17. Juli 2017 – 14:00
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In Großbritannien ist der erste Betrugsprozess gegen Urlauber angelaufen, die Schadenersatzforderungen wegen angeblicher Lebensmittelvergiftungen geltend gemacht haben. Vor einem Liverpooler Gericht landeten dabei Kunden von Thomas Cook, die nach einem Spanien-Urlaub eine Entschädigung im Umfang von umgerechnet fast 60.000 Euro verlangt haben sollen. Eine 53-jährige Britin und ihr 43-jähriger Lebensgefährte forderten die die hohe Summe demnach für sich und ihre beiden Kinder mit dem Argument, sie seien an einer Lebensmittelvergiftung durch schlechtes Hotelessen erkrankt. Eine weitere Tochter der Frau und deren Tochter hätten dasselbe getan, berichtet das britische Boulevard-Blatt "Daily Mail".

Die Angeklagten erklärten, sie seien unschuldig. Der Richter kündigte bereits an, den Fall an den britischen Strafgerichtshof zu verweisen. Am 10. August soll es zu einer Anhörung kommen, bis dahin wurde die Verhandlung vertagt. Im Falle einer Verurteilung drohen den britischen Urlaubern zwischen 18 Monaten und sechs Jahren Haft.

16. Juli 2017 – 16:13
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Update 17.7.2017, 14 Uhr

Gerade hatte sich die Nachfrage erholt und die Reiseveranstalter riefen Ägypten schon als Gewinner für den Winter aus, und jetzt das: Ein mutmaßlichen IS-Anhänger erstach am Freitagnachmittag zwei deutsche Touristinnen am Roten Meer direkt am Strand vor ihrem Hotel Zahabia Beach. Vier weitere Urlauber werden dabei verletzt, zwei aus Tschechien und zwei aus Armenien, berichtet das ägyptische Nachrichten-Portal "Ahram Online". Der Angreifer wurde festgenommen.

Erst geredet, dann das Messer gezückt

Der 27-Jährige war offenbar von einem öffentlichen Strand bis zu dem Abschnitt vor dem Hotel Zahabia Beach geschwommen. Dort habe er sich zunächst zu den deutschen Frauen an einen Tisch gesetzt und sich mit ihnen in flüssigem Deutsch unterhalten, schreibt der "Spiegel" und beruft sich auf ägyptische Sicherheitsbehörden. Danach habe der Ägypter ein Küchenmesser gezückt und auf die Urlauberinnen eingestochen. Anschließend sei er zum benachbarten Hotel Sunny Days El Palacia geschwommen, wo er weitere Personen verletzt habe, bevor er überwältigt werden konnte.

Die Motive des bislang unbescholtenen Ägypters sind noch unklar, heißt es von offizieller Seite. Sicherheitskreise gehen allerdings davon aus, dass die Angriff einen islamistischen Hintergrund habe. Der Mann soll während seiner Tat Landleute gewarnt und auf Arabisch "Bleibt weg, ich will keine Ägypter" gerufen haben. Er soll über das Internet Kontakt zum IS gehabt haben, zitieren Korrespondenten ägyptische Sicherheitsbehörden.

Auswärtiges Amt verschärft Sicherheitshinweis nicht

Das Auswärtige Amt seinen Sicherheitshinweis für Ägypten nach dem Anschlag bislang nicht verschärft. Dort heißt es nach wie vor lediglich: "Bei Reisen nach Ägypten, einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer, wird generell zu Vorsicht geraten." Und: "Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird gewarnt. Dies gilt auch für den Reiseort Taba." Abgeraten wird sonst nur vor Reisen in die Sahara.

Entsprechend der Einschätzung des Auswärtigen Amtes sehen auch die deutschen Reiseveranstalter keine Notwendigkeit, kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen für Hurghada anzubieten.

Keine kostenlosen Stornierungen oder Umbuchungen

Tui meldet auf Anfrage von Gloobi: "Tui-Gäste sind von dem Vorfall in Ägypten nicht betroffen. Das Hotel Zahabia haben wir nicht im Programm, und auch im benachbarten Hotel Sunny Days El Palacia haben wir derzeit keine Gäste." Tui-Sprecherin Anja Braun weiter: "Unsere Urlauber vor Ort sind ruhig und besonnen. Frühzeitige Rückreisewünsche liegen uns nicht vor. Auch in unseren Call Centern gab es nur sehr wenige Anrufe von Urlaubern, die sich nach der Situation vor Ort informieren wollten."

Ähnlich reagiert Thomas-Cook-Sprecherin Isabella Partasides: "Wir haben beide Hotels nicht im Programm." Und weiter: Die Buchungen für Ägypten hatten in den letzten Wochen stark angezogen. Wir beobachten die Sicherheitslage vor Ort sehr genau und halten uns strikt an die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Der Reise- und Sicherheitshinweis für Ägypten gilt derzeit unverändert, von daher gelten die regulären Zahlungs- und Stornobedingungen. Unsere Reiseleitung ist mit unseren Gästen in Kontakt, vor Ort ist die Lage ruhig."

Von DER Touristik heißt es: "Das Auswärtige Amt hat seinen Sicherheitshinweis für Ägypten bislang nicht modifiziert und keine Neubewertung der Lage vorgenommen. Daher greifen unsere AGBs in Ägypten nach wie vor. Wir bieten keine kostenlosen Stornierung und Umbuchungen für Reisen nach Ägypten an." Vor Ort lägen derzeit keine Anfragen für vorzeitige Rückreisen vor, so Sprecherin Anne Schmidt weiter. "DER Touristik hat den aktuellen Sicherheitshinweis in den Hotels vor Ort ausgehängt und unsere Gäste vor Ort informieren lassen. Die beiden betroffenen Hotels sind im Katalogportfolio eines DER Touristik-Veranstalters."

FTI hat lediglich das Sunny Days El Palacio im Programm. "Wir bieten aus Kulanzgründen Gästen, die das Sunny Days El Palacio gebucht haben, die Möglichkeit zur Umbuchung in ein anderes Hotel in Hurghada", so FTI-Sprecherin Angela Winter. "Für alle anderen Urlauber gilt: Da bisher vom Auswärtigen Amt keine grundlegende Neubewertung der allgemeinen Sicherheitslage in Ägypten vorgenommen wurde, sind keine kostenlosen Umbuchungen oder Stornierungen möglich und es gelten weiterhin unsere AGBs." Derzeit sei die Lage vor Ort ruhig. Nur vereinzelt wollten Gäste aus dem Sunny Days El Palacio in ein anderes Hotel umziehen, alle anderen wollen ihren Urlaub dort fortsetzen. "Anfragen nach vorzeitiger Abreise haben wir derzeit keine."

Alltours hat beide Häuser nicht im Angebot, sagt Sprecher Goran Goic. Die Lage in Hurghada sei ruhig, es gebe keinen Grund für Umbuchungen oder Stornierungen. Dennoch solle niemand mit Angst in den Urlaub fliegen. Sollte dies der Fall sein, werde man individuelle Lösungen finden, so Goic. Allerdings habe es in Deutschland bislang nur zwei Anrufe von besorgten Kunden gegeben.

Die Antwort von Schauinsland auf die Gloobi-Anfrage steht noch aus.

Thomas Hartung

15. Juli 2017 – 07:45

Zwei Frauen wurden bei dem Messerangriff getötet, vier weitere wurden verletzt. Wie das Auswärtige Amt gegenüber Nachrichtenagenturen bestätigte, handelt es sich bei den getöteten Frauen um Deutsche. Die "Bild"-Zeitung zitiert einen Bekannten der Opfer mit den Worten, diese seien keine Urlauberinnen, sondern dauerhafte Bewohnerinnen Hurghadas gewesen. Nach Angaben der ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" schwamm der Täter, ein 28-jähriger Ägypter, von einem benachbarten Strand zum Tatort. Dort soll er zuvor schon Touristen attackiert haben. Schauplatz des tödlichen Angriffs sei das Sunny Days El Palacio Resort & Spa gewesen, berichtet das Blatt. Der Täter, der von Sicherheitskräften festgenommen wurde, hatte es nach Angaben von Augenzeugen gezielt auf Ausländer abgesehen. Während seiner Attacke habe er gerufen: "Bleib weg, ich will keine Ägypter."

14. Juli 2017 – 16:03
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Das Land wird zwar in aller Welt damit in Verbindung gebracht, aber erste jetzt kommen die Spanier auf die Idee, daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln. Andere Länder, wie Japan, Argentinien und auch Belgien, waren schon viel früher am Drücker. Doch in Spanien ist "Siesta and Go" seit wenigen Wochen der erste Anbieter, der Kunden ein Refugium für den Powernap anbietet. Das Geschäft liegt in einem Verwaltungsviertel von Madrid mit vielen Firmensitzen. Menschen, die ein wenig Ruhe suchen, lesen oder ganz einfach ein Schläfchen halten wollen, kommen hier unter.

Arrangements gibt es für bis zu 20 Stunden oder, wie oben auf dem Foto zu sehen, auch für kürzere Zeiträume ab 30 Minuten. Der Preis hängt davon ab, ob ein Kunde ein Stockbett, ein Einzelzimmer oder ein Sofa haben möchte. Zur vereinbarten Zeit werden die Schläfer von Mitarbeitern freundlich geweckt. Wer nicht schlafen will, kann auch bei Kaffee, Zeitungen mit Surfen im Internet relaxen.

14. Juli 2017 – 14:17
hard-rock-hotel

Schon seit Jahren existierten Pläne, in der Provinz Tarragona bei Vilaseca und Salou einen weiteren großen Freizeitpark zu bauen. Die "Barcelona World" sollte direkt neben dem bestehenden Erlebnispark Port Aventura ein weiteres Angebot für unterhaltungshungrige Touristen bieten. Mittlerweile steht fest: Aus der geplanten "Barcelona World" wird die "Hard Rock Entertainment World". Wie spanische Medien berichten, hat sich de US-amerikanische Kette mit den dortigen Behörden darauf geeinigt, mit einem Investitionsvolumen von zwei Milliarden Euro auf einer Fläche von einer dreiviertel Million Quadratmetern ein Hotel mit riesigem Casino und Konzertkapazitäten für bis zu 15.000 Besucher zu errichten. Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten losgehen.

Zentraler Punkt der Anlage soll das Hard Rock Hotel & Casino Tarragona werden. Die größte Anlage der Gruppe in Europa ist mit 600 Zimmern und 6.000 Quadratmetern Poolfläche geplant. Das dazugehörige Spielcasino wird mit 1.200 Glücksspielautomaten und 100 Spieltischen ausgestattet. Ein Hard Rock Cafe inklusive Shop darf natürlich auch nicht fehlen.

14. Juli 2017 – 12:37
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28.425 Euro erhalten Kaufleute für Tourismus jährlich im Schnitt. Mit diesem Gehalt bewegen sich die Verkaufsprofis am Counter im Mittelfeld der touristischen Berufe. Sie liegen damit ungefähr auf dem Niveau von Busfahrern, deren Salär sich bei 29.500 Euro bewegt, Bademeistern, die etwa 29.000 Euro mit nach Hause bringen, und ausgebildeten Sport- und Fitness-Kaufleuten, denen der Arbeitgeber 27.500 Euro zahlt. Die Bandbreite der Einkommen der Tourismuskaufleute bewegt sich zwischen rund 24.500 und 34.000 Euro im Jahr. Das geht aus einer Auswertung des Portals Gehalt.de zu den Einkommen einiger touristischer Berufe hervor.

Am meisten verdienen, wenig überraschend, Piloten. Sie erhalten im Schnitt 92.000 Euro, wobei unter ihren Gehältern erhebliche Unterschiede festzustellen sind. Nach Angaben des Portals bekommt das am besten verdienende Viertel des Berufsstandes 133.000 Euro im Jahr, während das Viertel mit den bescheidensten Einkünften bei knapp 60.000 Euro liegt.

In der Hotellerie sind naheliegenderweise die Direktoren diejenigen mit dem höchsten Einkommen. Ihr Gehalt beläuft sich im Schnitt auf gut 65.000 Euro. Eine Ebene darunter, bei Jobs im Hotelmanagement ohne Führungsverantwortung, wird mit gut 32.500 Euro lediglich die Hälfte dessen ausgezahlt. Am spärlichsten ist die Vergütung von Zimmermädchen und Roomboys. Sie nehmen im Schnitt 20.500 Euro ein, manche von ihnen müssen sich allerdings auch mit etwas mehr als 18.000 Euro im Jahr begnügen.

13. Juli 2017 – 16:24
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Mit Hilfe einer neuen Technologieplattform will United Airlines nach Informationen der US-Nachrichtenagentur "Bloomberg"  das Problem von Überbuchungen künftig eleganter lösen als in der Vergangenheit. In den vergangenen Wochen war die Airline ins Kreuzfeuer der Kriitik geraten, nachdem Sicherheitskräfte einen Passagier gewaltsam von Bord eines überbuchten Fliegers befördert hatten.

Die neue Technik wird von Volantio, einem Start-up für Airline-Technologie, entwickelt. Kunden, die einen Flug gebucht haben, der im Begriff ist, voll zu werden, sollen künftig bis fünf Tage vor dem Abflug eine E-Mail erhalten, in der sie gefragt werden, ob sie bereit sind, ihre Reise auf einen anderen Flug am selben Tag zu verschieben. Im Gegenzug winkt ihnen eine Belohnung, in der Regel ein Fluggutschein bis zu 250 US-Dollar.

Die E-Mail soll ausschließlich an Kunden gehen, die ihren Flug auf der Airline-Website United.com gebucht und ihre Zustimmung zum Empfang von Marketinginformationen der Gesellschaft gegeben haben. Auf diese Weise könnten Kapazitätsengpässe konfliktfrei bewältigt werden, zitiert "Bloomberg" den Volantio-Chef Azim Barodawala. Die Möglichkeit, Passagieren nicht erst am Flughafen-Gate eine Alternative anzubieten, sei für die Airline ein "Überdruckventil".

Dave Bartels, für das Revenue Management der Airline zuständig, hat allerdings noch weitere Optionen im Sinn. Wichtigstes Ziel des Projektes sei es, "einen wertvollen Sitz für jemanden freizumachen, der ihn dringender benötigt". Die frei werdenden Plätze sollen also mit einem saftigen Aufschlag an Last-Minute-Kunden verkauft werden. Bartels preist das Projekt, dessen Pilotphase derzeit läuft, als Gewinn für alle Seiten an. Fluggäste könnten von ihrer Flexibilität im Bezug auf ihre Reisepläne profitieren. Kunden, die um jeden Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt reisen müssen, erhalten die Gelegenheit dazu. Das Personal der Fluggesellschaft muss sich seltener mit Fluggästen herumschlagen, die ihren gebuchten Sitz im überbuchten Flieger nicht aufgeben wollen. Und die Airline muss nicht mehr so viele hohe Kompensationszahlungen von bis zu 1.350 Dollar leisten und könnte zudem noch mit kräftigen Aufschlägen für Spätbucher hinzuverdienen.

Christian Schmicke

12. Juli 2017 – 19:24
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Ob der Marktführer auf der Fernstrecke hierzulande Tui oder DER Touristik heißt, und welche Datenbasis dafür zu Rate gezogen werden sollte, darüber gibt es wenig überraschend zwei Meinungen. Während Tui dafür die Marktdaten der Gesellschaft für Konsumforschung GfK zu Grunde legt, moniert DER Touristik, dass darin ausgerechnet die Zahlen des DER-Eigenvertriebs fehlen - was sich aber im nächsten Jahr ändern soll. Jedenfalls reklamieren beide Unternehmen die Marktführerschaft für sich.

Unstrittig ist indes, dass die Frankfurter DER-Touristik-Marken Dertour, Meier's Weltreisen im vergangenen Jahr im Zuge der Einführung der neuen Buchungstechnologie "Phoenix Unlimited" kräftig Federn lassen mussten. Durch die fehlende oder mangelhafte Buchbarkeit vieler Produkte sei im Winter eine ordentliche Buchungsdelle entstanden, räumt der Chef der Frankfurter DER-Marken, Matthias Rotter, ein. Die Buchungen für den Sommer liegen laut Rotter und seinem Kölner Kollegen Rolf-Dieter Maltzahn zwar im "guten einstelligen Bereich" über dem Vorjahr. Aber das Gesamtjahr werden die DER-Touristik-Marken mit einem leichten Umsatzrückgang abschließen.

Angriff auf der Fernstrecke. Doch die Schwächephase soll nun Vergangenheit sein. "Das Imperium schlägt zurück", scherzt Rotter mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison. Denn nachdem die Systemprobleme komplett ausgeräumt sind, wie er versichert, wollen Frankfurt und Köln zum Angriff blasen. Symbolwert besitzt dafür ein neuer Vollcharter mit Condor, den DER Touristik einmal wöchentlich auf die Halbinsel Samaná in der Dominikanischen Republik anbietet. Der passt sowohl in die Badeurlaubs-Philosophie von ITS, als auch in die Frankfurter Strategie, Ziele abseits der etablierten touristischen Zentren anzubieten. "Gäste in Samaná sparen durch die neue Verbindung beim Transfer drei Stunden in jeder Richtung", wirbt Maltzahn für das Flugangebot.

Programmausbau im Indischen Ozean. Auch im Indischen Ozean steigert DER Touristik die Präsenz. Das gilt nicht nur für die "großen Ziele" wie Mauritius und die Malediven, sondern auch für die Seychellen und Sri Lanka. Für die Inseln östlich von Afrika reklamiert die Touristik der Rewe Group hierzulande einen Marktanteil von 50 Prozent für sich. "Jeder dritte unserer Gäste verbindet das mit einem Stopover in den Vereinigten Arabischen Emiraten", bemerkt Rotter als Randnotiz. Und einen Seitenhieb auf die Münchener Konkurrenz von FTI hat er, ohne sie ausdrücklich zu nennen, auch noch parat: "Abgesehen von den Stopovers ist unser Orient-Geschäft ein anderes." Im Vordergrund stünden nicht sieben- oder zehntägige Hotelaufenthalte, sondern ein differenziertes Rundreiseangebot. Auch in den USA geht Frankfurt in die Offensive. So gibt es erstmals einen Skikatalog für Nordamerika von Meier's Weltreisen.

Maltzahn will im Winter mit ITS und Jahn Reisen neben der Fernstrecke für Badeurlauber auch Ägypten kräftig in den Mittelpunkt rücken: Er hat das Angebot für Hurghada gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und das für Marsa Alam sogar verdreifacht.

Christian Schmicke

12. Juli 2017 – 13:00
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Die Veranstalter der DER Touristik haben angekündigt, bis 2020 sukzessive alle Angebote mit direktem Kontakt zu Wildtieren aus ihren Programmen zu entfernen. Dabei bezieht sich das Unternehmen auf Angebote wie Elefantenreiten, Delfinschwimmen, aber auch Spaziergänge mit Löwen, Bärenshows oder Stierkämpfe.

Auf diese Weise sollten "Tiere im Rahmen des Tourismus vor Missbrauch geschützt und ihr natürlicher Lebensraum erhalten werden, damit unsere Kunden die Tierwelt in den Reisländern auf verantwortungsvolle und sichere Weise entdecken können“, kündigt René Herzog, CEO DER Touristik Central Europa, an. Bei der Entwicklung der Richtlinie für das geplante Maßnahmenpaket orientiert sich das Unternehmen, wie andere Touristikanbieter auch, an der "Global Welfare Guidance for Animals in Tourism" des britischen Reiseverbands ABTA. Der Leitfaden definiert Mindestanforderungen für Attraktionen mit Tieren und wurde von zoologischen Sachverständigen, Tierschutzorganisationen und der Reisebranche entwickelt.

Anbieter werden überprüft. Partner, die Aktivitäten mit Tieren anbieten, werden nach und nach vor Ort von unabhängigen Experten für Tierschutz im Tourismus auf die Einhaltung der Anforderungen untersucht. "Angebote, die unsere Anforderungen grundsätzlich nicht einhalten, wie beispielsweise Elefantenreiten und Stierkämpfe, werden aus unseren Katalogen entfernt", verspricht Ulrike Braun, Leiterin Corporate Responsibility der DER Touristik. Anbietern mit unbefriedigenden Standards werde angeboten, "gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten". Wenn dies nicht fruchte, würden sie ebenfalls aus dem Angebot genommen.

Branchenweiter Trend. Mit dem Schritt folgt DER Touristik anderen Unternehmen. Ende vergangenen Jahres hatte Thomas Cook, ebenfalls unter Berufung auf die Global-Wellfare-Richtlinien der ABTA, Maßnahmen zum Tierschutz angekündigt. Im April teilte der Konzern mit, 16 Angebote, die nicht den Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung entsprächen, seien aus den Programmen gestrichen worden.

Vorreiterrolle. Tui versprach bereits im Juli 2015, Elefantenreiten und Elefantenshows aus dem Angebot zu nehmen. Dies sei bereits im Folgejahr konsequent umgesetzt worden, heißt es aus Hannover. Seither biete der Konzern ausschließlich elefantenfreundliche Ausflüge an, bei denen Kunden "Elefanten auf eine Art und Weise erleben, die unnatürliches Verhalten vermeidet". Zudem betont der Marktführer, die Einhaltung der Globalen Tierschutz-Leitlinien, an der man seit 2013 gemeinsam mit der ABTA arbeite, sei bereits ein Bestandteil aller Lieferverträge. Eine unabhängige Auditierung sei Voraussetzung dafür, weiterhin ein Anbieter von Tier-Ausflügen für die Tui-Gruppe zu sein.

Signalwirkung. Auch außerhalb der Veranstalterlandschaft ist Bewegung in die Sache gekommen. Im Herbst 2016 erklärte etwa die Reise-Website Tripadvisor, man werde "den Ticketverkauf für Attraktionen einstellen, bei denen Reisende in direkten Kontakt mit wilden Tieren kommen, die in Gefangenschaft gehalten werden oder zu einer gefährdeten Art zählen".

Hartnäckige Kritiker. Nach und nach setzen sich die Tierschutzstandards also durch. Das dies so ist, ist vor allem der unermüdlichen Arbeit von Tierschutzorganisationen zu verdanken. Jahrelang hatten Vereine wie Peta, das Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF, World Animal Protection und andere immer wieder den Finger in die Wunde gelegt und auf Missstände aufmerksam gemacht. Nicht jeder vermeintliche Skandal wurde dabei ganz sauber recherchiert, aber die Aktionen zeigten Wirkung. So erreichte der WDSF 2014 mit Tui, FTI, Schauinsland Reisen und Alltours eine Übereinkunft, weltweit keine Delfin- und Orca-Shows mehr anzubieten. DER Touristik und Thomas Cook schlossen sich diesem Schritt damals nicht an.

Tierschutz contra Umsatz. Denn die Reiseleitungen und Zielgebietsorganisationen der Veranstalter verdienen an Ausflügen zu Tiershows, die sie ihren Kunden verkaufen, kräftig mit. Reiseleiter werden anhand der Zusatzverkäufe, die sie erreichen, beurteilt. Und für viele Zielgebietsorganisationen sind diese ein zentraler Bestandteil ihrer Kalkulation. Sich davon teilweise zu verabschieden, fiel ihnen daher naturgemäß nicht leicht.

Christian Schmicke

12. Juli 2017 – 12:53

Das Sommergeschäft in den Reisebüros kommt nur zögerlich in Fahrt. Das GfK-Vertriebs-Panel errechnete für den Monat Juni ein Buchungsplus von gerade mal zwei Prozent. Damit konnte das Minus von 16 Prozent vor einem Jahr bei weitem nicht ausgeglichen werden.

Kumuliert läuft die diesjährige Sommersaison im Reisebüro mit plus drei Prozent zwar besser als im letzten Jahr, das Niveau des Sommers 2015 ist aber noch nicht wieder erreicht. Schuld daran ist nach wie vor die "unverändert schwache Nachfrage für Urlaube in der Türkei", so die Marktforscher. Die Last-Minute-Buchungen zögen zwar sichtlich an, dies aber auf der Basis von großen Verlusten im Vorjahr.

Insgesamt büße die Türkei aktuell im Vergleich zur Sommersaison 2015 immer noch zwei Drittel ihres Umsatzes ein. Dieses Loch könnten wachstumsstarke Ziele wie Griechenland oder Ägypten nicht auffüllen. Erschwerend komme hinzu, dass die USA als starkes Fernreiseziel im deutschen Markt in diesem Sommer schwächele.

Jede dritte Buchung im Juni entfiel auf den Winter oder sogar schon auf den Sommer 2018. Für Trendaussagen ist das bisher aufgelaufene Umsatzniveau für das winterliche Reisehalbjahr noch zu klein, die Zahlen stimmen jedoch optimistisch. Frühbucher haben der Wintersaison 2017/18 einen Vorsprung von elf Prozent verschafft.

Das Vertriebs-Panel der GfK basiert auf den Buchungsdaten von rund 1.500 Reisebüros in Deutschland, die den stationären Vertrieb repräsentativ abbilden. Der Stichprobe liegen durchschnittlich 340.000 Buchungssätze zu Grunde.