14. Oktober 2016 – 08:15

Der Protest der Reiseverbände gegen den Entwurf zur neuen Pauschalreiserichtlinie hat im Bundesjustizministerium offenbar Wirkung gezeigt. Staatssekretär Gerhard Billen hat gestern erläutert, was geändert werden soll. Der DRV sieht eine deutliche Verbesserung gegenüber des ersten Gesetzentwurfs, doch einige Kröten wird die Branche wohl schlucken müssen.

Vor allem wird das Geschäft von Reisebüros bürokratischer. So soll der Vermittlung von Reiseleistungen künftig ein "neutrales Beratungsgespräch" vorangestellt werden. "Erst, wenn der Kunde sich entschieden hat, ob er eine Pauschalreise oder einzelne Reiseleistungen buchen will, erfolgt die rechtliche Zuordnung der Tätigkeit des Reisebüros als Veranstalter oder Vermittler", formuliert es der DRV. Die Rolle des Reisebüros als neutrale kompetente Beratungsstelle könne so erhalten bleiben.

Billen habe klargestellt, dass im Zusammenhang mit Pauschalreisen oder verbundenen Reiseleistungen mindestens zwei unterschiedliche Arten von Reiseleistungen zusammengeführt werden müssten. "Der Sicherungsschein ist gerettet", so der DRV, er werde nicht abgeschafft, wie ursprünglich geplant. Zudem stelle der Gesetzgeber klar, dass eine Einzelleistung keine Pauschalreise sein könne. Tagesfahrten seien aus dem Gesetz herausgenommen worden.

Nicht durchsetzen konnte sich die Branche bei der Definition von verbundenen Reiseleistungen. Damit sie als solche gelten und nicht als Pauschalreise, müsse jede einzelne Leistung separat abgerechnet und bezahlt werden. Problematisch auch die sogenannte Schwarztouristik. So soll etwa von Schulen, Kirchen oder Vereinen organisierte Reisen vom Geltungsbereich des Gesetzes gänzlich ausgenommen sein. Dies sei "nicht im Sinne eines fairen Wettbewerbs", so der DRV und "äußerst problematisch".

Als nächstes muss sich das Bundeskabinett mit dem Gesetzentwurf befassen und ihn beschließen, danach hat der Bundestag das Wort.

12. Oktober 2016 – 17:13
delfin-delfinarien-foto-peta-d

Das Thema ist komplex. Touristische Attraktionen, bei denen Wildtiere mitwirken, sind umstritten. Immer wieder ziehen Angebote wie Schwimmen mit Delfinen, Elefantenreiten in Thailand oder Orca-Shows den Zorn von Tierschützern auf sich. Die Gründe ihrer Empörung sind sehr heterogen. Während einige Gruppen vor allem gegen schlechte Haltungsbedingungen, zum Beispiel in Delfinarien, kämpfen, wenden sich andere gegen sämtliche Veranstaltungen, bei denen wilde Tiere im Spiel sind.

Viele solcher Angebote sind in den vergangenen Jahren unter dem Druck der Tierschutzaktivisten aus den Katalogen deutscher Reiseveranstalter verschwunden. Aus deren Sicht ist das Thema ein zweischneidiges Schwert, denn mancherorts verdienten und verdienen die Zielgebietsagenturen und Reiseleitungen mit den Ausflügen ihrer Gäste in diese Parks ansehnliche Summen.

Anbieter müssen beweisen, dass sie richtlinienkonform handeln

Die Reise-Website Tripadvisor hat nun angekündigt, dass sie ihre Buchungsrichtlinien für Tierattraktionen deutlich verschärfen will. Wörtlich heißt es, man werde "den Ticketverkauf für Attraktionen einstellen, bei denen Reisende in direkten Kontakt mit wilden Tiern kommen, die in Gefangenschaft gehalten werden oder zu einer gefährdeten Art zählen". Für einige Angebote sollen die Buchungsmöglichkeiten sofort eingestellt werden. Die vollständige Änderung der Buchungsrichtlinie ist bis Anfang 2017 geplant. Außerdem will Tripadvisor eine Informationsplattform einrichten, die mit allen Tierattraktionen, die in dem Portal erscheinen, verlinkt wird. Die Inhalte des Portals sollen sich aus "Expertenmeinungen aus den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Tier- und Artenschutz, Meereswissenschaften und Zoologie" speisen. Zu den Partnern zählen etwa der Dachverband der zoologischen Gärten und Aquarien der Welt, die Naturschutzorganisationen Global Wildlife Conservation und Think Elephants International sowie die Tierschutzorganisationen Peta und World Animal Protection. Außerdem sind der britische Reiseverband Abta sowie der pazifisch-asiatische Verbund Pata mit im Boot.

Anbieter, die Wildtierattraktionen offerieren und deshalb ausgeschlossen werden, haben laut Tripadvisor die Möglichkeit, nachzuweisen, dass sie richtlinienkonsorm handeln und werden dann wieder aufgenommen. Explizit ausgenommen von der Regelung sind etwa Streichelzoos oder Fütterungsprogramme, bei denen Touristen unter der Aufsicht des Zoos stehen.

12. Oktober 2016 – 13:57
bullermichaelvirthomas-dashuberagentur-focus

Das angespannte Verhältnis zwischen Hoteliers und Online-Buchungsplattformen ist seit Jahren ein Thema, das weit über die Hotellerie hinaus seine Kreise zieht. Die Streitigkeiten um Bestpreisklauseln und hohe Provisionen machen den Online-Vertrieb in den Augen vieler Hoteliers vom Partner zum Gegner. Konflikte prägen die öffentliche Diskussion. Eine aktuelle Studie, die die Hochschule Heilbronn im Auftrag des Verbands Internet-Reisevertrieb (VIR) erstellt hat, zeichnet von der Zusammenarbeit ein anderes Bild. Sie hat ermittelt, dass 68 Prozent der Hoteliers ihrer Zusammenarbeit mit den OTAs einen hohen bis sehr hohen Nutzen beimessen. Das übrige Drittel bewertet die Kooperation als überwiegend nutzlos. 63 Prozent finden die Zusammenarbeit mit den Online-Agenten gut oder sehr gut.

Als Gründe für die Nutzung von Online-Portalen geben 78 Prozent der Hotels die Steigerung ihrer Auslastung an. 70 Prozent erhoffen sich eine bessere Auffindbarkeit, 69 Prozent wollen ihre Reichweite vergrößern. 20 Prozent nutzen die Online-Portale nur, weil sie keine geeignete Alternative sehen. Das viel diskutierte Thema der Ratenparität wird von rund einem Drittel als ernstes Problem betrachtet.

VIR-Vorstand Michael Buller ist von den Ergebnissen der Studie, die sein Lobby-Verband in Auftrag gegeben hat, erwartungsgemäß angetan. „Die Studie zeigt auf recht deutliche Weise, dass Hotels dem Vertrieb über die Online-Portale keineswegs hauptsächlich kritisch gegenüberstehen“, kommentiert er.

Klassische Buchungswege behalten die Nase vorn

Allerdings verdeutlicht die Befragung auch, dass die OTAs für die Hotels keineswegs den wichtigsten Vertriebsweg darstellen. Erheblich wichtiger sind Buchungen via Telefon oder Callcenter, per Brief, Fax oder E-Mail sowie über die eigene Website. Erst dahinter folgt die Vermittlung über Online-Portale. Und der Vertrieb über Reisebüros und Veranstalter ist nur für jedes vierte Haus von Bedeutung. Die eigene Website ist auch derjenige Kanal, dem mit 78 Prozent die meisten Hotelbetreiber eine wachsende Bedeutung voraussagen. Direkt dahinter folgt der Buchungsweg über Google mit 61 Prozent. Dass die Bedeutung der OTAs weiter zunimmt, damit rechnet hingegen nur jeder zweite Hotelier.

Der mit Abstand größte Kritikpunkt an den Online-Agenten sind die Provisionen, die sie fordern. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer halten sie für zu hoch. 38 Prozent der Befragten regen sich über unflexible Buchungssysteme und rund ein Viertel über mangelhaften Support auf. Eine Abhängigkeit von den Hoteliers sehen dagegen nur neun Prozent als kritischen Faktor.

Als aussagekräftig kann die Untersuchung der Hochschule Heilbronn im übrigen vor allem für die unabhängige Privathotellerie ohne Anbindung an eine Kette oder Marketingkooperation gelten. 87 Prozent der Teilnehmer sind diesem Genre zuzurechnen. Der Privathotellerie mit Markenanschluss ist mit zehn Prozent vertreten, die Kettenhotellerie mit drei Prozent.

11. Oktober 2016 – 18:40
krautbenjaminderreisebueroitfotoder-touristik

Technik ist in diesen Wochen bei DER Touristik ein heikles Thema. Die Startprobleme mit der neuen Buchungstechnologie Phoenix Unlimited sorgten im Vertrieb für Ärger, zusätzlichen Zeitaufwand und Umsatzeinbußen. Sie sind offenbar noch nicht vollkommen behoben. Gut, wenn es dann auch mal ein Technikthema gibt, das nicht mit negativen Assoziationen behaftet ist. Seit Anfang September testet das Unternehmen den Kundenkontakt über Whatsapp in seinem Reisebüro-Flaggschiff, dem "Concept Store" in Berlin. Sämtliche Reisebüromitarbeiter haben Zugriff auf das Tool. Sie bearbeiten die Whatsapp-Anfragen nicht über ein Smartphone, sondern nutzen die PC-Version, um mit ihren Kunden zu kommunizieren. Das Interesse der Kunden sei spürbar, für eine Bilanz sei es aber noch zu früh, sagt Benjamin Kraut über die ersten Erfahrungen mit der Reisebüroberatung via Whatsapp. Kraut leitet bei den DER Reisebüros den IT-Bereich. Wenn sie auf diese Kontaktmöglichkeit aufmerksam gemacht würden, seien vor allem jüngere Kunden sehr angetan, erzählt er. Von einem echten Run auf die Whatsapp-Funktion könne aber noch nicht die Rede sein. Schließlich sei der "gelernte" Umgang zwischen Kunden und Reisebüros bislang noch ein anderer.

In den ersten Wochen erstreckte sich die Kommunikation vor allem auf praktische Fragen – etwa zu Reiseverläufen, Einreiseformalitäten oder Flugzeiten. Und noch beschränkt sich die Bearbeitung der Whatsapp-Anfragen auf die normalen Öffnungszeiten des Reisebüros. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die Kunden den Kontakt auf diesem Weg vor allem in den Abendstunden oder an Sonn- und Feiertagen suchen, könne man die Aktivitäten außerhalb der Öffnungszeiten auf das Servicecenter ausdehnen, so der IT-Experte. "Wenn wir einen Bedarf erkennen, kümmern wir uns darum." Eine Grenze gebe es allerdings, unterstreicht Kraut: "Sensible Daten versenden wir nicht auf diesem Weg." Bis Ende des Jahres will die DER-Reisebüroorganisation ermitteln, ob es sich lohnt, die Whatsapp-Beratung auf einen Teil oder sämtliche Reisebüros ihrer Kette auszuweiten.

10. Oktober 2016 – 17:27
aegypten-gizehpyramidenfotowikipedia

Im August reisten laut offizieller Staistik 503.000 ausländische Gäste ins Land der Pharaonen – 45 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Besonders stark war mit 55 Prozent der Rückgang bei Einreisen aus Russland, dem bislang stärksten Quellmarkt Ägyptens. Aus Deutschland kamen 14 Prozent weniger Touristen als im August 2015, aus Großbritannien 16 und aus Italien sechs Prozent weniger. Fast jeder zweite ausländische Gast kam aus dem arabischen Raum. Nicht nur die Zahl der Einreisen, auch die Aufenthaltsdauer ist rückläufig. Sie sank von durchschnittlich neun Nächten binnen eines Jahres auf 6,4 Nächte. Die Einkünfte aus dem Tourismus halbierten sich für das chronisch devisenschwache Land am Nil auf umgerechnet 3,4 Milliarden Euro.

Ägyptens Touristiker sehen dennoch einen Lichtstreifen am Horizont. Denn der Rückgang im August war immerhin geringer als im schwächsten Monat Juni, als er noch 60 Prozent betrug. Zudem äußerten sich Vertreter des Tourismusministeriums gegenüber ägyptischen Medien zuversichtlich, dass sich die Zahl  der Flugverbindungen ins Land langsam wieder erhöht. Vergangene Woche starteten aus Deutschland die ersten Flüge nach Luxor und von Weihnachten an will Veranstalter FTI auch Sharm el-Sheikh wieder im Vollcharter mit Germania bedienen. Aus Russland hoffen die Ägypter dagegen erst für das nächste Jahr auf eine Wiederaufnahme der Flüge, nachdem der Kreml die Flugverbindungen nach dem vermutlichen Attentat auf ein russisches Flugzeug im Dezember gestrichen hatte.

09. Oktober 2016 – 16:20
tuiflyjpgfototui

"Tuifly nimmt komplettes Flugprogramm ab Sonntag, 9. Oktober, wieder auf. Alle Flüge können planmäßig durchgeführt werden." Das teilt der Tui-Konzern auf seiner Website mit. Auch für die folgenden Tage werde man wieder einen normalen Flugbetrieb garantieren können, heißt es aus Hannover. Nachdem kurzfristige massenhafte Krankmeldungen des Kabinen- und Cockpitpersonals in der vergangenen Woche zu zahlreichen Flugausfällen führten und den Betrieb am Freitag sogar nahezu zum Erliegen brachten, sind nun offenbar wieder genügend Crews an Bord, um das geplante Pensum zu fliegen.

Vorausgegangen waren dem am Freitag mehrere Zusagen des Managements der Tui-Airline an die Arbeitnehmer. So sicherte der Konzern zu, dass das Unternehmen für mindestens drei Jahre eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in Hannover bleiben werde. Die Arbeitsverträge blieben ebenfalls bestehen und Betriebsräte sowie Personalvertretungen im Amt. Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge sollen ihre Gültigkeit behalten, Einschnitte bei den Gehältern würden nicht vorgenommen, hieß es. Zudem wurde die Entscheidung über die geplante Neuordnung auf Mitte November verschoben. Das hat offenbar zur plötzlichen Gesundung der Angestellten beigetragen.

Die Krankmeldungen waren vor dem Hintergrund der geplanten Gründung einer gemeinsamen Ferienfluggesellschaft mit Etihad Airways erfolgt. Die Arbeitnehmer befürchteten daraufhin einen drastischen Stellenabbau und die Verschlechterung ihrer Tarifbedingungen. Zudem kritisierten Vertreter der Beschäftigten eine schlechte Informationspolitik.

Unklar bleibt unterdessen, wie es um Schadensersatzansprüche von Kunden und Geschäftspartnern aufgrund der Annullierungen bestellt ist. Tui hatte zahlreiche Reiseverträge kurzerhand storniert und sieht sich als Opfer höherer Gewalt. Dagegen werten diverse Reiserechtler den Krankenstand als Teil des normalen Geschäftsrisikos einer Fluggesellschaft und verweisen auf entsprechende Urteile. Auch von Seiten der Reisebüros, die im Zuge der Flugausfälle durch Stornierungen und Umbuchungen erheblichen Zusatzbelasungen ausgesetzt waren, werden Forderungen nach einer großzügigen Behandlung der Angelegenheit durch Tui laut. Denn die Provision, die sie auf Stornierungen erhalten, ist eigentlich bei fünf Prozent gedeckelt. Dies sei als Vergütung angesichts des zusätzlichen Aufwandes nicht angemessen, so die Argumentation aus dem Vertrieb.

06. Oktober 2016 – 14:14
tuerkeiistanbulhagia-sophiakopiefoto-studiosus

Studienreisende reagieren sensibel. Wenn ein Land die Sympathie verliert oder als unsicher gilt, wenden sie sich ab. Das zeichnet die Weltkarte der Studiosus-Gäste nach. So gibt es für die Türkei im kommenden Jahr derzeit null Buchungen. 2012 waren es noch 6.000. "Das ist kein reines Istanbul-Problem, man fährt nicht gerne zu Erdogan", glaubt Studiosus-Chef Peter-Mario Kubsch. Das Gleiche gelte für Ungarn. Und wenn Trump der nächste US-Präsident werde, sieht Kubsch auch die USA im Abwärtstrend.

Schwer verkäuflich ist auch der gesamte arabische Raum, nicht nur aus Sicherheitsbedenken. Die Buchungen für Marokko gingen nach den Übergriffen in Köln schlagartig zurück. "Der Einbruch um die Hälfte ist eindeutig dem Ereignis zuzuordnen", ist Kubsch sicher. Er sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Buchungen und der Berichterstattung der Medien. So hätten Meldungen über den sklavenähnlichen Umgang mit Arbeitern den Golfstaaten geschadet, für die Studiosus ein Minus von einem Drittel verbuchte.

Ein Grund für die heftigen Ausschläge sei der Tatsache zuzuschreiben, dass meistens Frauen bestimmen, wo es im Urlaub hingeht. "Für die spielen Aversionen gegen ein Land eine große Rolle." Das zeige sich etwa an Indien, wo Übergriffe auf Frauen praktisch an der Tagesordnung sind und sich die Meldungen darüber in deutschen Medien häufen.

Allerdings gibt es auch Lichtblicke, zum Beispiel das südliche Afrika, Mittelamerika, Japan oder Island. Unterm Strich steht bei Studiosus für dieses Jahr ein Teilnehmerminus von drei Prozent auf rund 100.000 Gäste. Erfreulich für Kubsch: Der Umsatz stieg dennoch um zwei Prozent auf 262 Millionen Euro.

Ins nächste Jahr startet der Marktführer für Studienreisen mit 30 neuen Touren. Entsprechend der Verlagerung der Nachfrage wurde auch das Programm angepasst. So gibt es allein 15 neue "Smart & Small"-Trips in kleinen Gruppen für Europa. Die Türkei flog übrigens nicht ganz aus dem Programm, auch wenn Buchungen bisher ausblieben.

06. Oktober 2016 – 13:45
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Nicht nur dem Vertrieb, sondern auch den Reiseveranstaltern erlegt die neu geregelte EU-Pauschalreiserichtlinie zusätzliche Pflichten auf, sobald sie in deutsches Recht umgesetzt ist. Spätestens von Juli 2018 an muss sie angewendet werden. Änderungen gibt es unter anderem bei den  Informationspflichten. Denn stärker als bisher haftet der  Reiseveranstalter künftig für die Richtigkeit der objektiv nachprüfbaren Angaben in seinen Katalogen und sonstigen Vermarktungsinstrumenten. Ausgenommen sind davon weiterhin rein subjektive Begriffe wie "Traumurlaub". Dagegen sind Versprechen wie "Meerblick" oder Angaben zur Entfernung vom Strand rechtsverbindlich, sagt der Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht Björn Schreier.

Stärker in die Pflicht genommen werden die Veranstalter auch bei Regressansprüchen ihrer Kunden. Klauseln in den AGB, die Reklamationen nach mehr als 14 Tagen nach Urlaubsende ausschließen, sind künftig ungültig. Dann haben die Kunden bis zu zwei Jahre lang noch das Recht, ihre Ansprüche anzumelden. Gestärkt werden die Verbraucherrechte gegenüber dem Veranstalter auch in Fällen höherer Gewalt. Die so genannte Beistandspflicht der Veranstalter wird ausgeweitet. Können Gäste wegen Unwettern oder beispielsweise der Schließung des Luftraums nach einem Vulkanausbruch ihre Heimreise nicht planmäßig antreten, dann muss der Veranstalter nicht nur den späteren Rücktransport sicher stellen, sondern er ist zudem verpflichtet, die Gäste für mindestens drei Nächte kostenlos zu beherbergen.

06. Oktober 2016 – 13:30
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Die Tui-Airline stellt am Freitag den Flugbetrieb ein und hat 108 Flüge abgesagt. Davon betroffen sind  54 Flüge von Deutschland und 54 Rückflüge aus den Urlaubszielen. Um Urlauber aus den Feriengebieten nach Hause zu bringen, habe Tui Flugzeuge anderer Airlines gechartert, heißt es. Der Veranstalter informiere derzeit alle Kunden, die morgen mit Tuifly in den Urlaub starten wollten und denen in absehbarer Zeit keine alternative Beförderungsmöglichkeit angeboten werden kann, über die Kündigung ihres Reisevertrags. Kunden in den Urlaubsregionen sollen über die Reiseleiter informiert und vor Ort versorgt werden. An den Airport-Stationen seien zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz. Auch an den Folgetagen rechnet das Unternehmen mit Flugausfällen.

Am Freitagmorgen teilte Tui mit, dass insgesamt zehn Flüge von und nach Antalya sowie Palma de Mallorca doch durchgeführt werden sollen. Dafür seien Flugzeuge und Crews anderer Airlines gemietet worden, heißt es.

Mehr über die Hiintergründe der Einstellung des Flugbetriebs lesen Sie hier.

06. Oktober 2016 – 13:10
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Zahlreiche geplante Flüge der Tui-Airline hoben auch am Donnerstag nicht ab. Als Grund gibt der Carrier nach wie vor "viele kurzfristige Krankmeldungen des Kabinen- und Cockpitpersonals" an. Kunden werden gebeten, sich vor der Anreise zum Flughafen auf der Website der Fluggesellschaft über den Status ihres Fluges zu informieren. Die Zahl der Flugannullierungen wächst von Tag zu Tag. Auch Airberlin-Flüge, die Tuifly im Wetlease bedient, sind betroffen. So habe Tuifly am Donnerstag keinen einzigen der Flüge für Airberlin durchgeführt, heißt es von der Airline. Mit Hilfe anderer Crews habe man 30 der 90 geplanten Flüge abwickeln können. Tuifly selbst musste am Donnerstag 47 von 110 geplanten Flügen ersatzlos streichen.

Die massiven kurzfristigen Krankmeldungen der Mitarbeiter werden im Zusammenhang mit den einschneidenden Veränderungen gesehen, die der Fluggesellschaft bevorstehen. Die Pläne der Tui sehen vor, Tuifly zusammen mit Teilen der Airberlin-Flotte in eine Holding einzubinden, die gemeinsam mit dem Airberlin-Gesellschafter Etihad Airways gegründet werden soll. Die Geschäftsführung betont, dass sie gegenüber den Mitarbeitern bereits Zugeständnisse gemacht habe. So solle Tuifly auch in einem geplanten neuen Verbund mit Airberlin als Gesellschaft erhalten bleiben. Zudem blieben bestehende Tarifverträge unberührt, versichert das Management. Auch seien Gerüchte über eine Verlagerung des Sitzes der Gesellschaft falsch. Man werde als "deutsche Gesellschaft" auch in Zukunft weiter vom Standort Hannover aus operieren. Tui Deutschland werde sich zudem verpflichten, "über mehrere Jahre Flugkapazitäten abzunehmen" und sei damit "ein wichtiger langfristiger Kunde und Partner".

Betriebsrat und Gewerkschaft distanzieren sich von Krankmeldungen als Arbeitskampfmittel

Die "extrem kurzfristigen Krankmeldungen" machten es dem Unternehmen "unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren und ihnen alternative Reisemöglichkeiten anzubieten", kommentiert die Geschäftsführung die Krankmeldungswelle. Dies schade "Kunden und Mitarbeitern in hohem Maße." Gerade in der Herbstferienzeit seien davon viele Familien mit Kindern betroffen. Arbeitnehmervertreter hatten Widerstand gegen die Pläne des Konzerns angekündigt. Die Crew-Engpässe seien aber keine Aktion des Krisenstabs des Betriebsrates, erklärte eine Sprecherin der Arbeitnehmervertreter. Vielmehr sei die Betroffenheit unter dem fliegenden Personal so groß, dass es nicht verwunderlich sei, "dass sich einige nicht wohl und fit zum Fliegen fühlen". Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo distanziert sich ebenfalls von massenhaften Krankmeldungen als Arbeitskampfmaßnahme und betont, sie habe damit nichts zu tun. Ihr Vertreter Nicoley Baublies erklärte den hohen Krankenstand mit "starken psychischen Belastungen" aufgrund der schlechten Informationspolitik von Arbeitgeberseite.

Um Entschädigungs- und Schadensersatzansprüchen zu entgehen, beruft sich Tuifly im Zusammenhang mit der ersatzlosen Streichung von Flügen auf höhere Gewalt. Es handele sich bei den massenhaften äußerst kurzfristigen Krankmeldungen um einen "außergewöhnlichen und nicht vermeidbaren Umstand im Sinne von höherer Gewalt", argumentiert die Airline. Allerdings herrscht über diese Bewertung unter Juristen keineswegs ein Konsens.

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Aktuelle Infos zu Airberlin-Flügen finden Sie hier

Ein Arbeitnehmer-Krisenstab kündigte Widerstand gegen die Pläne des Konzerns an. Betriebsratschefin Karin Grobecker: „Wir sind völlig entsetzt und befürchten massiven Arbeitsplatzabbau, wenn die Tuifly in eine österreichische Plattform geholt wird.“ Die Crew-Engpässe seien keine Aktion des Krisenstabs. „Aber die Betroffenheit unter dem fliegenden Personal ist groß – dass sich einige da nicht wohl und fit zum Fliegen fühlen, war zu erwarten“, so Grobecker.

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Ein Arbeitnehmer-Krisenstab kündigte Widerstand gegen die Pläne des Konzerns an. Betriebsratschefin Karin Grobecker: „Wir sind völlig entsetzt und befürchten massiven Arbeitsplatzabbau, wenn die Tuifly in eine österreichische Plattform geholt wird.“ Die Crew-Engpässe seien keine Aktion des Krisenstabs. „Aber die Betroffenheit unter dem fliegenden Personal ist groß – dass sich einige da nicht wohl und fit zum Fliegen fühlen, war zu erwarten“, so Grobecker.

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Ein Arbeitnehmer-Krisenstab kündigte Widerstand gegen die Pläne des Konzerns an. Betriebsratschefin Karin Grobecker: „Wir sind völlig entsetzt und befürchten massiven Arbeitsplatzabbau, wenn die Tuifly in eine österreichische Plattform geholt wird.“ Die Crew-Engpässe seien keine Aktion des Krisenstabs. „Aber die Betroffenheit unter dem fliegenden Personal ist groß – dass sich einige da nicht wohl und fit zum Fliegen fühlen, war zu erwarten“, so Grobecker.

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