23. Oktober 2017 – 16:24
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Die katalanische Metropole will künftig mehr Einnahmen von Besuchern generieren, die nicht in der Stadt übernachten. Dazu plant die Stadtregierung Barcelonas unter anderem eine Gebühr für Busunternehmen und -veranstalter, die Gäste in die Stadt bringen. Der für Tourismus zuständige Stadtrat Agustí Colom denkt dabei laut dem spanischen Fachblatt "Hosteltur" an eine Lizenzvergabe, für die eine Gebühr erhoben wird.

Außerdem soll das Tarifgefüge des öffentlichen Nahverkehrs reformiert werden. So werde zum Beispiel das günstige Metroticket T10, das für 9,95 Euro zehn Fahrten ermöglich, häufig und gerne von Touristen genutzt. Dabei werde es mit öffentlichen Subventionen gefördert, um täglichen Nutzern der Metro eine günstige Reisemöglichkeit zu bieten. Vor diesem Hintergrund müsse die Tarifstruktur neu überdacht werden.

Hintergrund für die Pläne ist der Umstand, dass viele der Besucher Barcelonas in nahe gelegenen Orten wie L'Hospitalet o Badalona übernachten; andere reisen von Sitges oder Calella  an. Nur acht der etwa 30 Millionen Gäste pro  Jahr, die Barcelona einen Besuch abstatten, übernachten auch in der Stadt.

 

23. Oktober 2017 – 15:18
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Dass ein Unternehmen vor dem Informationsgehalt der eigenen Finanzzahlen warnt, ist ungewöhnlich. Aber genau das tut Airberlin im Finanzbericht zum ersten Halbjahr  2017. Der Grund dafür ist allerdings nachvollziehbar. Schließlich hielten bis Mitte August noch Finanzspritzen des Gesellschafters Etihald Airways die Fluggesellschaft in der Luft und man ging davon aus, dass  das Unternehmen weiterhin fliegen würde. Doch damit ist bekanntlich Ende der Woche Schluss.

Ungeachtet dessen spiegeln die vorgelegten Zahlen, dass Airberlin im Laufe des Jahres noch deutlich tiefer in die wirtschaftliche Krise rutschte als bereits zuvor. Die Verluste summierten sich in den ersten sechs Monaten auf fast 448 Millionen Euro – gut 163 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel zugleich von 1,7 auf rund 1,5 Milliarden Euro. Der Schuldenstand erreichte zur Jahresmitte rund 1,9 Milliarden Euro. Der tatsächliche aktuelle Schuldenstand wird in Kürze mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens feststehen.

Lösungssuche für die Mitarbeiter. Unterdessen gehen die Gespräche über die Gründung einer Transfergesellschaft für die mehr als 4.000 von einer Kündigung bedrohten Mitarbeiter der Fluggesellschaft weiter. Den Großteil der dazu benötigten Mittel, die sich nach Schätzungen auf rund 50 Millionen Euro belaufen, dürften die Bundesländer mit Airtberlin-Standorten, also Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern schultern. Airberlin selbst will sich dem Vernehmen nach mit zehn Millionen Euro beteiligen. Forderungen, nach denen sich auch Lufthansa an der Finanzierung der  Auffanggesellschaft beteiligen soll, erteilte die Airmline eine Absage. Eurowings-Chef Thorsten Dirks twitterte: "Wir investieren bereits 1,5 Milliarden Euro, um 3.000 Arbeitsplätze in Deutschland dauerhaft zu erhalten, also 500.000 Euro für jeden Arbeitsplatz. Das ist der 30-fache Betrag dessen, was eine Transfergesellschaft für Airberlin leisten könnte. Es ist Zeit, dass sich jetzt auch andere an der Sicherung von Arbeitsplätzen beteiligen." Der Airberlin-Generalbevollmächtigte Frank Kebekus mahnt unterdessen zur Eile. "Wir brauchen Anfang nächster Woche eine Entscheidung“, sagte er der "Rheinischen Post".

Eine Transfergesellschaft dient dem Zweck, von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten den Übergang in einen neuen Job zu ermöglichen. Dabei geht es nicht um deren Weiterbeschäftigung, sondern vor allem um ihre Weitervermittlung und Qualifizierung. Zum freiwilligen Eintritt in die Transfergesellschaft werden die Verträge der Betroffenen aufgehoben. Sie erhalten für maximal zwölf Monate befristete Anstellungen bei der Gesellschaft. Während dieser Zeit zahlt die Agentur für Arbeit ein Transferkurzarbeitergeld.

 Christian Schmicke

23. Oktober 2017 – 14:16
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Die Lufthansa Group schickt mit dem „Anyway Travel Pass“ ein neues Angebot für die Langstrecke ins Rennen. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website können Kunden Start- und Zielort sowie die Tage für Hin- und Rückflug auswählen. Einige Tage vor dem Abflug erfahren sie dann, mit welcher der Lufthansa-Netzwerk-Airlines und über welchen Hub sie ihr Ziel erreichen. Auf jeden Fall fliegt der Kunde mit einer der Lufthansa Group Netzwerk-Airlines Austrian Airlines, Lufthansa oder Swiss und die Verbindung führt über eines der vier Drehkeuze der Gruppe, also via Frankfurt, München, Wien oder Zürich.

Angeboten wird der neue Pass für Flüge ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig/Halle, München und Stuttgart nach Bangkok, Mumbai, Boston, Delhi, Dubai, Hongkong, Los Angeles, Miami, Peking, Shanghai und Tel Aviv. Die Preise starten bei 179 Euro oneway für Verbindungen nach Dubai oder Tel Aviv in der Economy Class. Ein Gepäckstück ist im Preis enthalten. Buchbar sind Flüge für den Zeitraum bis 22. März mit Ausnahme der Weihnachtszeit zwischen dem 15. und 27. Dezember. Die Tickets sind nicht erstattbar, auch eine Änderung des Datums ist nicht möglich.

Vertriebschefin Heike Birlenbach sieht in dem neuen Angebot eine Möglichkeit, die Steuerung der Passagierströme über die vier Hubs der Lufthansa-Gruppe zu optimieren. Buchbar ist der „Anyway Travel Pass“  ausschließlich über die dafür vorgesehene Website, externe Vertriebspartner müssen vorerst draußen bleiben.

 

22. Oktober 2017 – 18:19
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Ein paar Tage noch, dann ist Airberlin Historie. Die große Geschichte vom Aufstieg und Fall der Fluggesellschaft ist oft genug erzählt worden. Aber es lohnt sich, einen Blick auf das zu werfen, was bleibt:

Zum Beispiel eine sechsstellige Zahl geprellter Kunden, die zu spät begriffen, dass sie ihr Geld Airberlin besser nicht anvertraut hätten. Bis kurz vor der Insolvenz und auch danach noch verscherbelte Airberlin mit hohem Werbeaufwand auf Teufel komm raus Tickets. Wer vor der Insolvenz buchte, wird sein Geld nicht wiedersehen. Und wer sich danach noch auf ein vermeintliches Schnäppchen einließ, hat zwar die Zusicherung auf eine Erstattung. Aber wird das Geld dafür reichen?

Jede Menge Mitarbeiter, die ohne oder mit schlechteren Job-Alternativen dastehen. Klar, so ist das Leben. Aber nicht alle von ihnen sind gut bezahlte Piloten, denen die Welt offen steht.

Ein sanierter CEO. Dass sich Thomas Winkelmann sein Gehalt bis 2021 garantieren ließ, auch wenn sein Unternehmen die Grätsche machen würde, mag man als Resultat geschickter Verhandlungsführung sehen. Da dies von vornherein bekannt war, wirkt die aktuelle, vermeintlich plötzliche Empörung von politischer Seite darüber ein wenig aufgesetzt. Trotzdem sind solche Deals geeignet, den sozialen Kitt, der eine Marktwirtschaft zusammenhält, zu zerstören. Selbst der antikapitalistischer Positionen eher unverdächtige scheidende Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte gerade gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, mit solchen Übertreibungen könne die Marktwirtschaft „alles verspielen“. Recht hat er.

Viel zusätzliche Arbeit für Reisebüros und Veranstalter und hohe Kosten für letztere. Zwar beziffern die Veranstalter ihre Kosten für die notwendige Um- und Neubuchung von Airberlin-Flügen lieber noch nicht, aber die Stimmung ist angespannt. Spätestens in den Bilanzen der börsennotierten Touristikkonzerne wird sich ein Hinweis auf das Ausmaß des Desasters finden.

Zweifel, ob Kunden und Industrie mit der aktuellen Übernahme großer Teile von Airberlin durch Lufthansa gedient ist. Zwar haftet der Kritik von Selbstinszenierungskünstlern wie Michael O'Leary, Hans-Rudolf Wöhrl und Niki Lauda eine gehörige Portion Eigennutz und Selbstbeweihräucherung an. Aber das Zusammenspiel zwischen der Bundesregierung, die 150 Millionen Euro in die Pleitegesellschaft pumpte und sich schon früh für eine Lufthansa-Lösung aussprach, einem ehemaligen Lufthansa-Manager im Airberlin-Chefsessel und dem Ausgang des Prozesses wirft viele Fragen auf.

Und last, but not least: Ein massiver – und berechtigter – Vertrauensverlust der Kunden in die Branche. Zwar mögen sich die Veranstalter mit der Litanei von der Sicherheit der Pauschalreise über diese Erkenntnis hinwegtrösten. Aber monatelange Schlagzeilen über Flugausfälle – nicht nur bei Airberlin – , Massen-Flugstreichungen à la Ryanair und Pleiten wie zuletzt die von JT Touristik nagen heftig am Image der Branche. Und das ist in diesem Fall übrigens nicht im geringsten die Schuld der Medien.

Christian Schmicke

 

22. Oktober 2017 – 17:21
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Ein anonymer Autor mit dem Namen "AB Staff" hat ein Video auf Youtube hochgeladen, das Filmausschnitte vom Flug einer Air-Berlin-Maschine mit dem Song "Dear Mr, CEO“ unterlegte. Darin bringen die Initiatoren das Gefühl zum Ausdruck, vom amtierenden Management unter CEO Thomas Winkelmann verraten worden zu sein. Die Melodie stammt von dem Song "Dear Mr. President" der US-amerikanischen Sängerin Pink. Sie hatte das Lied im Jahr 2006 als Protest-Ballade gegen die Politik des damaligen US-Präsidenten George W. Bush veröffentlicht.

In einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel“ erklärt einer der nach wie vor anonymen Verfasser des Videos, Winkelmann habe die Pleite von Airberlin zwar nicht "verbockt“. Sich in so einer Situation 4,5 Millionen Gehalt sichern lassen, obwohl bald tausende Airberliner auf der Straße stehen, sei allerdings „höchst verwerflich“. Wie die Insolvenz jetzt abgewickelt werde, da hätten "Politik, der aktuelle CEO und die Führung der Lufthansa Group die Fäden gezogen", so die Mitarbeiter, die nach eigener Auskunft bislang noch keine neue berufliche Perspektive gefunden haben.

Das Video finden Sie hier.     

 

22. Oktober 2017 – 16:17

Unangenehmes Aha-Erlebnis für einige Kunden der insolventen JT Touristik: Sie erhielten Ende vergangener Woche Post von einer Anwaltskanzlei, weil sie der Abbuchung der Zahlung für ihre gebuchte Reise mit dem Veranstalter widersprochen hatten, nachdem das Unternehmen in die Insolvenz geschlittert war. Das Schreiben erfolge im Auftrag der Firma Telecash, an die JT Touristik die Zahlungsabwicklung abgetreten habe, heißt es. Es datiert in dem Fall, der Gloobi vorliegt, auf Mittwoch, den 18. Oktober und bezieht sich auf eine Reise, die am 3. November beginnen soll. Erst am 17. Oktober hatte JT Touristik zusichern können, dass gebuchte Reisen zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember stattfinden können, sofern sie nicht mir Airberlin-Flügen gebucht wurden. In dem Schreiben stellt die Kanzlei dem Kunden nun neben der Aufforderung zur Zahlung der ausstehenden Teile des Reisepreises bei JT Touristik 169,50 Euro Gebühren in Rechnung. "Da Sie die Reise ungeachtet der Insolvenz der JT Touristik GmbH bezahlen mussten, durften Sie die Lastschrift nicht widerrufen und verstießen insoweit gegen Ihre vertraglichen Verpflichtungen, weshalb Sie die bei uns angefallenen Gebühren entsprechend nachfolgender Berechnung zu bezahlen haben", schreiben die Anwälte.

JT Touristik hatte Kunden, die Reisen mit Abreisedatum zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember gebucht hatten, zugesichert, dass sie diese erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub bezahlen müssten. Im Gegenzug stellt der Veranstalter keine Sicherungsscheine aus.

Christian Schmicke

 

21. Oktober 2017 – 11:32

In einem aktuellen "Politikbrief“ teilt Lufthansa massiv gegen den irischen Konkurrenten aus und gibt Ryanair eine Mitschuld an der aktuellen Situation nach der Pleite von Airberlin. "Von der nach Passagieren größten europäischen Airline, Ryanair, kommt derweil nichts als Polemik", schreibt die Airline, und: "Von der Möglichkeit, ein eigenes Angebot abzugeben, um sich verantwortungsvoll im deutschen Markt zu engagieren, haben die Iren abgesehen. Es geht offensichtlich nur um mediale Aufmerksamkeit, die von eigenen Problemen ablenken soll.“

Den von Ryanair und anderen Konkurrenten mehrfach geäußertenVorwurf, Lufthansa sichere sich mit der Übernahme großer Teile von Airberlin hierzulande eine marktbeherrschende Stellung, will die Airline nicht auf sich sitzen lassen. Sie erklärt: "Die Airlines der Lufthansa Group kommen zusammen auf einen Marktanteil von 34 Prozent; Airberlin kommt auf 14 Prozent. Die Lufthansa Group beabsichtigt, nur Teile von Air Berlin zu erwerben. Damit ist klar, dass ihr Marktanteil dauerhaft und deutlich unter 48 Prozent liegen wird – dem Marktanteil von Ryanair in Irland." Zudem müsse in Betracht gezogen werden, dass "Reisenden auf innerdeutschen Strecken neben Flugverbindungen immer auch andere Verkehrsträger wie Bahn, Bus und Pkw zur Auswahl stehen".

21. Oktober 2017 – 10:55

Die größte deutsche Fluggesellschaft ist offensichtlich nicht bereit, Forderungen aus der Politik nachzukommen, nach denen die Fluggesellschaft Tickets, die Kunden für Airberlin-Flüge gebucht haben, akzeptieren sollte. Lufthansa und Eurowings seien aktuell "so gut gebucht wie nie zuvor", sagte ein Unternehmenssprecher dem Luftfahrtportal "Airliners“. Es gebe keine Kapazitäten für weitere Passagiere. Vor diesem Hintergrund könne es auch "nicht im Interesse des Verbraucherschutzes sein, wenn Lufthansa im Gegenzug die eigenen Passagiere stehen lassen müsste." Bundesjustizminister Heiko Maas und Verbraucherschützer hatten zuvor angemahnt, die Airline solle sich nach der Übernahme großer Teile der insolventen Airberlin großzügig zeigen und Airberlin-Tickets für die eigenen Flüge akzeptieren.

Allerdings will die Lufthansa-Gruppe Airberlin-Kunden Sonderkonditionen bieten. Wer mit Air Berlin noch in den Urlaub fliegen, aber nicht mehr zurückkommen würde, kann einen Rückflug bei Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian oder Brussels buchen – sofern ein Platz frei ist. Später bekomme er nach Vorlage beider Tickets die Hälfte des Bruttopreises erstattet, versichert Lufthansa. Das Angebot gilt für die Zeit vom 28. Oktober bis 15. November.

Christian Schmicke

 

20. Oktober 2017 – 14:15
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Der Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens zwingt nun auch touristische Unternehmen zum Handeln. Die spanisché Billig-Airline Volotea will ihre Zentrale von der katalanischen Hauptstadt Barcelona nach Asturien an der nordwestlichen Atlantikküste Spaniens verlagern. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen zwischen der katalanischen Regionalregierung und der spanischen Zentralregierung in Madrid im Zuge der beabsichtigten Loslösung der Katalanen von Spanien. Die Fluggesellschaft wolle ihre Weiterentwicklung innerhalb der Europäischen Union garantieren, berichtet das spanische Fachblatt „Hosteltur“. Im Zuge einer möglichen Unabhängigkeitserklärung Kataloniens würde die Provinz automatisch aus der EU ausscheiden. Volotea betreibt am Airport Santiago del Monte in Asturien westlich der Stadt Avilés ihre einzige spanische Basis. Die Airline bedient von ihren Hauptflughäfen in Spanien, Italien und Frankreich mit 22 Maschinen europäische Ziele. In Deutschland bietet sie ab München Verbindungen nach Asturien, Montpellier, Bordeaux und Mykonos an.

 

20. Oktober 2017 – 13:34
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Die rund 4,3 Millionen Kunden des früheren Airberlin-Vielfliegerprograms Topbonus können ihre gesammelten Flugmeilen nun wieder für Prämienflüge von Etihad Airways einlösen. Das Angebot gelte für alle Flüge ab Deutschland und der Schweiz für das weltweite Streckennetz der Airline, teilt Topbonus in einem Schreiben an die Kundschaft mit. Zuletzt konnten die Meilen nur noch gegen Hotel- und Mietwagengutscheine sowie einige Konsumgüter eingelöst werden. Etihad fliegt derzeit von Frankfurt, Düsseldorf, München, Genf und Zürich nach Abu Dhabi und bedient von dort Ziele in Asien, Afrika, Australien sowie Nord- und Südamerika. Für Flüge in die Golfstaaten oder nach Süd- und Zentralasien müssen Kunden derzeit 25.000 Meilen zuzüglich Steuern, Gebühren und Kerosinzuschlag oneway locker machen. Nach Afrika und in den Mittleren Osten geht es für 30.000 Meilen, Flüge nach Südostasien und in den Fernen Osten schlagen mit 35.000 Meilen zu Buche. Für Australien sind 50.000 Meilen erforderlich. Buchungen seien zunächst bis zum 17. November 2017 für Flüge bis zum 28. März möglich, teilt Etihad mit.

Die Oneworld-Allianz, der Airberlin angehörte, gewährt Kunden, die einen Topbonus-Vielflieger-Status erworben haben, hingegen nach dem 27. Oktober keine Vorteile mehr. Der Oneworld-Status, der eigentlich mit dem jeweiligen Air-Berlin-Status-Level erreicht wird, verfällt. Lediglich einzelne Oneworld-Mitglieder wollen weiterhin eine Teilanerkennung des früheren Airberlin-Status ermöglichen. Bis zum 30. November gewährt etwa British Airways Airberlin-Kunden, die einen Silber-, Gold- oder Platin-Status erreicht haben, den Bronze-Status. Dessen Vorteile sind allerdings deutlich geringer als die im Rahmen der früheren Einordnung bei Airberlin.

Im Zuge der Airberlin-Pleite hate auch das Vielfliegerprogramm, an dem Etihad mit 70 und Airberlin mit 30 Prozent beteiligt waren, Insolvenz anmelden müssen. Allerdings setzen Geschäftsführer Anton Lill und der vorläufige Insolvenz-Verwalter Christian Otto auf eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs und hoffen auf Investoren.