14. August 2017 – 16:28
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Im September wird Boris Raoul CEO der Invia Group Germany, unter deren Dach das Reise-, Flug- und Veranstaltergeschäft des insolventen Portalbetreibers Unister Travel gebündelt sind. Unister Travel hatte nach dem Tod von Firmengründer und Hauptgesellschafter Thomas Wagner durch einen Flugzeugabsturz im Juli 2016 Insolvenz angemeldet. Im April hatte der Investor Rockaway Capital die touristische Sparte mit den Portalen Ab-in-den-Urlaub.de und Fluege.de gekauft und in die Invia Group integriert.

Neben seiner Rolle in Deutschland soll Raoul als Chief Operating Officer der Invia Group fungieren und "das Geschäft der Gruppe im deutschsprachigen Raum und das in der Invia.cz gebündelte Osteuropa-Geschäft enger miteinander verbinden und auf den paneuropäischen Wachstums-Kurs ausrichten", heißt es in einer Mitteilung. Bei Invia Germany ergänzt er die derzeitige Geschäftsführung, bestehend aus Stephan Wiese als Chief Operating Officer, Tobias Walther-Merkwitz als Chief Financial Officer und Nikolaus Pauseback als Chief Commercial Officer.

Raoul hat Unister Travel bereits von 2014 an zwei Jahre lang geleitet und das Unternehmen, das wegen seiner bisweilen juristisch grenzwertigen Geschäftspraktiken umstritten war, näher an die Touristik herangeführt. Er schied Ende März 2016 aus und war anschließend als Unternehmensberater, Investor und Business Angel aktiv. Die längste Zeit, insgesamt zwölf Jahre, arbeitete er für die FTI Group, zuletzt als Chief Operating Officer.

 

14. August 2017 – 13:51
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Das ergab eine einwöchige Überprüfung von Walbeobachtungsausflügen durch Beamte der spanischen Guardia Civil. Wie das auf den Kanarischen Inseln erscheinende "Wochenblatt" berichtet, hätten die Kontrollen zu dem Ergebnis geführt, dass die Ausflugsboote den vorgeschriebenen Mindestabstand zu den Tieren, der 60 Meter beträgt, "in den seltensten Fällen einhalten". Außerdem schalteten sie nicht, wie vorgeschrieben, die Motoren aus, wenn sie sich in der Nähe der Tiere befänden. Die Beamten hätten bei ihren Stichproben zehn Unternehmen unter die Lupe genommen, von denen sechs mindestens gegen eine Vorschrift der Regulierung verstießen, erklärte ein Mitglied der Guardia Civil gegenüber der Presse. Außerdem seien bei Inspektionen von 28 Booten insgesamt 32 Anzeigen wegen Verstößen erstattet worden. Auch die Zahl der Boote, die ohne Erlaubnis Walbeobachtungen anbieten, steige immer weiter, heißt es. Außerdem hätten manchen Bootsführern gültige Bootsscheine oder andere erforderliche Papiere gefehlt.

Mit 27 verschiedenen Wal- und Delfinarten sind die Gewässer der Kanarischen Inseln ein besonders artenreiches Gebiet. Das Zusammenwirken verschiedener Meeresströmungen führt dazu, dass sich um die Kanaren sowohl Meeressäuger aus kalten Gewässern als auch Bewohner gemäßigter und warmer Regionen aufhalten. Die Beobachtung der Wale ist nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern auch ein einträgliches Geschäft. Besonders der Süden Teneriffas ist eine Hochburg der Anbieter von Walbeobachtungstouren. Denn zwischen Teneriffa und der Nachbarinsel La Gomera tummeln sich neben denjenigen Walarten, die nur auf der Durchreise sind, auch andere, wie etwa Grindwale, die ständig dort leben.

14. August 2017 – 07:00
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Zwei große Pools, sechs Infinity-Whirlpools entlang der Reeling und zwei Wasserrutschen, darunter eine 100 Meter lange Tandem-Rutsche: Die "Norwegian Bliss", der nächste Neubau der Norwegian Cruise Line, soll seine Gäste vor allem mit Superlativen an Bord locken. Zu den Besonderheiten an Bord der "Bliss", die im Frühjahr 2018 ausgeliefert werden soll und ab Juni 2018 nach Alaska und in die Karibik sowie auf Routen entlang der mexikanischen Riviera unterwegs ist, zählt außerdem eine zweigeschossige, rund 300 Meter lange E-Kart-Rennstrecke. Vier Geschwindigkeitseinstellungen können für Anfänger, Fortgeschrittene und erfahrene Fahrer angepasst werden; ein spezieller "Turbo-Boost", der einmal pro Runde angeschaltet werden kann, soll außerdem für Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern sorgen. Der Kurs sei anspruchsvoll, heißt es. Eine solche Kart-Bahn gibt es allerdings bereits: Auf dem Schwesterschiff "Joy", das ausschließlich für den chinesischen Markt konzipiert ist. Nun will Norwegian Cruise Line das Spektakel auch westlichen Gästen schmackhaft machen.

Dazu passt auch eine Freiluft-Arena für Laser-Tag, in der Freunde von Ballerspielen mit Hilfe von Laserpistolen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen können. Das Areal sei als verlassene Raumstation gestaltet und könne rund um die Uhr genutzt werden, kündigt die Reederei an.

Von Tex-Mex bis Teppanyaki. Jede Menge Auswahl gibt es auch in puncto Gastronomie. Etwa das "Texas Smokehouse Q" mit Texas-Barbecue, das Restaurant "Los Lobos" mit gehobener mexikanischer Küche, "Cagney's Steakhouse", die "The A-List Bar" mit Cocktails, Weinen und Spirituosen oder das Dessert-Restaurant "Coco's, in dem ein großer Schokoladenbrunnen den Eingang ziert. Außerdem ein französisches, ein italienisches, ein Meeresfrüchte-, ein internationales und ein japanisches Teppanyaki-Restaurant. Bierfreunde finden im "The District Brew House" bei 24 Biersorten vom Fass und mehr als 50 Sorten Flaschenbier ihren Platz, Weinliebhaber eher im "The Cellars", einer Weinbar der US-Weindynastie Mondavi.

Die "Bliss" mit einer Kapazität für 4.000 Gäste, wird derzeit in der Meyer-Werft in Papenburg gebaut.

13. August 2017 – 20:30
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„Der Kunde ist komisch geworden“, sagt Georg Welbers. Die „digitalen Dosen“, wie der Omnichannel-Direktor von Thomas Cook Smartphones nennt, sind immer dabei. „Der Daumen kann alles, aber er ist unglaublich nervös und hat keine Geduld.“ Und er sucht nach Urlaub. „90 Prozent der Leute, die im Reisebüro buchen, waren vorher online.“ Doch sie bleiben weder hier noch dort. „Der Kunde springt zwischen den Kanälen hin und her“, sagt Welbers.

Genau deshalb sei Omnichannel die Lösung, nämlich die komplette Vernetzung und Nutzung aller Kanäle. Allerdings: „Von der Vision Omnichannel sind alle noch Lichtjahre entfernt“, gibt Welbers zu. Doch immerhin habe Thomas Cook einen Anfang gemacht und es funktioniere. Tests mit eigenen und Franchise-Büros seien erfolgreich verlaufen, weshalb Welbers nun Agenturen als Omnichannel-Partner gewinnen will.

Doch was steckt hinter dem Omnichannel-Partner konkret?

Merkzettel auf Thomascook.de mit Übergabe ans Reisebüro: Wer auf der Website des Konzerns sucht, kann seine Anfrage an ein Reisebüro in seiner Nähe weiterleiten. Ein entsprechender Button ist prominent im Sichtfeld platziert. Alle Omnichannel-Partner sind im dahinter liegenden Reisebürofinder gelistet. Die Agentur kann die Anfrage bearbeiten, buchen und bekommt dafür die volle Provision.

E-Mail-Marketing im Namen des Reisebüros: Bis zu fünfmal meldet sich Thomas Cook per Mail. Direkt nach der Buchung als Dankeschön mit Infos zur Reise, Land und Zahlungsinfos sowie Download-Link der Kundendokumente. E-Mail 2 bietet Up- und Cross-Selling-Angebote wie Mietwagen oder Ausflüge. Ein separates Mailing kommt später bei Condor-Flügen mit Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierung oder Menüwahl. Für Verkäufe gibt’s Provision. Ein Gute-Reise-Wunsch mit aktuellem Wetter, Checkliste fürs Kofferpacken und Abfluginfos stärkt die Vorfreude kurz vor dem Start in den Urlaub. Und danach ein "Willkommen zurück" mit der Frage, wie es gefallen hat. Für den Kunden ist das Reisebüro Absender der E-Mails, jeweils mit individuellem Foto und Kontaktdaten.

Facebook-Postings auf der Reisebüroseite: Die Beiträge und Angebote werden zentral erstellt und dann mit Vorankündigung im Facebook-Account der Agentur platziert und teils bei den Freunden beworben. Das Reisebüro entscheidet jeweils, ob es mitmachen will oder nicht.

Einbeziehung bei Post-Mailings von Thomas Cook: Bei ausgewählten Endkunden-Aktionen wird auf die Onmichannel-Partner verwiesen.

Reisebüro im Travelguide: Kunden erhalten die App mit Foto und Kontaktdaten ihres Reisebüros.

Online-Katalogbestellung: Auf der Website können Interessenten Broschüren bestellen und bekommen im Reisebürofinder den Omnichannel-Partner in der Nähe eingeblendet.

E-Learning und Seminare: Omnichannel-Partner werden in der Digitalisierung fit gemacht, lernen Facebook, Instagram, Snapshat und Virtual Reality kennen.

Das Paket gibt es für Reisebüros bis mindestens Ende des Jahres kostenlos, sagt Welbers. Danach will er für die Leistungen monatlich 29 Euro berechnen. Er hofft, bundesweit 1.500 Agenturen als Omnichannel-Partner gewinnen zu können.

Thomas Hartung

11. August 2017 – 16:37

Laut dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes verteuerte sich der Pauschalurlaub gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 Prozent. Diese Aussage deckt sich mit Angaben von Reiseveranstaltern, nach denen die durchschnittlichen Reisepreise in diesem Jahr gegenüber 2016 gestiegen sind. Im Vergleich zum Vormonat Juli ergab sich eine saisonübliche Teuerung in noch größerem Umfang. So waren Pauschalreisen um 14,7 Prozent teurer, Auslandsreisen kosteten 15,4 Prozent mehr, für den Deutschlandurlaub lagen die Tarife um 5,7 Prozent über denen im Juni. Für Flugtickets lag die Preissteigerung im Monatsvergleich bei 7,4 Prozent.
Insgesamt lag die Inflation, gemessen an den Verbraucherpreisen, gegenüber dem Juli 2016 bei 1,7 Prozent.

11. August 2017 – 15:37
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Mit DER Touristik hat nun auch der letzte der großen Veranstalter seine Vertriebskonditionen für das Geschäftsjahr 2017/18 veröffentlicht. Dass die Touristiksparte der Rewe Group damit erst im August herausrückt, hat Tradition. Das Unternehmen begründet den späten Termin damit, dass die Provision bei ihm anhand des Buchungstermins und nicht wie bei anderen Anbietern anhand des Abreisetermins berechnet und ausgezahlt wird. Deshalb gilt das neue Modell bei ihm erst für Buchungen vom Stichtag erster November an. Die FTI Group, die ihre neuen Konditionen ebenfalls erst in der vergangenen Woche veröffentlichte, weil dann erst die Übernahme des Luxusveranstalters Windrose unter Dach und Fach war, gleicht das durch eine Sonderregelung aus. Sie berechnet alle Buchungen aus den Winterkatalogen, die vor der Veröffentlichung der neuen Konditionen abgeschlossen wurden, noch nach dem alten Modell.

FTI ist zusammen mit Schauinsland Reisen wohl auch derjenige Veranstalter, bei dem sich die Reisebüros auf die stärksten Veränderungen einstellen müssen. Die beiden Veranstalter, die in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen sind, hoben die Umsatzhürden zum Erreichen der Staffelprovisionen an. Das ist in wachstumsstarken Phasen schon lange gängige Praxis. Denn je mehr Reisebüros immer höhere Umsätze erzielen, desto stärker steigen die Vertriebskosten. Das drückt auf die Marge oder treibt angesichts ohnehin schwacher Margen die Preise in die Höhe. Gleichwohl: Für die Reisebüros beinhalten höhere Umsatzgrenzen stets das Risiko, dass der Provisionssatz im nächsten Jahr niedriger liegt. Die neuen Konditionen im Überblick:

TUI: Riu und Gebeco werden Value-Umsatz. Das ist aus der Sicht des Counters die gute Nachricht. Sämtliche Riu-Hotels und alle Gebeco-Produktlinien zählen neu zum so genannten Value-Umsatz, der für die Leistungsprovision entscheidend ist. Allerdings müssen die Reisebüros ihren Value-Anteil gegenüber dem Vorjahr um mindestens fünf Prozentpunkte steigern, um auf dasselbe Leistungsprovisionsniveau zu gelangen wie bisher. Beim so genannten Wachstumsincentive wird die Hürde dagegen von fünf auf drei Prozent abgesenkt. Die bittere Pile kommt von der Kreuzfahrttochter Tui Cruises: Für den Fluganteil im Kreuzfahrtarrangement zahlt sie nicht mehr die volle Provision, sondern nur noch eine Fixprovision von acht Prozent.

DER Touristik: Systematik vereinheitlicht. Insgesamt werde es leichter, mit den DER-Touristik-Marken gutes Geld zu verdienen, versichert die Rewe-Touristiksparte. Basis für die Provisionsberechnung ist künftig ausschließlich der mit den DER-Touristik-Marken erzielte Gesamtumsatz. Um zehn Prozent Grundprovision zu erhalten, müssen Agenturen nach wie vor 150.000 Euro mit den Konzernmarken umsetzen. Reisebüros, die den Vorjahresumsatz erreichen und mindestens 15.000 Euro mit den DER-Touristik-Hotelmarken umsetzen, erhalten darüber hinaus einen Bonus von 0,4 Prozent. Agenturen, die den Vorjahresumsatz um mindestens fünf Prozent übertreffen und mehr als 30.000 Euro mit den DER-Hotels machen, kassieren 0,9 Prozent zusätzlich. Im Gegenzug für den Wegfall der Einzelboni für Köln und Frankfurt wurden der Bonus für Buchungen der konzerneigenen Hotellerie als auch die Provisionssätze innerhalb der einzelnen Umsatz- und Wachstumsstufen erhöht.

Thomas Cook: Öger Tours statt Aldiana. Der Türkei-Spezialist zählt bei der Berechnung des Gesamtumsatzes für die Provisionsstaffel mit. Allerdings fallen dafür die bisher angerechneten Aldiana-Buchungen weg. Erleichtern soll es den Reisebüros die Arbeit dennch. Denn der Öger-Umsatz sei ungefähr doppelt so hoch wie der von Aldiana, heißt es aus Oberursel. Zusätzlich senkt Öger Tours die Schwelle, ab der es zehn Prozent Provision gibt, von 35.000 auf 20.000 Euro.

FTI: Höhere Umsatzstufen. Um zehn Prozent zu erreichen, müssen Reisebüros dann nicht mehr 75.000, sondern 100.000 Euro mit den Veranstaltern der FTI-Gruppe umsetzen. Die Schwelle, um elf Prozent zu erhalten, klettert von 200.000 auf 250.000 Euro. Und für die höchste Stufe sind dann nicht mehr 400.000 , sondern 500.000 Euro Jahresumsatz erforderlich. Dafür zählen nun die Buchungen für die neue FTI-Tochter Windrose mit.

Alltours: Alles wie gehabt. Der Veranstalter lässt das seit zwei Jahren gültige Vergütungsmodell im neuen Geschäftsjahr unverändert weiterlaufen. Einzelbüros im stationären Vertrieb erhalten demnach weiterhin von der ersten Buchung an eine Provision von zehn Prozent. Hinzu kommen leistungsbezogene Staffelprovisionen zwischen 0,25 und drei Prozent.

Schauinsland Reisen: Größere Hürden. Weiterhin gibt es von der ersten Buchung an zehn Prozent Provision, die nächste Stufe von 10,7 Prozent erreichen Reisebüros nun aber erst ab 75.000 Euro Jahresumsatz statt wie bisher ab 50.000 Euro. Auch die weiteren Staffeln werden um jeweils 25.000 Euro angehoben. Für das Maximum von 13 Prozent muss der Umsatz mindestens 375.000 Euro betragen. Der Veranstalter legt sein Modell erneut für zwei Jahre fest.

Christian Schmicke

11. August 2017 – 14:15

Aus der Reisebüroperspektive war der DER-Touristik-Veranstalter Clevertours bisher stets ein Ärgernis. Er produziert "Weiße Ware", unter anderem für die konzerneigenen Rewe-Supermärkte und den Discounter Penny, aber auch für andere Abnehmer. Für die Reisebüros sind diese Angebote nicht buchbar. Zum nächsten Geschäftsjahr soll Clevertours nun in die Reisebüros kommen. Das kündigte DER-Touristik-Geschäftsführer Mark Tantz bei der Vorstellung des Provisionsmodells der Konzernveranstalter für das Geschäftsjahr 2017/18 an. Clevertours soll den Reisebüros preisgünstige vorkonfektionierte Pauschalreisen zur Verfügung stellen. Dadurch unterscheidet sich der Veranstalter von der Schwestermarke Travelix, über die ausschließlich dynamisch paketierte Reisen vertrieben werden. Zu den Details der Produktgestaltung und der Zusammenarbeit mit dem stationären Vertrieb will sich Tantz noch nicht äußern. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass Clevertrours, ähnlich wie für die Supermärkte, ein breites Spektrum von Aktionsangeboten auflegt und sie den Reisebüros zur Verfügung stellt. Klar ist, dass Clevertours über den Reisebürovertrieb auch gegenüber den Verbrauchern als Marke stärker in den Vordergrund tritt. Verprovisioniert werden die Reisen lediglich mit der Grundprovision von zehn Prozent. Die Umsätze fließen allerdings in die Berechnung des Gesamtumsatzes bei DER Touristik ein.

Christian Schmicke

11. August 2017 – 08:40
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Seit Jahren arbeitet der Konzern daran, die Vergütungsmodelle seiner beiden Filialen in Köln und Frankfurt zusammenzubringen. Nach dem Zusammenschluss der bis dahin gesellschaftsrechtlich getrennt geführten Einheiten innerhalb der DER Touristik Deutschland GmbH wird die Provision nun vollständig vereinheitlicht. Die bisher ausgezahlte Bonusvergütung für stabile oder steigende Umsätze mit jeder einzelnen der beiden Filialen gibt es künftig nicht mehr. Basis für die Provisionsberechnung ist künftig ausschließlich der mit den DER-Touristik-Marken erzielte Gesamtumsatz. Um zehn Prozent Grundprovision zu erhalten, müssen Agenturen nach wie vor 150.000 Euro mit den Konzernmarken umsetzen. Reisebüros, die den Vorjahresumsatz erreichen und mindestens 15.000 Euro mit den DER-Touristik-Hotelmarken umsetzen, erhalten darüber hinaus einen Bonus von 0,4 Prozent. Agenturen, die den Vorjahresumsatz um mindestens fünf Prozent übertreffen und mehr als 30.000 Euro mit den DER-Hotels machen, kassieren 0,9 Prozent zusätzlich.

"Einzelboni neu verteilt." Der Wegfall der Einzelboni für Köln und Frankfurt führe nicht zu einer Reduzierung der Auszahlungen, betonen Geschäftsführer Mark Tantz und Vertriebschef Kevin Keogh. Denn im Gegenzug seien sowohl der Bonus für Buchungen der konzerneigenen Hotellerie als auch die Provisionssätze innerhalb der einzelnen Umsatz- und Wachstumsstufen erhöht worden. Die Stufen selbst seien dabei unverändert geblieben. "Die Reisebüros können leichter an höhere Provisionen gelangen als in der Vergangenheit", rechnet Keogh vor. Dazu trage auch bei, dass die Zahl der Kriterien, die sie für Bonuszahlungen erfüllen müssten, durch die Vereinheitlichung reduziert worden sei.

Dass DER Touristik bei der Provision zum nächsten Geschäftsjahr nicht die Daumenschrauben anziehen würden, war nach dem holprigen Start des neuen Buchungssystems "Phoenix unlimited" im vergangenen Sommer und Winter zu erwarten. Keogh und Tantz deklarieren denn auch die neue Einheitssystematik als "Dankeschön" für die Reisebüros, "die uns während unserer inzwischen behobenen Systemprobleme die Treue gehalten haben". Denen biete man nun ein "einfaches, stabiles und planbares Provisionsmodell", sagt Tantz.

Christian Schmicke

10. August 2017 – 19:25
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Keine Parties an Deck, kein Open-Air-Kino, kein gemütlicher Absacker an der Außen-Bar, kein nächtlicher Sprung in den Pool. Nicht einmal nächtliches Relaxen auf dem Balkon der Kabine. Statt dessen geschlossene Vorhänge bei Nacht, gedimmte oder ausgeschaltete Außenbeleuchtung und zusätzliche Sicherheitsübungen. "Es war wie auf einem Geisterschiff." So beschreibt Kreuzfahrerin Carolyne Jasinski auf einer australischen Nachrichtenseite zehn Tage während einer 104-tägigen Weltreise mit der "Sea Princess", während derer der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes überzeugt war, dass eine "reale Gefahr" von Piratenangriffen gegeben sei. Die Passagierin war in Sydney an Bord gegangen.

Schwierige Fahrtgebiete. Die "Verdunkelung" ereignete sich offenbar, während das Schiff von Sri Lanka durch den Indischen Ozean, entlang der somalischen Küste und durch den Golf von Aden Richtung Suez-Kanal unterwegs war. Das sind in der Tat die Gewässer, in denen die Gefahr von Piratenangriffen ein Problem darstellt, wenngleich Kreuzfahrtschiffe eher selten davon betroffen sind. Aktenkundig ist allerdings zum Beispiel ein Fall aus dem Jahr 2009, in dem die "MSC Melody" von Piraten angegriffen wurde. Unter tatkräftiger Mithilfe der Passagiere, die die Angreifer mit Deckstühlen bewarfen, konnte die Attacke damals abgewehrt werden. Passagiere klagten anschließend über mangelnde Professionalität des Sicherheitspersonals.

"Obligatorische Sicherheitsübungen". Die Reederei Princess Cruises erklärt auf Anfrage von Gloobi.de, sie führe "zusätzlich zu den regulären und obligatorischen Sicherheitsübungen für Passagiere auch spezifische Anti-Piraterie-Trainings durch". Diese fänden statt, bevor eines der Princess-Schiffe in eine entsprechend bedrohte Region einfahre. "Alle Maßnahmen, die an Bord der Sea Princess getroffen wurden, erfolgten ausschließlich aus reiner Vorsicht und hatten keinen konkreten Anlass", so die Reederei.

Frequenz stark gesunken. Auch wenn es aus den Schlagzeilen geraten ist: Das Problem möglicher Piratenangriffe ist den Kreuzfahrtanbietern, die die kritische Region passieren müssen, um von Südostasien ins Mittelmeer zu gelangen, sehr präsent. Tui Cruises erklärt auf Anfrage, man stehe zu der Thematik "sowohl mit den Sicherheitszentren der beiden Mutterkonzerne, Tui AG und Royal Caribbean, als auch den örtlichen Agenturen und dem Auswärtigen Amt in Kontakt". Die Frequenz solcher Vorfälle sei "stark gesunken". Kreuzfahrtschiffe seien in den vergangenen Jahren gar nicht angegriffen worden, da sie "aufgrund ihrer Wendigkeit und Schnelligkeit für Piraten keine attraktiven Ziele" darstellten.

Man informiere die Gäste "sowohl vor der Abreise über die Reisebestätigung als auch an Bord über die jeweils getroffenen Vorsichtsmaßnahmen", die unter anderem auf Empfehlung der internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO umgesetzt würden. Bei der Durchfahrt durch den Golf von Aden habe Tui Cruises in der Vergangenheit unter anderem das Sicherheitspersonal an Bord erhöht und eine gesonderte Sicherheitsübung durchgeführt. Auch dass "bestimmte Bereiche an Bord für einen begrenzten Zeitraum geschlossen sowie die Beleuchtung ausgeschaltet" würden, um die Sehkraft im Dunkeln zu verbessern, sei ein Teil der Schutzmaßnahmen, bestätigt die Reederei.

Christian Schmicke

 

09. August 2017 – 16:18
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Das geht aus einer exklusiven Umfrage für Gloobi.de hervor, an der sich rund 500 Reiseprofis beteiligten. Demnach verstehen fast zwei Drittel zum Beispiel den Unmut von Bewohnern Mallorcas über den touristischen Ansturm und seine Folgen. Die Insel habe ihre Belastungsgrenze erreicht, sagen sie. Noch größer ist die Zustimmung zu Protesten, die sich gegen Sauftouristen und aggressives Verhalten von Urlaubern richten. Mehr als 70 Prozent halten diese für nachvollziehbar. Jeweils etwas weniger als die Hälfte der Teilnehmer versteht auch die Ablehnung gegenüber der Vermietung von Privatwohnungen an Touristen und ist der Meinung, dass Proteste generell in Ordnung seien, so lange sie friedlich blieben. Nur fünf Prozent finden die Proteste grundsätzlich nicht nachvollziehbar, da die Bevölkerung ihr Geld schließlich mit den Reisenden verdiene. Aus zahlreichen Kommentaren geht hervor, dass sich die Touristiker darüber im Klaren sind, dass ihre Beliebtheit nicht nur auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, sondern auch in Städten wie Barcelona, Venedig oder Rom Probleme mit sich bringt.

Kapazitätsbegrenzungen finden die meisten in Ordnung. Dass die Reiseziele Maßnahmen gegen überfüllte Straßen und Strände in der Hauptsaison ergreifen, hält die große Mehrheit der  Befragten für richtig. Etwa 80 Prozent finden eine Begrenzung von Bettenkapazitäten in Ordnung, knapp 60 Prozent haben auch nichts gegen eine Höchstgrenze für die Zahl der Mietwagen einzuwenden. Die Idee, den Zugang zu Stränden zu limitieren, findet allerdings nicht einmal jeder fünfte Umfrageteilnehmer gut. Etwas mehr als ein Viertel ist der Meinung, der Preis sei das beste Regulativ für die Besucherströme.

Damit, dass die Diskussion um zu viele Touristen in diesem Sommer sehr intensiv geführt wird, kann rund die Hälfte der befragten Reiseprofis gut leben. Die Debatte um Belastungsgrenzen sei notwendig, meinen sie. Knapp 20  Prozent halten das Thema für schädlich, weil Urlauber nicht in Gegenden reisen wollten, in denen sie sich nicht willkommen fühlten. Ebenso viele wurden bereits vereinzelt von verunsicherten Kunden mit dem Thema konfrontiert.

Christian Schmicke