30. Juni 2017 – 14:01
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Der Vertriebschef der Fluggesellschaft, Kenny Jacobs, erklärte gegenüber der "Wirtschaftswoche", Ryanair werde Hoteliers mit besonders günstigen Konditionen von Booking.com auf seine Seite ziehen. Wer Zimmer über "Ryanair Rooms" verkaufe, zahle für die Vermittlung einer Buchung nur die Hälfte der rund 15 Prozent Provision, die Booking heute berechne. Die Computersysteme dafür sollen 2018 stehen. "Und sie sind so gut wie oder besser als die von Booking“, verspricht Jacobs.

Im ersten Schritt will sich der irische Billigflieger an Hoteliers in den 207 Destinationen wenden, die er derzeit in Europa und rund ums Mittelmeer bedient. In einige Ziele, wie zum Beispiel Lanzarote, transportiere die Airline mehr als ein Drittel aller Besucher, so der Ryanair-Manager. Dort sei der Carrier für die Hotellerie ein besonders guter Partner, um ihre Betten zu bewerben und zu vertreiben.

30. Juni 2017 – 13:13
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Wie erwartet ist am Freitag das Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie über Versicherungsvertrieb vom Deutschen Bundestag verabschiedet worden. Nachdem ursprünglich zur Diskussion stand, ob Reisebüros Versicherungsleistungen überhaupt weiterhin vermitteln dürften, ist nun gewährleistet, dass sie dies im Grundsatz weiter tun können. Nach Einschätzung des Branchenverbandes DRV werden ihnen dabei keine übermäßigen bürokratischen Auflagen gemacht.

Das Gesetz ermöglicht eine unkomplizierte, also auflagenfreie Vermittlung von Reiseversicherungen, wenn die Prämie bei einer Reisedauer von bis zu drei Monaten die Grenze von 200 Euro pro Person nicht übersteigt. Für Policen auf Jahresbasis gilt, dass der Preis die Grenze von 600 Euro pro Person nicht überschreiten darf. Die verschärften Regelungen aus der Versicherungsvermittlerrichtlinie kommen in diesen Fällen nicht zur Anwendung. Bislang gilt eine generelle Obergrenze von 500 Euro ohne die nunmehr vorgenommene Unterteilung in Einzelpolicen und Jahresversicherungen. Bei teureren Policen gibt es wie bisher die Tippgeber-Option. Das Reisebüro, das als Tippgeber auftritt, informiert die Kunden lediglich über die Möglichkeiten zum Abschluss von Versicherungsverträgen und erhält dafür im Falle des Abschlusses vom Versicherer eine Provision.

Am 7. Juli wird sich der Bundesrat in seiner letzten regulären Sitzung vor der politischen Sommerpause mit dem Gesetz befassen. Dass die Länderkammer die Entscheidung des Bundestages kippt, gilt als unwahrscheinlich, denn bei dem Gesetz zum Versicherungsvertrieb handelt es sich um ein so genanntes Einspruchsgesetz. Das heißt, dass der Einfluss des Bundesrates geringer ausfällt als bei zustimmungspflichtigen Gesetzen.

30. Juni 2017 – 12:39
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Nach dem plötzlichen Abgang von Torsten Dreyer im April hat China Tours nun einen neuen Geschäftsführer. Unternehmensgründer und Inhaber Guosheng Liu macht Andreas Janz zum neuen Chef des China-Spezialisten. Janz ist bereits seit 2014 als Prokurist und stellvertretender Geschäftsführer für den Veranstalter tätig. Er will sich nach eigener Aussage nun darauf konzentireren, "innovative und marktgerechte Produkte und Mehrwerte zu entwickeln sowie nachhaltige, langsfristige Partnerschaften aufzubauen".

29. Juni 2017 – 18:34
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Dem Surfer-Mekka Cabarete in der Dominikanischen Republik drohe wegen illegaler Hotelbauten am Strand der Wind auszugehen, berichtet das "Domrep-Magazin". Grund für die Befürchtung ist nach Angaben der Ver­ei­ni­gung zum Schutz von Tou­ris­mus und Um­welt in Ca­ba­re­te und So­súa (ASOPROCASO) die un­er­laub­te Be­bauung des Strand­es oh­ne Ein­hal­tung der gesetzlich vorgeschriebenen Min­destdis­tanz von 60 Me­tern zum Meer und ei­ner ma­xi­ma­len Bauhö­he von drei Stock­wer­ken. Das Li­fes­tyle Ho­li­days Va­ca­tion Re­sort, zum Beispiel, ver­stoße ge­gen al­le Auf­la­gen und ver­füge nicht ein­mal über ei­ne Ge­neh­mi­gung der Ge­mein­de oder des Tou­ris­mus­mi­nis­te­ri­ums. Die Umweltschützer for­dern die so­for­ti­ge Ein­stel­lung der Bauar­bei­ten, denn das Ho­tel liege nur 15 Me­ter vom Ufer ent­fernt und sei fünf Stock­wer­ke hoch.

29. Juni 2017 – 17:44
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Neben Neuzugängen bei den Tui-Hotelmarken und Tui Cruises zählen im nächsten Geschäftsjahr auch sämtliche Riu-Hotels und alle Gebeco-Produktlinien zum so genannten Value-Umsatz, der für die Leistungsprovision entscheidend ist. Weitere Wachstumschancen verspricht Vertriebsdirektor Michael Knapp seinen Vertriebspartnern durch einen "fortlaufenden Produktausbau, vor allem im Drei- und Dreieinhalb-Sterne-Segment."

Ansonsten bleibt das neue Provisionsmodell des Marktführers gegenüber dem Vorjahr im wesentlichen unverändert. An einigen kleineren Stellschrauben hat Knapp allerdings gedreht. So müssen die Reisebüros ihren Value-Anteil gegenüber dem Vorjahr um mindestens fünf Prozentpunkte steigern, um auf dasselbe Leistungsprovisionsniveau zu gelangen wie  bisher. Beim so genannten Wachstumsincentive wird die Hürde dagegen leicht abgesenkt. Ab drei Prozent oder alternativ 30.000 Euro Mehrumsatz werden darauf drei Prozent zusätzlich ausgezahlt. Im laufenden Jahr liegt die Wachstumsanforderung dafür noch bei fünf Prozent.

Wenig Begeisterung wird im Vertrieb die Nachricht auslösen, dass Tui Cruises für den Fluganteil im Kreuzfahrtarrangement nicht mehr die volle Provision, sondern nur noch eine Fixprovision von acht Prozent zahlt. Damit gleicht sich der Anbieter dem Niveau des hiesigen Marktführers Aida Cruises an. Tui Cruises versucht den Vertrieb mit dem Argument zu besänftigen, dass zusätzliche Kapazitäten, wie die der kürzlich getauften "Mein Schiff 6", auch zusätzliche Verdienstmöglichkeiten mit sich bringen.

Christian Schmicke

29. Juni 2017 – 15:52
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Besonders froh und locker sehen sie nicht aus, die sieben Herren, die in Anzug und Krawatte mit herbeigeschafften Strandkörben vor dem Berliner Reichstag posieren. Aber zu demonstrieren, das ist vermutlich auch nicht Bestandteil ihrer Kernkompetenz und bewegt sich außerhalb der eigenen Wohlfühlzone. Mit der Aktion wollten die Leithirsche der touristischen Verbände unter Federführung des BTW "Politik und Öffentlichkeit über die Relevanz der Reisebranche für den Wirtschaftsstandort Deutschland, aber auch über notwendige Veränderungen der Rahmenbedingungen informieren", erläutert BTW-Präsident Michael Frenzel. Zugleich fordere man vom Bundestag, der im September neu gewählt wird, "die Belange der Tourismuswirtschaft in der kommenden Legislaturperiode stärker zu berücksichtigen".

Sinkender Anteil an der inländischen Wertschöpfung. Zur Untermauerung ihrer Forderungen verwiesen die Branchenvertreter auf eine neue, vom Bundeswirtschaftsministerium in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus. Die Ergebnisse belegten einerseits die große Bedeutung des Tourismus für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Branche sorge für fast 290 Milliarden Euro Umsatz, drei Millionen Beschäftigte und eine Wertschöpfung von mehr als 105 Milliarden in Deutschland. Jeder 15. Arbeitsplatz in Deutschland gehe auf das Konto des Tourismus und auch viele andere Wirtschaftsbereiche wie Handel, Handwerk oder Landwirtschaft profitierten vom Tourismus, erklärt Frenzel. Aber die Studie enthalte auch klare Signale, dass diese starken Zahlen keine Selbstläufer seien. Denn andere Branchen seien in den vergangenen Jahren stärker gewachsen, so dass der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 4,4 Prozent im Jahr 2010 auf 3,9 Prozent im Jahr 2015 zurückgegangen sei.
 
Hohe Belastungen. Das liege nicht zuletzt daran, dass Bürokratie, Steuerbelastungen, überbordender Verbraucherschutz und vieles mehr einheimischen Unternehmen der Branche das Leben schwer machten. Insbesondere Fluggesellschaften hätten hierzulande damit zu kämpfen – von der Luftverkehrsteuer über hohe Luftsicherheitsgebühren bis hin zu Nachtflugverboten. "Diese Rahmenbedingungen müssen dringend korrigiert werden und es muss dringend verhindert werden, dass sich solche Entwicklungen in anderen Teilbereichen des Tourismus wiederholen", fordert Oberlobbyist Frenzel, der übrigens zugleich Vorsitzender des SPD-Wirtschaftsforums ist.

Während des  Wahlkapmfs will der BTW seine Lobbyarbeit verstärken. In den kommenden Wochen werde er "weitere konkrete Vorschläge formulieren, wie die neu zu bestimmende Bundesregierung in die touristische Zukunftsfähigkeit Deutschlands investieren kann“, kündigt Frenzel an.

Christian Schmicke

28. Juni 2017 – 16:35
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Lufthansa hat das Veranstaltergeschäft der Tui direkt an ihre Buchungssysteme angebunden. Dadurch fällt nun auch bei Buchungen über das Buchungs- und Reservierungssystem Iris plus keine GDS-Gebühr mehr an. Das Consolidator-Geschäft des Konzerns verfügte bereits zuvor über eine direkte Schnittstelle. Über die neue Schnittstelle sind jetzt auch die Tui-Ticket-Shop-Produkte "Baustein" und "Bestpreis" angebunden. Für Flugbuchungen im Rahmen einer Pauschalreise entfällt die Distribution Cost Charge ebenfalls.

Für Tui bedeutet die Anbindung günstigere Tiicktpreise bei Iris-plus-Buchungen von Flügen der Airlines der Lufthansa Group. Auch diverse Sonder- und Aktionstarife, die Lufthansa ausschließlich über Direct Connect anbietet, werden dadurch buchbar. Die Fluggesellschaft wiederum sieht sich in der seit 2015 verfolgten Strategie, für GDS-Buchungen eine zusätzliche Gebühr zu erheben, bestätigt. Deren Einführung war ursprünglich von Veranstaltern, Reisebüros, Geschäftsreiseanbietern und Firmenkunden heftig kritisiert worden. Mittlerweile haben sich allerdings immer mehr Kunden und Vertriebspartner für eine direkte Schnittstelle entschieden.

28. Juni 2017 – 15:51
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Der Duisburger Veranstalter legt sein Provisionsmodell erneut für zwei Jahre fest. Allerdings verschiebt Vertriebschef Detlef Schroer die Stufen zur Erreichung der nächsten Provisionsstufe nach oben. Weiterhin gibt es von der ersten Buchung an zehn Prozent Provision, die nächste Stufe von 10,7 Prozent erreichen Reisebüros nun aber erst ab 75.000 Euro Jahresumsatz statt wie bisher ab 50.000 Euro. Auch die weiteren Staffeln werden um jeweils 25.000 Euro angehoben. Für das Maximum von 13 Prozent muss der Umsatz mindestens 375.000 Euro betragen.

Schroer begründet die Anhebung mit dem massiven Ausbau des Schauinsland-Angebots in den vergangenen Jahren. Im Zuge des rasanten Umsatzwachstums, das allerdings im vergangenen Jahr eine Pause einlegte, waren zahlreiche Büros in höhere Provisionsstaffeln gelangt, was die Vertriebskosten deutlich in die Höhe trieb. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben und marktfähige Preise bieten zu können, müsse man nun eine "moderate Anpassung" vornehmen, sagt der Vertriebschef.

Unverändert bleiben unterdessen die Fixprovision von 10 Prozent bei Nur-Flug-Buchungen, die Übernahme des Kreditkarten-Disagios und die volle Provision für dynamisch paketierte und preisreduzierte Angebote. Auch Ticketbooklets soll es weiter geben.

28. Juni 2017 – 15:13
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Das Unternehmen fasst die Veranstalterbereiche Europa- und Spezialreisen zusammen und unterstellt sie künftig Dino Steinkamp als Bereichsleiter. Der 46-Jährige löst die bisherigen Bereichsleiter für Europareisen, Sabine Gerhard, und Spezialreisen, Rudolf Stäuble, ab. Gerhard geht laut DER Touristik auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Rudolf Stäuble geht in Altersteilzeit. Er soll Steinkamp während des aktiven Teils der Altersteilzeit in beratender Funktion bei der Integration des neuen Bereichs mit dem Schwerpunkt auf ADAC-Mitgliederreisen unterstützen und die Geschäftsführung bei der Neuausrichtung des Bereichs Kreuzfahrten sowie bei Sonderaufgaben begleiten.

Steinkamp ist damit für Nord- und Mitteleuropa die Produkte Golf, Wellness, Aktiv- und Studienreisen sowie Sport Live/Olympia, Gruppen- und ADAC-Mitgliederreisen verantwortlich. Das Kreuzfahrten-Segment bleibt bis auf weiteres Geschäftsführer Matthias Rotter zugeordnet.

Vor seinem Start bei Dertour studierte Steinkamp Tourismus an der Fachhochschule München und absolvierte anschließend das Master-Studium in European Tourism Management in Bournemouth, England und in Chambéry, Frankreich. 1997 folgte sein beruflicher Einstieg bei Dertour in der Abteilung Deutschland und Benelux als Einkäufer. Weitere Stationen waren das Produktmanagement für Ferienwohnungen und Hotels, für Irland und Großbritannien, die nordischen Länder, Golf und Studienreisen.

28. Juni 2017 – 14:55
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Anstelle der vier Außendienstler, die bislang den Reisebüros Besuche abstatteten, solle sich künftig ein "deutlich verstärkter" Innendienst, der ebenfalls aus vier Mitarbeitern besteht, den Anliegen der Reisebüros widmen, sagt Firmenchefin Jasmin Taylor. Sie will die Entscheidung weder als Sparmaßnahme noch als Abkehr vom stationären Vertrieb  verstanden wissen, sondern als „Optimierung der Agenturbetreuung“. Vor allem in der Hauptbuchungsphase hätten viele Reisebüros überhaupt keine Zeit für die Besuche des Außendienstes, erklärt sie. Deshalb sollen Besuche bei den Vertriebspartnern nur noch auf deren ausdrücklichen Wunsch hin erfolgen.

Im Gegenzug verspricht Taylor den rund 7.000 Agenturen, die nach ihrer Auskunft Buchungen für JT Touristik generieren, eine schnellere Rückmeldung auf telefonischem oder elektronischem Weg. Zudem soll jedes Büro einen festen Ansprechpartner aus dem Innendienst erhalten.

Mit der aktuellen Buchungslage ist die Unternehmerin zufrieden. Zwar sei die Nachfrage im vergangenen Winter verhalten gewesen, aber die Buchungszahlen für den Sommer seien "die stärksten, die wir je hatten".

Christian Schmicke