13. April 2017 – 08:00
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Das Umweltministerium der Dominikanischen Republik erhöht die Preise für den Besuch der Nationalparks und Naturschutzgebiete des Landes. Künftig sind pro Besucher umgerechnet zwei bis zehn Euro fällig. Nach Angaben des Ministeriums sollen die höheren Eintrittspreise in die Erhaltung der ökologisch sensiblen Zonen fließen. Bei einigen Attraktionen, wie etwa der Isla Saona an der Südostspitze der Dominikanischen Republik, sei auch die Begrenzung der Besucherzahl eine Zielsetzung der höheren Preise, heißt es. Die vom Ferienort Bayahibe in nur 15 Minuten erreichbare Insel mit 300 Einwohnern wird jährlich von rund 600.000 Touristen heimgesucht. Auch in der Region um den höchsten Berg des Landes, den 3.100 Meter hohen Pico Duarte, und am populären Wasserfall Salto de Limón auf der Halbinsel Samaná soll die Preisanhebung einen weiteren Anstieg der Besucherzahl verhindern.

Widerstand gegen die Tariferhöhungen, über deren genauen Einführungstermin das Ministerium keine Angaben macht, regt sich nicht ganz unerwartet seitens der Anbieter von Exkursionen und Ausflügen. Deren Verbände Opetur und Asoture protestieren gegen die Maßnahme, die zu einem deutlichen Preisanstieg für ihre Leistungen führe. Am Dienstag demonstrierten lokale Guides im Ferienort Bayahibe gegen die "drastische Erhöhung der Eintrittspreise". Interessanterweise wendet sich auch der Verband der touristischen Presse des Landes, Adompretur, gegen die Regierungspläne. Die Lähmung der Nachfrage durch Preiserhöhungen konterkariere das Ziel, den Tourismus durch naturnahe Aktivprogramme zu diversifizieren, argumentiert er.

Christian Schmicke

13. April 2017 – 08:00

Der Fauxpas unterlief dem Marktführer diese Woche bei einer Gutschein-Aktion. Eigentlich sollten nach Angaben des Veranstalters nur 400 Online-Kunden im Großraum Hannover, die in den letzten eineinhalb Jahren eine Reise in einen Magic Life Club gebucht hatten, auf ihre nächste Tui-Reise gelockt werden. Doch für das Mailing "100 Euro Reisegutschein als Dankeschön!" wurde wohl versehentlich der gesamte Tui-Deutschland-Verteiler ausgewählt. Der Versand sei sofort nach Bemerken des Fehlers gestoppt worden, erklärt Tui nun in einem Entschuldigungsschreiben an die Agenturen. Doch da sei die Mail an die Hälfte des Verteilers schon verschickt gewesen.

"In der Ansprache waren dadurch auch Reisebürokunden, die dieses Mailing nicht erhalten sollten", räumt der Veranstalter ein. Immerhin zeigt sich der Marktführer um Wiedergutmachung bemüht. Die Aktion sei gestoppt worden und auch eine darin enthaltene Befragung, für die Telefon und E-Mail eines Tui-Mitarbeiters als Kontaktadresse angegeben waren, werde nicht durchgeführt. "Kunden, die sich bereits zu dem Austausch angemeldet haben, erhalten eine Absage sowie einen Tui-Gutschein über 100 Euro, den sie als Reisebürokunde, ausschließlich in dem Reisebüro einlösen können, in dem die letzte Buchung getätigt wurde", teilt das Unternehmen den Reisebüros mit. "Wir hoffen mit dieser Vorgehensweise den unnötigen Fehler im Sinne unserer partnerschaftlichen Zusammenarbeit ausgeräumt zu haben und bedanken uns für Ihr Verständnis."

Christian Schmicke

12. April 2017 – 12:02
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Die Airline beginnt mit den angekündigten neuen Langstreckenverbindungen von Berlin-Tegel nach San Francisco und Los Angeles später als bisher geplant. Als Grund dafür nennt CEO Thomas Winkelmann die andauernden Abfertigungsprobleme an dem Berliner Airport. Der Starttermin für die San-Francisco-Flüge wird vom 1. auf den 29. Mai verschoben. Die neue Nonstop-Strecke nach Los Angeles wird statt am 2. Mai erst am 16. Mai aufgenommen.

Winkelmann erklärt, er habe sich dazu entschieden, damit der neue Bodenverkehrsdienstleister Aeroground, den die Fluggesellschaft seit Beginn des Sommerflugplans unter Vertrag hat, die "gewonnene Zeit nutzen" könne, um seine Performance so zu verbessern, dass man "den Passagieren, insbesondere den Umsteigern, ein gutes und stabiles Produkt anbieten" könne.

Betroffene Kunden sollen "zeitnah" kontaktiert und auf Langstreckenflüge via Düsseldorf umgebucht werden. Gäste, deren Flüge Teil einer Pauschalreise sind, sollen sich an ihren Reiseveranstalter oder ihr Reisebüro wenden.

12. April 2017 – 08:08
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Nach Protesten und unzähligen empörten Kommentaren hat sich der Oscar Munoz erneut zu Wort gemeldet und die volle Verantwortung für den gewaltsamen Rauswurf eines Passagiers am Sonntag auf dem Flughafen von Chicago übernommen. In einer online verbreiteten Mitteilung schreibt der United-Chef: "Das wahrhaft schreckliche Ereignis auf diesem Flug hat viele Reaktionen hervorgerufen: Zorn, Wut und Empörung. Ich teile alle diese Gefühle und vor allem: Mein tiefstes Bedauern für das, was vorgefallen ist." Außerdem entschuldigt er sich in dem Schreiben direkt bei dem Passagier. "Niemand sollte je auf diese Weise misshandelt werden", so Munoz. Und: "Ich möchte, dass Sie wissen, dass wir die volle Verantwortung übernehmen und daran arbeiten, die Dinge in Ordnung zu bringen. … Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun. … Das wird nie wieder vorkommen."

Munoz kündigt in dem Schreiben an, dass auch die Praxis des Umgangs mit Überbuchungen und der Incentivierung eines freiwilligen Verzichts auf den gebuchten Flug überprüft werden solle. Das Ergebnis werde United am 30. April vorlegen.

Christian Schmicke

11. April 2017 – 18:00

Nach übereinstimmenden Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg und der russischen Nachrichtenagentur Tass erhielten russische Fluggesellschaften eine entsprechende Warnung von der nationalen Luftfahrtaufsichtsbehörde Rosaviatsia. Demnach könnte die Regierung ein erneutes Verbot von Charterflügen aussprechen. Die Fluggesellschaften sollten die erforderlichen Vorkehrungen dafür treffen, heißt es in dem von der russischen Nachrichtenagentur zitierten Schreiben. Als Grund für die mögliche Suspendierung nennt sie die "herausfordernde politische Situation in der Türkei“. Dabei dürften vor allem die unterschiedlichen Positionen im Syrien-Konflikt eine wichtige Rolle spielen.

Dem politischen Säbelrasseln könnten durchaus Taten folgen. Bereits Ende 2015 hatte Russland Charterflüge in die Türkei gestoppt, nachdem ein russischer Kampfjet von der türkischen Armee in der Nähe der syrischen Grenze abgeschossen worden war. Anschließend sank die Zahl russischer Touristen am Bosporus von 3,6 Millionen auf 870.000 im Jahr 2016. Nach einer Entschuldigung des türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdogan hoben die Russen das Verbot von Charterflügen Ende August 2016 wieder auf.

In diesem Jahr könnte ein Charterflugverbot aus Russland die Türkei noch härter treffen als zuvor. Denn angesichts weiterhin schwacher Nachfrage aus anderen wichtigen Märkten wie Deutschland zählt Russland zu den Hoffnungsträgern für die leidgeplagte türkische Tourismusindustrie.

Christian Schmicke

11. April 2017 – 15:16
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Das attestiert der Iberischen Halbinsel und ihren Inseln jedenfalls der "Wettbewerbs-Report 2017" des Weltwirtschaftsforums. Der Index zur Wettbewerbsfähigkeit touristischer Ziele basiert auf 90 Faktoren, von der Sicherheit über die touristische und öffentliche Infrastruktur bis hin zu natürlichen und kulturellen Ressourcen. Spanien liegt in der elfjährigen Historie des Index zum zweiten Mal in Folge an der Spitze. Dahinter folgt - angesichts der Ereignisse des vergangenen Jahres etwas überraschend – Frankreich, Deutschland rangiert wie im Vorjahr auf Platz drei. Um fünf Plätze verbessert zeigt sich Japan auf Rang vier, während die USA an sechster Stelle um zwei Plätze zurückgefallen sind. Großbritannien rangiert weiterhin auf dem fünften Platz, handelt sich aber wegen des bevorstehenden Brexits eine skeptische Prognose ein. Um vier Plätze zurückgefallen ist die Schweiz, die hinter Australien, Italien und Kanada am Schluss der Top Ten landet.

Den kompletten "Travel & Tourism Competitiveness Report 2017" können Reiseprofis hier herunterladen.

11. April 2017 – 12:43
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Viel schlimmer kann es eigentlich nicht laufen: Sicherheitskräfte befördern einen Passagier am Flughafen von Chicago äußerst gewaltsam aus einer überbuchten Maschine. Das Ganze wird per Smartphone gefilmt, millionenfach geteilt und bestimmt weltweit die Schlagzeilen in den Social Media, aber auch in sämtlichen anderen Medien. Bei dem Mann handelte es sich weder um einen Terrorverdächtigen noch um einen Randalierer, sondern um einen ganz normalen Passagier, der seinen gebuchten Flug in Anspruch nehmen wollte und ihn verlassen sollte, damit eine United-Crew seinen und die Plätze einiger anderer Passagiere einnehmen konnte.

Während sich im Gefolge der Affäre ein wahrer Shitstorm über der Airline entlädt, versucht United-Vorstandschef Oscar Munoz mit einer E-Mail an seine Belegschaft auf der Basis von Berichten der Beschäftigten die Wogen zu glätten. Ob er damit Erfolg hat, ist fraglich. Denn in seiner Mail bedauert Munoz zwar, dass diese Situation entstanden sei. Er gibt aber die Schuld daran weitgehend dem betroffenen Passagier und ruft seine Mitarbeiter dazu auf, "weiterhin über sich hinaus zu gehen und sicherzustellen, dass wir korrekt fliegen".

1.000 Dollar Entschädigung waren im Angebot. Seine Version der Ereignisse lässt sich etwa so zusammenfassen: Am Sonntag seien die Mitarbeiter am Gate nach abgeschlossenem Boarding für den voll besetzten Flug von einer United-Crew angesprochen worden, die "dringend an Bord" gemusst habe. Daraufhin habe die Suche nach Freiwilligen begonnen, die bereit gewesen seien, das Flugzeug zu verlassen. In diesem Zusammenhang seien den Passagieren zu 1.000 US-Dollar Entschädigung angeboten worden. Da sich nicht genug Aussteigewillige gefunden hätten, habe die Crew den "involuntary denial of boarding process" eingeleitet – im Klartext also Passagiere herausgepickt und diese zum Aussteigen aufgefordert. Die Entschädigung in Höhe von 1.000 Dollar sei ihnen dabei erneut zugesichert worden, so Munoz.

Ein Passagier, der höflich darauf hingewiesen worden sei, dass ihm der Mitflug untersagt werde, habe lautstark reagiert und sich den Anweisungen der Crew widersetzt. Danach sei er mehrfach erneut angesprochen worden und habe sich dabei zunehmend streitlustig verhalten. Deshalb, so Munoz weiter, hätten die Mitarbeiter hätten keine andere Wahl gehabt, als die Sicherheitsbeamten des Flugzeugs zu verständigen, um den Passagier von Bord zu holen. Nachdem er sich erneut mehrfach geweigert habe, hätten die Sicherheitsbeamten ihn dann gewaltsam aus dem Flugzeug bewegt. Anschließend sei der Passagier erneut an Bord gerannt – entgegen der Anweisung der Crew und des Sicherheitspersonals.

Der gewaltsam hinausgezogene Passagier, der anschließend aus Mund und Nase blutete, hatte mit der mit der Begründung den Ausstieg verweigert, er sei Arzt und müsse am nächsten Tag Termine mit Patienten in Louisville einhalten.

Christian Schmicke

10. April 2017 – 18:00
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"Wir haben in drei Monaten einen sechsstelligen Umsatz erreicht, und das ohne große Werbung", zieht Geschäftsführer Andreas Heimann Bilanz nach der Testphase seiner DER-Reisebüros mit Booking. "Das ist für uns kommerziell sehr interessant." Deshalb werden demnächst alle Filialen, die Derpart-Büros und die Mitglieder der DTPS-Kooperationen Zugriff auf das Portfolio des Hotelportals Booking haben. "Booking ist nun für uns ein Leistungsträger wie andere auch."

Auslöser für den Pilotversuch in DER-Reisebüros im Süden der Republik waren die Kunden. "Manche kamen mit einem Ausdruck von Booking zu uns ins Reisebüro und fragten, ob wir das auch buchen könnten", erzählt Heimann. Statt die Leute wegzuschicken, verhandelte Heimann mit Booking und startete am 1. November den Test. Mit überraschendem Ergebnis: Immerhin 51 der 60 DER-Testbüros lieferten Umsätze. "In der Testphase war jeder Fünfte, der Booking gebucht hat, ein Neukunde."

Booking hat eine Million Unterkünfte im System. Dennoch sieht Heimann "nur eine geringe Überschneidung mit unserem bisherigen Sortiment". Die Booking-Nachfrage konzentriere sich hauptsächlich auf Hotels und Apartments in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier sei das buchbare Angebot für die DER-Reisebüros bisher überschaubar und teils zu unflexibel gewesen, Booking daher eine ideale Ergänzung.

10. April 2017 – 13:58
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Auf dem Reiseportal können sich Kunden nun von einer personalisierten Maschine beraten lassen. "Sina" begleite die Kunden via WhatsApp oder Facebook Messenger "Schritt für Schritt beim Buchen von Pauschalreisen“ und sei "der erste Chatbot, der das kann", sagt Geschäftsführer Thilo Gaul. Alle anderen beschränkten sich auf einfache Service-Anfragen oder die Vermittlung von Flügen oder Übernachtungen. Mit dem textbasierten Dialogsystem wolle HLX "nicht nur die Reiseberatung bereichern, sondern auch die Hemmschwelle für Erstkunden reduzieren", erklärt Gaul. "Sina" gehe auf Reisezeiten, Reisedauer, Ziele und Abflughäfen ein, könne aber auch auf Fragen zu den Kategorien und Eigenschaften von Hotels, wie etwa Strandnähe, Kinderbetreuung und Wellness, antworten.

10. April 2017 – 13:34

Seit Montag, 13 Uhr, ist in Ägypten der von Präsident Abdel Fattah al-Sisi angekündigte Ausnahmezustand in Kraft getreten. Das Parlament stimmte nach den Anschlägen auf zwei koptische Kirchen am Sonntag der Verhängung des Ausnahmezustands für einen Zeitraum von drei Monaten zu. Der Ausnahmezustand ermöglicht unter anderem Festnahmen ohne Haftbefehl und Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung. Bereits zuvor hatte Sisi das Militär angewiesen, die Polizei bei der Bewachung wichtiger Einrichtungen zu unterstützen.