Branche erheblich schlechter aus", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig gleich zu Beginn des DRV-Reisebürotages am 18. Mai in Frankfurt. Kein Wunder also, dass sich die Vertriebstagung des Branchenverbandes dieses Themas gerne annahm. Schließlich sind die aktuellen Marktdaten, und erst recht die Prognosen, nicht nur optimistisch, sondern geradezu euphorisch. „In diesem Jahr haben wir die Zwei-Millionen-Grenze überschritten“, sagte Wybcke Meier, Chefin von Tui Cruises, bei einer Podiumsdiskussion über die Perspektiven des Segments. Bis 2020 rechnet Meier mit drei Millionen Kreuzfahrtgästen aus Deutschland pro Jahr und vielleicht 2026, spätestens aber 2028, werde man die Vier-Millionen-Marke erreichen.

Fluch und Segen. Freilich sind die optimistischen Prognosen zugleich Hoffnung und Zwang. Schließlich erwartet die Branche weltweit bis 2026 die Indienststellung von 97 neuen Schiffen, und die müssen gefüllt werden. Das Potenzial dafür sei vorhanden, ist Meier sicher: "56 Prozent der Deutschen können sich heute noch nicht vorstellen, eine Kreuzfahrt zu machen. Das zeigt, welche Chancen noch vorhanden sind."

Auch das Segment der Flusskreuzfahrten werde weiter wachsen, betonte Arosa-Flussschiff-Chef Jörg Eichler im Rahmen der Diskussion. Sein Unternehmen werde die Flusskreuzfahrten künftig noch klarer als bequeme Form der Städtereise vermarkten und die Schiffe dafür adäquat ausrüsten: "Wir werden ein modernes Mehr-Generationen-Schiff bauen lassen, das deutlich größer ist als die heutigen Modelle", kündigte er an.

Aus der Sicht der Reisebüros ist der Kreuzfahrtboom eine Chance. Schließlich ist der persönliche Kontakt zum Kunden die beste Voraussetzung für Überzeugungsarbeit. Allerdings wird das Kreuzfahrt-Wachstum nicht von einem entsprechenden allgemeinen Marktwachstum getragen, sondern es geht zu einem großen Teil zu Lasten des klassischen Badeurlaubs an Land. Diese Kette kann nur durchbrochen werden, wenn es gelingt, zunehmend mehr Kunden zu gewinnen, die ihren Urlaub bisher individuell ohne die Touristik organisiert haben. Die Chancen dafür stünden gut, glaubt Reisebüroinhaber und DRV-Vorstand Oliver Wulf. Schließlich gewinne die Kreuzfahrt immer jüngere Gäste.

Problem Rabattsucht. Als größtes Problem kristallisiert sich unterdessen aus der Vertriebsperspektive immer mehr die Neigung heraus, die Kunden für die nicht selten hochpreisigen und daher attraktiven Reisen durch Preisnachlässe auf Kosten der eigenen Provision, Rückvergütungen oder Bordguthaben zu locken. Dem stehen Reedereien und stationärer Vertrieb gleichermaßen ablehnend wie machtlos gegenüber. Es gebe wohl kein Marktsegment, in dem die Rabattsucht so verbreitet sei wie bei der Kreuzfahrt, formulierte es ein Tagungsteilnehmer. Dabei, so Tui-Cruises-Managerin Meier, sei diese angesichts einer Auslastung der Schiffe von rechnerisch mehr als 100 Prozent und Reisen, die bis zu 16 Monate im Voraus ausgebucht seien, "völlig überflüssig". Und auch Benjamin Krumpen, Chef von Phoenix Reisen, appellierte: "Lasst Euch nicht zu Rabatten hinreißen, sonst entsteht der Eindruck, Eure Provisionen seien zu hoch."

Christian Schmicke