24. April 2017 – 15:08

Nachdem die Zahl der Kreuzfahrtgäste im vergangenen Jahr von zuvor 1,4 Millionen auf 600.000 sank, will die türkische Regierung Kreuzfahrtanbieter mit finanziellen Anreizen dazu bewegen, die Häfen des Landes wieder anzulaufen. Viele Reedereien hatten ihre Schiffe wegen der Anschläge im Land umgeroutet und laufen türkische Ziele auch in diesem Jahr nicht an. Nun sollen Betreiber von Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 750 Passagieren nach Angaben türkischer Medien 30 US-Dollar für jeden Passagier erhalten, den sie ins Land bringen. In der Kreuzfahrtindustrie ist dieses Vorgehen neu. Für Charter- und Linienflüge zu zahlreichen Airports im Land bezahlt die Türkei dagegen bereits seit längerem Zuschüsse.

24. April 2017 – 14:28
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Mit 104 Millionen Fluggästen war der Flughafen der US-Metropole Atlanta auch im vergangenen Jahr derjenige mit dem weltweit größten Passagieraufkommen. Das geht aus der Statistik des internationalen Flughafenverbandes ACI hervor. An zweiter Stelle rangiert Peking mit 94 Millionen vor Dubai mit knapp 84 Millionen. Dahinter folgen Los Angeles, Tokio-Haneda, London-Heathrow und Hongkong. Zweitgrößter europäischer Airport bleibt Paris-Charles-de-Gaulle mit 66 Millionen Fluggästen. Frankfurt fertigte im vergangenen Jahr 61 Millionen Menschen ab, wurde von Amsterdam-Schiphol überholt und liegt nun auf Platz 13.

Das größte Passagierwachstum unter den weltweiten Top 20 erreichte mit 17 Prozent der Flughafen Incheon der koreanischen Haupststadt Seoul. Schanghai legte um zehn, Amsterdam um neun und Los Angeles sowie die chinesische Stadt Guangzhou jeweils um acht Prozent zu. Verlierer unter den Großflughäfen war Istanbul mit zwei Prozent weniger Fluggästen. Nimmt man allein die internationalen Flüge zum Maßstab, liegt Dubai ganz vorn, gefolgt von London-Heathrow und Hongkong. 

Christian Schmicke

21. April 2017 – 16:21
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Elefantenhochzeit unter den Hotelbettenbanken: Der Marktführer Hotelbeds Group mit Sitz in Palma schluckt die Nummer zwei, GTA Travel, eine der letzten verbliebenen Töchter des Schweizer Kuoni-Konzerns. Damit entsteht der mit Abstand größte Bettengroßhändler der Welt mit zusammen über 40 Millionen vermittelten Übernachtungen pro Jahr. Dem Deal müssen allerdings noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Bettenbanken funktionieren wie Consolidator im Airline-Bereich. Sie schließen auf der einen Seite Verträge mit Hotels in aller Welt und verhandeln Preise und Konditionen. Auf der anderen Seite bedienen sich Reiseveranstalter, Reiseportale und Reisebüros bei den Bettenbanken und sparen sich so Vereinbarungen mit jedem einzelnen Hotel. Hotelbeds hat weltweit 120.000 Häuser angeschlossen. GTA Travel bringt 45.000 Lieferanten mit, darunter auch Anbieter von Ausflügen und Tranfers. Auf Kundenseite bedient Hotelbeds weltweit rund 35.000 Reisevermittler.

Hotelbeds gehörte bis vor kurzem zum Tui-Konzern, ging jedoch vergangenes Jahr für 1,2 Milliarden Euro an den britischen Finanzinvestor Cinven. Der hatte angekündigt, in Hotelbeds weiter zu investieren, und bereits im vergangenen Jahr die US-Gruppe Tourico Holidays gekauft.

21. April 2017 – 14:40
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Nachfolgeregelungen sind emotionale Vorgänge, die man lange und ausgiebig planen sollte. Fragen an Berater Björn Ehrich, der sich auf Nachfolgeregelungen spezialisiert hat, über typische Fehler, falsche Erwartungen und den richtigen Weg.

Welche Fehler begegnen Ihnen als Berater am häufigsten, wenn Reisebüroinhaber ihr Büro verkaufen wollen?

Ehrich: Es gibt eine ganze Reihe von Fehlern, die oft auftreten. Einer davon ist, dass sich der verkaufswillige Inhaber nicht früh genug mit dem Thema auseinandersetzt. Ein weiterer Punkt ist der, dass viele Inhaber in den Jahren, bevor sie sich zur Ruhe setzen wollen, nicht mehr in ihr Büro investieren. Und ein dritter verbreiteter Aspekt sind eher emotional getriebene Vorstellungen hinsichtlich des Verkaufspreises, der sich erzielen lässt.

Wann sollte ein Unternehmer denn damit beginnen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Jedenfalls nicht erst kurz bevor er Schluss machen will. Wir bieten deshalb zum Beispiel Unternehmensbewertungen an, bei denen der Inhaber einen Einblick erhält, wie viel sein Büro wert ist. Wenn man vorhat, sich mit Mitte 60 zur Ruhe zu setzen, sollte man mit Mitte 50 schon einmal ermitteln lassen, wo man steht. Denn wenn alles glatt läuft, hat man dann noch genügend Zeit, Dinge zu korrigieren, um die Übergabe des Büros als Teil der Altersversorgung zu gewährleisten.

Haben Sie eine grobe Richtschnur, wie sich der Wert eines Reisebüros ermitteln lässt?

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Käufer den Kaufpreis inklusive Zins, wenn er einen Kredit aufnimmt, nach sechs bis acht Jahren wieder eingespielt haben sollte. Auf dieser Grundlage handeln auch die Banken bei der Kreditvergabe.

Gibt es einen Punkt, an dem Übernahmen besonders häufig scheitern?

Da alle Beteiligten nur Menschen sind, gibt es natürlich eine Reihe möglicher Knackpunkte. Zwei davon spielen aber besonders häufig eine Rolle. Zum einen tun sich viele langjährige Reisebüroinhaber schwer, ihr „Baby“ loszulassen. Das kann dazu führen, dass ein möglicher Käufer entnervt aufgibt. Und dann ist da der Notartermin. Das ist für den Verkäufer ein sehr emotionaler Moment, in dem ein falsches Wort manchmal eine Kettenreaktion auslöst. Ich weiß, das klingt jetzt nicht ganz uneigennützig, aber allein deshalb ist es hilfreich, sich dabei professionell begleiten zu lassen.

Das vollständige Interview und mehr zum Thema Generationswechsel lesen Sie in der neuen Ausgabe von "Reise vor9 Magazin"

20. April 2017 – 14:10

Die britische Luftfahrtbehörde bemängelt, dass die Englisch-Kenntnisse zahlreicher Piloten nicht die Anforderungen der internationalen Zivil-Luftfahrtbehörde ICAO erfüllen. Die verlangt von den Flugzeugführern, dass sie etwa zur Verständigung mit den Fluglotsen einen standardisierten Sprachcode beherrschen, was sie durch die Absolvierung der "ICAO Level 4"-Prüfung nachweisen müssen.

Eine Studie attestiert vielen Piloten, deren Muttersprache das Englische nicht ist, allerdings Verständigungsprobleme mit dem Tower-Personal. Dies führe zu Missverständnissen und gefährlichen Situationen. Zugleich rügt sie auch die Sprachkenntnisse mancher Fluglotsen. Es gebe Hinweise darauf, dass bei der Prüfung betrogen werde, folgert die Autorin Barbara Clark. In manchen Fällen werde das "Level 4"-Zertifikat wohl ganz ohne echte Prüfung vergeben. Sie fordert, die Prüfungen und die Sprachkenntnisse der Piloten schärfer zu kontrollieren.

20. April 2017 – 13:47

Nach der Trennung von DER Touristik etabliert das Geschäftsreise-Netzwerk FCM Travel Solutions in Deutschland ein eigenes Standbein und macht seinem bisherigen Partner DER Touristik Konkurrenz. Dazu wird Opodo Corporate Germany, das die FCM-Mutter Flight Centre von eDreams Odigeo übernommen hat, in FCM Travel Solutions umbenannt und als starker Player um deutsche Geschäftsreiseetats buhlen. 

FCM und DER Touristik hatten gestern angekündigt, ihre seit elf Jahren bestehende Partnerschaft zum Jahresende aufzulösen. Derzeit firmiert die DER-Geschäftsreisesparte als Franchisenehmer unter FCM, wird aber am 1.Januar ihren alten Namen DER Business Travel wieder annehmen.

Die australische Flight Centre Travel Group mit einem Jahresumsatz von rund 12,6 Milliarden Euro ist seit geraumer Zeit weltweit auf Einkaufstour und etabliert in wichtigen Märkten eigene Tochterunternehmen. Neben FCM gehören 26 weitere Vertriebsmarken zum Portfolio. Weltweit arbeiten 18.500 Mitarbeiter in 2.500 Büros für das börsennotierte Unternehmen.

19. April 2017 – 15:20
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Paukenschlag auf dem deutschen Geschäftsreisemarkt: DER Touristik beendet nach elf Jahren die Partnerschaft mit dem internationalen Netzwerk FCM Travel Solutions und kooperiert künftig mit American Express Global Business Travel. DER Touristik und Amex haben eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben. Der Wechsel soll zum 1. Januar 2018 vollzogen werden. "American Express Global Business Travel ist für uns erste Wahl, um allen Kunden künftig einen noch umfassenderen Service mit modernsten IT-Systemen anbieten zu können", betont Christoph Führer, Geschäftsführer der Geschäftsreisesparte von DER Touristik. DER und Amex wollen eng zusammenarbeiten und weltweit agierende Geschäftskunden gemeinsam betreuen.

Zurück zur Marke DER Business Travel

Mit dem Partnerwechsel ändert sich auch der Name. Künftig firmiert die Geschäftsreisesparte wieder unter ihrem alten Namen DER Business Travel. "Der künftige Markenname ist ein klares Bekenntnis zu unserer organisatorischen, emotionalen und historischen Heimat DER Touristik. Damit verdeutlichen wir Kunden und Leistungsträgern unsere Zugehörigkeit zu einer soliden und traditionsreichen Geschäftseinheit der REWE Group", begründet Führer den Schwenk. Der Bereich Geschäftsreise steht bei DER Touristik inklusive Derpart für rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz.

Was macht FCM in Deutschland?

Spannend wird die Frage, wie sich FCM künftig auf dem deutschen Markt aufstellt. Das DER ist Franchisenehmer des aus Australien stammenden Business-Travel-Netzwerks. Die FCM-Mutter Flight Centre fährt selbst einen globalen Expansionskurs und engagiert sich zunehmend selbst in bislang von Franchisepartnern bearbeiteten Märkten. Gerade erst hat sich Flight Centre an einem argentinischen Reisebüro beteiligt und davor die Geschäftsreisesparte von Opodo gekauft. Womöglich gibt es auch schon eigene Pläne für Deutschland.

Thomas Hartung

19. April 2017 – 13:37
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Das fordert zumindest die rechtspopulistische Katter's Partei und hat damit in dem australischen Sunshine State eine öffentliche Diskussion ausgelöst. Die Zahl der Krokodile sei in den vergangenen Jahren explodiert, und sie stellten eine Gefahr für Einheimische und Besucher dar, berichtet die australische Seite "News". Das schade auch dem Tourismus. "Die Leute kommen nach Queensland, um Sonne und Strand zu genießen, aber was sie zu sehen bekommen, sind Krokodil-Attacken und Warnschilder", sagt Parteisprecher Shane Knuth.

Knuth hat nun die Initiative ergriffen, um die Krokodil-Population in Queensland einzudämmen. Ein Teil seines Plans sind Krokodil-Safaris für Touristen, bei der die Reptilien zum Abschuss freigegeben werden. Dazu müssten jedoch einige Gesetze geändert werden, denn frei lebende Krokodile stehen in Australien unter Schutz.

19. April 2017 – 12:00

Für viele Reisebüroinhaber scheint das Thema Betriebsübergabe schlimmer zu sein als ein Zahnarztbesuch. Deshalb wird es, ganz ähnlich wie dieser, gerne auf die lange Bank geschoben, zeigten die Recherchen des "Reise vor9 Magazins". Doch es hilft alles nichts – irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die Frage der Nachfolge auf der Agenda steht.

Mit dieser Thematik werden sich in nächster Zeit viele Reisebüroinhaber auseinandersetzen müssen. Aquilin Schömig, Geschäftsführer der Reisebürokette Derpart, schätzt, dass in den kommenden Jahren allein altersbedingt 1.500 Büros vor dem Verkauf oder der Schließung stehen. Andere Experten gehen von noch höheren Zahlen aus. Auf bis zu 3.000 Agenturen, die in den Verkauf gelangen könnten, reicht die Bandbreite der Schätzungen. Denn die Gründergeneration der 80er und frühen 90er Jahre kommt in die Jahre.

Reisebüroketten und -kooperationen haben den Handlungsbedarf auf diesem Gebiet erkannt und bieten ihren Mitgliedern Hilfestellung an. Das geschieht nicht ganz uneigennützig. Schließlich gilt es, zu verhindern, dass ein Mitglied im Zuge eines Inhaberwechsels oder durch Geschäftsaufgabe verloren geht oder gar zu einer anderen Organisation wechselt.

Ein heikles Thema ist die Wertermittlung. Schließlich ist der Verkaufspreis, den der Inhaber für sein Büro erzielt, in der Regel ein Teil seiner Altersversorgung. Entsprechend hoch ist oft die Erwartungshaltung. Klassische Kennzahlen seien etwa Umsatz und Ertragsstärke der vergangenen drei Jahre, der Stammkundenanteil, die Kostenstrukturen und die Mitarbeiterproduktivität sowie die Qualität der Einrichtung und die Attraktivität des Standortes, sagt Albin Loidl, Chef der Kooperation Neckermann Reisen Partner.

Eine – sehr grobe – Richtschnur für den Verkaufswert können laut Experten drei bis fünf Prozent des vermittelten Umsatzes oder rund 50 Prozent der Provisionseinnahmen eines Jahres sein. Andere nehmen den Vorsteuergewinn als wesentliche Kennzahl. Der Wert des Büros wird dann so angesetzt, dass der Käufer den Preis inklusive Zins nach sechs bis acht Jahren wieder eingefahren hat.

Eine Herausforderung für den Käufer liegt darin, dass der Schlüssel für den Geschäftserfolg oft im Wissen, den Kundenkontakten und den Aktivitäten des Inhabers in seinem lokalen Umfeld liegt. Anders als Büroausstattung und Technik sind solche Werte nicht einfach übertragbar. In solchen Fällen sei nur eine sehr langfristig angelegte Übergabe erfolgversprechend, bei der der Nachfolger Schritt für Schritt an den Kundenstamm herangeführt werde, sagt Thomas Bösl, Chef der Kooperation RTK und der Kette Reiseland.

Christian Schmicke

Die vollständige Story lesen Sie im neuen "Reise vor9 Magazin", das gerade erschienen ist.

18. April 2017 – 16:56

Ohne den Kreuzfahrt-Boom der vergangenen Jahre sähe es im stationären Vertrieb düster aus. Das Geschäft mit dem Urlaub auf dem Meer sichert aber nicht nur Umsatz, sondern ist obendrein gewinnträchtig. Die Rentabilität von Kreuzfahrten im Reisebüro liegt im Durchschnitt bei über elf Prozent – und das seit vielen Jahren, zeigen die Zahlen des Backoffice-Anbieters Travel Agency Accounting (TAA).

"Kreuzfahrten bleiben für viele Touristik-Reisebüros ein äußerst lukratives Geschäft", fasst TAA-Geschäftsführer Adrian Brehm die Entwicklung zusammen. "Angesichts des zunehmenden Angebotes auf dem Markt mit immer mehr und größeren Schiffen setzen die Reedereien ganz offensichtlich nach wie vor auf ihre stationären Vertriebspartner und bieten ihnen weiterhin attraktive Verkaufskonditionen." Das zeige auch der aktuelle Buchungsstand, der in den ersten Monaten 20 Prozent über dem Vorjahr liege.

Die Zahlen von TAA beruhen auf mehr als 1.300 angeschlossenen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro.