11. Dezember 2017 – 17:48

Das Transportministerium hat eine Gesetzesinitiative, die Airlines verpflichten sollte, Gepäckregeln und Gebühren schon zu Beginn des Buchungsprozesses klarzustellen, zurückgenommen. Zur Begründung heißt es, die noch von der Vorgängerregierung unter Barack Obama ausgearbeitete Regelung wäre "von beschränktem allgemeinen Nutzen". Zeitgleich zog das Transportministerium auch einen zweiten Regelungsentwurf zurück, durch den Fluggesellschaften verpflichtet werden sollten, ihre Einkünfte aus Zusatzverkäufen offenzulegen.

In den USA sind Fluggesellschaften zwar bereits gesetzlich verpflichtet, Gebühren für Gepäck offenzulegen. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese oft nur versteckt oder erst nach mehreren Schritten auf dem Weg zur Buchung dargestellt werden.

Unterdessen führt die US-Fluggesellschft Delta Air Lines im April auch auf ihren Transatlantik-Routen einen Tarif ein, in dem lediglich Handgepäck enthalten ist. Das erste eingecheckte Gepäckstück kostet rund 50 Euro. Auf Inlandsflügen existiert der "Basic-Economy“-Tarif bereits.

 

11. Dezember 2017 – 16:02
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Agenturen mit weniger als zwei Vollzeitkräften generieren nach Zahlen des DRV-Reisebürobarometers gut 85 Prozent ihrer Umsätze im Bereich Touristik. Flugumsätze machen bei ihnen lediglich zehn Prozent des Geschäfts aus. Nicht viel anders präsentiert sich das Bild bei Reisebüros zwischen zwei und fünf Mitarbeitern. Diejenigen unter ihnen, die zwei bis drei Vorzeitkräfte beschäftigen, haben mit 90 Prozent sogar den höchsten Touristikanteil an ihren Umsätzen.

Mit zunehmender Betriebsgröße verändert sich das Bild deutlich. So generieren Büros ab fünf Mitarbeitern bereits 30 Prozent ihrer Umsätze aus dem Fluggeschäft, bei Agenturen mit mehr als zehn Kräften liegt der Fluganteil bei rund der Hälfte. Große Reisebüros mit mehr als 20 Mitarbeitern setzen gar 57 Prozent mit Flügen um, während sich bei ihnen der Touristikanteil auf gut ein Drittel der Umsätze reduziert.

Ähnlich wie der Umsatz entwickelt sich auch die Erlösstruktur analog zur Betriebsgröße. In Büros mit weniger als drei Vollzeitkräften sorgt die Touristik für 80 Prozent der Erlöse, bei den Büros zwischen zehn und 20 Mitarbeitern, die 43 Prozent ihrer Umsätze im Touristikgeschäft machen, liegt der Anteil der Erlöse aus diesem Segment bei 50 Prozent. Grund für die Abweichung der Anteile bei Umsatz und Ertrag sind die höheren Provisionssätze, die umsatzstarke Büros von den Veranstaltern erhalten.

Sehr abhängig von der Unternehmensgröße ist auch die Bedeutung von Serviceentgelten. Sie machen bei Büros mit unter zehn Mitarbeitern zwischen fünf und knapp 13 Prozent der Erlöse aus. Die sehr großen Büros mit mehr als 20 Angestellten, von denen viele im Firmengeschäft aktiv sind, generieren dagegen fast 43 Prozent ihrer Einnahmen über Entgelte.

 

11. Dezember 2017 – 14:44
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Die Fluggesellschaften der Lufthansa Group folgen dem Beispiel anderer Fluggesellschaften und ändern die Systematik der Vergabe von Prämienmeilen an Teilnehmer ihres Vielflieger- und Prämienprogramms Miles & More. Die Höhe der Prämienmeilengutschrift richtet sich ab März 2018 nach dem Flugpreis, also dem Ticketpreis zuzüglich der von der jeweiligen Airline erhobenen Zuschläge, und dem Vielfliegerstatus der Programmteilnehmer. Bisher waren die Buchungsklasse beziehungsweise die Buchungsklasse und die Flugstrecke für die Höhe der Gutschrift ausschlaggebend.

Vier bis sechs Meilen pro Euro. Pro gezahltem Euro erhalten Teilnehmer künftig vier bis sechs Prämienmeilen. Für „normale“ Kunden gibt es bei Flügen mit Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels Airlines, Eurowings sowie weiteren Partnerairlines des Programms vier Meilen pro Euro. Teilnehmer mit Vielfliegerstatus erhalten auf Flügen mit Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines sowie United Airlines und Air Canada sechs Prämienmeilen pro Euro. Auf Flügen mit Eurowings, Brussels Airlines und den weiteren Miles-&-More-Partnerairlines können Statusteilnehmer fünf Meilen pro Euro sammeln. Voraussetzung für die Vergabe nach der neuen Systematik ist, dass die Flugtickets von einer Lufthansa Group Airline und nicht von einer anderen Fluggesellschaft ausgestellt wurden.

Meilen für fremd ausgestellte Tickets weiter nach alter Systematik. Nach der derzeitigen, von der Buchungsklasse beziehungsweise der Buchungsklasse und der Entfernung abhängigen Praxis werden Meilen künftig nur noch dann vergeben, wenn Miles-&-More-Teilnehmer mit einer Fluggesellschaft des Konzerns reisen, das Flugticket aber von einer Fremdairline ausgestellt wurde, oder wenn es Bestandteil einer Pauschalreise ist. Wird der Flug bei einer der übrigen Partnerairlines gebucht und von einer dieser Fluglinien durchgeführt, sammeln Teilnehmer die Prämienmeilen ebenfalls wie bisher. Für Tickets, die bis zum 12. März 2018 gebucht werden, erfolgt die Meilenvergabe nach der bisherigen Praxis – auch, wenn die Reise am oder nach dem Stichtag angetreten wird.

Von der neuen Logik der Prämienmeilenvergabe unberührt bleiben der Vielfliegerstatus der Teilnehmer, damit verbundene Privilegien und die Vergabe von Statusmeilen. Die Umstellung ändere grundsätzlich nichts an der Anzahl der Prämienmeilen, die von den Airlines insgesamt ausgegeben werden, ebenso wenig verändere sich die Verfügbarkeit von Flugprämien, versichert Lufthansa. Hintergrund der neuen Systematik sei vielmehr die Absicht, den Kauf hochpreisiger Flugtickets künftig stärker zu incentivieren als bisher.

 

11. Dezember 2017 – 12:28

Entsprechende Branchenspekulationen hat der vorläufige Insolvenzverwalter des Veranstalters, Stephan Thiemann, nun bestätigt. Demnach übernimmt die Lidl E-Commerce International GmbH & Co. KG das zahlungsunfähige Unternehmen, dessen Gründerin Jasmin Taylor zum Jahreswechsel ausscheidet. Zum Kaufpreis will Thiemann keine Angaben machen. Der Erwerb stehe unter Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden, mit dem Abschluss der Transaktion werde für Anfang des Jahres gerechnet, so der Insolvenzverwalter. Von diesem Zeitpunkt werde der Discounter "die wirtschaftlichen Aktivitäten übernehmen und den Betrieb vollumfänglich weiterführen“, verspricht er. Damit könnten bereits gebuchte Reisen auch im neuen Jahr stattfinden.

Etwas überraschend kündigt der Insolvenzverwalter auch an, dass nicht nur die 60 JT-Mitarbeiter übernommen werden, sondern auch die Marke erhalten bleiben solle. Eine erneute Zusammenarbeit mit Reisebüros  sei in diesem Zusammenhang ebenfalls geplant, heißt es. Buchungen bei der neuen JT Touristik sollen ab Mitte Januar möglich sein. Den genauen Zeitpunkt werde das Unternehmen "frühzeitig bekanntgeben“.

Welchen Nutzen sich der Käufer von dem Deal genau verspricht, bleibt zunächst unklar. Christoph Hahn, Geschäftsführer Reisen von Lidl E-Commerce International, erklärt dazu lediglich, das Know-how von JT ergänze sich "hervorragend mit den Kompetenzen, die wir in den letzten zehn Jahren aufgebaut haben“. Die Akquise werde das bestehende Reisegeschäft von Lidl stärken. Der Discounter versucht seit längerer Zeit, neben dem Vertrieb von Reisen anderer Veranstalter, wie etwa der FTI-Tochter Big Xtra, das Geschäft mit der Veranstaltung unter der Marke Lidl Reisen auszubauen.

Die Aktivitäten um das Insolvenzverfahren laufen unterdessen unverändert weiter. Reisebüros mit Provisionsansprüchen können diese nach der Eröffnung des Verfahrens geltend machen. 

 

10. Dezember 2017 – 16:38
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Auslaufmodell Reisebüro? Von wegen! Der stationäre Vertrieb hat das Krisen-Geschäftsjahr 2015/16 insgesamt gut bewältigt. Das geht aus Zahlen des DRV-Reisebürobarometers 2016 hervor. Zwar sanken die Gesamtumsätze der Reisebüros in den meisten Größenklassen um Werte zwischen einem und knapp sechs Prozent, doch vielen Büros gelang es, daraus am Ende mehr Gewinn zu erwirtschaften als 2015. So entwickelte sich die Erlösrendite, also der Anteil des Gewinns an den Erlösen durch Provisionen und Serviceentgelte, vor allem bei kleineren Agenturen positiv. Reisebüros mit bis zu zwei Mitarbeitern konnten die Rendite im Vergleich zum Vorjahr von 8,4 auf 11,6 Prozent steigern, Büros mit zwei bis drei Mitarbeitern erreichten eine Verbesserung von 7,2 auf 7,5 Prozent und solche mit drei bis fünf Mitarbeitern verbesserten sich von 10,2 auf 10,7 Prozent. Bei den ganz großen Büros mit mehr als 20 Mitarbeitern blieb die Erlösrendite mit 13,1 Prozent auf stabil hohem Niveau. Dabei waren die Ergebnisse auch innerhalb der einzelnen Größenklassen durchaus heterogen. So lag der Bestwert für die Erlösrendite bei den Kleinbüros bei satten 18,5 Prozent. Eine noch höhere prozentuale Umsetzung der Erlöse in Gewinn erreichten nur die Top-Büros eines Unternehmens mit zehn bis 20 Mitarbeitern, die es auf 19,3 Prozent brachten.

 

09. Dezember 2017 – 08:24
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Nachdem im Zuge der Airberlin-Pleite frischer Wind in die Debatte um eine verpflichtende Insolvenzversicherung für die von Fluggesellschaften bei der Buchung eingenommenen Kundengelder gekommen war, beschäftigte das Thema auch den DRV im Rahmen seiner Jahrestagung in Ras Al Khaimah. Dabei wurde deutlich, dass die Positionen zu dem Thema innerhalb des Verbandes ziemlich heterogen sind. DRV-Präsident Norbert Fiebig erklärte, grundsätzlich sei eine Versicherungspflicht zwar wünschenswert, allerdings müsse diese „wettbewerbsneutral“ gestaltet werden. Der Einführung einer Versicherungspflicht auf nationaler, aber auch auf europäischer Ebene, erteilte er eine Absage. De facto wäre das Thema damit wohl vorerst vom Tisch. Denn dass sich die Fluggesellschaften in absehbarer Zeit weltweit auf eine verpflichtende Kundengeldabsicherung einigen können, erscheint unwahrscheinlich.

Reisebüros fordern verpflichtenden Schutz. Anders ist das Stimmungsbild im touristischen Vertrieb. Bereits im Rahmen einer Umfrage von Gloobi.de im September sprachen sich mehr als 85 Prozent der gut 650 Teilnehmer dafür aus, die Fluggesellschaften dazu zur Absicherung ihrer Einahmen verpflichten. Auch die in der Säule A des Verbandes organisierten mittelständischen Reisebüros unterstützen diese Forderung. DRV-Vizepräsident und Reisebüroinhaber Ralf Hieke unterstreicht, dass er eine Lösung auf europäischer Ebene für sinnvoll hält. Schließlich müssten auch Reisebüros für eine Iata-Lizenz umfangreiche Sicherheiten bieten. Daher sei es unverständlich, dass für die Airlines keine Verpflichtung zur Absicherung von Anzahlungen, die im Einzelplatzverkauf im Regelfall gleich bei der Buchung dem vollen Flugpreis entsprechen, bestehe.

Antragsentwurf scheitert. So einig sich die Reisebüros in diesem Punkt grundsätzlich sind: zu einem Antrag der Mittelständler an die Verbandsspitze, das Thema in ihre Agenda aufzunehmen, kam es nicht. Er scheiterte daran, dass ein Entwurf, den die Reisebürokooperation Deutscher Reisering, das Berliner Reisebüro Albatros Reisen und der Reisebüroinhaber Egon Dobat in den Ring geworfen hatten, die Insolverzversicherungspflicht mit anderen Forderungen, etwa zur Höhe der Anzahlungen oder zur Definition einer Flugbuchung als Reisevertrag, verknüpft sehen wollten. Gegen die Formulierung dieses Antragsbündels machten einige Vertreter der Säule der mittelständischen Reisebüros kartellrechtliche Bedenken geltend. Einigen konnte man sich lediglich darauf, das Thema als Arbeitsauftrag an die DRV-Führung weiterzuleiten.

Für den Fortgang der Debatte um eine Versicherungspflicht für Airlines insgesamt dürfte die Position des Verbandes dazu relativ unerheblich sein. Denn angesichts einer hohen sechsstelligen Zahl von Geschädigten im Zuge der Airberlin-Insolvenz ist der politische Handlungsdruck für die Bundesregierung und die EU derzeit hoch. Allerdings wäre es einigermaßen peinlich, wenn sich ausgerechnet der touristische Branchenverband in dieser Hinsicht nicht auf eine gemeinsame Sprache im Umgang mit dem Thema einigen könnte. Das größte Hindernis stellen sich in diesem Zusammenhang die Fluggesellschaften dar. Denn  sie sind geschlossen gegen eine Versicherungspflicht.

Christan Schmicke

 

08. Dezember 2017 – 07:00
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Carol Shaugnessys Augen leuchten, wenn sie darüber spricht. Dabei liegt der große Coup, den sich Key West leistete, schon 35 Jahre zurück. Damals erklärte Key West, die südlichste Stadt der Vereinigten Staaten am westlichen Ende der Florida Keys, die Unabhängigkeit von den USA.

Wie es dazu kam, das sagt einiges über die 26.000-Einwohner-Gemeinde, die geografisch näher an Kuba als an Floridas Metropole Miami liegt. Damals, 1982, errichteten die US-amerikanischen Grenzbehörden eine Kontrollstelle am Highway Nr. 1, um nach Drogen und illegalen Einwanderern zu suchen. Die Fahrzeugkontrollen führten zu kilometerlangen Staus auf dem Weg von Key West zum Festland. Gäste stornierten daraufhin ihre geplanten Reisen, der Tourismus litt, die Bewohner fühlten sich drangsaliert.

Der Coup. Die Stadtregierung von Key West forderte die sofortige Entfernung der Kontrollstelle. Nachdem zunächst nichts geschah und eine entsprechende Klage scheiterte, reichte es den Verantwortlichen, die entdeckt hatten, dass feste Kontrollstellen nur an den Außengrenzen der USA rechtens waren. Am 23. April riefen sie die Unabhängigkeit der Florida Keys von den Vereinigten Staaten aus. Anschließend erklärten sie den USA, mit trockenen Brotstangen bewaffnet, den Krieg. Innerhalb von 60 Sekunden kapitulierten die Insulaner bedingungslos und forderten eine Milliarde US-Dollar finanzielle Wiederaufbauhilfe. Auf das Geld warten sie heute noch, doch die verhasste Kontrollstelle verschwand.

Der nächste Streich. Die Ausrufung der "Conch Republic“, deren Flagge die Fechterschnecke,  englisch Conch, ziert, sollte nicht der letzte Streich der Bürger von Key West bleiben. 2006 feierten sie einen weiteren Sieg über die US-Regierung. Diese hatte kubanischen Flüchtlingen, die auf den maroden Einzelteilen der alten Eisenbahnbrücke nach Key West  gelandet waren, mit der Begründung die Einreise verweigert, das Bauwerk sei nicht mit dem Festland verbunden und daher nicht Teil der USA. Nur wer seinen Fuß bereits an Land gesetzt hat, wird von den Vereinigten Staaten nicht zurückgeschickt.

Daraufhin kaperten die Conchs, bewaffnet mit Piratenhüten, bunten Fähnchen und den bereits bekannten trockenen Brotstangen die marode Brücke und beanspruchten sie für sich. Wiederum mit Erfolg. Nachdem die Besatzungstruppen der Spaßnation dort gelandet waren, nahmen die USA ihre Entscheidung  tatsächlich zurück.

Das Selbstverständnis. Carol Shaugnessy, die das Tourismusmarketing von Key West und den Florida Keys betreut, muss nicht viel mehr erzählen als das, um ihren Besuchern zu verdeutlichen, dass in Key West so manches anders läuft als sonstwo auf der Welt. Das drückt sich nicht nur in einem hohen Anteil von Schwulen und Lesben und einer großen Beliebtheit der Insel als Reiseziel bei diesen Bevölkerungsgruppen aus. Die Stadt, die sich nie als faktisches  Staatsgebilde sah, sondern als "state of mind“ – Geisteshaltung – gilt als Sehnsuchtsort für Exzentriker  und will für Freiheitsliebe und Toleranz stehen. Das war schon in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts so, als der Schriftsteller Ernest Hemingway hier lebte, dessen früheres Wohnhaus ihm heute als Museum gewidmet ist.  

Dass sich Key West  von Hurrikan "Irma“, der die Florida Keys im September heimsuchte, deutlich schneller erholte als erwartet, liege am starken Gemeinsinn, der hier herrsche, sagt Shaugnessy, die seit 35 Jahren auf den Florida Keys lebt. "Wir sind es nicht gewohnt, auf staatliche Hilfe zu warten, sondern hier steht jeder für sich und für den anderen ein“, sagt sie mit dem Brustton der Überzeugung.

Die Highlights. Alljährlich um den 23. April wird die Unabhängigkeit der Conch Republic ausgiebig gefeiert. Zu den Höhepunkten gehört das traditionelle Rennen der „drag queens“, die in Highheels und Abendkleid um die Wette stöckeln, und eine ebenso große wie schräge Parade. Aber auch außerhalb der Festtage ist der Ort, dessen hübsche hölzerne Häuser von breiten Veranden umsäumt werden, einen Besuch wert. Wer will, kann sich günstig im Hop-on-hop-off-Trolley durch die Stadt kutschieren lassen. Wirklich große Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht – mit seinen schrägen Typen ist Key West selbst die Attraktion. Man lässt sich durch die Straßen treiben, genießt den Trubel am Mallory Square oder in den Bars der Duval Street, unternimmt auf einem der zahlreichen Katamarane eine von karibischen Klängen untermalte Tour in den Sonnenuntergang. Und wer ein Stückchen des anarchischen Eilands mit nach Hause nehmen will, kann sich vor Ort oder online einen "echten" Conch-Pass bestellen. Der gilt zwar eigentlich nirgends, soll aber Gerüchten zufolge schon an so manchem Grenzübergang ohne Probleme abgestempelt worden sein.

Christian Schmicke

 

08. Dezember 2017 – 07:00
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Verbandschef Norbert Fiebig bekräftigte in seiner Grundsatzrede bei der Jahrestagung des Verbandes in Ras Al Khaimah erneut den Eindruck, dass der Stellenwert der Touristik in der Bundespolitik nicht angemessen gespiegelt werde. Diese Klage hat bei touristischen Verbandstagungen seit langem Tradition. "Messen Sie dem Tourismus mehr Bedeutung bei“, appellierte Fiebig nun in Richtung Berlin. Die Branche wolle zwar "kein eigenes Ministerium". Aber eine neue Bundesregierung solle einen Beauftragten ernennen, "der sich ausschließlich um diese wichtige Industrie mit ihren 2,9 Millionen Beschäftigten kümmert – und das bitte mit einem angemessenen Unterbau im Ministerium".

Inhaltlich ging Fiebig in seiner Rede unter anderem auf die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Übernachtungsleistungen ("Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um diesen Unsinn zu stoppen!"), das Pauschalreiserecht ("Helfen Sie den kleinen Reisebüros und Reiseveranstaltern, wenn die Regelungen doch zu besonderen Härten führen sollten."), Verbraucherschutgesetze ("Wo Verbraucherschutz draufsteht, ist manchmal Unfug drin!") und die Luftverkehrssteuer ("Dieses Instrument funktioniert nicht.") ein. Nur wenn diese Themen im Sinne der Branche angemessen gelöst würden, könne der Strukturwandel der Branche im Zeichen eines "äußerst scharfen Wettbewerbs und massiver Belastungen, die manchen Marktteilnehmer zum Teil auch finanziell überfordern“, erfolgreich bewältigt werden.

 

07. Dezember 2017 – 14:55
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Von der Wintersaison 2018/2019 vermarktet der Clubanbieter fünf seiner insgesamt 24 Anlagen ausschließlich an Erwachsene. Dann sollen der Club Arosa in der Schweiz, die Clubs Maldives auf den Malediven und Jandia Playa auf Fuerteventura, der Club Camyuva in der Türkei, der bereits jetzt erst ab 16 Jahren buchbar ist, und der neue Robinson auf den Kapverden, der im Herbst 2019 eröffnet, der Ausrichtung auf erwachsenes Publikum folgen.

 

07. Dezember 2017 – 13:50
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Anders als in den Vorjahren legt sich der DRV vor seiner Jahrestagung im Emirat Ras Al Khaimah noch nicht auf eine konkrete Prognose zur Geschäftsentwicklung im angelaufenen Geschäftsjahr 2016/127 fest. Grund dafür ist eine neue Datenbasis, die auf repräsentativen Umfragen der Marktforscher der GfK basiert. Die erste Hochrechnung sei zwar repräsentativ, sie umfasse aber noch nicht alle Segmente des Reisemarktes, da Kreuzfahrten sowie Buchungen über Call Center und bei kleineren Reiseveranstaltern noch nicht erfasst seien, so Verbandschef Norbert Fiebig.

Online-Vertrieb wächst überproportional. Auf dieser Basis prognostiziert der Verband lediglich ein Umsatzwachstum des Veranstaltermarktes, der insgesamt für etwa die Hälfte des Volumens des deutschen Reisemarktes im Umfang von rund 60 Milliarden Euro steht, um "mindestens zwei Prozent“. Vor allem angesichts des starken Wachstums bei Kreuzfahrten rechnet Fiebig insgesamt mit einem größeren Umsatzplus. Noch keine konkrete Aussage will er zu den Umsätzen des stationären Vertriebs wagen. Ihr Wachstum könnte sich ungefähr auf dem Niveau der Veranstalterzahlen bewegen, sagt er vorsichtig. Allerdings sei auch ein überproportionaler Anstieg der Online-Umsätze über OTAs und Veranstalterportale zu beobachten. Ihr Zuwachs liege bei zwölf Prozent.

Agypten vorn, Türkei leidet weiter. Unter den Zielgebieten sind gemessen an Besucherzugewinnen und -verlusten wenig überraschend Ägypten (+55%) und Griechenland (+30%) ganz vorn. Spanien legt auf hohem Niveau leicht zu, wobei die Veranstalterzahlen für die Balearen etwas rückläufig sind. Stark nachgelassen hat erneut die Nachfrage für die Türkei, womit sich für das Reiseland binnen zwei Jahren die Urlauberzahl aus Deutschland fast halbiert hat. Auch für die USA war die Nachfrage rückläufig. Ob das Minus von 17 Prozent eher der Währungsparität oder dem oft beschworenen Trump-Effekt zuzuschreiben ist, sei dahingestellt.