23. August 2017 – 22:08
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Lufthansa muss mit ihren Plänen zur Übernahme der insolventen Airberlin und ihrer nicht in die Insolvenz gegangenen Tochter Niki wohl noch ein wenig warten. In seiner ersten Sitzung nach Anmeldung der Insolvenz beschloss der Gläubigerrat am Mittwoch, den Betrieb zunächst als Ganzes weiterzuführen. In den vergangenen Tagen war darüber spekuliert worden, dass Lufthansa nach einer schnellen Zerschlagung der Fluggesellschaft in einzelne Unternehmensteile einen großen Teil von Airberlin und die Tochter Niki komplett übernehmen könnte. Über den Kauf von Niki könnte am Mittwoch schon eine Vereinbarung getroffen werden, hieß es.

Sachwalter Lucas Flöther, der vom Amtsgericht Charlottenburg nach dem Insolvenzantrag eingesetzt worden war, wurde laut Airberlin einstimmig in seinem Amt bestätigt. Der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus kündigte an, die weiteren Verhandlungen mit Hochdruck zu führen. Das Ziel bleibe es, "zügig zu tragfähigen Abschlüssen zu kommen und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“ wird er zitiert.

"Interesse konkretisiert." Lufthansa teilte zum Verfahren mit: "Die Lufthansa Group hat ihr Interesse am Erwerb von Teilen der Airberlin Group mit einem Gesamtkonzept konkretisiert." In einem am Mittwoch vorgestellten "Termsheet" sei das Interesse an einer Übernahme von Teilen der Air Berlin Gruppe bekräftigt worden. Über die Details der Absichtserklärung sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es in der Erklärung.

Wie lange reicht das Geld? Die Verhandlungen stehen unter großem Zeitdruck, weil Airberlin nach der Pleite die verunsicherten Kunden weglaufen. Um den Betrieb noch eine Weile zu finanzieren, müssten aber trotz des Überbrückungskredits der Bundesregierung durch Airberlin Einnahmen generiert werden. Daher wird weithin spekuliert, dass es ohne eine für die Kunden erkennbare Lösung schon bald zu Flugausfällen kommen könnte.

Auf der anderen Seite müssen sich Airberlin und die Bundesregierung des Vorwurfs erwehren, eine Übernahme weiter Teile der Airline durch Lufthansa sei ein abgekartetes Spiel und von vornherein beschlossene Sache gewesen. Das hatten unter anderem Ryanair und der an einer Komplettübernahme interessierte Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl den Verhandlungspartnern vorgeworfen und heftig kritisiert.

Christian Schmicke

 

22. August 2017 – 16:56
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"USA hin und zurück 333 Euro“ – damit wirbt Airberlin aktuell auf der Website. Deutschland- und Europa-Strecken werden schon ab 79 Euro für das Return-Ticket verscherbelt. Die Tarife, die ausschließlich online und über das Service-Center buchbar sind, dürften Schnäppchenjäger aufhorchen lassen. Ein kurzer Test auf der Website offenbart: die Tarife gibt es wirklich. Wenn der Flugtermin stimmt, ist ein Flug von Düsseldorf nach San Francisco sogar schon für 331,63 Euro zu haben. Allerdings kann der Preis an stark gefragten Flugtagen auch beim Zehnfachen dieses Betrages liegen.

Erste Veranstalter auf dem Rückzug. In erster Linie offenbaren diese Schleuderangebote die Not, in der sich die insolvente Airline befindet, so lange ihre Zukunft nicht geklärt ist. Denn wer bucht in der aktuellen Situation noch freiwillig Airberlin-Flüge – erst recht solche, die nach der Zeit geplant sind, für die der 150-Millionen-Euro-Kredit der Bundesregierung reichen soll? Die ersten Veranstalter haben auf die unsichere Lage bereits reagiert. Zwar fungieren die meisten bei Nur-Flug-Buchungen als reine Mittler und müssen daher nicht für die Absicherung der Kundengelder geradestehen. Doch erklärt zum Beispiel FTI auf Anfrage: "Wir schließen den Airberlin Nur-Flug-Verkauf und akzeptieren ab 1. November keine derartigen Buchungen mehr“. Bei Alltours dagegen heißt es: "Nur-Flug-Buchungen mit Air Berlin sind weiterhin uneingeschränkt möglich. Wir lassen Nur-Flug-Buchungen für Air-Berlin-Verbindungen sowohl für den Sommer 2017 als auch für den Winter 2017/2018 zu.“ Auch andere Anbieter versuchen, nach außen den Anschein von "Business as usual" zu wahren.

Keine Erstattungen, keine Entschädigungen. Allerdings sehen sich Kunden, die in der Vergangenheit der Zusicherung von Airberlin Glauben schenkten, dass ihnen keine Einschränkungen drohten, heute mit einer anderen Realität konfrontiert. Wie bereits bekannt, ist die Möglichkeit zur Einlösung von Punkten aus dem Kundenbindungsprogramm „Topbonus“ seit dem Beginn der Insolvenz blockiert. Auch erstattet die Airline vor dem 15. August 2017 ausgestellte Tickets seit der Pleite nicht mehr. Selbst den gesetzlichen Anteil an Steuern und Gebühren erhalten Passagiere bei einer Stornierung nicht zurück. Dies sei „insolvenzrechtlich ausgeschlossen“, heißt es von Airberlin. Für Tickets, die ab dem 15. August ausgestellt wurden, sollen dagegen die normalen Tarifkonditionen  gelten.

Angeschmiert sind auch Kunden, die bei der Airline Gutscheine gekauft oder solche als Kompensation für Flugausfälle und Verspätungen akzeptiert haben. Diese sind nun wertlos. Erst nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens können Kunden ihre Forderungen geltend machen. Die Erfolgsaussichten dafür liegen allerdings bei null. Andere Schadenersatzansprüche bedient Airberlin auch nicht mehr. Für sie gilt dieselbe Regelung wie für die Gutscheine. Und für Gepäck, das aktuell beim Flug beschädigt wird oder verschwindet, fühlt sich die Fluggesellschaft laut den Einträgen mehrerer betroffener Kunden auf Social-Media-Plattformen auch nicht mehr zuständig.

Attacke und Gegenangriff. Unterdessen gehen die Verhandlungen über Verkauf und Zerschlagung von Airberlin weiter. Immer lauter wird dabei die Kritik an der Bundesregierung, die nach Auffassung vieler Kommentatoren einseitig eine Lösung zu Gunsten von Lufthansa anstrebe. "Ich bin entsetzt", schreibt etwa der Reiserechtler Ronald Schmid. "Man mag ja – trotz einiger juristischer Bedenken – den Überbrückungskredit der Bundesregierung gerade noch akzeptieren. Dass sich jetzt aber der Staat in die Insolvenzabwicklung der Airberlin massiv einschaltet, also eine Ministerin und ein Staatssekretär des BMWi, ein Konzept eines Mitbewerbers ungeprüft abgelehnt, halte ich für einen Skandal."

Mit dem Konzept des Mitbewerbers ist das Gebot eines Konsortiums um den Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl gemeint, der nach eigener Darstellung eine Komplettübernahme und die Erhaltung von Airberlin anstrebt. Er wolle die Fluggesellschaft weiterbetreiben und “teilweise zu den Wurzeln“ zurückführen, erklärt er gegenüber der "Wirtschaftswoche": "Dann würden wir uns intensiver wieder mit dem innerdeutschen und dem europäischen Kurzstreckenverkehr befassen." Wöhrl, den Airberlin-Chef Thomas Winkelmann öffentlich als "Trittbrettfahrer“ ohne ernsthafte Ambitionen bezeichnet hatte, sieht in der ablehnenden Haltung der Airberlin-Führung und der Bundesregierung gegenüber seiner Offerte einen klaren Regelverstoß. "Was in den letzten Tagen passierte, ist einer marktwirtschaftlich ausgerichteten und demokratischen Nation unwürdig", sagt er. Es dränge sich "der Eindruck auf, dass wir in Deutschland auf dem besten Weg zu einer sozialistischen Planwirtschaft sind, bei der nur noch Großbetriebe erwünscht sind".

Heißer gehandelt als ein möglicher Einstieg Wöhrls wird mittlerweile allerdings ein größeres Engagement von Easyjet. Die "Rheinische Post“ berichtet unter Berufung auf Insider, Easyjet könnte die Hälfte der aktuell rund 70.000 Slots von Airberlin in Düsseldorf erhalten. "Überall dort, wo Air Berlin bisher einziger oder mit Abstand wichtigster Wettbewerber von Eurowings war, würden die Kartellbehörden eine Streckenübertragung auf Eurowings sowieso nicht hinnehmen", heiße es in der Branche. Da biete sich Easyjet als Käufer an.

Für die nicht insolvente Tochter Niki könnte bei einem Treffen des Gläubigerausschusses am Mittwoch bereits ein Vorvertrag über einen Kauf durch Lufthansa unterzeichnet werden, mutmaßt die "Süddeutsche Zeitung". Mit dem Erlös könnte der Überbrückungskredit der Bundesregierung zurückgezahlt werden.

Ryanair-Chef Michael O'Leary unkt zugleich im Gespräch mit der FAZ, Deutschland sei dabei, ein Lufthansa-Monopol zu installieren und damit einen "historischen Fehler" zu begehen: "Lufthansa ist schon ein Champion mit 70 Marktanteil in Deutschland, mit Airberlin würden es 95 Prozent sein. Das wäre ein Monster und kein Champion."

Christian Schmicke

 

22. August 2017 – 14:47
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Im Mai nächsten Jahres tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU in Kraft. Sie stärkt den Anspruch von Verbrauchern auf klare und verständliche Informationen darüber, wer ihre Daten nutzt, zu welchem Zweck das geschieht und wie es erfolgt. Touristiker müssen damit künftig detailliert darlegen, welche Daten ihrer Kunden von ihnen verarbeitet werden, wo diese liegen und wohin sie weitergegeben werden.

Keine Bedingungen für Gewinnspiele mehr. Die Datennutzung unterliegt zudem einem so genannten Kopplungsverbot, wonach "die Erbringung einer Dienstleistung nicht von der Einwilligung zur Verarbeitung von Daten abhängig gemacht" werden darf, die dafür nicht erforderlich ist. Diese Regelung betrifft etwa die bisher gängigen Kopplungen bei Gewinnspielen, bei denen man zur Teilnahme an einer Verlosung der Verwendung der persönlichen Daten zu Marketingzwecken zustimmen muss. Das ist in Zukunft verboten.

Aktive Einwilligung erforderlich. Sollen persönliche Daten verarbeitet werden, müssen sich Nutzer künftig damit aktiv einverstanden erklären. Bisher genügte es, dass sie der Nutzung nicht aktiv widersprachen. Das bedeutet unter anderem, dass ein Newsletter-Versand oder ein Kundenmailing nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des Empfängers möglich ist. Um eine gültige Einwilligung in die Datenverarbeitung abzugeben, müssen Jugendliche künftig 16 statt wie bislang 13 Jahre alt sein. Ohne Zustimmung der Eltern können sich Teenager dann nicht mehr bei Internetdiensten wie Facebook und Instagram anmelden. Außerdem neu: Verbraucher können die Zustimmung jederzeit widerrufen.

Die neue Richtlinie gilt auch für Unternehmen, die ihren Sitz außerhalb der EU haben, sobald sie Waren oder Dienstleistungen in der EU anbieten oder auch nur Online-Marktforschung unter EU-Bürgern betreiben.

Dokumentationspflicht. Zu mehr bürokratischem Aufwand dürfte für Touristiker die Neuregelung der Nachweis- und Rechenschaftspflichten führen. So müssen Unternehmen ab 2018 schriftlich dokumentieren, dass sie alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um personenbezogene Daten rechtskonform zu bearbeiten. Das Unternehmen muss also beweisen, dass es alles richtig gemacht hat – und nicht mehr wie bisher der Bürger, dass etwas schief ging. Außerdem besteht die Pflicht, Datenpannen in Zukunft innerhalb von 72 Stunden zu melden. In der Vergangenheit erfolgte dies, wenn es nicht zufällig aufflog, oft erst nach Monaten oder gar Jahren.

Vorbereitungstipps. Der DRV-Datenausschuss hat das Thema auf seiner Agenda. Allerdings sind seine Erkenntnisse ausschließlich Verbandsmitgliedern zugänglich. Generell sollten sich Unternehmen gut auf den Einführungstermin der Datenschutzverordnung vorbereiten, denn bei Verstößen drohen ihnen drakonische Strafen von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Umsatzes. Zu den wichtigsten Maßnahmen im Vorfeld zählt die Erstellung eines Verzeichnisses, in dem festgehalten wird, welche Daten das Unternehmen eigentlich verarbeitet  und in welchen Bereichen dies erfolgt. Wichtig ist zudem, dass sämtliche Einwilligungen zur Datennutzung und -weitergabe vom Stichtag an dem neuen Recht entsprechen. Auch auf Datenpannen sollten Firmen besser vorbereitet sein als bisher. Die schnelle Meldepflicht bedeutet, dass im Schadensfall sofort klar sein muss, wer welche Aufgaben erledigt. Dabei sei es auch für kleinere Unternehmen ratsam, einen Datenschutzbeauftragten zu installieren, der die datenbezogenen Aktivitäten koordiniert, raten Rechtsexperten.

Christian Schmicke

Zur Originalversion der neuen Datenschutz-Grundverordnung gelangen Sie hier.

 

21. August 2017 – 17:13
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Frankreich, die USA und Spanien registrierten nach aktuellen Zahlen der Welttourismusorganisation UNWTO 2016 weltweit die meisten Einreisen ausländischer Besucher. Während Frankreich mit 82,9 Millionen Ankünften deutlich vorne rangiert, liegen die Vereinigten Staaten und Spanien mit 75,6 Millionen gleichauf. Die Top 10 der Reiseländer im Überblick:

  1. Frankreich, 82,9 Millionen
  2. USA, 75,6 Millionen
  3. Spanien, 75,6 Millionen
  4. China, 59,3 Millionen
  5. Italien, 52,4 Millionen
  6. Großbritannien, 35,8 Millionen
  7. Deutschland, 35,6 Millionen
  8. Mexiko, 35,0 Millionen
  9. Thailand, 32,6 Millionen
  10. Türkei, 25,2 Millionen

Unter den Top 10 war Spanien mit einem Zuwachs von gut zehn Prozent das wachstumsstärkste Reiseland. Mexiko und Thailand konnten um knapp neun Prozent zulegen. Frankreich und die USA verzeichneten Einbußen um gut zwei Prozent, in Deutschland wuchs die Zahl der Besucher um knapp zwei Prozent. Den stärksten Rückgang misste mit 30 Prozent weniger Gästen die Türkei hinnehmen.

Die mit Abstand höchsten Einnahmen kassierten mit 206 Milliarden Dollar die Vereinigten Staaten. Spanien kam bei annähernd gleicher Besucherzahl gerade mal auf 60 Milliarden, Thailand auf Platz drei erreichte 50 Milliarden. Deutschland lag mit 37 Milliarden an achter Stelle. Die höchsten Zuwächse gemessen an den Einkünften erreichte Australien mit einem Plus von gut zwölf Prozent. Weltweit liegt das Land mit 32 Milliarden Dollar an zehnter Stelle.

Unter den Regionen blieb Europa mit 620 Millionen Ankünften im vergangenen Jahr mit Abstand das wichtigste Reiseziel vor der Region Asien-Pazifik mit 303, Afrika mit 58 Millionen und dem Mittleren Osten mit 54 Millionen Besuchern. Insgesamt hat sich die weltweite internationale Reiseaktivität innerhalb von 20 Jahren von 559 Millionen Ankünften auf 1,2 Milliarden internationale Gäste mehr als verdoppelt.

 

21. August 2017 – 16:06
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Olaf Nink, Hauptbevollmächtigter der Niederlassung von Allianz Worldwide Partners in Deutschland und seit 2010 Mitglied der Geschäftsführung der AWP Service Deutschland GmbH, will die Tarife für Reiseversicherungen individualisieren. Dies wird dazu führen, dass Ältere mehr zahlen müssen als Jüngere, und auch für verschiedene Reiseziele  und -formen werden die Risiken unterschiedlich bewertet. Gloobi.de sprach mit dem Versicherungsmanager über seine Pläne, anhand individueller Risikoprofile neue Tarife einzuführen.

Herr Nink, die Menge der Produkte und Tarife von Reiseversicherungen hat in den letzten Jahren  deutlich zugenommen. Außerdem wurden immer mal wieder neue Risiken in den Versicherungsumfang einbezogen oder davon ausgeschlossen. Blickt der Reisebürovertrieb da noch durch?
Die Komplexität hat auf jeden Fall ein Ausmaß erreicht, das eine Vereinfachung für den stationären Vertrieb wünschenswert macht. Versicherungen sind für Reisebüros ein Nebenprodukt. Deshalb müssen sie für Expedienten einfach zu verkaufen sein und dürfen nicht zu viel Beratungsaufwand erfordern. Der Schlüssel dazu ist die Technik. Darin investieren wir gerade intensiv.

Wie soll eine technische Lösung, die den Reisebüros das Leben erleichtert, denn aussehen?
Zunächst einmal setzen wir beim Produkt an. Im Idealfall soll künftig jeder Kunde den für seine individuellen Risikoparameter passenden Tarif erhalten. Das klingt zunächst nach mehr Komplexität, aber es lässt sich lösen, wenn das Risiko im Hintergrund gleich mitbewertet wird.

Woran wollen Sie die Risikobewertung denn ausrichten?
Wichtige Parameter sind zum Beispiel das Alter des Kunden, sein Reiseziel und die Reisedauer. Wir verfügen über die Daten, anhand derer sich die individuellen Risikoprofile sehr genau darstellen lassen.

Bedeutet das, dass ein 70-Jähriger für den gleichen Versicherungsschutz eine andere Summe zahlt als ein 30-Jähriger, oder ein Brasilien-Urlauber einen anderen Tarif erhält, als einer, der nach Schweden reist?
Ja, genau. Einen ersten kleinen Schritt in diese Richtung haben wir mit der Einführung eines eigenen Tarifs für Kunden ab 67 Jahren im vergangenen Jahr schon gemacht.

Ihre älteren Kunden werden darüber nicht begeistert sein. Verstößt so etwas nicht gegen das Diskriminierungsverbot?
Nein. Sie dürfen natürlich nicht willkürlich festlegen, dass Menschen mit blauen Augen höhere Tarife zahlen müssen. Aber wenn Sie nachweisen können, dass ein bestimmtes Merkmal eindeutig mit einem erhöhten oder verringerten Risiko korreliert, ist es völlig korrekt, dieses in die Berechnung der Versicherungsprämie einfließen zu lassen. Und gerade die demografische Entwicklung stellt uns diesbezüglich vor erhebliche Herausforderungen.

Sie meinen, die Alten sind teurer als die Jungen?
Ja, klar. Nehmen Sie nur die Reiserücktrittskostenversicherung – da ist das evident. Ältere Menschen erkranken zwischen Buchung und Reiseantritt im Durchschnitt häufiger als jüngere. Und dieser Effekt verschärft sich dadurch, dass auch die Angehörigen, deren Erkrankung ebenfalls als Rücktrittsgrund anerkannt wird, bei älteren Menschen in der Regel ebenfalls älter sind. Wenn wir das angesichts der Entwicklung der Alterspyramide in unsere Kalkulation einbeziehen, ohne zu differenzieren,  werden alle Policen in regelmäßigen Abständen teurer. Da ist es doch gerechter, die Tarife anhand des individuellen Risikos zu ermitteln.

Schafft das am Counter nicht zusätzlichen Erklärungsbedarf?
Nicht, wenn es dafür eine technische Lösung gibt. Während des Buchungsprozesses ermittelt das System den jeweiligen Tarif im Hintergrund gleich mit und modifiziert ihn, wenn sich zum Beispiel das Reiseziel oder die Reiseform ändert. Am Ende muss der Expedient nur noch ermitteln, welche Versicherungen der Kunde wünscht, und er erhält sofort den passenden Tarif dafür. Der Aufwand am Counter darf auf keinen Fall steigen.

Wann werden Sie Ihre Zukunftsvision technisch umsetzen können?
Wir gehen davon aus, dass wie in zwei bis drei Jahren so weit sind. 2019 wollen wir startbereit sein. Aber das hängt natürlich nicht allein von uns ab.

Das Gespräch führte Christian Schmicke

Das komplette Interview lesen Sie im "Reise vor9 Magazin", dessen aktuelle Ausgabe gerade erschienen ist.

 

 

18. August 2017 – 16:21
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Nachdem jahrelang trotz etlicher Airline-Pleiten in Europa keine Bewegung in die Diskussion über die Einführung einer verpflichtenden Kundengeldabsicherung für Fluggesellschaften kam, schaltet die Politik jetzt offenbar um. "Wir sollten prüfen, eine europaweite Pflicht der Airlines zur Insolvenzabsicherung zum Schutz der Kunden einzuführen", sagte Bundesjustizminister Heiko Maas dem "Handelsblatt“. Anlass für das Umdenken ist die Airberlin-Pleite, die viele bereits bezahlte Tickets wertlos machen würde, wenn die Airline nicht mehr fliegt. "Bei den Beratungen über die EU-Fluggastrechterichtlinie sollten wir darüber diskutieren, inwiefern eine Insolvenzabsicherungspflicht in die Richtlinie aufgenommen wird", so Maas. Verbraucherschützer fordern das seit langem. "Wir brauchen einen Insolvenzschutz, der alle Fluggäste wirksam gegen eine Insolvenz von Fluggesellschaften absichert", sagt etwa Marion Jungbluth, Teamleiterin Mobilität und Reisen beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Airlines sollten grundsätzlich gesetzlich verpflichtet werden, eine Insolvenzversicherung zugunsten vorausbezahlter Kundengelder abzuschließen.

Auch andere Fachleute registrieren schon länger mit Unverständnis, dass ausgerechnet die Kundengelder für Flüge nicht abgesichert werden müssen, obwohl die Airlines dafür in der Regel bei der Buchung 100 Prozent Vorkasse verlangen. So meint etwa Professor Torsten Kirstges, Direktor des Instituts für innovative Tourismus- und Freizeitwirtschaft am Fachbereich Wirtschaft der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven, die aktuelle Praxis sei "völlig unverständlich und in meinen Augen inakzeptabel und ungerecht gegenüber den Veranstaltern“, die seit vielen Jahren die Kundengelder gegen eine mögliche Insolvenz absichern müssten. Der BGH habe "diese schiefe Praxis 2016 bestätigt und damit ein sinnvolles Urteil des Landgerichts Frankfurt von 2014 aufgehoben", der eine Vorauskasse in Höhe des vollen Flugpreises für unangemessen erklärt hatte. Ähnlich äußert sich Reiserechtler Ronald Schmid. "Es hätte längst Anlässe gegeben, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass die Fluggesellschaften verpflichtet wären, in einen Topf für die Absicherung der Kundengelder einzuzahlen. Schauen Sie sich mal an, wie viele Fluggesellschaften in Europa alleine in den letzten 15 Jahren in die Insolvenz gegangen sind oder demnächst gehen werden.“ Leider habe die Politik es immer wieder abgelehnt, hier einen Schutz zu schaffen, der mit dem für Pauschalreisende vergleichbar sei.

Von den Airlines ist nicht zu erwarten, dass sie eine mögliche Neuregelung begeistert mittragen. Sie wehren sich dagegen mit dem Argument, dass ihnen dadurch Wettbewerbsnachteile gegenüber außereuropäischen Carriern entstehen würden.

Christian Schmicke

 

18. August 2017 – 15:09
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Passend zu seiner Autobiographie mit dem Titel "Wie meine Träume fliegen lernten“, deren Veröffentlichung am 2. Oktober geplant ist, hat der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl ein offizielles Angebt für Airberlin abgegeben. In einer Mitteilung seiner Intro Verwaltungs GmbH heißt es, das Ziel der Übernahme sei  es, Airberlin "als Ganzes zu erhalten und als unabhängige Airline fortzuführen". Dazu habe Wöhrl "Partner mit hoher Fachkompetenz" und Finanzinvestoren gewinnen können. Diese Gruppe signalisiere schon seit Jahren Interesse an einer Beteiligung an Airberlin, sei aber nicht berücksichtigt worden. Auch zu den Sondierungsgesprächen sei sie nicht eingeladen worden.

Wie viele andere kritisiert Wöhrl die Bürgschaft der Bundesregierung für die insolvente Airline in Höhe von 150 Millionen Euro. Manches deute daraufhin, "dass hier von langer Hand eine einseitige Strategie zugunsten der Lufthansa" entwickelt worden sei, sagt Wöhrl. Eine Komplettübernahme durch die Lufthansa sei aber aus kartellrechtlichen Gründen nicht möglich.

Mit der Fliegerei kennt sich Wöhrl aus. Er gründete 1975 den Nürnberger Flugdienst, einen Vorläufer von Eurowings. Insgesamt befand sich ein rundes  Dutzend Fluggesellschaften zwischen 1975 und 2015 zeitweise unter dem Dach der Wöhrlschen Firmengruppe, darunter auch die DBA und die  LTU.

 

17. August 2017 – 20:26
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Eine der medienwirksamsten und streitbarsten Reisebüroinhaberinnen des Landes ist bald keine mehr. Zum Ende des Geschäftsjahres schließt Marija Linnhoff ihr Büro in Iserlohn. Der Entschluss sei nicht zuletzt eine Folge der kommenden Neuregelung der Pauschalreiserichtlinie, sagt Linnhoff, die bis zur endgültigen Absegnung durch Bundestag und Bundesrat mit ihrem Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros gegen die Gesetzesnovelle kämpfte.

Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig. "Das Gießkannenprinzip, nach dem ich gearbeitet habe, um meinen Kunden das bestmögliche Angebot zu machen, funktioniert in Zukunft nicht mehr“, erklärt Linnhoff. Im Zuge der neuen Gesetzgebung und angesichts steigender Umsatzhürden bei einigen Veranstaltern werde es künftig mehr denn je erforderlich sein, Buchungen gezielt zum einen oder anderen Veranstalter zu steuern, berichtet sie im Gespräch mit Gloobi.de und ergänzt: "Das ist nicht mein Ding."

"Ihr Ding“ soll künftig die Arbeit als Vorsitzende des Reisebüro-Lobbyverbandes sein, den sie gegründet hat und für dessen Führung sie mittlerweile nach eigener Aussage ein bescheidenes Salär erhält. Der VUSR hat mittlerweile 219 stimmberechtigte Mitglieder und eine Reihe von Fördermitgliedern, die nicht stimmberechtigt sind, weil sie kein Reisebüro betreiben – Veranstalter, Versicherungen, weitere touristische Dienstleister und Reisebüroorganisationen.

Breitere Basis. Bis heute wird der Verband fast ausschließlich mit dem Thema Pauschalreiserichtlinie assoziiert, seinem Gründungsanlass. Dass sie den Zusammenschluss künftig auf auf eine deutlich breitere Basis stellen muss, um ihm dauerhaft eine Existenzberechtigung zu verschaffen, ist der Noch-Reisebüroinhaberin klar. Eine ganze Reihe von Ideen hat Linnhoff, die kürzlich vom Branchenverband DRV die Kündigung erhielt, wozu sie sich derzeit nicht öffentlich äußern möchte, auch schon dazu. Zum Beispiel betriebswirtschaftliche Workshops, mit denen ihre Mitglieder auf das sich verändernde Marktumfeld vorbereitet werden. Oder eine Initiative zur Kundengeldabsicherung für Airlines, die durch die Airberlin-Pleite gerade wieder in aller Munde ist. Oder Aktionen für eine entsprechende Absicherung der Reisebüroprovision im Fall von Veranstalterpleiten. Oder eine wirksame Neuauflage der Diskussion um die Entlohnung für Zusatzbelastungen, die den Reisebüros durch unvorhergesehene Ereignisse entstehen – etwa im Fall umfangreicher Flugplanänderungen, Naturkatastrophen, Terror und, wie jetzt gerade, Unternehmenspleiten. Insbesondere gegenüber den Airlines, die die Reisebüros für den Verkauf überhaupt nicht vergüteten, sei das ein wichtiges Thema.

Dass sie mit der Verbandsarbeit künftig ihren Lebensunterhalt bestreiten möchte, daraus macht Linnhoff kein Geheimnis. Aber auch, wenn das nicht klappen sollte, sieht sie nicht schwarz für ihre Perspektiven. "Ich bin in Sachen Lobbyarbeit nicht so schlecht und mittlerweile außerdem ziemlich gut vernetzt – das hat sich herumgesprochen", weiß sie.

Christian Schmicke

 

17. August 2017 – 16:03

Vier von fünf Reisebüromitarbeitern fliegen ein- bis zweimal pro Jahr aus und gehen auf Inforeise, eine kleine Minderheit von sieben Prozent sogar öfter. Allerdings kommen fast 14 Prozent der Expedienten gar nicht raus, wie eine exklusive Umfrage von Counter vor9 mit mehr 650 Teilnehmern zeigt.

Und das Thema Inforeisen bewegt die Gemüter. „Unsere Chefin möchte das nicht“, lautet eine von über 400 Kommentaren vom Counter. „Ich darf nur alle drei bis vier Jahre auf eine Inforeise gehen“ oder „bekomme von der Geschäftsführung keine angeboten“ sind weitere Stimmen vom Counter, die Frust durchblicken lassen. „Aus Compliance-Gründen geht bei uns keiner auf Info“, meint ein anderer.

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Dabei gibt es offenbar Gelegenheiten genug. Denn immerhin 32 Prozent der Reisebüros erhalten mehr als zehn Einladungen pro Jahr. 28 Prozent werden sechs bis zehnmal gefragt, bei 37 Prozent landen eine bis fünf Inforeisen auf dem Tisch. Nur drei Prozent gehen leer aus. Doch oft dringen Einladungen gar nicht bis zum Counter vor. „Der Chef reist gerne, nur wenn die Tour oder der Veranstalter ihn nicht interessiert, dann gibt er die Info weiter“, meint ein Umfrageteilnehmer exemplarisch.

Der Chef bestimmt

Wer fliegt, bestimmt fast immer der Chef. Er hat in 71 Prozent der Reisebüros auch bei Inforeisen das Sagen. Das Team redet bei 32 Prozent mit, die Expedienten selbst bei 20 Prozent. Deren Wünsche werden aber oft berücksichtigt. „Wir stimmen uns im Team ab und der Chef genehmigt es in der Regel“, so handhaben es offenbar viele Büros. Das einladende Unternehmen hat nur bei fünf Prozent der Reisebüros Einfluss bei der Teilnehmerauswahl.

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Dabei spielt die Bedeutung des Zielgebiets für das Büro bei 77 Prozent eine wichtige Rolle. Allerdings meinte einer: „Ich muss sicher nicht fünfmal nach Mallorca, um die Insel verkaufen zu können.“ Die Interessen der Mitarbeiter werden immerhin zu 46 Prozent berücksichtigt. Für 24 Prozent zählt die Leistung des Mitarbeiters. „Eine Info dient immer noch auch als Motivation und Dankeschön“, so ein Kommentar.

Urlaub nehmen für Inforeisen

Eine Mehrheit der Expedienten muss für Inforeisen keinen Urlaub opfern, viele aber doch. Am häufigsten bekommen die Countermitarbeiter eine Inforeise pro Jahr frei. Oft gilt die Regel halb Urlaub, halb Arbeit. Immerhin 24 Prozent müssen immer Urlaub nehmen. Gefrustet meint einer: „Nur Lieblinge werden freigestellt.“ Ein anderer Expedient schimpft: „Es ist schlimm, dass man für eine Weiterbildung Urlaub nehmen muss. Man liegt da ja nicht am Strand.“

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Eventuell anfallende Kosten übernehmen die meisten Büros ganz oder anteilig, nur jeder zehnte Expedient muss dies aus der eigenen Tasche bezahlen.
Wer auf Inforeise geht, hat was zu erzählen. Das müssen fast alle Expis auch, wenn sie zurück sind. 65 Prozent erzählen ihren Kollegen mündlich über ihre Erfahrungen. 34 Prozent müssen sogar einen schriftlichen Bericht verfassen, damit alle im Reisebüro etwas von der Inforeise haben.

Thomas Hartung

17. August 2017 – 15:47
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Für die Touristik ist die Insolvenz von Airberlin eine haarige Sache. Zwar wird nach außen der Eindruck vermittelt, zunächst bleibe alles beim Alten. Der Flugbetrieb werde aufrechterhalten und sämtliche Verbindungen seien sichergestellt, jedenfalls mindestens bis November. Hinter den Kulissen wird allerdings schon eifrig nach Alternativen gesucht – insbesondere für die bevorstehende Wintersaison. Denn ob, unter welchem Dach und in welchem Umfang die Flugzeuge, die derzeit noch zu Airberlin gehören, im Winter ein stabiles Flugprogramm absolvieren können, ist völlig unklar.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die österreichische Tochter Niki, die mit 20 der insgesamt 140 Airberlin-Maschinen den Verkehr in die touristischen Ziele mit Ausnahme der Fernstreckendestinationen übernommen hat. Sie ist zwar formal nicht von der Airberlin-Pleite betroffen, aber als Tochtergesellschaft der insolventen Airline bleibt sie von deren Turbulenzen natürlich nicht unberührt. Eigentlich hatte Airberlin-Gesellschafter Etihad schon 300 Millionen Euro nach Berlin überwiesen, um Niki zu übernehmen. Doch da die Behörden den Deal bislang nicht abgesegnet haben, ist die Übernahme nicht rechtskräftig.

Lauda sieht schwarz. Der Gründer der Airberlin-Tochter, Niki Lauda, bereitet sich bereits öffentlich auf das Aus für den Ferienflieger vor. "Niki ist noch Teil der Airberlin. Ich fürchte, damit dauert es nicht mehr lange, bis sie auch Insolvenz anmelden müssen“, erklärte der ehemalige Formel-1-Rennfahrer, der sich Ende 2011 von seinen Airberlin- und Niki-Anteilen trennte und heute Anteile am Formel-1-Renstall von Mercedes hält. Es sei "eine Frage der Zeit“, zitieren ihn auch die "Salzburger Nachrichten“. Es sei denn, Lufthansa schlage mit dem Eurowings-Konzept auch in Österreich zu und übernehme Niki. Aber das werde schwierig. Deshalb prophezeit er: "Sie werden noch weitere Flugzeuge und Besatzungen übernehmen und dann die Firma Airberlin mit 1,3 Milliarden Euro Schulden in Konkurs schicken."

Lufthansa hätte Niki gerne. Dabei ist Lufthansa nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung", die sich auf Insiderkreise beruft, durchaus an einer Übernahme von Niki interessiert. Die Kranich-Airline wolle im Idealfall etwa 90 Flugzeuge von Airberlin übernehmen und unter der Marke Eurowings weiterbetreiben, berichtet die "Süddeutsche". Darin enthalten seien 38 Maschinen, die sie schon jetzt mitsamt Besatzungen mietet, bis zu 40 weitere Kurz- und Mittelstreckenjets sowie voraussichtlich die Mehrzahl der 17 Großraumflugzeuge, die Airberlin auf Langstrecken vor allem von Düsseldorf aus einsetzt. Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang auch der Zuschlag für Niki. Dieser könnte dem Ferienfluggeschäft der Tochter Eurowings einen kräftigen Schub geben.

Würde Niki allerdings tatsächlich von Lufthansa übernommen und dann in Eurowings integriert, hätten dabei neben der EU-Kommission gleich mehrere nationale Kartellämter ein Mitspracherecht. An wichtigen Abflughäfen, wie zum Beispiel Wien, Düsseldorf, Berlin-Tegel, München und Stuttgart müsste Lufthansa der Konkurrenz Zugeständnisse machen. Und selbst wenn die Regierungen von Österreich und Deutschland den Deal ohne große Einschränkungen durchwinken würden, wären Kartellklagen anderer Fluggesellschaften aus dem EU-Raum vorprogrammiert – allen voran von Ryanair.

Christian Schmicke