08. August 2017 – 13:04

Die Geschäfte der Holidaycheck Group laufen prima, doch unterm Strich stehen immer noch rote Zahlen. Der Umsatz des Portalbetreibers, zu dem neben dem gleichnamigen Online-Reisebüro die Websites Zoover und Meteovista gehören, kletterte im ersten Halbjahr um 11,2 Prozent auf 61,2 Millionen Euro. Das Konzernergebnis der Holidaycheck-Gruppe bleibt jedoch negativ und belief sich in den ersten sechs Monaten auf minus 1,8 Millionen Euro.

Schuld an den roten Zahlen ist zum Großteil der erhöhte Marketingaufwand im zwei Quartal, der auf 14,6 Millionen Euro gestiegen ist. Das lag vor allem an der Kampagne „Buch Dein Ding“, die Mitte Juni gestartet wurde und mit 1,8 Millionen Euro zu Buche schlug. Auch die Personalausgaben stiegen deutlich an.

Wegen der wachsenden Buchungen hebt der Holidaycheck-Vorstand seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an und geht nun von einem Wachstum zwischen sieben und elf Prozent aus. Gewinn erwartet der Vorstand nicht. Wegen der Investitionen in Personal und Marketing soll das Geschäftsjahr „unverändert ein operatives Ebitda innerhalb einer Bandbreite von -5 Millionen Euro und 0 Millionen Euro“ bringen. Das bedeutet nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern weiter ein deutliches Minus.

07. August 2017 – 17:30
zieglergeorgholidaycheck

Georg Ziegler, Director Content des Hotelbewertungsportals, sieht in dem Geschäftsmodell des "Bewertungs-Optimierers" Five Star Marketing "einen eindeutigen Verstoß gegen unseren Code of Conduct, der jegliche Form der Manipulation untersagt". Ob diese Praktiken als betrügerisch und darüber hinaus als unlauterer Wettbewerb einzuschätzen seien, müsse juristisch geprüft werden, so Ziegler. Die Anwälte des Unternehmens seien in dieser Hinsicht gerade aktiv. "Die Übernachtung in einer Unterkunft ist generell Grundvoraussetzung für das Verfassen einer Bewertung. Bei Manipulationsversuchen verfolgt Holidaycheck eine Null-Toleranz-Politik: Sobald wir von Unternehmen oder Einzelpersonen hören, die gefälschte Bewertungen zum Kauf anbieten, prüfen wir, wie wir gegen diese vorgehen können", unterstreicht er. Auf diese Weise sei schon mehreren schwarzen Schafen das Handwerk gelegt worden.

Technische und manuelle Prüfung. Wie berichtet, bietet Five Star Marketing mit Sitz in Löhne positive Bewertungen zum Paketpreis zum Kauf an. Eine Bewertung auf Holidaycheck kostet 19,95 Euro, den Zehner-Pack gibt’s für 189,85 Euro. Der Holidaycheck-Manager glaubt aber, dass die Bewertungsplattform gegen Attacken wie diese auch jenseits der juristischen Fragen ausreichend gewappnet sei. Jede Hotelbewertung auf Holidaycheck durchlaufe als erstes ein technisches Prüfverfahren, bei dem automatisiert anhand von 60 Filtern überprüft werde. Das System schlage hier unter anderem an, wenn eine Bewertung deutlich positiver oder deutlich negativer ausfalle als die bisher vorliegenden Bewertungen. Wenn in der technischen Prüfung eine Bewertung auffällig sei, werde sie von einem geschulten Mitarbeiter zusätzlich überprüft. Bei Bedarf werde daraufhin ein Übernachtungsnachweis beim Urlauber angefordert. Könne dieser nicht vorgelegt werden oder bestehe die Bewertung die Prüfung nicht, werde sie nicht veröffentlicht.

Einzelbewertungen ändern die Tendenz kaum. Selbst wenn eine einzelne gefälschte Bewertung auf die Seite gelange, könne diese das gesamte Stimmungsbild über ein Hotel nicht grundlegend ändern, erklärt Ziegler, Denn eine einzelne Lobeshymne habe nur einen beschränkten Einfluss auf ein im Schnitt sehr kritisch beurteiltes Hotel. Eine insgesamt sehr negative Weiterempfehlungsrate eines vielfach bewerteten Hotels ändere sich durch einzelne positive Beurteilungen gewöhnlich nicht in einem Umfang, der andere Urlauber in ihrer Hotelwahl beeinflusse. "Unserer Erfahrung nach lesen die Urlauber Hotelbewertungen durchaus differenziert und wägen Positives und Negatives gegeneinander ab. Sie haben zudem die Möglichkeit, uns auffallende Bewertungen zu melden", so der für den Inhalt der Bewertungen verantwortliche Direktor.

Ziegler glaubt auch nicht, dass das Angebot von Five Star Marketing starken Zulauf erfährt. "Der Großteil der Hoteliers hat verstanden, dass der Kauf von Bewertungen nicht der richtige Weg ist, um langfristig erfolgreich zu sein. Hoteliers tun sich selbst keinen Gefallen, auf Angebote wie die von Five Star Marketing zurückgreifen – ganz im Gegenteil: Gefälschte Bewertungen, die nicht wiedergeben, was der Gast tatsächlich vor Ort vorfindet, schüren vor allem falsche Erwartungen bei künftigen Urlaubern, die ihre Enttäuschung anschließend in negativen Bewertungen wiedergeben – und dem Hotel damit langfristig mehr Schaden als Nutzen bringen."

Christian Schmicke

07. August 2017 – 16:53

Das sagt eine Erhebung der EU-Statistikbehörde Eurostat. Die schlechtesten Karten haben die EU-Bürger aus Rumänien. Zwei Drittel von ihnen können sich keine Urlaubsreise leisten. In Kroatien müssen 63 Prozent ohne Ferientrip auskommen, in Bulgarien 56 Prozent. Mehr als die Hälfte der Bürger muss auch in Griechenland, auf Zypern (54%) und in Ungrn (51%) zu Hause bleiben.

Die besten Karten in Sachen Urlaub haben Schweden (8.2%), Luxemburger (13.1%), Dänen (13.7%), Finnen (14.2%), Österreicher (15.4%) und Niederländer (16.2%). In Deutschland verfügt knapp jeder Fünfte (19%) über keine ausreichende Urlaubskasse.

Insgesamt sank der Anteil der Europäer, die sich keinen Urlaub leisten können, in den vergangenen fünf Jahren um fünf Prozent. Verschlechtert hat sich die Situation für Zyprioten, Griechen und Dänen, unter denen der Anteil der Nicht-Urlauber um zwei bis sechs Prozent stieg. Stark verbessert präsentiert sich die Urlaubssituation dagegen in Lettland, wo rund einem Viertel weniger Bürgern die Mittel zum Reisen fehlen, sowie in Polen (-19 Prozentpunkte) Estland (-19 Prozentpunkte), Malta (-17 Prozentpunkte) und Ungarn (-16 Prozentpunkte).

07. August 2017 – 16:40
arranpalma
festibalvilanova

In eine Interview mit dem "Spiegel" hat der Bürgermeister der mallorquinischen Hauptstadt Palma, Antoni Noguera, klargestellt, wie seine umstrittenen Äußerungen zu deutschen Touristen zu verstehen sind. Noguera hatte gegenüber der "Mallorca Zeitung" gesagt: "Der Abschaum, der uns geschickt wird, ist nicht angenehm." Diese Äußerung, die anschließend heftig kritisiert wurde, beziehe sich lediglich auf eine Minderheit, die sich daneben benehme, erklärt Noguera gleich zu Beginn des Interviews. Die deutschen Touristen seien "wichtig auf Mallorca". "Aber die­se klei­ne Min­der­heit, die sich hier am Strand von Pal­ma da­ne­ben ­be­nimmt, die­se Deut­schen sind nicht will­kom­men."

In den vergangenen Wochen hatte eine Reihe von Vorfällen auf Mallorca für negative Schlagzeilen gesorgt. In einem Lokal hissten Deutsche die Reichkriegsflagge, brüllten fremdenfeindliche Parolen und bedrängten Frauen. Daneben sorgten randalierende und prügelnde Touristen, die auch tagsüber splitternackt und stockbetrunken herumlaufen, die in der Öffentlichkeit Sex haben oder sich erleichtern, bei der Bevölkerung der Insel für zunehmenden Unmut.

Militante Aktionen. Auch die Aktionen, die sich gegen die unerwünschten Massen richten, werden immer militanter. Waren es zunächst noch symbolische Aktionen wie die "Sperrung" des Tourismusministeriums in Palma, so weiten sich nun die deutlich robusteren Attacken der linksautonomen Jugendgruppe Arran, die in Barcelona begonnen hatten, auf Mallorca aus. Ende Juli stürmte eine Gruppe ein Restaurant am Yachthafen, entzündete Bengalos, bewarf die Gäste mit Konfetti und hielt Spruchbänder mit Klassenkampf-Parolen in die Höhe. Angehörige derselben Gruppe hatten bereits in Barcelona einen Touristenbus gestoppt und mit Parolen besprüht sowie die Reifen von Leihfahrrädern für Touristen zerstochen.

Ironischer Protest. In der Kulturszene wächst der Unmut über die Besuchermassen ebenfalls, wie die "Mallorca Zeitung“ berichtet. So ist auf dem Plakat für ein Festival in Esporles, das Mitte August stattfindet, eine Mallorca-Karte zu sehen, auf der dicht gedrängt Urlauber an Urlauber stehen. In Esporles überragt ein großer Ziegenbock die Szenerie, der ein Schild mit dem Wort „Arruix!“ („weg hier!) in den Händen hält. "Overbocking" lautet das Motto des Festivals,in Anlehnung an das englische Wort „overbooked“. Der Veranstalter erklärte gegenüber der "Mallorca Zeitung“, er habe dem Thema „mit Humor Aufmerksamkeit schenken“ wollen.

Auf Twitter formiert sich indes eine Gegenbewegung. Unter #YoSiQuerioTurismo versammeln sich Befürworter der touristischen Entwicklung und heben deren Bedeutung für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der Insel hervor.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy warnte am Montag bei einem Besuch auf Mallorca davor, Urlauber schlecht zu behandeln. Die Gäste müssten umsorgt werden, es seien Verantwortungsgefühl und gesunder Menschenverstand gefragt. Schließlich sorge der Tourismus landesweit für 13 Prozent der Arbeitsplätze.

Christian Schmicke

06. August 2017 – 18:00
fivestar

Das Angebot ist ebenso eindeutig wie unmoralisch: Das Unternehmen Five Star Marketing mit Sitz im nordrhein-westfälischen Löhne bietet positive Bewertungen zum Kauf an. Für Portale wie Holidaycheck, Tripadvisor, Amazon, Ebay, Google, Trustpilot oder Jameda können Kunden Pakete erwerben, die eine festgelegte Zahl positiver Bewertungen enthalten. Eine Bewertung auf Holidaycheck kostet 19,95 Euro, den Zehner-Pack gibt’s für 189,85 Euro. Für Tripadvisor sind die Pakete etwas günstiger: Mit 119,95 Euro für ein Dutzend Bewertungen ist man dabei.

Mit "Geld-zurück-Garantie". Bei seinen Versprechungen trägt der "Partner für qualitatives Review- und Rating-Management", der laut Unternehmensregister im April dieses Jahres gegründet wurde und über ein Stammkapital von 800 Euro verfügt, dick auf. "Wir garantieren Ihnen, dass wir aus unserem großen Pool die Produkttester finden, die Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung zu schätzen wissen und entsprechend bewerten. Sollten Sie mit unserem Service nicht zufrieden sein, bieten wir Ihnen eine 30 Tage Geld zurück Garantie an", versichert der Bewertungsverkäufer auf seiner Website Fivestar-Marketing.net.

"Völlig legal." Die Praxis, Bewertungen für Holidaycheck, Tripadvisor & Co. zu kaufen oder zu verkaufen, sei juristisch einwandfrei, erklärt das Unternehmen. Allerdings gelte es "einige Regeln zu beachten". So dürften "die eingesetzten Produkttester/Rezensenten zum Beispiel nicht befangen sein oder bestochen werden". Es sei "daher wichtig, echte und aus freien Stücken abgegebene Bewertungen zu generieren", heißt es unter Verweis auf Paragraph 4 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb. Aber das sei kein Problem: "Durch unsere Reichweite und den großen Pool an Rezensenten können wir genau das garantieren."

Wie eine gekaufte Bewertung, die garantiert positiv ist und für die der Verfasser bezahlt wird, die Qualitätsmerkmale "nicht befangen" und "nicht bestechlich" erfüllen soll, bleibt freilich das Geheimnis der selbsternannten "Bewertungsoptimierer". Dass die angeblichen Produkttester im Falle einer Hotelbewertung tatsächlich vor Ort gewesen waren oder ein bewertetes Produkt tatsächlich getestet haben, zählt jedenfalls nicht zu den Voraussetzungen für eine Bewertung via Five Star Marketing.

"Erstklassige, hochwertige Bewertungen". Five Star Marketing sucht seine "Produkttester" unter anderem über Ebay-Kleinanzeigen. "Pro Bewertungen erhalten Sie als Tester zwischen 3-5 Euro, oder ein kostenloses Produkt", heißt es da, und: "Zu den Bewertungen müssen Rezensionen verfasst werden. Gute Deutschkenntnisse und eine weitestgehend fehlerfreie Rechtschreibung sind daher unerlässlich."

Das Risiko, aufgrund auffälliger Bewertungen von den Bewertungsportalen aussortiert zu werden, liegt bei den sogenannten Testern selbst. Denn: "Die Bewertungen müssen mit deinem echten und aktiven Account auf der jeweiligen Plattform (z.B. Amazon oder eBay) abgegeben werden. Es ist nicht zulässig, für Bewertungen Fake-Profile zu erstellen." Dafür zahle das Unternehmen immerhin "sehr gute Honorare, die deutlich über dem Durchschnitt der Branche liegen".

Überlebensfrage. Wenn das Five Star seine vollmundigen Versprechungen tatsächlich einhalten könnte, hätte diese Tatsache das Zeug, Portalen wie Holidaycheck oder Tripadvisor und den Inhalten ihrer Bewertungen jegliche Glaubwürdigkeit zu nehmen. Schließlich stehen sie schon lange im Verdacht, gekaufte oder "gefakete" Bewertungen zu veröffentlichen – wenn auch nicht absichtlich. In manchen Fällen sind Versuche von Hoteliers, sich ihren positiven Leumund selbst zu verschaffen, durchaus belegt. Das Five-Star-Modell liefert sozusagen die offizielle Einladung dazu und macht daraus ein Geschäftsmodell.

Sicherheitslücken. Dementsprechend heikel ist die Angelegenheit für die betroffenen Bewertungsportale wie Holidaycheck und Tripadvisor. Denn sie müssen glaubwürdig vermitteln, dass ihre Sicherheitsmechanismen solchen Praktiken Einhalt gebieten. Und das ist schwierig, weil ihre Filter lediglich anhand von Plausibilitätskriterien und beispielsweise sprachlichen Mustern arbeiten, um schwarze Schafe und gefälschte Bewertungen auszusortieren. Einen echten Nachweis, dass er das bewertete Produkt tatsächlich kennt oder genutzt hat, muss hingegen niemand erbringen.

Gegenmaßnahmen. Tripadvisor erklärt auf Anfrage: "Diese Optimierungspraktiken stellen einen eindeutigen Verstoß gegen die Tripadvisor-Richtlinien dar, sind unethisch und häufig auch gesetzeswidrig." Tripadvisor setze "bewährte Methoden ein, um Optimierungsunternehmen zu fassen". Um Umsatz zu generieren, müssten sich die Bewertungsverkäufer selbst bei Hotels vermarkten. Dabei hinterließen sie "Spuren, die wir aufspüren und sie so erwischen können". Ein eigenes Untersuchungsteam suche zudem proaktiv nach solchen Firmen und biete ihnen seine Dienste an, um sie so zu fassen. Allein in den letzten beiden Jahren sei Tripadvisor gegen 59 Unternehmen weltweit vorgegangen, um das Geschäft mit Bewertungen zu stoppen: "Wir untersuchen jedes Optimierungsunternehmen, auf das wir stoßen - auch Five Star Marketing."

Zugleich versucht die Plattform, gefälschte und gekaufte Bewertungen als Randphänomen darzustellen. Versuche von Betrieben, mit dieser Art von Unternehmen zusammenzuarbeiten, seien selten, heißt es. Die überwiegende Mehrheit sei sich "des Risikos eines Reputationsverlustes und des Schadens für ihren eigenen Betrieb wohl bewusst, wenn sie versuchen würden, Tripadvisor-Nutzer in die Irre zu führen". Schade nur, dass dieser Satz ausgerechnet auf die schwärzesten Schafe, also beispielsweise die schlechtesten Hotels und lausigsten Restaurants, sicher nicht zutrifft.

Christian Schmicke

06. August 2017 – 11:59
hurricaneisabelfromiss

Wetterexperten der Colorado State University sagen ein erhöhtes Risiko vermehrter und stärkerer tropischer Stürme in diesem Spätsommer und Herbst voraus. Grund dafür seien außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen in den tropischen und subtropischen Regionen  des Atlantiks. Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein besonders starker Hurrikan die US-Küste trifft, sehen die Forscher in diesem Jahr bei 62 Prozent. Im letzten Jahrhundert lag der Wert im langjährigen Schnitt bei 52 Prozent. Dass ein solcher Sturm Florida treffe, sei zu 38 Prozent wahrscheinlich, prognostizieren die Experten. Der durchschnittliche Wert betrug in der Vergangenheit 30 Prozent. Für die Karibik beziffern sie das Risiko mit 51 Prozent und damit um neun Prozent höher als gewöhnlich. Am größten ist die Hurrikan-Gefahr für die mexikanische Ostküste (67%), Kuba (62%) und die Bahamas (61%). Für die Dominikanische Republik weist die Colorado State University keine Werte aus.

Erste Vorboten der Hurrikan-Saison waren schon im Juni und Juli zu spüren. Die Tropenstürme Cindy, Don und Emily zwangen Kreuzfahrtgesellschaften zur Änderung ihrer Routenpläne und führten zu einigen Flugausfällen.

Christian Schmicke

04. August 2017 – 15:56
cordoba

Schön für die Hoteliers, teuer für Urlauber: Um 14 Prozent liegen die Zimmerpreise in der spanischen Hotellerie nach einer Untersuchung des Portals Trivago über denen des Vorjahresmonats. Den stärksten prozentualen Anstieg erlebten die Tarife mit 24 Prozent interessanterweise in der nordspanischen Region Kantabrien, die wegen ihrer eher kühlen Temperaturen vor allem bei spanischen Urlaubern beliebt ist. Dahinter folgt mit einem Zuwachs um 21 Prozent Katalonien. In der katalanischen Metropole Barcelona beträgt die Teuerung 20 Prozent. Am teuersten insgesamt sind die Balearen mit 231 Euro pro Nacht und Zimmer. In der Inselhauptstadt Palma liegt die Durchschnittsrate bei 209 Euro.

Auf den Balearen beträgt der Preisanstieg acht Prozent, während die Kanarischen Inseln um 14 Prozent zulegten. Dennoch sind die Durchschnittspreise auf den Kanaren mit 143 Euro deutlich günstiger als auf den spanischen Mittelmeerinseln. Am günstigsten kommen Reisende in der Region La Mancha mit durchschnittlich 72 Euro pro Nacht weg. Aber auch die Weinregion Rioja ist mit 79 Euro erschwinglich, abenso wie die Hauptstadt Madrid mit 89 Euro. Preisgünstigstes Städteziel ist in puncto Übernachtung Córdoba mit 63 Euro.

Christian Schmicke

03. August 2017 – 17:04
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Zu einer ungewöhnlichen, aber offenbar ziemlich wirkungsvollen Maßnahme griffen am Wochenende die Bewohner der mexikanischen Insel Holbox im Norden der Halbinsel Yucatán. Nachdem sie rund eine Woche lang nahezu ohne Wasser und Strom verbracht hatten, machten sie am Wochenende kurzerhand den Hafen  für die Fähre dicht, die Yucatán mit der Insel verbindet, und verhinderten so, dass Besucher dorthin gelangen konnten. Via Facebook ließ die Chefin des örtlichen Hotelverbandes, Barbara Hernandez,wissen, man wolle die Behörden, die sich nicht um die Probleme von Holbox kümmerten, auf diese Weise erneut auf die Misstände aufmerksam machen und sie zum sofortigen Handeln zwingen. "Wir hatten kein Wasser und keinen Strom, und auch die Kommunikation funktionierte ohne Internet und Mobilfunksignal nicht. Die Situation war schrecklich", sagte Hernandez gegenüber mexikanischen Medien.

Behörden ignorierten die Probleme. Gegen die Besucher richte sich die Aktion nicht, erklärte der Hotelverband. "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, aber sie entstehen dadurch, dass wir weder Gästen noch unserer einheimischen Bevölkerung die grundlegendste Versorgung garantieren können", schrieb er. Die Aktion führte offenbar zum Erfolg: Der Gouverneur des Bundesstaates Quintana Roo, zu dem Holbox gehört, sicherte zu, Sofortmaßnahmen  zu ergreifen, um die Strom-  und Wasserversorgung zu stabilisieren. Zur Überbrückung der Wasserengpässe wurden zunächst Tanklaster auf die Insel geschickt. Zudem würden umgehend Mittel zur Verfügung gestellt, um Strom- und Wasserleitungen sowie die Kanalisation zu reparieren, kündigte die Regierung an.

Beliebte Ferieninsel. Holbox gilt als ruhige Alternative zu den Bettenburgen des Badeortes Cancun. Die Insel ist sowohl  als Urlaubsort als auch für Tagesausflüge beliebt. Täglich besuchen rund 5.000 Übernachtungsgäste und zusätzlich 2.000 Ausflügler das Eiland, auf dem 3.000 Menschen regelmäßig und 1.200 weitere während der Hochsaison leben. Die Versorgungsprobleme resultieren nach Angaben der örtlichen Behörden daraus, dass die Ver- und Entsorgungseinrichtungen vor 30 bis 40 Jahren gebaut wurden. Damals lebten 800 Menschen auf der Insel – überwiegend vom Fischfang. Die Vorstellung, dass sich Holbox einmal zum Besuchermagneten entwickeln könnte, lag zu dieser Zeit noch in weiter Ferne. Der Fährhafen ist mittlerweile übrigens wieder offen.

Christian Schmicke

03. August 2017 – 15:54
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Die globalen Kunden von Carlson Wagonlit Travel (CWT) müssen sich an neue Gesichter gewöhnen. Nach 18 Jahren verabschiedet sich Martina Eggler als Vice President Global Strategic Accounts von dem Geschäftsreiseanbieter mit unbekanntem Ziel. Gründe für ihr Ausscheiden bei Carlson Wagonlit sind ebenfalls nicht bekannt. Sie werde sich „neuen Herausforderungen außerhalb von CWT stellen“, so Zentraleuropachef Peter Ashworth.

Ashworth übernimmt Egglers Rolle als Sprecher von Carlson Wagonlit in Deutschland. Die weltweit aktiven Firmen mit Sitz in Zentral- und Osteuropa werden künftig von der globalen Kundenbetreuung unter der Leitung von Sophie Hulgard mit übernommen.

03. August 2017 – 15:17

Das Deutsche Institut für Servicequalität hat Online-Reisebüros und die Websites  von Veranstaltern untersucht. Es gelangt zu dem Ergebnis, dass zwischen den Portalen deutliche Preisunterschiede bei identischen Leistungen auftreten, und dass der Service der Portale "insgesamt nur befriedigend" sei. Getestet wurden 16 reine Vermittlungsportale und neun Veranstalter-Websites.

In puncto Preis ermittelten die Tester im Schnitt Differenzen von mehr als sieben Prozent bei gleichen Rahmendaten, Leistungen und identischem Hotel. In der Spitze lägen die Preisunterschiede bei mehr als 19 Prozent. Auch auf den Portalen der Reiseveranstalter seien die Unterschiede gravierend, so das Institut für Servicequalität. Hier liege der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter im Schnitt bei 26 Prozent. Im krassesten Fall habe die Differenz mehr als 50 Prozent betragen.

Schwächen bei E-Mail-Anfragen. Die Servicequalität ermittelte das Institut anhand von je zehn verdeckten Telefon- und E-Mail-Tests pro Anbieter, je zehn Prüfungen der Internetauftritte durch geschulte Testnutzer sowie nach eigener Aussage durch eine "detaillierte Inhaltsanalyse" der jeweiligen Website. Im Fokus hätten dabei unter anderem der Informationswert und die Bedienungsfreundlichkeit sowie Transparenz und Sicherheit gestanden. Neben elf insgesamt guten Anbietern seien gleich sieben der 25 Portale in puncto Kundenorientierung bestenfalls "ausreichend", kritisieren die Tester. Die größten Mängel zeigten sich im Bereich E-Mail: Gleich fünf Reiseportale hätten nicht einmal die Hälfte der E-Mails beantwortet; insgesamt sei mehr als jede vierte Anfrage komplett ohne Antwort  geblieben. Besser hätten die Hotlines abgeschnitten – eine freundliche und kompetente Beratung sei hier eher die Regel als die Ausnahme. Defizite habe der Test aber auch hier aufgedeckt. So erhielten die Anrufer am Telefon zum Beispiel in mehr als 44 Prozent der Gespräche nur unvollständige Auskünfte und oft gingen die Mitarbeiter zu wenig individuell auf die Interessenten ein.

Testsieger unter den Reisevermittlern ist Travelscout24 mit dem Qualitätsurteil "sehr gut". Das Unternehmen unterbreite für alle untersuchten Reisen ein passendes Angebot, heißt es; in sechs von zehn Fällen habe kein anderes Portal den Preis toppen können. Darüber hinaus biete Travelscout24 den besten Service unter den Reisevermittlern. E-Mail-Anfragen seien zügig, vollständig und sehr individuell beantwortet. Der Internetauftritt punkte unter anderem mit einem hohen Informationswert. Rang zwei der Reisevermittler belegt Weg.de, ebenfalls mit einem sehr guten Gesamtergebnis, vor dem Drittplatzierten Thomascook.de. Am Ende der Skala rangieren Ebookers.de, Sonnenklar.tv und 1-2-Fly.com.

Nur Tropo, Neckermann und Alltours "gut". Unter den Reiseveranstalter-Portalen belegt Tropo mit dem Qualitätsurteil "gut" Rang eins. Das Unternehmen biete "sehr gute Konditionen" und liege "preislich bei neun von zehn Pauschalreisen unter dem Durchschnitt – fünf davon sind mit am günstigsten". Tropo zeige außerdem eine gute Serviceleistung – insgesamt wie auch in den einzelnen Bereichen Internet, Telefon und E-Mail. Neckermann-reisen.de und Alltours.de belegen bei den Reiseveranstaltern die Plätze zwei und drei, ebenfalls mit dem Urteil "gut". Schlusslichter sind ITS, FTI und HLX.