02. November 2017 – 17:12
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Die Buchungsplattform für Reiseaktivitäten hat bei einer Finanzierungsrunde umgerechnet knapp 65 Millionen Euro kassiert. Daran hätten sich alle bestehenden Investoren beteiligt, teilt das Unternehmen mit. Neu eingestiegen sei das amerikanische Technologie-Investitionsunternehmen Battery Ventures. Get Your Guide werde das neue Kapital vor allem für die internationale Expansion und die technologische Weiterentwicklung nutzen, sagt CEO Johannes Reck. Das Portal für Ausflüge, Führungen und Events in den Zielgebieten habe mittlerweile die Grenze von zehn Millionen verkauften Touren und Aktivitäten überschritten, wobei fast die Hälfte davon in diesem Jahr verkauft worden seien.

Der Einstieg des Investitors Battery Ventures hat einen personellen Neuzugang in der Führungsetage zur Folge: Itzik Parnafes, General Partner bei Battery Ventures, wird das Board of Directors verstärken. Der aus Israel stammende Unternehmer verfügt über ein Jahrzehnt Erfahrung als Investor in Technologieunternehmen und stellt ambitionierte Ziele in den Raum: "Get Your Guide besitzt die Chance, die Reisebranche von Grund auf zu verändern“, erklärt er. Die Buchung von Aktivitäten am Urlaubsziel machen laut CEO Reck mittlerweile bereits rund zehn Prozent des globalen Umsatzes in der Touristik aus.  

 

02. November 2017 – 15:14
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Von Extravaganz und Show versteht der Gründer der Virgin Group, Richard Branson, einiges. Und so ließ er sich bei der Kiellegung für das erste Schiff in der Fincantieri-Werft in Genua gemeinsam mit seinem CEO für die geplante Kreuzfahrtmarke Virgin Voyages, Tom McAlpin, von einem 200 Fuß hohen Kran auf die Bühne herunter befördern. Anschließend erläuterten sie erste Details des jachtähnlichen Schiffes für 2.700 Passagiere, das von 2020 an von Miami aus durch die Karibik kreuzen soll. Die größte Aufmerksamkeit erntete dabei die Tatsache, dass der Kreuzer Passagieren über 18 Jahren vorbehalten bleibt. Mit dem Adults-Only-Konzept  traut es sich Virgin Voyages im massiv expandierenden Kreuzfahrtgeschäft als erste Reederei konsequent zu, die Kabinen komplett ohne die wichtige Zielgruppe der Familien zu füllen. 

Wichtig ist dem exzentrischen Branson vor allem, dass sich der Neubau „von den anderen Schiffen auf den sieben Meeren abhebt und ein unwiderstehliches Segelerlebnis bietet“, wie er in Genua verkündete. Dazu solle er eine "von Super-Jachten inspirierte Handwerkskunst und Materialität reflektieren", so der Virgin-Chef. 86 Prozent aller Kabinen verfügen über eine Meeresterrasse und 93 Prozent bieten Meerblick. Inhaltlich verspricht Branson seinem künftigen Publikum einen "verjüngenden Tagesablauf mit aufregendem Nachtleben" – was auch immer das heißen mag.

Und weil der Unternehmer weiß, dass ein Angebot auch dadurch attraktiv werden kann, dass Kunden den Eindruck haben, es sei ein knappes Gut, versucht er diesen Eindruck  bereits jetzt zu schaffen. Auf der Website können zukünftige Kreuzfahrer und Partner ab sofort eine Anzahlung von 500 US-Dollar leisten. Damit erhalten sie Zugang zu einem "exklusiven Vorverkauf", bevor Virgin Voyages mit dem allgemeinen Verkauf beginnt, verspricht der Chef. Wann dieser startet und wann überhaupt das Schiff erstmals zu welchen konkreten Zielen ausläuft, sei noch nicht festgelegt, heißt es. Die Anzahlung, die im Falle einer Buchung auf den Reisepreis angerechnet werden soll, werde den Kunden auf Wunsch aber auch rückerstattet.

Virgin Voyages hat bislang den Bau von drei Schiffen in Auftrag gegeben, die in der Fincantieri-Werft im italienischen Genua entstehen sollen.

 

29. Oktober 2017 – 09:19

Der britische Low-Cost-Carrier übernimmt von der insolventen Airberlin für 40 Millionen Euro Teile des Betriebs am Flughafen Berlin-Tegel. Wie die Fluggesellschaft mitteilt, sollen 25 Flugzeuge, die bislang zur Air-Berlin-Flotte gehörten, künftig für Easyjet fliegen. Zudem sollen bis zu 1.000 Neuanstellungen von Piloten und Kabinenpersonal erfolgen, für die sich die bisherigen Airberlin-Angestellten neu bewerben müssten. Sie würden deutsche Tarifverträge gemäß der Tarifvereinbarungen mit der Gewerkschaft Verdi erhalten, erklärt Easyjet.

Die Übernahme von Strecken und Slots soll der Ausweitung des Kurzstreckennetzes der britischen Airline von Berlin-Tegel aus dienen. Easyjet erklärte, die Aufnahme neuer Flüge werde rechtzeitig mitgeteilt. Während der Wintersaison sei ein eingeschränkter Flugplan geplant, vom Sommer 2018 an solle der komplette Flugplan stehen.

 

27. Oktober 2017 – 10:59
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Die Kombination Karibik und Kulinarik ist offenbar unwiderstehlich. Beim Expi-Abend der Arbeitsgemeinschaft Karibik in Frankfurt wurde es jedenfalls richtig voll. Natürlich ging es dabei um aktuelle Neuigkeiten, etwa zur Lage vor Ort nach den Hurrikans, Produktneuheiten oder Tipps zu Stränden und Aktivitäten. Aber vor allem waren die rund 55 Reiseverkäufer gekommen, um die Destination auf dem Teller zu erleben. Wie schmeckt eigentlich die Karibik? Dieser Frage geht TV-Koch Mirko Reeh in seiner Kochschule im Frankfurter Stadtteil Bornheim nach – ein Mann, der sich schon um die ganze Welt gekocht hat. Auf seiner Zutatenliste für das karibische Menü stehen beim Expi-Abend etwa Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Koriander Muskat, Curry, Papaya, Kokosmilch, Garnelen und mehr – die ganze Vielfalt der karibischen Crossover-Küche mit ihren Einflüssen aus nahezu allen Kontinenten.

Appetit bekomen? Mit folgenden dem Rezept für Callaloo, eine Eintopf-Spezialität aus Grenada, können Sie sich die karibische Sonne schnell in unseren trüben Herbst holen. Hier das Rezept für vier Personen. Zubereitungszeit: rund 30 Minuten. Guten Appetit!

 

 

Für 4 Personen

Zubereitungsdauer: 030 Minuten

Zutaten:

 

 

 

500 g Blattspinat

500 g Speck

1 Liter Gemüsebrühe

500 ml Kokosnussmilch

1 Zwiebel

2 EL Butter

4 Zweige Thymian

1 kleines Bund Schnittlauch

Muskatnuss

Pfeffer und Salz

   

Zubereitung:

Speck, Zwiebel und Blattspinat der zuvor klein geschnitten wurde, wird angebraten, dann kommen die restlichen Zutaten hinzu, das ganze wird sehr gut durchgekocht. Anschließend vor dem servieren sehr stark püriert. Abgeschmeckt mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss.

 

26. Oktober 2017 – 19:08

 

Eigentlich könnte das Geschäft so einfach sein. Moderne Technik verfolgt Kunden auf Schritt und Klick. Reisebüros wissen alles über sie: den Geburtstag, ob Vegetarier oder Allergiker, Vorlieben im Hotel, die Handynummer und natürlich seine gesammelten Reisen. Ideale Voraussetzungen, einen Kunden mit passenden Angeboten glücklich zu machen. Aber das sind alles personenbezogene Daten, die ein Reisebüro so ohne weiteres gar nicht haben, geschweige denn nutzen dürfte. Denn da gibt es ein Datenschutzgesetz und ab 28. Mai die noch strengere Datenschutz-Grundverordnung der EU.

Hohe Geldbußen drohen

Das neue EU-Recht trifft alle Unternehmen und gilt direkt. Reisebüros und Reiseveranstalter sollten es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn ein großer Unterschied zum aktuellen deutschen Gesetz sind verschärfte Sanktionen. Bei Verstößen drohen Geldbußen bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Gesamtumsatzes aus dem vergangenen Jahr.

Keine Glückwünsche zum Geburtstag ohne Einwilligung

Die Änderungen zum jetzt gültigen deutschen Datenschutzgesetz sind aber gar nicht so groß. Zunächst gilt der Grundsatz, dass nur personenbezogene Daten erhoben werden dürfen, die für den Vorgang notwendig sind. Die Juristen nennen das „dem Zweck angemessen“. Die Passnummer, das Geburtsdatum und die Mobilnummer etwa braucht man für eine Kreuzfahrt. Das wäre also angemessen. Allerdings dürfen diese Angaben vom Reisebüro auch nur für das Schiffsmanifest verwendet werden. Schon die Glückwunsch-SMS zum Geburtstag wäre eine verbotene Zweckentfremdung.

Kunden haben „Recht auf Vergessenwerden“

Wo kein Kläger, da kein Richter, werden manche Reisebüros denken und abwinken. Mag sein, dass sie damit durchkommen. Doch auf der sicheren Seite sind Unternehmen nur, wenn sie ihre Kunden um Einwilligung bitten, personenbezogene Daten zu speichern und zu nutzen. Dabei spielt Transparenz eine entscheidende Rolle. Der Kunde muss genau informiert werden, welche Daten von ihm warum gespeichert werden sollen und was damit passiert. Sein Okay gibt er auch nicht für die Ewigkeit, er kann es jederzeit widerrufen und hat ein „Recht auf Vergessenwerden“.

Verständliche Verordnung zum Nachlesen

Hinter dem Wortungetüm „Datenschutz-Grundverordnung“ verbirgt sich ein im Grunde auch für Laien verständlicher Text in deutscher Sprache. Er ist übersichtlich strukturiert, und es lohnt sich für Reisebüros und Veranstalter, sich einmal durchzuklicken und die Web-Adresse als Lesezeichen zu speichern: dsgvo-gesetz.de

Mehr Tipps zur Datenschutz-Grundverordnung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins.

 

26. Oktober 2017 – 13:01
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1987 war es aus. Die großen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebauten Werfthallen aus Stahl  und Beton lagen brach. Der Schiffbau, lange Zeit der wichtigste Industriezweig von Nantes, war endgültig weitergezogen in das 50 Kilometer weiter westlich gelegene St.  Nazaire, wo  deutlich größere Schiffe gebaut werden konnten.

So stand die Stadt an den Ufern der Loire vor einer Herausforderung, mit der sich viele traditionelle Industriemetropolen konfrontiert sehen: den Wegfall ihres wichtigsten Wirtschaftsfaktor zu kompensieren. Auf der von der Loire umspülten Insel, der Ile de Nantes, entschieden sich die Stadtväter für einen außergewöhnlichen Weg, der dem Areal eine touristische Zukunft  bescheren und gleichzeitig die Vergangenheit der Insel als Seefahrts- und Werftstandort einbeziehen sollte. So eroberten  die Machines de l’île, die Maschinen der Insel, das 337 Hektar große Terrain.

Jules Verne lässt grüßen. Das 2007 gestartete Projekt wurde zu einer abenteuerlichen Mischung aus offenem Freizeitpark, künstlerischer Spielerei und technischem Erfindergeist. Bislang besteht es aus drei Attraktionen: einem zwölf Meter hohen, 40 Tonnen schweren, beweglichen Elefanten, einem Karussell der besonderen Art und der "Galerie“, einem lichtdurchfluteten Ausstellungsgelände im Inneren einer ehemaligen Werfhalle. Das Gesamtensemble entführt den Besucher in eine Welt, die mit der Phantasie eines der berühmtesten Söhne der Stadt, Jules Verne, ebenso spielt wie mit den genialen entwürfen eines Leonardo da Vinci. Hinzu kommen atmosphärische Elemente, die der schrottigen Zukunftswelt der schwarzen Kult-Komödie "Brazil“ entsprungen sein könnten.

In dem dreigeschossigen Karussell drehen mit allerlei mechanischen Spielereien versehene Tiere der Unterwasserwelt, ein U-Boot und andere Meeresgespanne ihre Runden. Die Besucher werden zum Teil der Attraktion, indem sie sich in oder auf die Geräte schwingen und ihre Flossen, Flügel oder segel mit Hilfe von Händen und Füßen bewegen.

Auf dem von außen hölzernen mechanischen Elefanten haben bis zu 50 Besucher Platz, wenn er stampfend und aus dem Rüssel sprühnebelartig Wasser speiend seine Runden auf dem Gelände dreht. Und in der Maschinengalerie präsentieren sich skurrile mechanische Ungetüme, wie ein acht Meter langer Reiher und eine Riesenspinne.

Zur Philosophie des Projekts gehört, dass es nie fertig ist. Und so steht der größte und ambitionierteste Teil noch bevor. Der Arbre aux Hérons, der Reiherbaum, soll als Stahlgebilde von 50 Metern Durchmesser und 35 Metern Höhe mit zwei Reihern in der Spitze ein begehbares Bauwerk werden, in dem die Besucher von Ast zu Ast durch hängende Gärten spazieren und eine Runde unter den Schwingen der Vögel fliegen können. Im Frühling 2022 soll der Reiherbaum, von dem bereits ein kleinerer Prototyp vor der Galerie existiert, für Besucher eröffnet werden.

Facettenreiche Altstadt. Die skurrile Mischung aus Kunst, Technik und Vergnügungspark im Herzen der Stadt ist mittlerweile zur beliebtesten Touristenattraktion von Nantes avanciert. Aber einen Besuch ist die Stadt mit ihren knapp 300.000 Einwohnern nicht nur deshalb wert. Denn die Stadt, die bis ins 16. Jahrhundert Hauptstadt der Bretagne war, hat architektonisch und kulturell einiges zu bieten. Da wäre zum Beispiel die Kathedrale mit dem  weißen, aus Marmor geschlagene Renaissance-Grabmal der letzten Herzöge der Bretagne. Oder das mittelalterlichen Viertel mit der Taufkirche von Jules Verne und dem Schloss der bretonischen Herrscher.

Inmitten der Altstadt lockt die Passage Pommeraye, eine lichtdurchflutete Einkaufspassage aus dem 19. Jahrhundert, die sich mit ihrem hölzernen Böden, schmiedeeisernen Geländern und exklusiven Geschäften,  ebenso wie die schicke Rue Crébillon mit ihren Boutiquen, wohltuend von der Monotonie heutiger Einkaufszentren abhebt.

Gegenüber dem Théâtre Graslin, dessen klassizistischer bau aus dem 18. Jahrhundert das Opernhaus von Nantes beherbergt, findet sich mit der Brasserie La Cigale ein Musterbeispiel alter französischer Ar-déco-Pracht. Hier trifft man sich morgens zu Café crème und Croissants, am Abend zum gediegenen Essen oder einfach zwischendurch zum Kaffee oder Wein.

Bedrückendes Mahnmal. Unten am Fluss wurde 2012 ein Mahnmal gegen die Sklaverei eröffnet, in der Nantes eine ebenso wichtige wie schreckliche Rolle spielte. Mehr als 40 Prozent des französischen Skavenhandels wurden hier abgewickelt – rund 450.000 Männer, Frauen und Kinder wurden von Afrika nach Amerika verschleppt. Die Installation schneidet als schräge Wand aus mattem Glas durch die Uferpromenade. 1.710 im Pflaster eingelassene Platten erinnern an die Namen der Sklavenschiffe. Im Stockwerk darunter führt ein Holzsteg an den transparenten Schrägen vorbei. Neben dem Wort Freiheit in 40 Sprachen, zeugen Gedichte, Dokumente und Fragmente vom mehr als 200-jährigen Kampf gegen Sklaverei und Unterdrückung.

Zurück ins Jetzt: Im Juli und August findet das Kunstfestival „Le Voyage à Nantes“, die Reise nach Nantes, statt, bei der entlang einer durch einen grünen Streifen im Asphalt gekennzeichneten Strecke Skulpturen aufgestellt werden. Die Organisatoren der Ausstellung versuchen in jedem Jahr, mindestens eines der Exponate dauerhaft in der Stadt zu behalten.

Nantes hat die Herausforderungen des Strukturwandels bewältigt. Die Airbus-Werke hier und in Saint-Nazaire an der Küste tragen ebenso zur einer neuen wirtschaftlichen Blüte bei wie die Lebensmittel- und Metallverarbeitung und die Universität mit mehr als 50.000 Studenten. Und der skurril-kreative Maschinenpark auf der ehemaligen Industriebrache der Insel ist Teil eines Imagewandels, der die frühere Sklavenhändler-, Seefahrer- und Schiffsbauerstadt heute zum Tummelplatz vieler Kreativer macht.

Christian Schmicke

 

25. Oktober 2017 – 15:39

Für ihre Ausbildung bezahlen sie rund 3.000 Euro, um anschließend für Nettolöhne zwischen 1.000 und 1.400 Euro zu arbeiten. Doch die Verträge der Flugbegleiter von Ryanair enthalten noch weitere „Grausamkeiten“. Zum Beispiel Kündigungsfristen von maximal acht Wochen, die Verpflichtung zu unbezahltem Zwangsurlaub oder die vertraglich festgelegte Entbindung des Arztes von seiner Schweigepflicht. Das förderte eine Recherche der „Welt“ und des ZDF-Magazins „Frontal 21“ zu Tage. Mit den Mindeststandards des deutschem Arbeitsrechts sind diese Klauseln nicht zu vereinbaren. Die betroffenen Flugbegleiter leben und arbeiten aber in Deutschland, beispielsweise in Baden-Baden oder im rheinland-pfälzischen Hahn. Doch ihre Verträge sind nach irischem Recht ausgelegt, das etwa in Sachen Kündigung oder Urlaub deutlich niedrigere Standards kennt.

Ryanair hält diese Verträge für rechtlich einwandfrei; und argumentiert unter anderem damit, dass die Angestellten ja im wesentlichen in der Luft und nicht an ihrem Standort beschäftigt seien. Arbeitsrechtler sehen das allerdings anders. Die Vertragsgestaltung sei „eindeutig“ illegal, sagt etwa Arbeitsrechtler Peter Schüren, Professor an der Universität Münster, den Reporterteams. Wer dauerhaft in Deutschland arbeite, für den könne kein ausländisches Arbeitsrecht im Arbeitsvertrag vereinbart werden, das den zwingenden Arbeitnehmerschutz nach deutschem Recht unterlaufe. In diese Richtung geht auch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September. Der EuGH verurteilte Ryanair dazu, Klagen von Mitarbeitern in deren jeweiligen Land zu akzeptieren, statt solche Streits vor irischen Gerichten auszutragen.

Rund die Hälfte der Ryanair-Flugbegleiter ist nach einschätzung der Gewerkschaft Ufo zudem nicht bei Ryanair direkt angestellt, sondern beim Personaldienstleister Crewlink. Dieser allerdings soll nach Auskunft des Recherche-Teams bis zum Frühjahr 2017 keine Genehmigung von der Bundesagentur für Arbeit für eine solche Arbeitnehmerüberlassung gehabt haben. Dennoch gab es bereits vor diesem Zeitpunkt entsprechende Verträge.

Die Fluggesellschaft erklärt dagegen, so weit sie wisse, gebe es keine Abweichungen zwischen irischem und deutschem Arbeitsrecht, bis auf die gesetzlich vorgeschriebene maximale Probezeit, die in Irland zwölf, in Deutschland lediglich sechs Monate betragen darf. Diesen Punkt habe Ryanair nachgebessert. Darüber hinaus werde das Unternehmen nun prüfen lassen, ob es "eventuell doch weitere Unterschiede zwischen deutschem und irischem Arbeitsrecht gebe“. Falls man solche finde, würden sie künftig in deutschen Arbeitsverträgen berücksichtigt.

 

 

25. Oktober 2017 – 13:36
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Wenn Airberlin am Freitag den Betrieb einstellt, entstehen im Flugangebot Lücken, die nach Einschätzung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr nicht so schnell zu schließen sein werden. Von den rund 140 Air-Berlin-Maschinen blieben ab Samstag 80 bis 90 am Boden, so der CEO. Das könne niemand kompensieren, auch die Lufthansa nicht.

Der Luftverkehr werde daher in den kommenden Monaten deutlich "ruckeln", warnt Spohr. Eine Stabilisierung sei erst zum Sommer möglich und die Optimierung der Flugpläne erst im folgenden Winter. Die Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe wollen in nächster Zeit vor allem auf den Strecken nach Berlin und Düsseldorf größere Flugzeuge einsetzen, um die Nachfrage zu befriedigen.

Dass Spohr von so vielen Maschinen spricht, hängt auch mit dem Wetlease von knapp 40 Airbus A-320 von Airberlin zusammen, der im Rahmen der Insolvenz neu verhandelt wurde. Denn auf die Flugzeuge, die darin enthalten sind, kann Lufthansa noch nicht zurückgreifen. Bis zur Freigabe des Airberlin-Deals durch die Kartellbehörden soll die Luftfahrtgesellschaft Walter die Strecken übernehmen, sie verfügt aber nur über deutlich weniger und zudem überwiegend kleinere Flugzeuge

 

24. Oktober 2017 – 17:54
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Jessica Müller übernimmt bei Windrose Finest Travel den neu zugeschnittenen Bereich Vertrieb und Kommunikation. Die 36-jährige Berlinerin ist bereits seit Anfang Juli bei dem Veranstalter tätig, wo sie bisher die Weiterentwicklung des Kreuzfahrten-Bereichs verantwortete. Diese Tätigkeit soll die studierte Marketingexpertin in Personalunion fortsetzen.

Vor ihrem Engagement bei Windrose war Müller rund zwei Jahre als Teamleiterin im Marketing- und Vertriebsbereich von Flixbus tätig. Davor arbeitete sie fünf Jahre im Trade Marketing von Aida Cruises in Rostock gearbeitet. Begonnen hat sie ihre touristische Laufbahn als Business Development Managerin für Europa bei der Muttergesellschaft Carnival Cruise Lines im Miami.

 

24. Oktober 2017 – 16:42
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Laut einer Erhebung des Fachmagazins "Travel Weekly“ hat sich die Zahl der amerikanischen Touristiker, die ein schlechtes Bild von den Vereinigten Staaten im Ausland für die größte Bedrohung ihres Geschäfts halten, seit 2015 verdoppelt. Gut jeder Fünfte sorgt sich darum. Etwa die Hälfte der Befragten hält Terrorismus für die stärkste Gefahr – im Vorjahr teilten noch mehr als zwei Drittel diese Befürchtung. Steigende Flugpreise und Gebühren sieht knapp jeder Dritte als größtes Problem. Jeweils rund zehn Prozent glauben, schlechtere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, steigende Energiepreise oder Krankheiten und Epidemien könnten ihnen am ehesten gefährlich werden.