03. Februar 2017 – 11:28

Während die meisten Maschinen der karibischen Regionalfluglinie auf Anweisung der Behörden von Curaçao derzeit aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben müssen, hat der neue CEO der Airline, Gilles Filiatreault, angekündigt, dass er die Gesellschaft mit Hilfe staatlicher Unterstützung wieder fit machen will. Rund 14 Millionen Euro sollen nach Informationen der Zeitung "Curaçao Chronicle" in Technik und die Verbesserung der Sicherheitsstandards fließen. Anschließend will sich Filiatreault, der zuvor als CEO für Air Madagaskar arbeitete und als Experte für die Restrukturierung kriselnder Airlines gilt, mit der Verbesserung der Profitabilität und dem Abbau von Schulden befassen. Binnen 48 Stunden solle Insel Air den vollständigen Flugbetrieb wieder aufnehmen, schreibt die Zeitung.

02. Februar 2017 – 17:21
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Das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten auf der Antilleninsel Curaçao hat seinen Mitarbeitern untersagt, mit der regionalen Fluggesellschaft Insel Air zu fliegen. Grund seien Sicherheitsmängel, heißt es in einer Mitteilung. So habe am 27. Dezember eine Maschine der Gesellschaft aufgrund von Problemen mit dem Kabinendruck in Kolumbien notlanden müssen. Am 13. Januar sei aufgrund desselben Problems auf einem Flug nach Miami eine Notlandung erforderlich gewesen. Insgesamt hätten in den vergangenen sechs Monaten vier weitere Flugzeuge der Airline wegen Druckabfalls oder Problemen mit der Elektrik nach dem Start umkehren müssen. Zudem hätten die Behörden von Aruba und Curaçao bereits zahlreiche Maschinen der Fluggesellschaft aus Sicherheitserwägungen für weitere Untersuchungen gegroundet.

Die 2006 gegründete  Fluggesellschaft betreibt nach eigenen Angaben 18 Flugzeuge und ist von Curaçao und Aruba zu 26 Zielen in der Karibik, Süd- und Mittelamerika unterwegs. In den USA fliegt der Carrier Miami an. Er hat Interline-Abkommen mit mehreren Fluggesellschaften geschlossen, darunter Airberlin und Air France/KLM. Mit letzterer besteht auch ein Codeshare-Abkommen.

02. Februar 2017 – 16:04
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Bei der Recherche nach wettbewerbswidrigen Praktiken im Online-Handel ist die EU-Kommission auch touristischen Unternehmen auf der Spur. Nach Beschwerden von Kunden prüft die Kommission nun Vereinbarungen zwischen den größten europäischen Reiseveranstaltern und Hotels. Ausdrücklich genannt werden in diesem Zusammenhang Kuoni, Rewe, Thomas Cook und Tui sowie auf der Hotelseite Sol Meliá. Dabei geht es um die Frage, ob die Veranstalter Hotelbetten in einzelnen EU-Staaten bewusst günstiger verkaufen als in anderen – was in der Tat gängige Praxis ist. Die Kommission begrüße zwar, dass Hotels innovative Preissetzungsmechanismen entwickeln und einführen, um ihre Zimmerauslastung zu maximieren, teilen die Wettbewerbshüter mit. Allerdings dürften Hotels und Reiseveranstalter ihre Kunden nicht aufgrund ihres Standorts diskriminieren. Die Vereinbarungen, die die Kartellwächter derzeit prüfen, "könnten Bestimmungen enthalten, die zu einer Diskriminierung der Kunden aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit oder ihres Wohnsitzes führen", heißt es. Infolgedessen würden den Kunden nicht alle verfügbaren Hotelzimmer angezeigt, und sie könnten die Zimmer nicht zu den günstigsten Preisen buchen.

Diese Praxis würde gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften verstoßen, da die Verbraucher "allein aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit oder ihres Wohnsitzes daran gehindert werden, Hotelzimmer zu den von Reiseveranstaltern in anderen Mitgliedstaaten angebotenen günstigeren Konditionen zu buchen", formuliert die Behörde. Neben der Touristik ermitteln die EU-Wettbewerbskommissare auch bei Videospielen und im Bereich Unterhaltungselektronik.

02. Februar 2017 – 13:25
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Eigentlich kann sich Kai Sannwald nicht beklagen. Reisebüros haben dem Gründer und Chef von Sunny Cars im vergangenen Jahr ein sattes Buchungsplus von zwölf Prozent beschert. Doch da ist noch viel mehr drin bei Mietwagenbuchungen im Reisebüro, glaubt er.

Viele Expedienten hätten Hemmungen davor. "Der Kunde hat gerade gebucht und schon 2.500 Euro auf der Uhr – da lassen wir den mal mit dem Mietwagen in Ruhe“, würden viele Reiseverkäufer denken. Sie seien der irrigen Auffassung, dass sie damit ihren Kunden nur mehr Geld aus der Tasche ziehen. Doch das sei falsch.

Tatsächlich bieten nur zehn Prozent der Reisebüros Mietwagen aktiv an, pflichtet Co-Geschäftsführer Thorsten Lehmann bei. Das habe man beim Mystery Shopping herausgefunden. In den Nachbarländern liege die Quote deutlich höher.

Lehmann und Sannwald beobachten die Scheu vor Mietwagen in deutschen Reisebüros schon viele Jahre und verstehen die Zurückhaltung nicht. „Wir zahlen super Provisionen“, und eigentlich müssten die Büroleiter im eigenen Interesse das Thema am Counter pushen, sagt Lehmann.

Ein bisschen was tut sich ja auch, wie die Zahlen von Sunny Cars zeigen. Aus 580.000 Buchungen im Jahr 2015 wurden im vergangenen Jahr 650.000. Auch der Umsatz kletterte entsprechend und damit auch die Provisionszahlungen an die Vertriebspartner, die 85 Prozent des Geschäfts ausmachen.

Denn das Gros des Zuwachses kam von den stationären Reisebüros. Dort will Lehmann auch dieses Jahr wieder ansetzen und Verkaufsunterstützung intensivieren. Denn der Marketingprofi sieht am Counter noch erhebliches Potenzial.

Sorgen macht Sannwald hingegen die neue Pauschalreiserichtlinie. Wenn die in ihrer jetzigen Form verabschiedet wird, könnten Reisebüros Mietwagenbuchungen zu Flug oder Hotel absichtlich meiden, um nicht in die Veranstalterhaftung zu kommen. "Wir werden Lösungen finden, um das zu verhindern“, verspricht Sannwald.

Unabhängig davon sieht Sannwald für Sunny Cars wieder ein rosiges Jahr vor sich. Die Vorausbuchungen für den Sommer liegen 30 Prozent über dem Vorjahr. Besonders Griechenland geht durch die Decke mit einem Plus von 60 Prozent. Gemessen an dem Zwischenstand Ende Januar ist Sannwalds Prognose für das ganze Jahr eher vorsichtig. „Wir streben erneut ein Buchungsplus von 10 bis 15 Prozent an.“

Fragezeichen wirft vor allem ein Markt auf: die USA. "Es gibt noch keinen Trump-Effekt“, sagt Sannwald. Aktuell liegen die Buchungen für die Neue Welt noch 25 Prozent im Plus.

02. Februar 2017 – 13:04
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Die Low-Cost-Tochter der größten deutschen Fluggesellschaft soll in Deutschland vor allem an den Großflughäfen weiter wachsen. Nach München, wo der Flugbetrieb in diesem Jahr beginnt, soll vom nächsten Jahr an auch Frankfurt angeflogen werden. "Wir arbeiten an einer Lösung für den Sommer 2018", sagt der scheidende Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt. Mit der neuen Basis will Eurowings auch gegen den irischen Billigflieger Ryanair antreten, der bereits in diesem Frühling von Frankfurt startet. Bisher hatte Lufthansa ihre Drehkreuze in München und Frankfurt ausschließlich mit ihrer Kernmarke bedient. Nun soll die Billigmarke aus dem eigenen Haus auch dort für eine konkurrenzfähige Kostenstruktur auf preissensiblen Strecken sorgen.

In Kürze will Eurowings die ersten der insgesamt 33 Airberlin-Flugzeuge mit ihren Crews in ihren Betrieb eingliedern. Parallel dazu sollen allerdings einige Maschinen von Germanwings aus dem Verkehr gezogen werden. Insgesamt soll die Eurowings-Flotte bis zum Jahresende auf 110 bis 120 Flieger wachsen.

02. Februar 2017 – 11:00
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Das explosive Politikgemisch des neuen US-Präsidenten Donald Trump bereitet dem Vertrieb erhebliche Sorgen. Während die Reiseveranstalter gebetsmühlenartig versichern, ihr USA-Geschäft laufe prächtig, sind die Verkaufsprofis am Counter skeptisch. Jedes dritte der rund 300 Reisebüros, die an der aktuellen Umfrage des Newsletters "Counter vor9" teilnahmen, verzeichnet bereits Umsatzeinbußen im USA-Geschäft. Bei 40 Prozent der Agenturen ist der Umsatz stabil, ein Viertel registriert Zuwächse. Im Hinblick auf die Zukunft überwiegen eindeutig die negativen Erwartungen. 62 Prozent der Reisebüros rechnen mit weniger Geschäft, mehr als ein Viertel befürchtet sogar starke Rückgänge. Profitieren könnten davon alternative Fernreiseziele, glauben viele Vertriebsprofis. Neben dem Nachbarn Kanada nennen sie etwa Südamerika, aber auch Südafrika, Australien, Neuseeland und Asien als Ausweichdestinationen ihrer Kundschaft.

Dabei sind die Aussagen über die Reaktionen der Kundschaft auf den neuen Präsidenten höchst unterschiedlich. Während einige unmittelbar nach der Trump-Wahl bereits mit Stornierungen konfrontiert waren, registrieren andere eher ein abwartendes Verhalten der potenziellen USA-Reisenden. Zahlreiche Büros berichten, die Turbulenzen während der ersten Amtstage des Präsidenten hätten zu nachlassendem Reiseinteresse und einem hohen Maß an Verunsicherung bei Kunden geführt, die bereits ihren Urlaub in den Vereinigten Staaten gebucht hätten. Dagegen schreibt zum Beispiel ein Reisebüroinhaber, der sich als USA-Spezialist bezeichnet, unter seinen Kunden sei die Nachfrage ganz entgegen seiner eigenen Erwartung unvermindert hoch. Auch diese Aussage findet sich in den Umfragekommentaren mehrfach. Viele Teilnehmer weisen zudem auf ihre Erfahrung hin, dass weniger politische Weichenstellungen als der Dollarkurs die Buchungsbereitschaft beeinflussen. Deshalb sei die aktuelle Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar ein größeres Hemmnis als der polternde Immobilien-Tycoon im Weißen Haus. Und manche Bundesbürger hegen offenbar sogar Sympathien gegenüber Trumps Kurs. "Ich habe, das Gefühl, zumindest die älteren Kunden fühlen sich mit Trump sogar sicherer, weil er höhere Sicherheitsvorkehrungen gegenüber Islamisten treffen will",  schreibt ein Reiseprofi. (CS)

02. Februar 2017 – 10:54

Wie jetzt bekannt wurde, hat der kanadische Erlebnisreisespezialist zwar die Markenrechte am insolventen britischen Kreuzfahrtveranstalter Swan Hellenic erworben, nicht aber das einzige Schiff, das das Unternehmen betrieb. Britische Medien berichten, die "Minerva" sei an den Eigentümer zurückgegeben worden. Mit welchen Schiffen G Adventures nun die Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs im nächsten Jahr plant, ist noch nicht bekannt. Auch über mögliche Routen hüllt sich der Anbieter noch in Schweigen. Zudem ist unklar, ob die britische Traditionsmarke künftig auch außerhalb des Königreichs vermarktet wird. Als wahrscheinlich gilt, dass Großbritannien weiterhin den größten Anteil der Kundschaft stellen soll. Dem Muster der Gruppenreisen von G Adventures entsprechend dürften sich die Kreuzfahrten aber insgesamt an ein internationales Publikum richten.

Im Vertrieb in Deutschland verzeichnet G Adventures übrigens einen Abgang. Frank Schläfer, erst seit Oktober als Vertriebschef für die deutschsprachigen Märkte in Diensten der Kanadier, hat das Unternehmen zum Jahresende wieder verlassen. Seine Nachfolge ist noch nicht geregelt.

01. Februar 2017 – 20:59
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Der kanadische Reiseveranstalter G Adventures hat die britische Kreuzfahrtmarke Swan Hellenic gekauft. Das Unternehmen betrieb das Kreuzfahrtschiff "Minerva", bis es im Zuge der Pleite der Muttergesellschaft All Leisure Group zum Jahresbeginn den Geschäftsbetrieb einstellte. Das Kreuzfahrtschiff, das bis zu 352 Passagieren Platz bietet, soll von 2018 an wieder in See stechen. Die Routen, auf denen es unterwegs sein wird, will G Adventures im Sommer bekannt geben.

Durch den Kauf von Swan Hellenic werde G Adventures das Angebot, das sich derzeit auf Erlebnisreisen in internationalen Gruppen konzentriert, um Kreuzfahrten auf kleinen Boutique-Schiffen erweitern, kündigt John Warner an, der für die internationalen Vertriebsaktivitäten des Veranstalters zuständig ist.

Der Kauf von Swan Hellenic ist nicht die erste Akquise von G Adventures aus dem Portfolio der All Leisure Group. Kürzlich hatten die Kanadier die britischen Gruppenreise-Veranstaltermarken Travelsphere und Just You übernommen.

Die "Minerva" hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 1989 ursprünglich als sowjetisches Forschungsschiff gebaut, fuhr sie bereits von 1996 bis 2003 für die damalige P&O-Tochter Swan Hellenic. Anschließend war das Schiff unter anderem für Saga Cruises und Abercombie & Kent unterwegs. In Deutschland wurde die "Minerva" bis 2007 in den Sommermonaten von Phoenix Reisen als "Alexander von Humboldt" auf Tour geschickt. (CS)

01. Februar 2017 – 11:46
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Die beiden Airlines weiten ihre Kooperation, die mit einem Codeshare-Abkommen für die Strecken Frankfurt – Rio de Janeiro und Abu Dhabi – Frankfurt sowie der Miete von 38 Maschinen der Etihad-Beteiligung Airberlin begann, auf die Bereiche Catering und Service aus. Die Lufthansa-Töchter LSG Sky Chefs und Lufthansa Technik sollen künftig für den Golfstaaten-Carrier aktiv werden. Das Catering-Unternehmen LSG soll die Belieferung von Etihad-Flugzeugen an 16 Standorten außerhalb Abu Dhabis übernehmen. Außerdem kündigten die Airlines an, dass Etihad an den Drehkreuzen Frankfurt und München an die Terminals von Lufthansa umzieht. Insgesamt wird das finanzielle Volumen der Zusammenarbeit im Bereich Catering während der zunächst vierjährigen Vertragslaufzeit auf 90 Millionen Euro beziffert. Für die Wartung, Reparatur und Generalüberholung von Flugzeugen wurde zunächst eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Um dies zu verbreiten, hatten beide Airlines eigens eine gemeinsame Pressekonferenz mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr und dem scheidenden Etihad-CEO James Hogan in Abu Dhabi anberaumt. Spohr bezeichnete die Kooperation im Servicebereich als Startpunkt, dem weitere Schritte folgen könnten. Hogan, der dem Vernehmen nach wegen der anhaltend hohen Verluste der von ihm eingefädelten Beteiligungen an Airberlin und Alitalia seinen Hut nehmen muss, kündigte an, man werde weitere Kooperationsmöglichkeiten zwischen Etihad und ihren Beteiligungen auf der einen, sowie Lufthansa auf der anderen Seite prüfen.

Für beide Fluggesellschaften markiert die nunmehr vertiefte Zusammenarbeit eine Abkehr von früheren Strategien. Etihad hatte bisher, von einige Ausnahmen wie Kooperationen mit Air France-KLM und Aer Lingus abgesehen, die Sicherung von Einfluss durch Beteiligungen anderen Partnerschaften vorgezogen. Und Lufthansa-Chef Carsten Spohr zählte, ebenso wie seine Vorgänger, zu den schärfsten Kritikern der rasch expandierenden Fluggesellschaften aus der Golfregion. Er warf ihnen vor, mit Hilfe staatlicher Subventionen das Geschäft anderer Airlines, die aus eigener Kraft existieren müssten, zu ruinieren. Zu diesem Thema sagte Spohr nun, die Kritik an der massiven Unterstützung von Gesellschaften durch ihre Staaten erhalte er weiter aufrecht. Doch auch, wenn man in manchen Punkten unterschiedlicher Meinung sei, zahle sich eine Kooperation zum beiderseitigen Nutzen aus.–

01. Februar 2017 – 10:41
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Die griechische Fluggesellschaft, die zur Gruppe des Veranstalters Mouzenidis gehört, nimmt ihre Flüge von München, Stuttgart und Köln nach Thessaloniki bereits zum Start der Osterferien auf, und damit drei Wochen früher als ursprünglich geplant. Von Frankfurt aus fliegt die Airline vom 10. Juni an nach Thessaloniki. Flüge nach Kreta-Heraklion stehen von München ab dem 3. Mai und von Berlin-Tegel ab 28. Mai 2017 auf dem Plan. Als Grund für den früheren Beginn der Verbindungen von München, Stuttgart und Köln nennt Maria Sideroglou, Verkaufsleiterin bei Mouzenidis Travel, eine starke Nachfrage für Griechenland-Reisen. Dieser Trend wird auch von anderen Veranstaltern bestätigt.

Neben Pauschalreisen, für die Reisebüros eine Provision von elf Prozent erhalten, vergütet Mouzenidis Travel nun auch den reinen Flugverkauf. Dafür zahlt das Unternehmen drei Prozent Provision.